Thomasevangelium - Vers 1

Vers 1: Dies sind die verborgenen Worte, die der lebendige Jesus sagte, und Didymos Judas Thomas schrieb sie auf. Und er sagte: Wer die Deutung dieser Worte findet, wird den Tod nicht schmecken.”

Der Lebendige Yeshua (auferstandene Jesus) spricht im Geheimen, in dir, hinter deinem Herzen. Christus wohnt dort in dir. Wenn du in dich gehst, wird Christus dir die geheimen Lehren eröffnen und dich auf den Weg des Erwachens führen. Um zu hören und zu verstehen, mußt du still sein. Du mußt leer werden von dir selbst und dich dann vom Geist Christi erfüllen lassen. Indem dein ich stirbt, wirst du empfangen und vom Heiligen Geist wiedergeboren als der Lebendige Yeshua. Wirklich, du mußt die selbe Empfängnis, Reifung und Geburt erfahren, wie der Lebendige Yeshua. Dann wirst du sein Zwilling (Didymos) sein, ebenso geboren von der Heiligen Jungfrau, der Mutter Weisheit (Sophia). Nur auf diesem Wege kannst du die Lichtübertragung des Meisters empfangen und selbst Gnostiker werden.

Jeder ist der Lebendige Yeshua. Der gewöhnliche Mensch ist sich dessen nicht bewußt, aber der Apostel Gottes weiß es, und er lebt entsprechend der in seiner Erfahrung offenbarten Wahrheit und entsprechend des offenbarten Lichts. Ebenso ist das Königreich des Himmels hier und jetzt in dir und um dich herum. Es ist in jedem Menschen gegenwärtig. Der gewöhnliche Mensch sieht es nicht, aber der Gnostiker nimmt es war und wohnt im Königreich des Himmels hier und jetzt. Logos (Wort) und Sophia (Weisheit) findet man in jedem und allem und so auch in dir. Dort, in deinem geheimen Zentrum, im Kern deines Seins, ist der Heilige Eine. Das Christ-Selbst ist dein wahres Selbst, das Selbst in jedem Selbst, die Seele in jeder Seele. Alle sind mit ihm vereint in der Heiligen Einheit Gottes, der Vater und Mutter ist. Durch ihn wohnt der Heilige Geist der gesamten Schöpfung inne. Wenn du das weißt, wirst du den Tod nicht schmecken.

Das ist die Wahrheit, die in diesen Sprüchen oder Versen enthalten ist. Es ist die essenzielle Realität von der sie sprechen. Das Geheimnis wird offen ausgesprochen, aber wer kann es hören, verstehen und empfangen? Ob nun aufgeschrieben oder ausgesprochen, das Geheimnis bleibt so lange ein Geheimnis, bis es Teil deiner eigenen Erfahrung wird. Die Lehren können nur aufgenommen werden, wenn sie zu deiner eigenen Erfahrung werden. Dann werden sie zu einer lebendigen Einweihung - der Lichtübertragung (des Heiligen Geistes). Es ist das Ziel des Mystikers, den Lebendigen Yeshua (Jesus) direkt zu erfahren und wie der auferstandene Christus zu werden.

Was wird der Tod für jemanden bedeuten, der das Messianische Bewußtsein erlangt hat und der schon in diesem Leben im Königreich Gottes lebt? Wirklich, der Tod wird für ihn nicht das gleiche bedeuten wie für den gewöhnlichen Menschen, denn er identifiziert sich nicht selbst mit dem sterblichen Namen und der sterblichen Form. Er weiß, das in ihm ein unsterblicher Geist ist, der weder geboren wird noch stirbt. Ebenso weiß diese Person, daß das Königreich des Himmels immer in uns und um uns herum gegenwärtig ist. Er weiß, daß im Sterben sich die Erfahrung des Christus fortsetzt in einer feineren und erhabeneren Form ohne den physischen Körper. Mit diesem Wissen ist der Tod nicht länger Tod, und der Gegner hat keine Kraft über die Seele, ob nun in dieser Welt oder der kommenden. Solch eine Person ist erwacht und deshalb frei, den sie hat eine Kontinuität der Bewußtheit in alles Zuständen der Existenz. Der Tod wird kommen, wie er für alle Propheten und Heiligen gekommen ist, aber er wird nur den Anschein einer Abreise haben, den Übergang in eine andere Form der Existenz. Er wird nicht realer sein als einzuschlafen, nur um wieder zu träumen und zu erwachen. Der Tod ist für den Gnostiker nicht so sehr ein Ende als ein Neubeginn. Letztendlich besitzt er keine dauerhafte Realität, sondern ist nur ein natürlicher Moment des Übergangs. Dieses Wissen ändert alles. Meditiere darüber und du wirst es sehen!

Die Gnade Gottes bewirkt dieses Erwachen und die Wandlung, die ihm folgt. Nichts, was man selbst tut, kann diese Selbstrealisation erreichen. Jedoch sind spirituelle Übungen und spirituelles Leben die Bedingungen, unter denen die Gnade Gottes wirken kann. Ohne sie ist es unwahrscheinlich, daß der Heilige Geist in und durch einen wirken kann, um die große Aufgabe zu erfüllen. Auf einer noch tiefgreifenderen Ebene sind spirituelle Übungen und spirituelles Leben selbst das gesuchte Ziel oder die Verwirklichung. Wenn man nach den Regeln der Wahrheit und des Lichtes lebt, erwacht man natürlicherweise und empfängt die Lichtübertragung (den Heiligen Geist). Man empfängt auch nicht etwas, was man nicht schon hat, man schafft viel eher die Bedingungen, die notwendig sind, damit das Wort (Logos) und die Weisheit (Sophia) aus dem eigenen Inneren hervorströmen können. Dem zufolge geht es darum, das Christ-Selbst, das schon im tiefsten Inneren vorhanden ist, hervorscheinen zu lassen und dieses neue Leben zu leben. Spirituelle Übungen und spirituelles Leben bewirken genau dies. Übe, wie Christus zu leben, und du wirst es selbst erfahren!

(Übersetzt aus: Tau Malachi: The Gnostic Gospel of St. Thomas : meditations on the mystical teachings. - Saint Paul, MN : Llewellyn, 2004, S. 1-3)

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Schamanische Lehren und Übungen in der Sophia-Gnostik

Der Orden des Erzengels Uriel

Der Heilige Eine ist Alles, immanent und transzendent, ohne Widerspruch. Heute besteht ein großes Bedürfnis und eine große Notwendigkeit, die Kraft unserer Mutter Erde wieder zu erfahren. Dazu dient die weiße Magie in der Sophia-Gnostik. In früheren Generationen gab es in der Sophia-Gnostik zwei magische Richtungen. Eine nannte sich die “Kunst des Tempels König Salomons”, die andere “die Versammlung der Propheten”. Die erste repräsentierte eine verfeinerte Form der zeremoniellen Magie, die zweite war schamanisch und auf die Erde ausgerichtet.

Im Forum der Sophia Fellowship könnt ihr eine große Zahl von grundlegenden schamanischen Ritualen dieser zweiten Richtung finden und einige wenige der ersten Richtung. Sie unterstützen besonders das Erwachen der Schlangenkraft (Kundalini-Energie), das Öffnen der inneren Sterne (Chakren) und die Ausbildung des Lichtkörpers und sind eine direkte Reflexion der Lehren und Übungen aus dem Alten Testament und den Evangelien. Sie verbinden mit der Erde und der Umgebung und dienen dabei gleichzeitig der eigenen spirituellen Selbst-Erkenntnis. Es gibt heute ein großes Bedürfnis nach der Wiederherstellung des schamanischen Weges, der unsere Füße fest auf der Erden positioniert und uns die Magie im Alltäglichen nahebringt, während unsere Gedanken mit dem Himmel, dem Überirdischen und Transzendenten beschäftigt sind.

Wie Tau Malachi sagt, können viele Lehren und Übungen aus der weißen Magie nur persönlich mitgeteilt werden durch Selbsterfahrung und einiges wird nur vertraulich mit denen geteilt, die einem Meister nahe kommen. Im Forum der Sophia Fellowship hat er jedoch Lehren und Übungen beschrieben, die für unabhängige Übende gut und nützlich sein können. Ihr findet sie in englischer Sprache unter “Order of St. Uriel”, Orden des Erzengels Uriel, wie diese Richtung heißt. Der Erzengel Uriel, auch als das “Licht Gottes” bezeichnet, gilt als besonders verbunden mit der weißen Magie.

Viele Eingeweihte, die sich zum “Orden des Erzengels Uriel” hingezogen fühlen, verbinden ihre Studien und Übungen mit denen des “Ordens des Erzengels Gabriel”. Der “Orden des Erzengels Gabriel” hat die Beschäftigung mit Träumen und Visionen, luzides Träumen und prophetische Meditationen zum Ziel.

Beide Orden sind für Übende gedacht, die nicht mehr ganz am Anfang ihres Weges stehen und die grundlegenden Meditationen der Sophia-Gnostik sicher beherrschen.

(Zusammengestellt mit Informationen aus “The Order of Uriel: Brief Introduction”)

Order of St. Uriel

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Sommersonnenwende

Rabula PentecostThema dieses heiligen Festes ist die Himmelfahrt und das Pfingstfest - es ist das Fest der Pleroma des Lichtes am längsten Tag und der kürzesten Nacht des Jahres. Die Sommersonnenwende repräsentiert die Fülle des göttlichen Lichtes und den Höhepunkt des göttlichen Lebens, und damit, das Mysterium der Himmelfahrt und der Ausgießung des Heiligen Geistes zu Pfingsten.

Es ist eine Feier der göttlichen Glücksseligkeit, unseres spirituellen Sieges in Christus, der Bestätigung unseres Glaubens und der Ankündigung unserer Gnosis. Es ist die Feier unserer höchsten spirituellen Hoffnung und ebenso der großen Verwandlung, der Manifestierung des Neuen Jerusalems auf der Erde.

Diese Ideen formen die häufigsten Themen für unsere Sommersonnenwende-Feiern. In der gnostischen Schrift “Pistis Sophia” ruft der Lebendige Yeshua (auferstandene Jesus) seine Jünger zum Ölberg und weiht sie in die innersten Lehren ein. Er offenbart ihnen den Weg der grossen Himmelfahrt. Er eröffnet ihnen den Weg und wird eins mit der strahlenden Herrlichkeit des göttlichen Lichts, und kommt so in die Ruhe im Himmlischen Vaters. Danach versammeln sich die Jünger im oberen Raum. Die heilige Mutter und Maria Magdalena sind in ihrer Mitte. Ein großes Feuerlicht, wie ein spirituelles Nuklearfeuer, erscheint über dem Kopf der Magdalena und teilt sich in Feuerzungen (das Bild für den hebräischen Buchstaben Yod). Diese Feuerzungen verteilen sich über den Köpfen der Jünger, fließen in sie und heiligen sie als Apostel des Lichts. Und so ist es auch heute noch mit jedem gnostischen Apostel: sie werden geweiht durch El Elyon, das wahre Licht. Sie erhalten die Fülle des Heiligen Geistes, den Durchbruch zum überirdischen oder messianischen Bewußtsein. Sie tragen die Kraft der überirdischen Shekinah, die wahre Kraft des Heiligen Geistes in sich.

Als die heiligen Apostel geweiht wurden, blieben die Frauen unter den Aposteln im oberen Raum. Sie erhielten den heiligen Raum und bildeten eine Matrix göttlichen Lichtes. So wirkten sie in der inneren Dimension. Die Männer unter den Aposteln trieb der Heilige Geist hinaus zur Ausdehnung des göttlichen Lichtes in der Welt - in alle Reiche, Welten und Universen der Gesamtheit. Auf diese Weise setzt sich ihr tun bis heute fort.

Ebenso wie die Entwicklung des Bewußtseins über den Körper hinaus, ist das Empfangen des Heiligen Geistes ein Einströmen göttlichen Bewußtseins in den Körper. Wir feiern dieses große Mysterium und die göttliche Gnosis, die es offenbart, das erleuchtete Sein.

Der Apostelgeschichte zufolge lehrte der Heilige Petrus zu Pfingsten: “Kehrt jetzt um und lasst euch taufen im Namen Yeshua Messias, und ihr werdet den Heiligen Geist empfangen.” 3000 Menschen wurden an diesem Tag getauft und empfingen den Heiligen Geist - den Geist göttlicher Erleuchtung.

Natürlich ist es bei der Feier des Pfingstfestes unsere Absicht, etwas von der Ausgießung des Heiligen Geistes zu erfahren und uns daran zu erinnern, also selbst den Heiligen Geist zu empfangen.

Dies ist die Inspiration für Sommersonnenwende-Rituale in der Sophia-Gnostik. Das ganze ist eine sehr kreative Angelegenheit, wenn man die Kunst versteht, heilige Zeremonien und eine heilige Umgebungen zu schaffen. Wirklich, nur der Himmel ist die Grenze dessen, was getan werden kann, um diese Mysterien zu erfahren. Die Grundlage dafür ist, wie bei allen großen Sonnenfesten des äußeren Kontinuums, unsere Erfahrung der Gnostischen und Licht-Übertragung.

Obwohl wir diese heiligen Feste zu unserer eigenen spirituellen Entwicklung und Erkenntnis durchführen, nehmen wir sie auch für alle Menschen, alle Wesen und die ganze Welt auf. Wir beabsichtigen den Segen der göttlichen Präsenz und Kraft, der Licht-Präsenz (Christus) und Licht-Kraft (Heiliger Geist), zu manifestieren und auf alle zu übertragen.

Mögen alle, die danach verlangen, den Heiligen Geist empfangen. Mögen alle, die gewillt sind, in göttliche Glückseligkeit erhoben werden - alles im Lebendigen Yeshua, amen.

(Übersetzt aus: Sophia Fellowship - Forum - Feast of the Ascension & Pentecost)

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Thomasevangelium - Vers 67

Jesus spricht: “Wer alles erkennt – wenn es ihm an einem mangelt, hat es ihm (schon) an allem gemangelt”

Wenn du erkennst, dass du mit der heiligen Einheit Gottes verbunden bist, wirst du nicht mehr unter der Täuschung des Mangels und der Trennung leiden. Die Leiden persönlicher Defizite verschwinden. Wirklich, Glauben an den Tod und die Wiederauferstehung Yeshua Messias und das Wissen um den innewohnenden Christus erleuchtet die Seele und befreit dich von den kosmischen Kräften der Ignoranz und des Todes. Erinnere dich an das Versprechen am Beginn des gnostischen Thomas-Evangeliums: “Wer die Bedeutung dieser Verse erkennt, wird den Tod nicht erfahren.” Ist dein Glauben durch Verstehen geprägt? Das heisst, hast du wirklichen Glauben? Strebst du nach wahrer Gnosis durch Glauben und die guten Werke des Glaubens? Dann wirst du mit Sicherheit Gnosis erlangen und du bist schon erlöst! Hast du Vertrauen darin, dass Christus in dir wohnt und du von der Gebundenheit an Ignoranz und Tod erlöst wirst? Dann ist jetzt deine Auferstehung und der Beginn des Messianischen Bewusstseins ist nahe! Preise den HERRN!

Nun muss gesagt werden, dass es nicht genug ist, mystische Erfahrungen zu haben. Du musst die Wahrheit und das Licht, die dir in deinen Erfahrungen offenbart werden, in dich integrieren. Lass dich durch die spirituellen Erfahrungen transformieren, und lebe so in Übereinstimmung mit der Wahrheit und dem Licht, die dir in deiner Erfahrung offenbart werden. Um direkte spirituelle Erfahrungen zu haben, musst du die Bedingungen schaffen, in denen ein Wechsel in einen höheren Bewusstseinszustand möglich ist und die göttliche Gnade wirken kann.

Wenn ich nicht regelmässig bete und meditiere und den HERRN, meinen Gott, in Geist und Wahrheit verehre, kann ich tätsächlich nicht erwarten, in höhere Bewusstseinszustände oder prophetische Ebenen des Bewusstseins zu gelangen. Schon gar nicht kann ich erwarten, dass solch eine Erfahrung mich verwandelt, wenn ich sie durch puren Zufall machen sollte. Der Meister spricht hier wieder die Möglichkeit und Notwendigkeit der direkten spirituellen Erfahrung an. Er spricht von den Übungen und von der spirituellen Lebensweise, die diese Erfahrungen hervorbringen.

Zugleich spricht der Meister von etwas, das noch viel feinsinniger und erhabener ist. Er sagt, dass es die göttliche Gnade ist, die alles vollbringt. Dies geschieht aber nur, wenn der Schüler sein egoistisches Selbst zurückhält, sein Verstandeswesen zum schweigen bringt und sein lebendig-emotionales Wesen besänftigt, so dass die göttliche Gnade ohne Behinderung wirken kann. Wenn man auf diese Weise in die heilige Einheit kommt, gibt es niemanden, der unzulänglich ist. Das Christselbst in Einheit mit dem heiligen Vater und dem heiligen Geist tut alles. Im egoistischen Zustand ist alles persönlich, aber im Zustand der Selbst-Transzendenz ist überhaupt nichts persönlich. Wenn man direkt die Erfahrung solcher Selbst-Transzendenz gemacht hat und etwas von dem höheren Bewusstsein verkörpert, kann man sich selbst nicht mehr als getrennt von der heiligen Einheit betrachten. Deshalb kann man auch in keiner Weise unzulänglich sein. Die spirituelle Erfahrung, von der der Meister spricht, ist zutiefst heilend und befreiend.

Lasst mich mit euch das Ideal teilen, das die Eingeweihten unserer Line bei den spirituellen Übungen und beim spirituellen Leben haben. Sie sind der Ansicht, dass das Christselbst in ihnen betet, meditiert und Gott im Geist und in der Wahrheit verehrt, und dass das Christselbst ihr Leben lebt und dabei danach strebt, Gottes Plan zu verwirklichen. In allem, was getan wird, ist der heilige Geist der Handelnde. Der Eingeweihte ist der bewusste Zeuge und das Mittel für diese Handlung der göttlichen Gnade. In diesem Sinne würden die Meister unserer Tradition leidenschaftlich mit dem Heiligen Paulus übereinstimmen, der behauptet, dass die Erlösung im Glauben durch göttliche Gnade erfolgt.

Wenn du mit dieser erleuchteten Sichtweise spirituelle Übungen ausführst, wie könntest du dann glauben, dass eine gute Übungssitzung das Resultat deines eigenen tuns ist, oder eine schlechte Sitzung das Resultat eines persönlichen Mangels? Wenn du diese Sichtweise ebenso im persönlichen Leben anwendest, wo soll dann ein persönlicher Mangel sein? Alles wird für dich eine göttliche Arbeit sein, die getan werden muss. Du wirst den heiligen Geist einfach tun lassen, was er tun muss und dabei vollständig mit ihm kooperieren. Alles ändert sich mit dieser Sichtweise. Das Wesen dieser Veränderung ist tiefgründig. Wenn du weisst, dass du mit dem HERRN gehst und der Geist des HERRN bei dir ist, wird das negative Selbstbewusstsein, das dich einmal plagte, nicht mehr da sein oder wenigstens nicht mehr so stark sein wie früher.

Lass es dir klar gesagt sein, dass es auf dem Weg um Selbst-Transzendenz geht, um den Dienst am anderen Menschen und für Gott, den HERRN. Wer hat Zeit, sich seiner Selbst bewusst zu werden, mitten beim Dienst für andere Menschen und für Gott, den HERRN? Wenn ich mich zu irgendeiner Zeit zu selbstbewusst empfinde, dann bin ich in diesem Moment vielleicht zu selbstzentriert und diene eher mir selbst als dem HERRN in diesem Moment. Ich habe das immer als zutreffend empfunden.

(Übersetzt aus: Tau Malachi: The Gnostic Gospel of St. Thomas : meditations on the mystical teachings. - Saint Paul, MN : Llewellyn, 2004, S. 209-211)

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Geben-und Empfangen-Meditation mit sich selbst

Bevor du mit dieser Meditation beginnst, solltest du die vorangegangenen Artikel zur Geben-und-Empfangen-Meditation lesen:

Warum Geben-und-Empfangen-Meditation?

Einige Vorübungen zur Geben-und Empfangen-Meditation

Geben-und-Empfangen-Meditation: Das Licht des Kreuzes ausdehnen

Es empfiehlt sich, die Geben-und-Empfangen Meditation mit der Umgebung zuerst zu üben. Wenn du sie sicher beherrschst, ist es ein guter Zeitpunkt, die hier beschriebene Meditation auszuprobieren.

Setze dich bequem an einen ungestörten Ort, führe das Kabbalistische Kreuz und die ursprüngliche Meditation aus und komme so zur Ruhe. Stelle dir in deinem Herzen die spirituelle Sonne vor und verwandele dich augenblicklich in einen Körper aus göttlichem Licht, in die Licht-Präsenz. Dann stell dir dein Schattenbild vor, wie es magischerweise vor dir erscheint. Das Licht-Selbst ist der unversehrte, vollkommene, warme, liebende, verstehende und geisterfüllte Teilaspekt von dir. Es ist eine lebendige Präsenz und Kraft des Lichtes, die dir ein guter Freund ist, die bereit ist, für dich dazusein ohne ein Urteil über dich zu fällen, ungeachtet deiner Fehler und Defizite. Das Schatten-Selbst ist der Teilaspekt von dir, der sich verwundet und verletzt fühlt, zurückgewiesen, wertlos, missverstanden, betrogen, frustriert, von Trauer erfüllt, gekränkt, verärgert u.v.a.m. Es ist also an alle Arten von Negativität gebunden.

Wenn das Licht-Selbst und das Schatten-Selbst in deiner Visualisierung gegenwärtig sind, verkörpere das Licht-Selbst. Öffne deinem Schattenbild dein Herz, lächele ihm mit Liebe und Freundlichkeit zu. Atme die Negativität und Dunkelheit deines Schatten-Selbst ein. Hauche Licht und Liebe beim Ausatmen auf das Schatte-Selbst. Stell dir die Dunkelheit als rotbraunen, rußigen Rauch oder als tiefschwarzen Rauch vor. Atme ihn in die spirituelle Sonne ein, und sieh, wie der Rauch dort in feuriges Licht verwandelt wird. Dann hauche beim Ausatmen das Licht auf dein Schatten-Selbst. Nimm so die Negativität vom Schatten-Selbst weg und erfülle es mit Licht. Stell dir vor, wie es sich dabei nach und nach in ein Licht-Selbst verwandelt, bis es schließlich so hell wie du scheint. Dann stell dir vor, wie die beiden Licht-Selbst-Präsenzen Licht aufeinander hauchen, so dass das Licht alles durchdringt, die ganze Umgebung ausfüllt. Wenn die Umgebung sich in einen Lichtpalast verwandelt hat, umarme deinen anderen Aspekt. Stell dir vor, wie er mit dir verschmilzt, so dass ihr eine Licht-Präsenz bildet, die unversehrt und vollkommen ist. Wenn die Meditation beendet ist, bete, dass das Licht des Kreuzes auf alle Wesen ausgedehnt wird und führe das Kabbalistische Kreuz aus.

Dies ist eine kraftvolle Methode für die physische, psychische und spirituelle Selbstheilung. Es ist ebenso eine zentrale Übung der Selbstreinigung, die in ihrer esoterischen Bedeutung der Taufe entspricht. Weil die Licht-Präsenz unser innerstes Wesen ist, scheint unser Licht natürlich und spontan aus uns hervor, wenn wir die Schleier und Hüllen, die es verbergen, entfernen. Erleuchtung ist eine gegenwärtige Wahrheit, die wir erkennen und verwirklichen können. Sie ist der Zustand unseres wahren Seins, an den wir uns nur zu erinnern brauchen. Wenn wir uns von Vergeßlichkeit, Negativität und Dunkelheit gereinigt haben, scheint deshalb die Licht-Präsenz aus unserem Inneren hervor. Wie Yeshua Messia sagte, “Ihr seid das Licht für die Welt”.

(Übersetzt aus: Forum der Sophia Fellowship - Foundation Practices)

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Geben-und-Empfangen-Meditation: Das Licht des Kreuzes ausdehnen

Die drei vorangegangenen Artikel zur Geben-und-Empfangen-Meditation findet ihr hier:

Warum Geben-und-Empfangen-Meditation?

Einige Vorübungen zur Geben-und Empfangen-Meditation

Geben-und-Empfangen-Meditation mit der Umgebung

Das Licht des Kreuzes ausdehnen

Einige weitere Vorbemerkungen zur Geben-und-Empfangen-Meditation

Im Prozess des Erzeugens von spiritueller Liebe und von Mitgefühl sind wir nicht allein. Wir erhalten Segen und Gnade vom auferstandenen Christus, obwohl jeder Mensch seine eigene Erlösung finden muss (Erleuchtung und Befreiung), indem er oder sie Zuflucht im lebendigen Yeshua (Jesus), dem Evangelium der Wahrheit und dem Mystischen Körper des Gesalbten (dem Heiligen Kreis oder der spirituellen Gruppe) sucht. Ebenso erhalten wir Segen und Gnade von der Heiligen Mutter, der Heiligen Braut (Maria Magdalena) und von allen Aposteln des Lichtes, die uns vorangegangen sind. Es gibt in Wahrheit eine grosse leuchtende Versammlung der Tzaddikim und Maggidim (der Heiligen, Engel und vieler göttlicher Wesen), die immer bereit sind, uns bei der grossen Aufgabe zu helfen. So sind wir nie allein bei unserer göttlichen Aufgabe. Die göttliche Gnade der heiligen Shekinah und die Tzaddikim und Maggidim sind immer bei uns, um uns bei unserer Aufgabe zu ermächtigen. Wir müssen die Shekinah, die Tzaddikim und Maggidim nur herbeirufen, um göttliche Unterstützung zu erhalten.

Wenn wir das Kabbalistische Kreuz ausführen, ist der Schnittpunkt des Lichtkreuzes in unserer Herzmitte - dem Heiligen Herzen. Dieses Kreuz repräsentiert die Einheit von Logos und Sophia, Glauben und Gnosis, Liebe und Mitgefühl. Unsere spirituelle Liebe und unser Mitgefühl ist dabei die Lichtkraft des Kreuzes. Wenn wir das Heilige Herz erzeugt haben und die Kraft der Liebe und des Mitgefühls auf andere lebendige Seelen ausdehnen wollen, können wir zur Heilige Mutter, zu Yeshua, Maria Magdalena und allen anderen Tzaddikim und Maggidim um Hilfe beten. Wir brauchen sie nur herbeizurufen. Dann beten wir aus der Tiefe unseres Seins, dass alles was wir denken, fühlen, uns vorstellen, sprechen und tun dazu dient, die Licht-Präsenz in der Welt auszudehnen. Wir beten, dass wir ein Segen für alle lebendigen Seelen sein mögen. Man kann beten “Ermächtige mich, oh Heiliger Einer, die grosse Aufgabe zu erfüllen und allen Wesen göttliche Erleuchtung zu bringen.” Bete, dass du in Schönheit und Heiligkeit wandelst, ein Segen für alle Wesen bist, mit denen du in Kontakt kommst und dass du ermächtigt wirst, sie in das Licht-Kontinuum zu erheben.

Wenn du eine spirituelle Übung oder ein gutes Werk durchführst, mache es dir zur Gewohnheit, diese Aktivität bewusst allen Wesen als Segen zu widmen. Bete immer, dass das Licht des Kreuzes auf alle lebendigen Seelen ausgedehnt wird und dass der Segen und die Gnade des Gesalbten sich über alle lebendigen Wesen ergiesst. Wenn man tief über spirituelle Liebe und Mitgefühl meditiert und die Weisheit des Mitgefühls erkennt, begreift man, dass die volle Verkörperung der Licht-Präsenz der einzige wirkliche Weg dorthin ist. Denn in Wahrheit ist die eigene Erleuchtung und Befreiung der grösste Segen, den man anderen anbieten kann. In diesem Zustand der Selbsterkennung ist man ermächtigt, anderen die grösstmögliche Hilfe zu geben. So ist Mitgefühl die göttliche Leidenschaft für völlige Erleuchtung und Befreiung.

(Übersetzt aus: Forum der Sophia Fellowship - Foundation Practices)

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Verschiedene Übersetzungen des Vers 70 aus dem Thomasevangelium

Da uns bei unserem letzten Treffen verschiedene Übersetzungen dieses Verses geläufig waren, hier die Zusammenstellung einiger. Für weitere Hinweise bin ich sehr dankbar!

Nag Hammadi Deutsch: “Jesus spricht: Wenn ihr jenes in euch erzeugt, (dann) wird das, was ihr habt, euch erretten. Wenn ihr jenes nicht in euch habt, (dann) [wird] das, was ihr nicht in euch habt, euch töten.”

Wieland Willker: Jesus sprach: Wenn ihr dies in euch erworben habt, wird euch das, was ihr habt, retten. Wenn ihr dies nicht in euch habt, wird das, was ihr nicht in euch habt, euch sterben lassen.

Roald Zellweger: Jesus sagte: ,,Wenn ihr jenes in euch hervorbringt, wird euch das, was ihr habt, erretten. Wenn ihr jenes nicht in euch habt, wird das, was ihr nicht in euch habt, euch töten.“

Konrad Dietzfelbinger: “Jesus sprach: Wenn ihr etwas (Unvergängliches) in euch hervorbringt, wird das, was ihr in euch habt, euch retten. Wenn ihr aber nichts in euch habt, wird das, was ihr nicht in euch habt, euch töten.”

The Nag Hammadi Library: Jesus said, “That which you have will save you if you bring it forth from yourselves. That which you do not have within you [will] kill you if you do not have it within you.”

Jean-Yves Leloup: Yeshua said: When you bring forth that within you, then that will save you. If you do not, than that will kill you.”

“If you bring forth what is within you, what you bring forth will save you. If you do not bring forth what is within you, what you do not bring forth will destroy you.”

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Thomasevangelium - Vers 70

Jesus sprach: ,,Wenn ihr das hervorbringt in euch, wird das, was ihr habt, euch retten. Wenn ihr das nicht habt in euch, wird das, was ihr nicht habt in euch, euch töten.“

Höre und nimm in dir auf, was der Meister sagt. Es ist nicht etwas ausserhalb von dir, dass dich retten wird, sondern was in dir ist, wird dich erlösen. Obwohl der Herr, dein Gott, über dir ist und dich umgibt, ist er gleichzeitig in dir. Der Geist des Herren wohnt in dir. Die Gegenwart Gottes ist im innersten Teil deiner Seele. Sie ist dein wahres Selbst. Schau und erkenne deine Seele. Schau noch tiefer in den innersten Teil deiner Seele. Dort wirst du den Heiligen Einen finden, den Geist des Messias, unseren HERRN und Retter.

Was ist das heilige Blut des Lamms, das uns erlöst? Es ist die Essenz des Geistes des Messias, die der perfekte Meister über uns ausgegossen hat. Wer auch immer von diesem Wasser des Lebens trinkt, wird keinen Durst mehr verspüren, den dieses Wasser entspringt dem tiefsten Teil unserer Seele. Es löscht nicht nur den eigenen Durst, sondern auch den anderer Seelen.

Was ist der heilige Körper Christus, von dem wir essen? Es ist die Gegenwart der Seele des Messias, die Yeshua (Jesus) übermittelt hat. Diese heilige Gegenwart kommt von oben, und indem sie herunterkommt, soll sie auch wieder aufsteigen und zurückkehren zu ihrem Platz an der rechten Seite des Vaters und uns in die Ruhe des überirdischen Lichts bringen.

Hast du, wenn du am heilige Abendmahl teilnimmst, etwas erhalten, dass ausserhalb von dir selbst ist? Nicht wirklich. Das heilige Abendmahl ist eine Anrufung und Erinnerung daran, wer und was du in deinem Innersten bist. Es macht dir die göttliche Gegenwart und Kraft des Heiligen Einen deutlich. Es ist ein Training der Seele, ein bewusst machen dessen, was schon in dir ist. Die Handlung des heiligen Abendmahls ist eine Bewusstmachung des Christselbst, so wie jede Form von spiritueller Übung und Lebensform, die wir uns vornehmen. Dadurch ist die heilige Handlung selbst ein Segen. Die Übung des Weges, der Wahrheit und des Lichtes ist die Erleuchtungserfahrung. Die, die das göttliche Leben des Christus leben mit Glauben und Vertrauen auf das Wort des Herren, sind schon befreit. Es geht immer um das Bewusstmachen dessen, das in dir ist und darum, dein Licht scheinen zu lassen, um dich, und die Welt um dich herum zu erleuchten.

Es gibt drei unterschiedliche Aspekte der Seele. Sie sind: Neshamah (die himmlische oder innerste Seele), Ruach (der menschliche Geist oder die Intelligenz) und Nefesh (die lebensnotwendige oder Erdenseele). Wenn ein Mensch aktiv nach der Gerechtigkeit seines oder ihres inneren Selbst lebt, dem Weg Christus folgt und in dem Bewusstsein dessen lebt, was gut ist aus der Sicht des Herren, wird er oder sie natürlich und spontan den Einfluss des Neshamahs erfahren, der spirituellen Natur des himmlischen Seele. Von einem Mensch, der sich auf diese Art heiligt, kann man sagen, dass das, was in ihm ist, nämlich die lebendige Seele oder spirituelle Natur, sie retten wird. Umgekehrt kann man sagen, dass ein Mensch abgeschnitten ist vom Neshamah, wenn er oder sie in Ignoranz und Boshaftigkeit lebt, das gute Bewusstsein nicht beachtet noch dem Weg des Herren folgt. Dann ergreift ein anderer Geist Besitz von diesem Menschen, ein unreiner Geist der Zerstörung und des Todes. Man kann zu Recht von solch einem Kind der Dunkelheit sagen, dass das, was es nicht in sich hat, zu seiner Zerstörung und seinem Tod führen wird.

Neshamah bedeutet wörtlich “lebendige Seele” oder “lebendiger Atem”. Du wirst dich an die erste Einweihung erinnern, die der auferstandene Messias an seine Anhänger übermittelte bei ihrer Weihe als Apostel Christus. Bei dieser Einweihung hauchte er auf sie und sie empfingen den heiligen Geist und ihr Neshamah vollständig. Erst als sie ihre lebendige Seele erhielten, integrierten und verkörperten, konnten sie die Feuertaufe erhalten. Die Pfingsttaufe ist ein Einströmen überirdischer Heiligkeit, das Herabsteigen der Shekinah, was der wirkliche Beginn des Christbewusstseins ist. Das Erhalten des Neshamahs oder das Herabsteigen der Heiligen Shekinah aus der oberen Welt bilden den heiligen Ritus der Brautkammer oder der Lichtübertragung in der apostolischen Folge.

Nun, all das ist in dir, darauf wartend, bewusst und gelebt zu werden. Wenn du den Geist der Wahrheit lebst, wirst du dein Leben im HERRN besitzen und ewiges Leben im Geiste des HERRN haben. Gesegnet sind die, die das göttliche Leben leben und am Herren festhalten, denn sie sind jetzt lebendig und werden niemals sterben! Preise den HERRN!

(Übersetzt aus: Tau Malachi: The Gnostic Gospel of St. Thomas : meditations on the mystical teachings. - Saint Paul, MN : Llewellyn, 2004, S. 217-219)

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Partzuf-Meditation: Einheit mit Maria Magdalena - der Heiligen Braut

Viele Sophia-Gnostiker haben zu Hause einen Altar, Schrein oder einen Raum für Gebet, Meditation und heilige Rituale. Sie zünden dort Kerzen an und verbrennen Weihrauch. Er dient ihnen als ein Ort der Fokussierung. Bei den spirituellen Übungen mit Maria Magdalena, der Heiligen Braut, ist der Altar ein besonders kraftvoller Ort, um den Kontakt zu ihr zu finden. Wenn du die Heilige Braut herbeirufen willst, ist es deshalb gut, einen Altar oder Schrein für die Heilige Mutter und Heilige Braut zu bauen. Du kannst dann diese Meditationsübung vor diesem Altar, aber auch an jedem anderen Ort, an dem du ungestört bist, durchführen. Viele Eingeweihte suchen sich zum Üben zusätzlich einen Platz in der Natur.

Setz dich hin und komm zur Ruhe. Führe das Kabbalistische Kreuz und die ursprüngliche Meditation aus (siehe unten) - werde frei und gegenwärtig im Augenblick. Verweile in der Ruhe und warte auf den Geist des Herren. Wenn der Geist dich bewegt, konzentriere dich auf deinen Bauch und stelle dir darin ein heiliges Feuer vor. Schüre mit jedem Atemzug dieses Feuer, fache es an.

Wenn das heilige Feuer brennt, segne es mit dem Gesang Ya-Ha-Va (kurze Vokale).

Dann stell dir vor, dass die Flamme wie ein feiner Faden sich von der Basis deiner Wirbelsäule und von deinem Bauch zu deinem Herzen bewegt. Stell dir vor, wie dein Herz in Flammen aufgeht. Lass dich erfüllen von der Kraft der göttlichen Leidenschaft, Energie und Liebe. Fühle wie du in Flammen stehst durch den Geist Yahwehs.

Nun stell dir vor, das eine Flamme aus deinem feurigen Herzen schlägt und magischerweise als das göttliche Bild der Maria Magdalena, der Heiligen Braut, vor dir tanzt.

Das Meditationsbild: Sie ist gekleidet in Karmesinrot mit einem karmesinroten Schal über ihrem Kopf. Sie trägt eine weisse innere Robe. Sie hat eine dunklere Hautfarbe und ist von ehrfurchtgebietender Schönheit mit samtschwarzen Haaren und grünen Augen. In ihren Händen hält sie den Salbtiegel und manchmal trägt sie ein Schwert. Sie ist umgeben von einer Aura aus Feuer und Licht. Sie tanzt wie eine Flamme am Himmel. Das gesamte Bild ist aus durchsichtigem Licht geformt.

Wenn die Braut vor dir tanzt, nimm wahr und fühle, wie ihr heiliges Feuer in dir tanzt, bete zu ihr und kommuniziere mit ihr. Sogern du auch viel sprechen würdest, bleibe in der Stille, höre ihr zu und nimm die Stimme ihrer Weisheit in dir auf. Öffnen ihr ganz und gar dein Herz und deinen Geist, lade sie ein, heisse sie willkommen. Wenn du es möchest, bitte sie, ganz in dein Leben zu kommen und es zu erfüllen. Empfange die Erleuchtung und Lehren, die sie dir gibt, was immer es auch sein möge. Empfange ihren Segen und ihre Gnade, was immer es auch sein möge. Sei ganz wach in der angeborenen Seeligkeit ihrer Gegenwart.

Dann nimm ihren Gesang auf: Kallah Messia (Gesalbte Braut).

Während du singst, stell dir vor, wie die Heilige Braut Segen ausgiesst über dir in Form von Feuer und Licht. Sieh sie um dich herumtanzen, in dir und durch dich hindurchtanzen, dein eigener Körper erfüllt mit Feuer und Licht und deine Aura strahlend mit Feuer und Licht. Vielleicht wird sie dich bitten auch zu tanzen oder sie wird dich bitten still zu bleiben. Wie auch immer, folge der Inspiration des Augenblicks.

Wenn du still wirst nach dem Gesang, stell dir vor, wie die Heilige Braut in dich schlüpft und ganz mit dir verschmilzt. Dein Geist wird ihr weiser Geist, dein Herz ihr flammendes Herz und dein Körper ihr heiliger Körper: sei eins mit der Heiligen Braut. Wisse, dass du ihr gehörst und sie dir für alle Zeit. Wandle in Schönheit und Heiligkeit, wenn du in die Welt hinausgehst. Sieh sie in jedem Wesen und in allen Dingen und in dir!

Setz dich und lass die Energie sich integrieren und erden. Dann bete, dass die Energie und der Segen der Heiligen Braut alle Wesen und die ganze Welt beglücken, und bete für die Gnosis des Zweiten Kommens. Zum Schluss führe das Kabbalistische Kreuz aus.

Das ist eine grundlegende Selbsteinweihung und Meditation mit St. Maria von Magdal, Unserer Dame in Rot. Wenn dir diese Methode zu schwierig oder unklar erscheint, kannst du dir einfach die spirituelle Sonne in deinem Herzen vorstellen. Dann schau, wie das Bild der Heiligen Braut magischerweise erscheint aus einem Lichtstrahl, der von deinem Herzen ausgeht. In diesem Fall tanzt sie nicht wie eine Flamme, sondern ihr Bild schwebt im Raum vor dir an einer Stelle. Am Ende stell dir einfach vor, wie sie sich wieder auflöst und in die sprituelle Sonne in deinem Herzen zurückkehrt. Der Anfang, das Ende sowie der Gesang Kallah Messia bleiben dabei gleich.

Wir beten, dass das feurige Licht der Heiligen Braut von allen, die sie suchen, empfangen wird! Amen.

(Übersetzt aus: Sophia Fellowship, Study and Practice)

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Maria Magdalena in der Sophia-Gnostik

Maria Magdalena (ca. 1525)Auf der einen Seite gibt es in der Sophia-Gnostik viele Legenden über Maria Magdalena als Anhängerin von Jesus Christus und ihren Platz in der christlichen Tradition. Auf der anderen Seite verkörpert sie den weiblichen Aspekt des Göttlichen in der Schöpfung, so wie dieser im Hindu Tantra durch Devi in allen ihrem Formen zum Ausdruck kommt. Damit hat sie eine viel umfassendere Rolle, als wäre sie nur die Frau oder Braut Jesus. Eine Weg mit speziellen Meditationstechniken und Kontemplationen in der Sophia-Gnostik ist der des Ordens der Maria Magdalena. Es ist ein Weg der Selbsteinweihung. Er beginnt mit dem Bauen eines Altars zuhause und mit Meditationen, die Maria Magdalena visualisieren. Und er sagt uns viel über die Besonderheit des weiblichen Aspekt des Göttlichen:

“Sie kommt zu allen die sie rufen. Sie ist immer nah und in Erwartung, gerufen zu werden. Niemand benötigt eine Einweihung um sie kennenzulernen, denn sie offenbart sich denen die sie lieben und herbeirufen selbst.”

Die Meditationen aus diesem Orden sind auch als Einzelübungen sehr nützlich.

Der 1. Mai ist in der Sophia-Gnostik der Feiertag Maria Magdalenas. Wenn sich im Sternzeichen Stier der Frühling in seiner vollen Kraft manifestiert, ist uns Maria Magdalena, oder die heilige Braut, am nächsten und wir können aus der Meditation mit ihr die intensivste Kraft schöpfen. Deshalb möchte ich als nächstes hier eine Partzuf-Meditation mit Maria Magdalena vorstellen. Der Begriff Partzuf stammt aus der jüdischen Kabbala und bedeutet soviel wie “Gesichter Gottes”. Ich wünsche euch viel Spaß beim Kennenlernen eines der weiblichen Gesichter Gottes.


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