Geben- und Empfangen-Meditation für Andere

Bevor ihr mit dieser Übung beginnt, lest bitte erst die Vorübung, die ihr auch hier im Blog  bei den Meditationen findet.

Beginne wie bei der Methode für dich selbst, aber anstatt des Schattenbildes von dir selbst, stell dir jemanden vor, den du kennst und der leidet oder Schmerzen hat. Stell dir die spirituelle Sonne in deinem Herzen vor und sieh deinen ganzen Körper von der Lichtpräsenz erfüllt. Mit dem Einatmen, atme das Leiden und den Schmerz der Person als schwarzen oder braunen Rauch ein, alle Negativität und Dunkelkeit, die sie oder ihn plagen und sieh wie er von der spirituellen Sonne in Licht verwandelt wird. Mit dem Ausatmen, atme das Licht auf die Person aus. Indem du den strahlenden, heiligen Atem fortführst, wie bei der Geben- und Empfangen-Meditation mit dir selbst, stell dir vor, wie die Person nach und nach immer mehr von selbst leuchtet bis sie von weißem Licht erfüllt ist.

Wenn die Person geheilt, in ihrer Ganzheit wieder hergestellt und mit Licht erfüllt ist in deiner Visualisierung, vertraue darauf, dass er oder sie gesund und glücklich sind, vollkommen befreit von der Ursache des Leidens und Schmerzes. Stell dir nun vor, dass die Person mit dir Licht austauscht, dass das Licht immer weiter zunimmt bis es die ganze Umgebung ausfüllt. Dann stell dir vor, wie die Person in der Gesellschaft lichter Wesen ihrer Wege geht. Beende deine Übung mit der Ausdehnung des Lichtes des Kreuzes auf alle Wesen und führe das kabbalistische Kreuz aus.

Durch diese Übung sind schon viele Personen von ihrer Gebundenheit an ungesunde spirituelle Kräfte und Unglück befreit worden. Viele wurden körperlich, psychisch und spirituell geheilt. Einige haben sogar göttliche Erleuchtung erlangt.

Das innerste Wesen der Geben- und Empfangen-Meditation wird im Mysterienspiel des Evangeliums durch die Kreuzigung repräsentiert: Sie stellt den aufrichtigen Wunsch dar, das Leid und Leiden anderer auf sich zu nehmen und anderen die eigene Freude zu geben, Licht und Leben. Es ist ein Tausch der eigenen Freude gegen das Leid der anderen. Im Johannes-Evangelium (15:12-13) spricht unser Herr Yeshua davon, wenn er sagt: “Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.” Wenn wir verstehen, dass Freunde, Fremde und Feinde in der Christ-Präsenz gleich sind, dass alle Wesen unsere Verwandeten und unsere Freunde in Christus sind, ist das Ziel unsere Liebe und unser Mitgefühl für alle Wesen.

Wenn der Übende sich mit den wesentlichen Methoden der Geben- und Empfangen-Meditation vertraut gemacht hat, ist er oder sie gut vorbereitet für die vollständige Geben- und Empfangen-Meditation.

(Übersetzt von der Website der Ecclesia Pistis Sophia – Study & Practice)

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Ahava – Liebe

Vor Kurzem habe ich diese wunderbare Kontemplation im Forum der Sophia Fellowship gefunden und möchte sie hier an euch weitergeben. Sie besteht aus Zitaten zum Thema Liebe (hebräisch Ahava), die Bruder +Yonah aus biblischen und gnostischen heiligen Schriften zusammengetragen hat:

“Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.” (1 Johannes 4:16)

“Ihr wisst, dass es heißt: Liebe deinen Mitmenschen; hasse deinen Feind. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für alle, die euch verfolgen. So erweist ihr euch als Kinder eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne scheinen auf böse Menschen wie auf gute, und er lässt es regnen auf alle, ob sie ihn ehren oder verachten. Wie könnt ihr von Gott eine Belohnung erwarten, wenn ihr nur die liebt, die euch ebenfalls lieben? Das tun auch die Betrüger! Was ist denn schon Besonderes daran, wenn ihr nur zu euresgleichen freundlich seid? Das tun auch die, die Gott nicht kennen! Nein, wie die Liebe eures Vaters im Himmel, so soll auch eure Liebe sein: vollkommen und ungeteilt.” (Matthäus 5:43-48)

“Wenn ich die Sprachen aller Menschen spreche und sogar die Sprache der Engel, aber ich habe keine Liebe – dann bin ich doch nur ein dröhnender Gong oder eine lärmende Trommel. Wenn ich prophetische Eingebungen habe und alle himmlischen Geheimnisse weiß und alle Erkenntnis besitze, wenn ich einen so starken Glauben habe, dass ich Berge versetzen kann, aber ich habe keine Liebe – dann bin ich nichts. Und wenn ich all meinen Besitz verteile und den Tod in den Flammen auf mich nehme, aber ich habe keine Liebe – dann nützt es mir nichts.” (1 Korinther 13:1-3)

“Die Liebe ist geduldig und gütig. Die Liebe eifert nicht für den eigenen Standpunkt, sie prahlt nicht und spielt sich nicht auf. Die Liebe nimmt sich keine Freiheiten heraus, sie sucht nicht den eigenen Vorteil. Sie lässt sich nicht zum Zorn reizen und trägt das Böse nicht nach. Sie ist nicht schadenfroh, wenn anderen Unrecht geschieht, sondern freut sich mit, wenn jemand das Rechte tut. Die Liebe gibt nie jemand auf, in jeder Lage vertraut und hofft sie für andere; alles erträgt sie mit großer Geduld. Niemals wird die Liebe vergehen. Prophetische Eingebungen hören einmal auf, das Reden in Sprachen des Geistes verstummt, auch die Erkenntnis wird ein Ende nehmen… Auch wenn alles einmal aufhört – Glaube, Hoffnung und Liebe nicht. Diese drei werden immer bleiben; doch am höchsten steht die Liebe.” (1 Korinther 13:4-8, 13)

“Bleibt niemand etwas schuldig – außer der Schuld, die ihr niemals abtragen könnt: der Liebe, die ihr einander erweisen sollt. Wer den Mitmenschen liebt, hat alles getan, was das Gesetz fordert. Ihr kennt die Gebote: “Brich nicht die Ehe, morde nicht, beraube niemand, blicke nicht begehrlich auf das, was anderen gehört.” Diese Gebote und alle anderen sind in dem einen Satz zusammengefasst: “Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.” Wer liebt, fügt seinem Mitmenschen nichts Böses zu. Also wird durch die Liebe das ganze Gesetz erfüllt.” (Römer 13:8-10)

“Wir lieben, weil Gott uns zuerst geliebt hat. Wenn jemand behauptet: “Ich liebe Gott”, und dabei seinen Bruder oder seine Schwester hasst, dann lügt er. Wenn er seine Glaubensgeschwister, die er sieht, nicht liebt, dann kann er Gott, den er nicht sieht, erst recht nicht lieben. Gott gab uns dieses Gebot: Wer ihn liebt, muss auch seinen Bruder und seine Schwester lieben.” (1 Johannes 4:19-21)

Jesus sagte: “Liebe deine Freunde wie deine Seele, hüte sie wie deinen Augapfel.” (Thomasevangelium Vers 25)

“Der Glaube empfängt, die Liebe gibt. [Niemand wird] ohne den Glauben [empfangen können]. Niemand wird ohne Liebe geben können. Daher, damit wir nun empfangen, glauben wir. Damit wir lieben, geben wir. Denn wenn jemand nicht aus Liebe gibt, hat er keinen Nutzen von dem, was er gegeben hat.” (Evangelium des Phillip, Vers 45)

“Die Liebe [sagt von] nichts, dass es ihr [gehört, obgleich doch alles] ihr gehört. Sie [sagt] nicht [: “Jenes ist meins”] oder: “dieses ist meins”, [sondern: “alles,] was [mir] gehört, gehört dir.” (Evangelium des Phillip, Vers 110)

Maria sagte: “Verstehe, wie man liebt und du wirst ungeteilt sein. Dies ist die Buße, die der Herr lehrte, und sie ist die vollkommene Taufe.” (Geheimes Evangelium der Maria Magdalena, Vers 25)

Maria sagte: “Webt euch selbst Lichtkleider, damit ihr nicht nackt seid, wenn ihr vor die Himmelskönigin tretet. Im Glauben und in der Fülle des Wissens tut gute Werke und liebt einander. Dann werdet ihr im Geist des Herren Lichtkleider haben.” (Geheimes Evangelium der Maria Magdalena, Vers 92)

Maria sagte: “Wenn du nicht lieben kannst, kannst du nicht einheitlich sein. Jemand der geteilt ist, ist zur Zerstörung bestimmt.” (Geheimes Evangelium der Maria Magdalena, Vers 129)

Maria sagte: “Wissen, Verstehen und Weisheit sind nicht mächtiger als die Liebe, denn sie kommen aus der Vereinigung und es ist die Liebe, die vereinigt. Jemand der liebt, erhält Wissen, Verstehen und Weisheit, aber ohne Liebe ist niemand weise. Wenn es Macht gibt, die von der Liebe getrennt ist, so ist sie böse und gebiert Böses, wo aber Liebe ist, wird Macht mit Weisheit ausgeübt. Alles Gute kommt durch die Liebe.” (Geheimes Evangelium der Maria Magdalena, Vers 136)

Maria sagte: “Wenn du alles Wissen hast, aber dir fehlt die Liebe, so fehlt dir jegliches Wissen.” (Geheimes Evangelium der Maria Magdalena, Vers 169)

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Audio Schabbat Diskurse

Auf der Seite der Sophia Fellowship findet ihr jetzt auch Audio Schabbat Diskurse in englischer Sprache zu verschiedenen Themen, z.B. zur Dunklen Mutter (Kali Imma) unter

http://www.sophian.org/

http://www.sophian.org/audio%20streams.html

Viel Spaß dabei!

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Ursprüngliche Meditation

Es gibt viele verschiedene Zustände der Meditation, die alle verschiedene Ebenen von Kavvanah = Konzentration und Devekut = Hingabe widerspiegeln. Auf einer grundlegenden Ebene aber ist Meditation ein Zustand der Aufmerksamkeit und Wachsamkeit, in dem man sich völlig dessen bewußt ist, was im eigenen Bewußtsein und der Umgebung vor sich geht. Im Grunde ist Meditation ein Zustand, in dem man völlig wachsam und gleichzeitig völlig entspannt ist sowie eine friedliche Geräumigkeit erfährt.

In der Sophia-Tradition ist die Übung der Aufmerksamkeit nicht auf formale Sitzungen von Meditationsübungen im Sitzen begrenzt, sondern sie ist in die täglichen Aktivitäten integriert. Ebenso wie spirituelle Übungen in formalen Sitzungen, die man typischerweise mit Gebet, Meditation und heiligem Ritual in Verbindung bringt, versucht der Sophia-Gnostiker Aufmerksamkeit während des ganzen Tages zu kultivieren. Letztlich sucht er eine nahtlose Vereinigung zwischen spiritueller Übung und täglichem Leben. Dies führt zur Entwicklung höherer Bewußtseinszustände und wirklicher Selbsterkenntnis. Jede Aktivität kann eine Übung der Aufmerksamkeit sein. Verbunden mit der ursprünglichen Meditation wird die Güte in einem natürlicherweise hervorscheinen.

In unserem alltäglichen Zustand neigt unser Bewußtsein zur Zersplitterung und der Geist wird zertreut. Ebenso ist unsere Verlangensenergie unkoordiniert und infolgedessen ist unsere Manifestierungsenergie stark begrenzt. Die Übung der Aufmerksamkeit bringt die Fragmente des Bewußtseins natürlicherweise zusammen in einem integrierten Ganzen und führt zu einem Zustand der gerichteten Aufmerksamkeit, der uns erlaubt, unsere Verlangensenergie bewußt zu lenken. Dies führt zu einer Erfahrung größeren Friedens und größerer Freude, macht uns effektiver bei allem, was wir tun, bringt einen Zustand der Klarheit und ermächtigt uns, unsere Verlangensenergie bewußt zu lenken als Manifestierungskraft. Somit unterstützt sie unser Wohlergehen, unseren Erfolg, unsere Gesundheit und unser Glück.

Allgemein gesprochen neigen wir dazu, uns mit verschiedenen Stimmungen und Gemütszuständen, die in unserem Bewußtsein auftauchen, zu identifizieren. Wir klammern uns an Fragmente unseres Bewußtseins und denken “das bin ich” oder “so bin ich”. Durch die Übung der Aufmerksamkeit und durch die ursprüngliche Meditation jedoch lernen wir, eine geräumigere und panoramaartige Sicht zu kultivieren. Dadurch, dass wir die einzelnen Teile loslassen, werden wir uns des Ganzen bewußt. Somit werden wir uns des Lichts und der Dunkelheit in uns bewußt und erkennen, dass wir das Licht und die Dunkelheit transzendieren in der heiligen Einheit unseres wahren Wesens. Im Grunde werden wir authentische Einzelwesen und erfahren Tikkun, Heilung, unseres Seelenwesens.

Wenn du Zeiten untersuchst, in denen du schlecht gehandelt hast und anderen Leid zugefügt hast, wirst du entdecken, dass du nicht als du selbst gehandelt hast, sondern von Negativität getrieben wurdest, einer Neigung zur Gewalt und zu stürmischen Emotionen. Im Grunde hast du dich in solchen Momenten mit den Stimmungen und Gemütszuständen deines Oberflächenbewußtseins indentifiziert. Du hast die Verbindung zum tieferen Teil deines Selbst verloren, deiner angeborenen Güte. Durch die Übung der Aufmerksamkeit und die ursprüngliche Meditation lernen wir Negativität, Agression und aufgewühlte Emotionen zu zertreuen. Anstatt uns mit ihnen zu identifizieren, sie zu unterdrücken oder ihnen nachzugeben, lernen wir, sie in das Licht der Aufmerksamkeit zu bringen mit Akzeptanz, Großzügigkeit und Güte. So befreien wir die in ihnen gebundene Energie. Das erhebt unser Bewußtsein natürlicherweise und gibt uns mehr Energie zum Leben. Im Grunde wachen wir auf und werden lebendig.

Wenn man die ursprüngliche Meditation übt und sich dem Geist gegenüber öffnet, erfährt man allmählich größere Freiheit von Negativität und inneren Konflikten sowie Ganzheit und Wohlbefinden. Man fühlt sich wohl in seiner eigenen Haut.

Ursprüngliche Meditation mit dem Atem

Diese Methode ist die älteste und findet sich in vielen esoterischen Schulen. Im Grunde erlaubst du deinem Körper, seinen eigenen natürlichen Atemrhythmus zu finden und lässt deine Aufmerksamkeit behutsam auf dem Atem ruhen. Dabei verwendest du das Atmen als Mittel der Präsenz und Aufmerksamkeit.

Als Gott die Menschen geformt hatte, atmete er, Genesis zufolge, die lebendige Seele in den ersten Menschen, der Mann und Frau zugleich war. Alle Wörter für die Teile der Seele in der Kabbala bedeuten “Luft”, “Wind” oder “Atem”, mit Ausnahme von Yechida, was “göttlicher Funke” bedeutet. Somit gibt es eine sehr enge Verbindung zwischen dem Atem und der Kraft unserer Seele. In fortgeschrittenen Übungen entdecken Eingeweihte einen Strahlenden Heiligen Atem in und hinter dem alltäglichen Atem und eine Reihe von Lichtatem, die den Feinkörper unseres Bewußtseins versorgen. Ruach, ein Wort für den prinzipiellen Aspekt unserer Seele in unserer Erfahrung und ebenso ein Wort für den Geist Gottes, den Heiligen Geist, bedeutet wörtlich “Atem”. In Verbindung mit diesen Vorstellungen wirst du dich vielleicht an die Lichtübertragung durch den auferstandenen Christus auf seine Jünger erinnern, über die geschrieben steht: “Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.” (Johannes-Evangelium 20:22-23)

In unserem Atem ist Kraft und durch ihn sind wir verbunden mit allem, was lebt und mit dem Geist Gottes. In vielen christlich-gnostischen Übungen wird der Atem das Mittel der Licht-Präsenz und der direkte Ausdruck der Kraft unserer überirdischen Seele. Somit kann die ursprüngliche Meditation mit dem Atem als unserem Fokus die Erleuchtungserfahrung unterstützen und die Kraft der Lichtseele in uns aktivieren, und damit seelische und spirituelle Gaben.

Wenn du diese Methode bei der Meditation verwendest, atme natürlich und gleichmäßig ein und aus, so wie du es gewöhnlich tust. Fokussiere deine Aufmerksamkeit sehr behutsam auf die Ausatmung. Wenn du ausatmest, fließe heraus mit dem Atem. Jedesmal, wenn du einatmest, lasse alles los und lasse alles ruhen. Stelle dir vor, dass dein Atem sich am Ende des Ausatmens in die unendliche Geräumigkeit der Wahrheit auflöst. Am Ende jeder Ausatmung, vor dem nächsten Einatmen, wirst du eine Lücke finden. Lasse los und geh in diese Lücke hinein, denn in der Lücke ist der Ort des reinen und uranfänglichen Seins. Er wird vollkommene Ruhe genannt.

Was auch immer für Gedanken und Emotionen aufsteigen, klammere dich nicht an sie, aber verdränge sie auch nicht. Lass sie einfach in Ruhe, lass sie natürlich aufsteigen und dahingehen, ohne etwas mit ihnen zu tun oder ein Urteil zu fällen. Wenn du bemerkst, dass du abgelenkt bist oder dich mit aufsteigenden Gedanken und Emotionen identifiziert hast, oder dich beim tagträumen wiederfindest, führe deine Aufmerksamkeit einfach wieder zum Atem zurück und mache weiter. Wenn der Geist in die Lücke eintritt und der natürliche Zustand dämmert, höre auf mit der Übung und bleibe nur in der Stille. Wenn der Geist oder das Herz sich regt, kehre zurück zur Übung. So einfach ist es.

Fokussiere dich nicht zu sehr auf den Atem, sondern nur leicht. Richte prinzipiell nur ein Viertel deiner Aufmerksamkeit auf den Atem, und lass die anderen drei Viertel ungebunden in einem stillen und geräumigen Zustand entspannter Aufmerksamkeit. In diesem Zustand ist man sich im wesentlichen seiner selbst bewußt und der Dinge, die im eigenen Bewußtsein und der Umgebung geschehen.

Statt den Atem zu beobachten, als wäre man von ihm getrennt, erlaube dir mehr und mehr, dich mit deinem Atem zu identifizieren, als würdest du zu deinem Atem werden. Atme, und lass den Atem und den, der atmet, allmählich miteinander verschmelzen auf natürliche Weise ohne unnötige Kraft.

Bei dieser Übung wirst du bemerken, dass die Präsenz der Aufmerksamkeit wächst. Du wirst erfahen, dass der Geist stiller und stiller wird und das vital-emotionale Wesen sich mehr und mehr beruhigt. Es ist, als würde man die Schlangenhaut abstreifen und ein Körper aus klarem oder transparentem Licht werden. In dieser Weise wird man befreit!

(Übersetzt von der Website der Ecclesia Pistis Sophia)

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Wer ist Christus?

In der Menschheit wird sich die Natur ihrer selbst bewußt und das Wesen des auferstandenen Christus wird sich seiner selbst bewußt. Es ist die Erlösung der Welt und der gesamten Schöpfung.
Dadurch können wir verstehen, was die Meister der christlichen Tradition lehren, wenn sie sagen: “Gott (Elohim) wurde Mensch, damit der Mensch Gott (El) wird.”

Nun, hier in der Welt erscheinen wir als männlich und weiblich, als Mann und Frau, aber der heilige Paulus lehrt uns: “Wo diese Erneuerung geschehen ist, da zählt es nicht mehr, ob jemand zu den Griechen gehört oder zu den Juden, ob jemand beschnitten ist oder unbeschnitten, ob jemand zu einem unzivilisierten Volk gehört oder gar zu einem Stamm von Wilden, ob jemand im Sklavenstand ist oder frei. Was einzig noch zählt, ist Christus, der in allen lebt und der alles wirkt.” (Der Brief an die Kolosser 3:11) Indem wir die Ignoranz der Vergangenheit verbannen, können wir hinzufügen: da zählt es nicht mehr, ob man männlich oder weiblich ist, Mann oder Frau, heterosexuell oder homosexuell – hier gibt es solche Unterschiede nicht, sondern alle sind Christus und in Christus, alle sind der Lichtmensch und der Lichtmensch ist in uns.

In Christus müssen wir herauskommen aus den Schlupfwinkeln des Egos. Wir müssen uns befreien vom Greifen nach diesen Unterscheidungen und Unterschieden und endlichen Begrenzungen, von all den kleinlichen Konflikten, die sie fortbestehen lassen. All dies bindet uns an die Ignoranz, die Dunkelheit, das Chaos der Materie. Während solche Dinge der Weisheit der Welt zufolge von Bedeutung sind, sind sie in der Weisheit Gottes (El, Elohim) nichts, sind sie Schatten, sind sie Torheit!

Genau dies lehrt uns der auferstandene Yeshua (Jesus) im letzten Vers des Thomasevangeliums: in Christus, im Lichtmenschen, sind wir alle gleich, sind wir alle ebenbürtig. Es gibt keinen Unterschied mehr zwischen Mann und Frau in Christus. Offensichtlich konnten das unerleuchtete Männer in der äußeren und unspirituellen Kirche nicht verstehen. So kam es dazu, dass die gleiche alte Ignoranz das äußere Christentum dominiert. Aber diese Lehre wird klar ausgesprochen in den Lehren von Adonai Yeshua und klar illustriert von seinem am meisten geliebten Jünger, seinem innersten Jünger – Maria Magdalena.

Jesus lehrt, weiht ein und ermächtigt Frauen genauso wie Männer – im Messias gibt es keinen Unterschied…

Indem er das tut, wird Christus in uns verwirklicht, etwas von seiner Lichtkraft und Lichtpräsenz wird in uns verkörpert.

Christus ist kein Substantiv, dass man besitzen und beanspruchen kann, es ist ein VERB – eine Handlung, genau wie dieses gesamte Kontinuum des Werdens, dieses Kontinuum der ständigen Transformation.

Womit soll ich mich nun identifizieren? Was ist besser? Der sterbliche Name und die Form, unsere persönliche Geschichte? Oder das voll entwickelte und erleuchtete Wesen, göttlich und überirdisch, der Christus – unsterblich?

(Übersetzt aus: Tau Malachi: Elohim, Shaddai & Expanses in Christ)

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Thomasevangelium – Vers 110

Jesus sprach: ”Wer die Welt gefunden hat und reich geworden ist, der soll auf die Welt verzichten.”

Auf die Welt zu verzichten, bedeutet sehr wenig für jemanden, der keinen Erfolg in der Welt gehabt hat und der gern der Notwendigkeit entkommen möchte, dass Leben zu leben wegen seiner oder ihrer verspürten Armut, seines oder ihres verspürten Versagens oder seiner oder ihrer verspürten Unzulänglichkeit. Aber das Verzichten auf die Welt auf der Grundlage eines solchen Selbstbewußtseins und solcher Unsicherheit hat wenig oder keine Bedeutung und kann nicht zu etwas Gutem und Erhabenem führen. Tatsächlich kann man Vieles, was das Verzichten auf die Welt motiviert, leicht als Feigheit bezeichnen! Der echte spirituell Suchende jedoch, der ein Diener Gottes und spiritueller Kämpfer werden will, ist alles andere als ein Feigling. Die Seele, die den mystischen Weg sucht, muss stark sein, mutig und den Erfolg suchend, ob nun in mundänen oder über das Mundäne hinausgehenden Angelegenheiten.

”Ich Verzichte auf die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten von Amerika, um Gott und den Himmel zu suchen!” Wie kann ich auf etwas verzichten, dass ich nicht habe und nie eine Chance hatte zu erreichen? Tatsächlich kann ich auf nichts verzichten, das ich nicht in meiner eigenen Erfahrung besitze. Ebenso muss ich ein Leben haben, um es Gott darzubringen. Es scheint als ob der Meister uns sagt: ”Lebe dein Leben, damit du etwas hast, das du Gott darbringen kannst.”

Lasst uns die Bedeutung des Wortes Verzichten näher betrachten. Es bedeutet nicht, dass wir etwas vermeiden, verlassen, etwas entfliehen oder es leugnen. Es geht nicht um Selbstverleugnung irgend einer Art, wenigstes nicht von der Art, die die Verleumdung der Lebensfreude als etwas Heiliges betrachtet. Nein. Verzicht bedeutet einfach loszulassen und Dinge nicht mehr als seinen persönlichen Besitz zu betrachten. Es bedeutet nicht mehr nach dem zu greifen, auf das man verzichtet, um ein Mittel zu haben, seinen Egoismus zu nähren und zu erhalten. Es geht darum, auf den falschen Anspruch des Besitzens von Menschen, Orten und Dingen zu verzichten und mehr noch, auf den Besitz subtiler Objekte, wie Gedanken, Gefühle usw. In diesem Sinne, was immer wir haben, auf das muss verzichtet werden und auf was wir verzichten müssen, ist verschieden für jeden Menschen. Jeder hat andere Dinge, die er im Leben loslassen und Gott darbringen muss.

Interessanterweise führt solch ein Verzicht zu größerer Freude an Allem in der eigenen Lebenserfahrung und zu der zunehmenden Freiheit, man selbst zu sein.

Wir können auch von Verzicht sprechen im Bezug auf das Loslassen unserer begrenzten Weltsicht, unserer geschätzen Überzeugungen, von Vorurteilen, Vorbedingungen und Erwartungen. Von allen Dingen, die uns davon abhalten, die Realität oder Gott so zu sehen, wie sie sind. Also ist der Verzicht ein Begriff für das Leerwerden von uns selbst, so dass wir vom Geist Gottes erfüllt werden können. Auf diese beiden Arten verstehen wir den Verzicht in den Lehren.

[Übersetzt aus: Tau Malachi: The Gnostic Gospel of St. Thomas : meditations on the mystical teachings. – Saint Paul, MN : Llewellyn, 2004, S. 337-338]

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Licht der Erlösung

Von der äußeren Kirche wird uns gelehrt, dass der Sinn des Opfers von Christus die Wiedergutmachung der Sünde von Adam und Eva war, der Ursünde, die wir erben. Was damit im Grunde nahe gelegt wird, ist eine beschädigte oder beeinträchtigte Menschheit, und dass Jesus kam, um zu korrgieren, was die Menschheit getan hatte. Die heilige Kabbala und Gnosis bringt jedoch eine andere Ansicht hervor. Für sie ist die Sünde von Adam und Eva das Ergebnis einer Unvollkommenheit oder eines Mangels auf der kosmischen Ebene. Es ist eher etwas Unvollständiges in der Schöpfung, und deshalb kommt Christus, um der Tikkun-Heilung dieser Unvollkommenheit Willen und nicht so sehr der Wiedergutmachung der Sünde wegen. Er kommt, um die Schöpfung zu vervollkommnen und Ratzon Elyon, den Willen des Höchsten, zu erfüllen.

Einfach gesagt, kosmische Ignoranz ist die Unvollkommenheit oder Unreinheit. Sie besteht in der Illusion der Trennung, die durch den Demiurgen in der christlichen Gnosis personifiziert wird. Es ist die Erzeugung der kosmischen Ignoranz, der Archonten und Dämonen am zweiten Tag der Schöpfung, als Elohim (Gott) Himmel und Meer trennte und damit auch die Dualität im Bewußtsein schuf, eine scheinbare Trennung zwischen Himmel und Erde, Gott und Schöpfung. Diese Ignoranz und Dualität im Bewußtsein ist die Ursache der Sünde von Adam und Eva. So kommt Christus, um diese Dualität aus dem Bewußtsein und der Schöpfung zu vertreiben. Er kommt als Träger des Lichts und gnostischer Offenbarer, der die Lehren, das spirituelle Wissen und die spirituelle Kraft übermittelt, die diese Ignoranz beenden.

Wie wir wissen und verstehen, ist das Auftreten der Ignoranz und Dualität im Bewußtsein ein natürliches Nebenprodukt der Schöpfung, dass aus der unbewußten Ureinheit hervorgeht. Es wird überwunden durch den Prozeß der Entwicklung und Evolution der Schöpfung, oder eher durch die Entwicklung und Evolution des Bewußtseins, durch ein Erwachen des Bewußtseins. Die Erfüllung dieser Entwicklung ist Christus, das messianische Bewußtsein, eine nicht-duale Realisierung.

Einerseits ergeben wir uns aktiv und dynamisch der Schekina des Höchsten (der göttlichen Präsenz und Kraft) und arbeiten so daran, die Bedingungen für die Selbstrealisierung in Christus mit ihr gemeinsam zu schaffen. Andererseits ist es eine Vereinigung mit Gott, die auf der göttlichen Gnade basiert und so kommt das Erwachen in Christus durch die göttliche Gnade, die überirdische Schekina, verkörpert im lebendigen Yeshua (Jesus) und in der wahren apostolischen Folge.

Es gibt ein deutliches Geschenk der feurigen Intelligenz, das Yeshua Messia uns übermittelt, eine ausgeprägte göttliche Präsenz und Kraft – der heilige Geist oder die überirdische Schekina. Wir unsererseits brauchen nur festzuhalten am Messia, dem Lichtmenschen, und uns dem Licht von oben zu öffnen, der Mutterkraft. Dieses heilige Licht erleuchtet und befreit uns. Es vertreibt die Falschheit und das Unwirkliche und offenbart die Wahrheit und Wirklichkeit, Gott, das wahre Licht. In einer aktiven und dynamischen Hingabe gibt es eine Zusammenarbeit und Kooperation mit der göttlichen Gnade, der Lichtpräsenz und Lichtkraft beim großen Werk. Und doch ist es die göttliche Gnade, das heilige Licht, das alles erreicht, das mit, in und durch uns, und sogar als uns wirkt, um Ratzon Elyon, den Willen und das Verlangen des Höchsten zu erfüllen.

[übersetzt aus: Tau Malachi: Light of Salvation]

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Binah – die göttliche Fülle

In der jüdischen Kabbala lautet der göttliche Name für Binah “Yahweh, ausgesprochen als Elohim”. Wie wir im Kapitel über Da’at, das den Namen “Yahweh Elohim” mit Binah teilt, entdeckten, verweist dieser Name auf die eine Lebenskraft, die viele Formen annimmt. Wie wir bereits sahen, ist die Pleroma (Fülle) der göttlichen Fülle im eigentlichen Sinne Chochmah, während Binah die uranfängliche Leere oder Empfänglichkeit ist. Durch Binah wird die göttliche Fülle verwirklicht.

Eine Möglichkeit, dies näher zu verdeutlichen ist der Partzuf von Binah, Ima oder Aima (die Mutter) und die Vorstellung des Mutterschoßes. Ursprünglich repräsentiert der Schoß die Leere. Nach der Empfängnis ist er jedoch die göttliche Fülle. Vor ihrer Vereinigung sind die Kraft des Vaters und die Matrix (Gebärmutter) der Mutter nur ein Potential. Durch ihre Vereinigung verwirklichen sie dieses Potential gegenseitig. Auf diese Analogie von Mann und Frau weist der Name Elohim selbst hin. Er ist ein feminines Substantiv mit einem maskulinen Plural. Er legt den Schoß der schwangeren Frau, die absolute Einheit in der unendlichen Vielfalt nahe.

Manche Okkultisten haben die Bedeutung von Elohim als eine Vielzahl von Göttern und Göttinnen beschrieben, als die Vorstellungen des heidnischen Glaubens. Solch eine Assoziation missversteht jedoch die Subtilität dieses göttlichen Namens vollkommen. Zuerst sollte man verstehen, dass mit der Idee von Mutter und Vater nicht zwei Götter gemeint sind, sondern nur einer. Das Prinzip von Kraft und Form, Chochmah und Binah, ist eins in der überirdischen Welt. Als zweites sollte man verstehen, dass die Idee hinter einem weiblichen Substantiv mit einem maskulinen Plural nicht eine Vielzahl von Göttinnen und Göttern nahelegt, sondern eher einen göttlichen Elternteil, der unendlich erzeugen und gebären kann. Drittens ist die Pluralität, die mit dem göttlichen Wesen assoziiert wird eine Vielfalt der Qualitäten, Attribute oder scheinbaren Funktionen, vergleichbar solchen, die eine Person haben kann. Zum Beispiel kann eine Frau bei der Arbeit eine Spezialistin sein, wie eine Lehrerin und als solche mag sie viele verschiedene Quälitäten haben. Gleichzeitig kann sie auch eine Tochter, Schwester, Freundin, Ehefrau, Mutter oder Leiterin eines Vereins sein. Was für Qualitäten, Attribute oder Funktionen ihr auch immer zugeschrieben werden, sie selbst geht über sie hinaus. Sie ist sie selbst.

So ähnlich ist es mit der Beziehung von Gott zu den Qualitäten, Attributen und Funktionen Gottes in der Schöpfung. Elohim als ein Name Gottes bedeutet nicht eine Vielzahl von verschiedenen Göttern und Göttinnen, sondern eher ein höchstes Wesen, dass sich durch unzählige Qualitäten oder Attribute und Funktionen manifestiert. Diese formen die Matrix der Schöpfung. Eine solche Erkenntnis gibt Einsicht in das Wesen der Olamot und Sefirot. Sie sind Elohim, die vielen Qualitäten Gottes in der Schöpfung. Die Sefirot existieren in der heiligen Einheit, die Gott ist. Sie dürfen nicht auf irgendeine Weise getrennt von Gott oder von einander gesehen werden. Sie sind wie die Kabbala sagt “wie die Flamme mit der Kohle verbunden”.

[aus Tau Malachi: Gnosis of the Cosmic Christ. – Saint Paul, MN : Llewellyn, 2005. – S. 121-123]

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Über das Thomasevangelium

Apostel Thomas von Diego Velázquez

Apostel Thomas von Diego Velázquez

Dies sind die geheimen Worte, die Jesus der Lebende sprach und die Didymus Judas Thomas aufgeschrieben hat. Und er sprach: Wer die Interpretation dieser Worte findet, wird den Tod nicht schmecken.

(Thomasevangelium Vers 1)

So beginnt das Evangelium des Thomas, das zu den gnostischen Schriften gehört, die 1945 in dem kleinen Ort Nag Hammadi in Oberägypten gefunden wurden und seither als die Nag Hammadi Bibliothek bekannt geworden sind. Es besteht im Gegensatz zu den in der Bibel enthaltenen Evangelien aus einer Sammlung von 114 Versen. Es wird keine handlungsorientierte Geschichte der Person Jesu erzählt, sondern der “lebendige Jesus” spricht im Geheimen, im Inneren. Christus wohnt in dir, und wenn du in dich gehst, wird Christus zu dir sprechen, dich lehren und dich auf dem Weg des Erwachens führen. Um zu hören und zuzuhören, muß Stille in dir sein. Du mußt frei sein von dir selbst und erfüllt vom Heiligen Geist. Um frei zu sein von dir selbst, mußt du den Heiligen Geist empfangen und durch ihn wiedergeboren werden, so dass du dadurch Jesu *Zwilling wirst. Nur so kannst du selbst Gnosis erlangen.

*Didymos bedeutet Zwilling

Empfehlenswerte Bücher:

Tau Malachi: The Gnostic Gospel of St. Thomas : Meditations on the Mystical Teachings. – Llewellyn, 2004. – 384 S.

Jean-Yves Leloup: Das Evangelium des Thomas. – Spuren Edition, 2008. – 262 S.

Elaine Pagels: Das Geheimnis des fünften Evangeliums. – Dtv, 2006. – 239 S.

Nag Hammadi Deutsch / hrsg. von Hans-Martin Schenke [u.a.]. – Berlin, 2007

(Größte bekannte Sammlung früher gnostischer Schriften, die 1945 durch Zufall in der Nähe der Stadt Nag Hammadi (Ägypten) in Tonkrügen entdeckt wurden)


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Chochmah in Atzilut: Der große Name Gottes

Yah und Yahweh, das Tetragrammaton, ist Chochmah auf der Ebene von Atzilut. Yah besteht aus den Buchstaben Yod und He. Die Spitze des Yod ist Kether und das Universium von Adam Kadmon, der Körper des Yod ist Chochmah und das Universium von von Atzilut. Der Buchstabe He ist Binah und das Universum von Beriyah. Somit ist Yah die Kraft der Überirdischen und drückt die Wahrheit von Chochmah als dem Erzeuger der Kraft am Lebensbaum aus. Die überirdische Kraft, die durch die Sefirot von Beriyah fließt, versorgt das Universum von Yetzirah. So deutet Yah auf Chochmah als der Kraft, die hinter der Welt der Engel (Yetzirah) steht.

Yod und He sind der überirdische Vater und die überirdische Mutter vor der Empfängnis und der Geburt. Verbunden mit Waw und He im Tetragrammaton, sind Yod und He der tatsächliche Vater und die wirkliche Mutter. Die göttlichen Eltern haben den Sohn und die Tochter geboren. Alle fünf Partzufim werden so durch den großen Namen Gottes repräsentiert: Yod-He-Waw-He.

Wenn die Buchstaben vertikal von oben nach unten geschrieben werden, entsteht das Bild eines Menschen. Das besagt, das Yahweh der Kanal der heiligen Schekina Adam Kadmons ist zu den unteren Universen und das die fünf großen Partzfim Ausdruck dessen sind, was in Adam Kadmon enthalten ist – der uranfängliche Mensch.

Ehje ist der höchste Name Gottes, Yahweh ist der große Name Gottes. Worin besteht der Unterschied? Hier gibt es eine direkte Parallele zur Verwendung des zweiten Buchstabens im hebräischen Alphabet (Bet) an Stelle von Aleph. Aleph ist der erste Buchstabe im höchsten Namen Gottes und repräsentiert Gottes Geist oder Essenz, die auch in der Schöpfung enthalten ist. Aber wegen des transzendenten Wesens des Schöpfers beginnt die Schöpfung mit dem zweiten Buchstaben, Bet, der Haus oder Struktur bedeutet, also die Matrix der Schöpfung. Diese Idee beschreibt auch die Beziehung zwischen Ehje und Yahweh. Sie ist ähnlich der Beziehung von Seele und Körper, in diesem Fall einem Lichtkörper und reiner Energie.

Ehje ist wie die Wurzel des Lebensbaums. Er ist das Leben des heiligen Baums. Deshalb ist er der höchste oder essentielle Name Gottes.

Yahweh ist wie der Stamm des Lebensbaums. Alle heiligen Namen gehen wie Zweige von einem Stamm von ihm ab. Deshalb ist Yahweh der große Name Gottes, der alle anderen enthält und durch Yahweh werden alle von Ehje versorgt und tragen Früchte, die Sefirot. Ehje wird auch die erste Herrlichkeit genannt, Yahweh die zweite Herrlichkeit und alle weiteren Namen Gottes die Herrlichkeit der Herrlichkeit (Elohim oder Binah) oder die dritte Herrlichkeit genannt.

Ehje ist in Yahweh wie die Seele im Körper und Yahweh ist wie ein Körper strahlenden Lichts, der Ehje enthält. Yahweh bedeutet: Das was war, ist und immer sein wird. Ehje bedeutet: Ich bin oder ich werde sein. So bedeutet Yahweh ein Ausströmen von Ehje, die Aktivität oder Offenbarung von Ehje, die während sie von Ehje ausgeht gleichzeitig auch immer zu ihm zurückkehrt.

Chochmah-Yahweh ist der Kanal der überirdischen Seinskraft, des überirdischen Lichts, das in der Kabala Ruhaniyut heißt. Ruhaniyut atmet und scheint aus den Sefirot und ebenso um sie herum. Es wird gesagt, dass es eine äußere und innere Ruhaniyut gibt, die aus den Sefirot wie eine Seele scheint und um sie herum wie ein Aura oder ein Kleid. Yahweh ist die innere Ruhaniyut und alle weiteren Namen sind die äußere Ruhaniyut. Ehje ist die innerste geheime Ruhaniyut, die wahre Essenz der inneren und äußeren Ruhaniyut, der strahlende heilige Atem Gottes. Das Wort ist ein Plural, der verschiedene Formen des Lichtatems Gottes nahelegt.

In Genesis haucht Gott Adam das Leben ein. Dabei handelt es sich um Adam Kadmon und Adam Ha-Rishon (den ersten Menschen), das überirdische Ideal der Menschheit. Es wird gesagt, das die Seelen der Gerechten (Tzaddikim) – aller authentischen Menschen – aus der Seele Adam Kadmons gezogen werden. So ist die Ruhaniyut oder der strahlende, heilige Atem Gottes im jedem Menschen. Durch Ruhaniyut sind wird mit den Sefirot, den göttlichen Namen und Partzufim verbunden und in der Lage uns an die Sefirot zu binden und diese an uns, also etwas von der heiligen Schekina zu verkörpern.

Yahweh ist der Name der Namen, die vereinigte Kraft der Ruhaniyut aller Namen Gottes. Yeshua ist dieser Name mit dem Einschub des Buchstaben Shin in der Mitte. Das legt einen Menschen nahe, der die Ruhaniyut in sich verkörpert und sich mit den Sefirot, den göttlichen Namen und Partzufim vereinigt hat. So ist Yeshua nicht nur der Name eines Menschen, sondern jedes erleuchteten Menschen. Dadurch wird die Bedeutung folgendes esoterischen Spruches klar: “Alle sprituellen Kräfte sind dem Namen Yeshua untertan.” oder “vor dem Namen Yeshua soll sich jedes Knie und jeder Kopf beugen.” In und hinter unserem gewöhnlichem Atem ist ein strahlender und heiliger Atem, die Manifestation von Hayyah, der Lebens-Essenz, die Chochmah entspricht. Indem wir diesen inneren, geheimen Atem entdecken und die heiligen Namen sprechen, haben wir die Kraft des gesegneten Namens Yeshua, die Gnosis von Yeshua Messiach.

So gelangen wir zu einem tieferen Verständnis der Ausgießung des heiligen Geistes über die Jünger zu Pfingsten im Beisein der heiligen Braut. Das überirdische Licht ist ein feuriges Licht, der Atem ist sein Fahrzeug und so kann jemand der weiss, wie man atmet und die göttlichen Namen vibriert, den heiligen Geist auf andere übertragen und ihn in ihnen erwecken. Das ist die Grundlage aller christlich-gnostischer Initiation.

(aus Tau Malachi: Gnosis of the Cosmic Christ. – Saint Paul, MN : Llewellyn, 2005. – S. 95-98)

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