Archiv für Januar, 2008

Warum Geben-und-Empfangen-Meditationen?

Die Grundlage authentischer Spiritualität und Selbsteinsicht ist es, Liebe und Mitgefühl zu erzeugen. Liebe und Mitgefühl öffnen uns die Augen für die heilige Einheit, die der gesamten Schöpfung zugrunde liegt und offenbaren unsere dynamische wechselseitige Abhängigkeit und Verbindung mit allen und allem in unserer Umgebung. In den Lehren der Sophia-Gnostik wird Christus „das Muster, das verbindet“ genannt, denn sein Wesen ist Liebe und Mitgefühl.

Der heilige Paulus spricht dieses Thema wortgewandt an, wenn er schreibt: „Wenn ich mit den Sprachen der Menschen und der Engel rede, aber nicht Liebe habe, so bin ich ein tönendes Erz geworden oder eine schallende Zimbel. Und wenn ich Prophezeiung habe und alle Geheimnisse und alle Erkenntnis weiß, und wenn ich allen Glauben habe, so daß ich Berge versetze, aber nicht Liebe habe, so bin ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe zur Speisung der Armen austeilen werde, und wenn ich meinen Leib hingebe, auf daß ich verbrannt werde, aber nicht Liebe habe, so ist es mir nichts nütze.“ Er schließt: „Die Liebe vergeht nimmer; seien es aber Prophezeiungen, sie werden weggetan werden; seien es Sprachen, sie werden aufhören; sei es Erkenntnis, sie wird weggetan werden. Denn wir erkennen stückweise, und wir prophezeien stückweise; wenn aber das Vollkommene gekommen sein wird, so wird das, was stückweise ist, weggetan werden. Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind, urteilte wie ein Kind; als ich ein Mann wurde, tat ich weg, was kindisch war. Denn wir sehen jetzt durch einen Spiegel, undeutlich, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, gleichwie auch ich erkannt worden bin. Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die größte aber von diesen ist die Liebe.“ (1 Korinther 13:1-13)

Ebenso suchen viele Menschen in moderner Spiritualität und Esoterik übersinnliche und spirituelle Gaben und behaupten, höhere Bewußtseinsgrade erreicht zu haben, wie kosmisches Bewußtsein oder sogar überirdisches Bewußtsein oder Erleuchtung, wenn sie noch nicht das Heilige Herz der Liebe und des Mitgefühls ausgebildet haben. Obwohl solche Menschen tatsächlich einen flüchtigen Blick in den Bereich des höheren Bewußtseins geworfen haben mögen, kann dieser Zustand ohne Liebe und Mitgefühl nicht verkörpert und erfasst werden – denn das Heilige Herz der Liebe und des Mitgefühls ist das wirkliche Wesen der Lichtpräsenz, der Erleuchtung und Befreiung. Der Sophia-Gnostik zufolge sind Liebe und Mitgefühl der Lichtseele in uns eigen, und durch die Entwicklung von Liebe und Mitgefühl bilden wir unsere wahre Menschlichkeit aus.

Die Geben-und-Empfangen-Übungen sind die Hauptmethode, durch die Sophia-Gnostiker das Heilige Herz der Liebe und des Mitgefühls ausbilden.

Der Kabbala zufolge, müssen wir etwas empfangen, um etwas geben zu können; und um etwas vollständig zu empfangen, müssen wir es mit anderen teilen. Zuerst müssen wir die Liebe und das Mitgefühl der Lichtpräsenz in uns empfangen, und erst indem wir anderen geben, empfangen wir den Segen des Heiligen Herzens vollständig. Aus diesem Grunde muß man mit den Geben-und-Empfangen-Übungen bei sich selbst beginnen und kann sie dann auf andere ausdehnen.

Das Hauptziel der Geben-und-Nehmen-Meditationen ist die Ausbildung des Heiligen Herzens Christus – Spirituelle Liebe und Mitgefühl – jedoch ist sie auch ein Weg der Heilung und der Weitergabe von Segenswünschen an andere. Sie ist grundsätzlich dazu gedacht, jede Form von Negativität und blockierendem Karma aufzulösen und an Stelle dessen positive Energie und heilsames Karma aufzubauen. So öffnet sich natürlicher Weise der Weg zur Heilung, ob nun physisch, psychisch oder spirituell und für die Aufnahme von jeder Art von Segen, materiell und sprituell.

Vielleicht erst einmal soviel. Demnächst findet ihr hier Vorübungen und die wesentlichen Geben-und-Nehmen-Meditationen.

(Übersetzt aus: Forum der Sophia Fellowship – Foundation Practices)

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Geben-und-Empfangen-Meditation mit der Umgebung

Diese Methode der Geben-und Empfangen-Meditation richtet sich auf die Stimmung deines eigenen Bewußtseins und auf deine unmittelbare Umgebung. Wie wir alle wissen, haben unsere Stimmungen und Gemütszustände einen sehr starken Einfluß auf uns. Der normale Mensch ist im Grunde genommen an seine Stimmungen und Gemütszustände gebunden. Je nach Stimmung und Gemütszustand beeinflussen wir unsere Umgebung und andere Menschen in unserer Umgebung. Indem wir in der Meditation unsere eigenen Stimmungen und Gemütszustände wandeln und unser eigenes Bewußtsein erheben, befreien wir uns von dem nach unten gerichteten Einfluß der Negativität und helfen damit anderen in unserer Umgebung ebenfalls.

Die Meditation
Es ist gut, die Meditation mit dem Kabbalistischen Kreuz und der Meditation „Stiller Beobachter“ oder einer ursprünglichen Meditation (z.B. mit dem Atem) zu beginnen (s. unten).

Wenn dein Körper und Geist zur Ruhe gekommen sind, stell dir eine spirituelle Sonne hinter deinem Herzen vor und richte deine Aufmerksamkeit auf dieses Lichtzentrum. Wenn du dich unwohl fühlst oder eine Form von Spannung oder Stress, Negitativität und Dunkelheit bemerkst, wie subtil auch immer, stelle dir vor, dass dein Atem mit der spirituellen Sonne verbunden ist und dass dein Atem zu Licht wird. Wenn du einatmest, atme die vorhandene Dunkelheit oder Negativität ein, und atme Licht aus in deinen Körper und Geist. Stell dir vor, dass die Negativität und Dunkelheit sofort in Licht verwandelt werden durch die spirituelle Sonne im Zentrum deines Seins. Beim Ausatmen stell dir vor, dass sich dein ganzer Körper und Geist mit Licht füllt. Es ist, als würde dein gesamter Körper und dein Bewußsein die Lichtpräsenz der spirituellen Sonne in der materiellen Dimension werden.

Wenn dein Körper und Bewußtsein zur spirituellen Sonne geworden sind, stell dir vor, dass du das Licht in deine unmittelbare Umgebung ausdehnst, so dass es alles bescheint und die Umgebung in Licht verwandelt. Stell dir deine Umgebung als einen Palast des Lichtes vor und dich selbst als die Lichtpräsenz in seinem Zentrum. Wenn du dich selbst in die Lichtpräsenz und deine unmittelbare Umgebung in einen Ort des Lichtes verwandelt hast, beende die Meditation, indem du für die Ausdehnung des Lichtes auf alle Wesen betest und mit dem Kabbalistischen Kreuz abschließt.

(Übersetzt aus: Forum der Sophia Fellowship – Foundation Practices)

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Spirituelle Bekräftigung – Das Kabbalistische Kreuz

Das Kabbalistische Kreuz ist eine Bekräftigung deiner angeborenen Geistverbundenheit und der Wahrheit deines innersten Wesen, des Christ-Selbst, und es ist eine einfache Methode die Lichtpräsenz herbeizurufen.

Es kann vor und nach jeder spirituellen Aktivität – spirituellem Studium und Kontemplation, Gebet, Meditation oder heiligem Ritual – als Bittgebet zu Eröffnung oder als abschließende Weihe ausgeführt werden und auch jederzeit, wenn man die Notwendigkeit verspürt sich zu zentrieren oder für einen selbst Segen zu erbitten von der Lichtpräsenz.

Die Übung

  • Stehend oder sitzend stelle dir eine Lichtsphäre über deinem Kopf vor, als wäre das Licht vieler Sterne dort vereint und bleibe im Bewußtsein der heiligen Einheit vor dir, der Schöpfung und Gott.
  • Strecke deine Hand nach oben und berühre die Lichtsphäre über deinem Kopf, singe dabei „Atoh“ und ziehe das Licht herab, indem du deine Stirn berüherst.
  • Dann bewege die Hand gerade herab zum Kehle, sieh wie das Licht in dir ebenfalls zur Kehle herabsinkt, singe dabei „Io Adonai“.
  • Bewege die Hand zu Mitte deines Körpers, sieh wie das Licht durch dich zur Erde herabfließt. Zeige mit deiner Hand zu den Füßen und singe „Malkut“.
  • Bewege die Hand zu deinem Herzen und dehne das Licht zu deiner rechten Schulter aus indem du sie berüherst und „Ve-Gevurah“ singst.
  • Dehne das Licht zu deiner linken Schulter aus und diese berührend singe „Ve-Gedulah“.
  • Falte die Hände wie zum Gebet vor deinem Herzen, stelle dir das Licht des Kreuzes in dir vor und singe „Le-Olam, Amen“.

Bemerkungen

Atoh bedeutet „du“ und weist auf die Sefirah Keter. Io Adonai bedeuet „Der Gesalbte“, Braut oder Bräutigam. Malkut heißt „Königreich“ und bezeichet die letzte Sefirah der Mittelsäule. Ve-Gevurah bedeutet „Macht“ und weist auf die Sefirah Gevurah und die Säule der Strenge. Ve-Gedulah heißt Herrlichkeit und weist auf die Sefirah Hesed und die Säule der Gnade. Le-Olam bedeutet „für immer“ und weist auf das Kontinuum der Lichtübertragung. Amen bedeutet „so sei es“ oder „so ist es“ und ist das heilige Siegel der Wahrheit. So sagst du, wenn du das Lichtkreuz auf deinem Körper ausführst „Du, Braut oder Bräutigam, bist das Königreich, und die Macht, und die Gnade, und die Herrlichkeit, für immer, Amen.“

Aussprache

Atoh (Ah-Toh mit kurzem „A“)

Io Adonai (I-Oh Ah-Doh-Nah-ii)

Malkut (Mal-kut mit langem „U“)

Ve-Gevurah (Wej-Gevurah mit kurzen Vokalen in Gevurah)

Ve-Gedulah (Wej-Ge-Dju-Lah)

Le-Olam (Lej-Oh-Lam)

(Übersetzt aus: Tau Malachi: Gnosis of the Cosmic Christ . – Saint Paul, MN : Llewellyn, S.84-85)

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