Archiv für April, 2008

Thomasevangelium – Vers 3

Jesus sprach: Wenn die, die euch führen, euch sagen: Seht, das Königreich ist im Himmel, so werden euch die Vögel des Himmels vorangehen; wenn sie euch sagen: es ist im Meer, so werden euch die Fische vorangehen. Aber das Königreich ist in eurem Inneren, und es ist außerhalb von euch. Wenn ihr euch erkennen werdet, dann werdet ihr erkannt, und ihr werdet wissen, dass ihr die Söhne des lebendigen Vaters seid. Aber wenn ihr euch nicht erkennt, dann werdet ihr in der Armut sein, und ihr seid die Armut. (Übersetzung von Wieland Willker)

Malkut, das Königreich des Himmels ist in dir und umgibt dich überall. Wenn du jedoch nicht weisst, dass das Königreich in dir ist, dann wirst du das Königreich ausserhalb von dir nicht sehen. So ist das Wesen der Realität. Sie ist die magische Darstellung des Bewusstseins. Das Innere und das Äussere sind nicht getrennt sondern eng verbunden. Die Realität deiner Erfahrung ist die magische Darstellung deines Bewusstseins. Eine Veränderung im Bewusstsein bewirkt eine dementsprechende Veränderung in der Realität, der wir begegnen. Eine Veränderung in der uns begegnenden Realität ist ein Ausdruck einer Veränderung im Bewusstsein.

In der Welt und im wachen Bewusstsein gibt es viele Mitschöpfer der magischen Darstellung. Es gibt die individuelle und die kollektive Schöpfung dieser magischen Darstellung. Das individuelle, kollektive und universelle Bewusstsein sind vollständig miteinander verbunden und von einander abhängig. Du allein bist nicht der Schöpfer der Realität, die du erlebst. Jedes lebendige Wesen ist ein einzigartiger individueller Ausdruck der Lebenskraft, des Heiligen Einen des Seins, ein Mitschöpfer Gottes. Wenn es eine Veränderung in deinem eigenen Bewusstsein gibt, findet jedoch eine proportionale und dementsprechende Veränderung in der Welt und in der Realität deiner Erfahrung statt. Indem du dich veränderst, veränderst du die Welt, in der du lebst. Willst du die Welt verändern? Du bist die Welt und die Welt ist Du. Wenn Du die Welt verändern willst, verändere zuerst dein eigenes Bewusstsein.

Ob nun der Himmel oder die Hölle oder eine Mischung aus beidem, es ist alles ein Zustand des Geistes und des Bewusstseins. Das Königreich des Himmels ist kein Ort, sondern ein Teil unseres Bewusstseins. Ebenso ist die Hölle eine schwere Einschränkung und Begrenzung unseres Bewusstseins. Es gibt unzählige ineinander verschachtelte Welten und Jenseitswelten: Himmel und Höllen und Räume dazuwischen. Sie alle sind ein Ausdruck des strahlenden Wesens des Bewusstseins und existieren im Bewusstsein.

Es gibt höhere, heiligere Welten als diese. Niemand kann sagen, wie viele. Ebenso kann niemand sicher sein, dass diese Welten oder Bewusstseinsebenen für verschiedene Personen die gleichen sind. Der Himmel kann für einen boshaften Menschen ein Schrecken sein und für einen Heiligen könnte die „Hölle“ die intensivste Freude sein. Man weiss jedoch, dass die Menschen in dieser Welt die meiste Zeit zu beschäftigt sind, um wahrzunehmen, was in und über ihr vorgeht. Sie sind meist zu abgelenkt, um sich selbst zu erkennen und den Wert höherer und heiligerer Welten zu schätzen, die den selben Raum wie unsere Welt einnehmen. Die meisten „normalen“ Leute kennen ihre eigene kreative Kraft nicht und wissen nicht, dass sie die Welt sind und die in ihnen existiert. In ihrer Ignoranz bleiben sie an niedere Götter und Schattenländer gebunden. Sie erkennen die Welt des überirdischen Lichts in ihnen und um sie herum nicht.

So viele Seelen schlafen und träumen fremdartige und unbeständige Träume. Sie schlafen und wissen nicht, dass sie träumen. Deshalb können sie nicht im Traum erwachen und ihn verändern. Für die Erwachten, die Heiligen, ist es ein bedauerlicher, trauriger Anblick. Wenn man die Alpträume betrachtet, die durch Ich-Bezogenheit, Verlangen und Furcht entstehen und all das Leid, dass daraus folgt, so sieht man ein bedauernswertes Bild. Die Erwachten kennen die Welt des überirdischen Lichtes hier und jetzt, aber ebenso wissen sie, wie real das Leiden derjenigen ist, die in Ignoranz leben und schlafen. Es geht nicht um das Thema der persönlichen Errettung. Niemand ist völlig frei bis alle frei sind.

„Aber viele, die jetzt vorn sind, werden dann am Schluss stehen, und viele, die jetzt die Letzten sind, werden schließlich die Ersten sein.“ (Markus 10:31) Die grosse Transformation des zweiten Kommens ist nicht eher vollbracht, als bis die letzte „boshaft“ Person bereut und Gerechtigkeit sucht.

Die Kraft, die uns bindet, ist die Kraft, die uns befreit. Die selbe Bewusstseinskraft kann sich als der Widersacher oder der Messias, als Himmel oder Hölle manifestieren. Erleuchtung und Nicht-Erleuchtet-Sein sind Ausdruck der selben Bewusstseinskraft, der einen Lebenskraft. Es gibt einen göttlichen Geist, aber zwei Wege. Die Welt steht am Grenzbereich beider Wege. Sie kann in jedem Moment in eine der beiden Richtungen pendeln – zum Himmel oder zur Hölle – jedoch ist die Rettung, das zweite Kommen immer nahe, so nah wie dein Atem und dein Herzschlag, so nah wie das Wesen deines Bewusstseins.

Nun höre das Wort des Herren und nimm es auf. Du hast die freie Wahl! Es kann der Himmel sein oder die Hölle. Jeder muss eine Wahl treffen. In dir sind die Kräfte zur Rettung oder Vernichtung, des Lichtes und der Dunkelheit. Wenn du schliesslich durchsichtig bist, gibt es nur noch Licht und Leben. Das ist die Gewissheit der Errettung in unserem Herrn. Jedoch ist, bis die Rettung erlangt ist, das Leiden der Vernichtung nur zu real. Du musst in jedem Moment wählen. Du musst die schöpferische Kraft in dir kennen und in der Erinnerung an den Geist der Wahrheit leben.

Was soll erreicht werden? Das du dich als Teil der heiligen Einheit, die Gott ist, erkennst und erlebst. Du warst immer Teil dieser heiligen Einheit, des heiligen Einen des Seins, bist es und wirst es immer sein. Nie warst du vom heiligen Einen getrennt. Einheit mit Gott ist nicht wirklich eine Errungenschaft, sie ist eine gegenwärtige Realität und Wahrheit. Du brauchst dich nur an den Geist der Wahrheit zu erinnern. Du brauchst nur aufzuwachen und mit dieser Aufmerksamkeit zu leben. Es ist nicht etwas, das dir fehlt, sondern wer und was du wirklich bist, ein Sohn oder eine Tochter des lebendigen Gottes – das Kind des Lichtes, das Bewusstseinslicht selbst.

Wer ist verloren und muss gefunden werden? Ich sage dir, niemand ist verloren und muss gefunden werden. Der Verlorene hat niemals existiert, und der, der gefunden werden muss, wurde nie geboren. Du bist, was du suchst, der ungeborenen Geist.

Das ist die gute Nachricht! Malkut, das Königreich, ist in dir und überall um dich. Ewiges Leben ist die Wahrheit deines innersten Seins. Den Tod hat es nie gegeben. Du bist frei!

(Übersetzt aus: Tau Malachi: The Gnostic Gospel of St. Thomas : meditations on the mystical teachings. – Saint Paul, MN : Llewellyn, 2004, S. 8-10)

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Thomasevangelium – Vers 18

Thomasevangelium – Vers 18

“Die Jünger sagten zu Jesus: Sage uns, in welcher Weise unser Ende sein wird! Jesus sagte: Habt ihr denn schon den Anfang entdeckt, daß ihr nach dem Ende fragt? An dem Ort, wo der Anfang ist, dort wird auch das Ende sein. Selig ist, wer am Anfang stehen wird. Und er wird auch das Ende erkennen und den Tod nicht schmecken.” (Übersetzung von Roald Zellweger)

Was ist der „Anfang“, in dem du das Ende finden wirst? Sicherlich ist es die Absicht Gottes in der Schöpfung, denn der Beginn der Schöpfung ist der heilige Gedanke oder die heilige Absicht, aus der alles hervorgeht in Übereinstimmung mit dem Wort und der Weisheit des höchsten Gottes. Um das Ende oder die Erfüllung der Schöpfung zu verstehen, musst du deshalb den Anfang begreifen, nämlich den Willen Gottes in der Schöpfung und den Willen Gottes in deiner Seele. Denn es ist dieser göttliche Wille, der letztlich dein Ende sein wird.

Nun sagen uns unsere Lehrer, dass die heilige Absicht Gottes in der Schöpfung die Offenbarung des göttlichen Menschen war und ist, dass die gesamte Schöpfung das Ziel hat, die Seele des Messias zu offenbaren. Der erste heilige Gedanke Gottes ist des Bild von Godselbst in der Form Adam Kadmons, des uranfänglichen Menschen. Aus diesem heiligen Gedanken und Bild wurde Adam Ha-Rishon, der erste Mensch, geschaffen. Da das Erste auch das Letzte ist, ist das „Ende“ der offenbarte göttliche Mensch nach dem Bild des Herrn in bewußter Einheit mit Gott, also spirituell erwacht.

Es gibt die Involution (Rückbildung) im Prozess der Schöpfung, wenn sie für die Evolution notwendig ist, Involution, die in Stufen verläuft und dadurch Evolution, die ebenso in Stufen verläuft. Am Anfang ist der erste Mensch sich der heiligen Einheit mit Gott nicht bewußt und muss deshalb „in Ungnade fallen“, oder einbezogen werden in den Prozess der Schöpfung, um bewusst Individualität und Selbsterkenntnis zu entwickeln und eine bewusste Einheit mit Gott zu verwirklichen; folglich zu erwachen aus dem uranfänglichen Schlaf oder der Unbewusstheit. So ist die Schöpfung, die ihre Quelle und ihren Anfang in Gott hat, der fortschreitende Selbstausdruck und die Verwirklichung des unendlichen und ewigen Potentials Gottes, des göttlichen Potentials, das unerschöpflich ist. Obwohl wir vom Erwachen als vom Ende sprechen mögen, ist das göttliche Potential in Wahrheit unerschöpflich und grenzenlos (Ain Sof) und es ist kein Ende in Sicht. Es gibt ganz einfach kein Ende der schöpferischen Evolution. Deshalb wirst du, wenn du den Anfang suchst, eigentlich keinen Anfang finden.

In Wahrheit ist die Schöpfung eine ununterbrochene Folge des Werdens ohne Anfang, dessen Quelle und Grundlage der Eine-ohne-Ende, der heilige Eine des Seins ist. Dieses ist die Beschaffenheit des Wirklichkeits-Wahrheits-Kontinuums, es ist ohne Anfang oder Ende. Es ist diese Gnosis (Erkenntnis), die den heiligen Orden Melchizedeks ausmacht. Von den Eingeweihten diese Ordens wird gesagt, das sie ohne Abstammung sind, das sie keinen Beginn ihrer Tage noch ein Ende ihres Lebens haben, sondern dass sie in bewusster Einheit mit dem höchsten Gott als Priesterkönige für immer bleiben. Damit enthält dieser Vers den geheimen Eingang in den heiligen Orden des Melchizedek, indem er auf den Hauptschlüssel zu den Geheimnissen hinweist, den die Eingeweihten dieses Ordens besitzen.

Der Meister spricht von dem innersten geheimen Schlüssel zu den Mysterien. Dieser Schlüssel widerspiegelt sich im Wissen, das der Autor des Briefes an die Hebräer hat. Es ist ein Brief, der nicht an die äußere Versammlung der Auserwählten sondern an die innere Versammlung geschrieben wurde, so dass, nachden sie bereits in das Heiligtum des Rosenkreuzes eingetreten waren, sie auch in die innerste geheime Versammlung des dreifachen Ordens des Melchizedek eintreten konnten. Im Zusammenhang mit unserem Vers bietet der Brief an die Hebräer eine gute Quelle zur Kontemplation.

Verstehe den Beginn als die Absicht Gottes in der Schöpfung. Seinen Platz im Anfang einzunehmen bedeutet nicht nur die Erlangung der Selbsterkenntnis, sondern es bedeutet auch, als bewusster Vermittler des Willens Gottes an die Menschheit und auf der Erde zu handeln. Jemand, der eintritt in die Erkenntnis des Christ-Selbst wie Yeshua Messia, wird eine Verkörperung des lebendigen Wortes und ein bewusster Mit-Schöpfer Gottes. Aus diesem Grunde informiert uns der Meister, dass wir potentiell grössere Dinge vollbringen werden, als die Dinge, die wir ihn haben vollbringen sehen. Der heilige Geist wird sich in jeder Seele, die zu Christus erwacht, auf einzigartige Weise offenbaren, und jede dieser Seelen wird viel mehr erreichen als schon vollbracht ist. Es ist noch immer die Wiederauferstehung der Welt zu vollbringen, und der Geist der Wahrheit in der apostolischen Folge arbeitet auf dieses noch nicht erreichte Ziel hin. Obwohl dies eine Lehre ist zum Eintreten in die perfekte Ruhe und in die Brautkammer, ist es auch ein Ruf nach erleuchtetem Handeln.

Nun sprechen gnostische Meister vom Anfang noch in einer anderen Weise. Sie sagen, dass der Anfang das helle Licht ist, das die Beschaffenheit unseres Bewußtseins und Seins ist, der wahre Kern und die wahre Gegenwart Gottes im innersten Teil unserer Seele. Genesis lesend, hören wir von der ersten Äußerung Gottes durch das heilige Wort: Es werde Licht! Dieses Licht kommt vor allem Anderen, sogar vor Sonne, Mond, Planeten und Sternen. Es ist nicht irgendein bekanntes Licht, sondern ein verstecktes und durchsichtiges Licht, das heilige Licht, wie es war vor dem Punkt des Beginns. Dieses überirdische Licht ist in Wirklichkeit der Geist des Messias. Aus diesem Licht, sagt uns der Prophet, formte der Herr das Licht und erschuf die Dunkelheit. „Formen“ bedeutet, das diese Licht offenbart wurde, aber nicht erschaffen. Demnach ist dieses Licht ohne Anfang und ohne Ende. Wirklich, es ist der Geist der nicht geboren wird und nicht stirbt, es ist der Geist des Messias.

Dieses Licht ist das Licht der Bewußtheit. Es ist reine, ursprüngliche, uranfängliche Bewußtheit, die das Wesen allen Bewußtseins ist, der innerste Kern unseres Bewußtseins oder unserer Seele auf jeder Ebene, sogar auf der unwissenden und alltäglichen Ebene des Bewußtseins. Dieses Wesen des Bewußtseins als durchsichtiges Licht zu begreifen, bedeutet Erleuchtung und Befreiung zu erreichen, Befreiung von der Gefangenschaft des Unwissens und des Todes. Der Tod ist der Teufel der Vergesslichkeit, der die Kontinuität der bewussten Existenz unterbricht. Wenn du dich an dein Christ-Selbst erinnerst wirst du erwachen und nicht wieder vergessen.

Zum Schluß will ich dir ein offenes Geheimnis verraten: Das, was dich in der Gefangenschaft hält, ist das, was dich befreien wird!

(Übersetzt aus: Tau Malachi: The Gnostic Gospel of St. Thomas : meditations on the mystical teachings. – Saint Paul, MN : Llewellyn, 2004, S. 58-60)

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Einige Vorübungen zu den Geben-und-Empfangen-Meditationen

Die beiden vorangegangenen Artikel zur Geben-und-Empfangen-Meditation findet ihr hier:

Warum Geben-und-Empfangen-Meditation?

Geben-und-Empfangen-Meditation mit der Umgebung

Die grundlegenden Fähigkeiten der Übungen „Stiller Beobachter“, „Ursprüngliche Meditation“ und „Geben-und-Empfangen-Meditationen“ sind Teil aller anderen spirituellen Übung, die in der Tradition der Sophia-Gnostik gelehrt werden, angefangen bei den Meditationen der „Vereinigung mit den Partzufim“ und „Palast des Lichtes“-Übungen bis zu den Meditationen der „Übertragung des Bewußtseins“. Alle beginnen mit dem „Stillen Beobachter“ oder der „Ursprünglichen Meditation“ und alle verwenden die Bilder der spirituellen Sonne und des leuchtenden heiligen Atems, die man in den „Geben-und-Empfangen-Meditationen“ findet. Kenntnis und Können dieser drei Übungen sind deshalb für den Eingeweihten Schlüssel zu allen anderen spirituellen Übungen in der Tradition. Darum gehört Geben-und-Empfangen zu den sechs Grundlagen-Übungen, die jeder Sophia-Gnostiker kennt. (die anderen drei sind die „Mittelsäulen-Meditation“, die oft mit Geben-und-Empfangen-Meditationen vereinigt wird, und zwei heilige Rituale, eines, das heiligen Raum schafft, und ein zweites für das gnostische Abendmahl.)

Bevor wir tatsächlich mit den Geben-und-Empfangen-Meditationen beginnen können, müssen wir lernen, Liebe und Mitgefühl in uns selbst bis zu einem gewissen Grad wachzurufen, was bedeutet, dass wir unser Herz öffnen können. In der Praxis kann sich das als viel schwieriger erweisen als man denkt, weil uns typischerweise die Quelle für unsere Liebe und unser Mitgefühl verborgen ist; weil sie uns nicht vertraut ist, kann es schwer sein den Zugang zu finden. Glücklicherweise gibt es im gnostischen Christentum viele besondere Methoden, um den Zugang zum Herzen zu finden; sie können uns helfen, unsere Fähigkeit zur Liebe und zum Mitgefühl zu erwecken. Hier werden wir uns einige besonders direkte ansehen.

Erinnerung an das Geliebt-Sein: Denke an eine Zeit als du Liebe fühltest und an die Person, die dich liebte. Vergegenwärtige dir diese Situation in deinem Geist so detailliert wie möglich – eine Liebe, die dir jemand zeigte und die dich wirklich bewegte. Für viele Menschen könnte diese Person ihre Mutter oder ihr Vater sein, oder die Großmutter und der Großvater oder jeder, der uns Liebe und Freundlichkeit entgegengebracht hat. Ein anderes Mal mögen einige von uns in der Lage sein, in Verbindung mit Yeshua oder Maria Magdalena zu kommen, deren Liebe uns die Lichtübertragung brachte, oder vielleicht auch mit unserem spirituellen Lehrer (Root Tzaddik). Jeder, der Liebe aus unserem Inneren hervorgebracht hat oder von dem wir uns geliebt fühlten, kann hierzu nützlich sein.

Stell dir die Situation vor und lasse sie deinen Geist vollkommen erfüllen, erlaube dem Gefühl der Liebe wieder in deinem Herzen aufzusteigen und dich mit Danksagungen und Dankbarkeit zu durchdringen. Wenn du das tust, wird deine Liebe natürlicherweise zu dem fliessen, der sie erweckt hat, wer auch immer das sein mag. Dein Herz wird sich öffnen, und obwohl du vielleicht nicht immer fühlen wirst, dass du genug Liebe hast, oder du deine Fähigkeit zum Mitgefühl vergessen hast, wirst du dich an Liebe und Mitgefühl erinnern, den sie werden dir gegenwärtig sein durch diese Übung. Du wirst dich daran erinnern, dass du geliebt wurdest und der Liebe würdig bist und das du in deinem Herzen ein liebendes Wesen bist.

Lass zu, dass sich dein Herz ganz öffnet, und lass deine Liebe zu allen lebendigen Seelen und Herzen strömen. Zuerst zu denen, die dir am nächsten sind, dann zu Freunden, Bekannten und Nachbarn und dann zu Fremden. Wenn du in der Lage bist, lass deine Liebe sogar zu denen strömen, die du für Feinde hältst … lass die ganze Welt in deinem Herzen ruhen, als wäre es ein Schoss aus Licht und Liebe. Bleibe in dieser heiligen Aufmerksamkeit solange es geht.

Die anderen gleichen einem selbst: In Wahrheit wünschen wir uns alle die gleichen grundlegenden Dinge – wir alle wollen glücklich sein und frei von Leid. Wir wollen wohlhabend, erfolgreich, gesund und glücklich sein, wie immer wir es ausdrücken mögen. Das trifft auf alle lebendigen Seelen und Herzen zu. Im Grunde genommen ist es so: wenn wir uns an unsere grundlegende Gleichheit als menschliche Wesen – lebendige Wesen – erinnern können, können wir anderen unser Herz öffnen.

Vergegenwärtige dir das, sieh dein eigenes Verlangen nach Wohlstand, Erfolg, Gesundheit und Glück und sieh, dass das Verlangen anderer deinem Verlangen gleicht. Lass dein Herz sich öffnen und wünsche aufrichtig Wohlstand, Erfolg, Gesundheit und Glück zusammen für dich und andere. Das wird dir helfen, dich in deinen Beziehungen zu anderen zu öffnen und dir deiner eigenen Bedürfnisse und Wünsche und der Bedürfnisse und Wünsche der anderen bewusst zu werden. Stell dir nur einmal eine Welt vor, in der Leute einander in dieser Art beachten – das Glück würde zunehmen und das Leid abnehmen!

Plätze tauschen: Wenn du jemanden kennst der leidet, aber du keine Idee hast, wie du dieser Person helfen kannst, vesetze dich ohne Vorbehalt an die Stelle dieser Person. Stell dir vor, du bist diese Person – du hast ihre Erfahrung – so vollständig und lebendig wie du kannst. Schau und sieh wie du dich fühlst, und sieh all die Ängste, die Trauer und das Leid, das aufsteigen würde. Sei diese Person in deinem Geist und öffne dein Herz vollständig ihrer oder seiner Erfahrung.

Immer, wenn wir die Plätze mit jemandem tauschen, verändern wir natürlicherweise unser gewohheitsmäßiges Selbstverständnis und öffnen unser Herz der Erfahrung und den Bedürfnissen von anderen. Wenn wir uns diese Übung zur Gewohnheit machen, werden wir feststellen, dass mehr und mehr eine kraftvolle Einfühlung und Verbundenheit mit anderen in uns erwacht und dass unser Herz sich anderen im täglichen Leben natürlicher Weise öffnet. Offen gestanden, wir werden feststellen, das wir gesünder und glücklicher sind, wenn wir das einfach tun. Wenn wir aktives Mitgefühl üben können – indem wir Hilfe und Unterstützung welcher Art auch immer leisten – werden wir ein gewisses Strahlen unseres heiligen Herzens spontan erleben.

Stell dir einen Freund an Stelle der fremden Person vor, denn manchmal ist es nicht leicht, uns an die Stelle von jemandem zu versetzen, den wir nicht gut kennen. Wenn das der Fall ist, braucht man sich in der Situation der fremden Person nur jemanden vorzustellen, den man liebst oder mit dem man befreundet ist. Als natürliches Ergebnis wird sich unser Herz schnell öffnen und wir spüren ein Ausströmen von Liebe und Mitgefühl.

Mancher fürchete vielleicht, das diese Übung einem Freund schaden könnte wie z.B. ein psychischer Angriff. Jedoch könnte nichts weiter von der Wahrheit entfernt sein. Die Liebe und das Mitgefühl, die man bei dieser Übung erzeugt, gehen hinaus zu der geliebten Person und ebenso zu der Person, die tatsächlich leidet und in Not ist. Das erzeugt positive Energy und positives Karma für den eigenen Freund. Eigentlich bezieht man in so einem Fall die eigene Freundin, den eigenen Freund in das Licht-Kontinuum mit ein und erzeugt damit eine Segnung für sie oder ihn, den sie oder er hat durch ihre / seine Liebe die Licht-Übertragung ermöglicht.

Sich dem Mitgefühl öffnen: Jeden Tag gibt es Möglichkeiten unser Herz zu öffnen und Liebe und Mitgefühl zu erfahren. Vielleicht gehen wir an jemandem, der auf der Strasse lebt, vorbei oder sehen jemanden mit einem einsamen oder verärgerten Gesicht, oder jemanden, der körperlich, geistig oder emotional behindert ist. vielleicht sehen wir auch ein totes Tier am Strassenrand. Vielleicht hören wir von der Notlage von Völkern in anderen Ländern oder sehen in den Nachrichten Leute, die gerade ein Unglück oder Leid erfahren. Im Leben sehen wir viele Leute, die leiden oder sich in einer Notlage befinden. Immer wenn wir solche Dinge sehen, ist das eine Möglichkeit sein Herz zu öffnen. Im Angesicht des unermesslichen Leides in der Welt, erlaube der Chance für Liebe und für das Bedauern, dass das Leid erzeugt, nicht an dir vorüberzugehen. Lasse das Leid und die Trauer Liebe und Mitgefühl aus dir gebären. Dann ist die grosse Trauer und das grosse Leiden nicht ohnen Sinn und Zweck, sondern unterstützt die Offenbarung der Christ-Präsenz in einem selbst und anderen. Lass das Leben selbst Liebe und Mitgefühl hervorrufen.

In dieser Weise können wir unser Herz öffnen und uns an unsere Fähigkeit zur Liebe und zum Mitgefühl erinnern. Zweifellos kann man auch viele andere Wege finden. Der Zweck dieser Übungen ist, dass du auf jede mögliche Art auf deine dir als Mensch angeborene Liebe und dein angeborenes Mitgefühl zugreifst. Das wird dir mehr Zufriedenheit und Glück bringen und es wird dich befähigen zu den Geben-und-Empfangen-Meditationen.

Mögen sich die Herzen aller in Liebe und Mitgefühl öffnen!

In Kürze folgt mehr zum Thema

(Übersetzt aus: Forum der Sophia Fellowship – Foundation Practices)

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Love is the Water of Life

Love is the Water of Life

„Everything other than love
for the most beautiful God
is agony of the spirit,
though it be sugareating.
What is agony of the spirit?
To advance toward death
without seizing hold of the Water of Life.“

(Dschalal ad-Din ar-Rumi)

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Wie finde ich mein Krafttier?

Um sein Krafttier zu finden, gibt es z.B. diese Methode:

Setz Dich allein an einen stillen Ort und sorge dafür, dass es keine Ablenkungen und Unterbrechungen gibt. Es ist am Besten, wenn Du einen Kreis um Dich ziehst und ihn mit Salbei oder Tabak segnest. Wenn Du in der Wohnung bist, mußt Du das Ganze etwas anpassen, Dir zum Beispiel den Kreis nur vorstellen und die Segnung mit einer Rassel oder Klangsschale durchführen. Wichtig ist der Effekt, den es für Dich hat.

Beginne deine spirituelle Reise mit einem Gebet und setze sie mit tiefer Meditation fort. Du kannst z. Bsp. die göttliche Mutter bitten, Dir zu helfen, Dein Krafttier zu finden. Entspann Dich, atme tief, dann atme mehrere Male tief ein und aus. Lass Dein Ego los, Deine Wünsche und Erwartungen zu dem, was geschehen soll. Verjage alle Schatten von Furcht und Negativität.

Dann beginne von einem idyllischen Ort zu träumen, z.Bsp. von einem Waldweg, einem Bach in den Bergen oder einem blumenbewachsenes Tal. Bewege Dich in dieser Welt umher, versuche alles durch Sehen, Riechen und Fühlen in Dich aufzunehmen. Nach einer Weile wirst Du ein Geräusch hören und ein Tier langsam auf Dich zukommen sehen. Das Tier ist freundlich und Du möchtest es berühren. Du nimmst es an und hälst es. Das ist Dein Krafttier. Sprich jetzt einige Zeit mit Deinem Krafttier. Sei offen für jede Art und Form von Botschaft, die es Dir sendet. Tappe nicht in die Falle, dir eine bestimmte Botschaft zu wünschen. Mach Deinen Geist ganz frei, öffne Dein Herz seiner Liebe und seinen Lehren. Wenn es Zeit ist zu gehen, danke allen Wesen an diesem speziellen Ort und danke Deinem Krafttier, das Dich gewählt hat und Dich lehrt. Dann kehre langsam zurück ins Bewußtsein und öffne Deine Augen.

Diesen Text habe ich übersetzt aus:

http://www.manataka.org/page291.html

Mehr über Krafttiere findet ihr z.B. auch hier:

http://www.animalspirits.com/index.html

http://www.phoenixarises.com/spirits/spiritshome.htm

Viel Spaß!

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