Archiv für Juni, 2008

Schamanische Lehren und Übungen in der Sophia-Gnostik

Der Orden des Erzengels Uriel

Der Heilige Eine ist Alles, immanent und transzendent, ohne Widerspruch. Heute besteht ein großes Bedürfnis und eine große Notwendigkeit, die Kraft unserer Mutter Erde wieder zu erfahren. Dazu dient die weiße Magie in der Sophia-Gnostik. In früheren Generationen gab es in der Sophia-Gnostik zwei magische Richtungen. Eine nannte sich die „Kunst des Tempels König Salomons“, die andere „die Versammlung der Propheten“. Die erste repräsentierte eine verfeinerte Form der zeremoniellen Magie, die zweite war schamanisch und auf die Erde ausgerichtet.

Im Forum der Sophia Fellowship könnt ihr eine große Zahl von grundlegenden schamanischen Ritualen dieser zweiten Richtung finden und einige wenige der ersten Richtung. Sie unterstützen besonders das Erwachen der Schlangenkraft (Kundalini-Energie), das Öffnen der inneren Sterne (Chakren) und die Ausbildung des Lichtkörpers und sind eine direkte Reflexion der Lehren und Übungen aus dem Alten Testament und den Evangelien. Sie verbinden mit der Erde und der Umgebung und dienen dabei gleichzeitig der eigenen spirituellen Selbst-Erkenntnis. Es gibt heute ein großes Bedürfnis nach der Wiederherstellung des schamanischen Weges, der unsere Füße fest auf der Erden positioniert und uns die Magie im Alltäglichen nahebringt, während unsere Gedanken mit dem Himmel, dem Überirdischen und Transzendenten beschäftigt sind.

Wie Tau Malachi sagt, können viele Lehren und Übungen aus der weißen Magie nur persönlich mitgeteilt werden durch Selbsterfahrung und einiges wird nur vertraulich mit denen geteilt, die einem Meister nahe kommen. Im Forum der Sophia Fellowship hat er jedoch Lehren und Übungen beschrieben, die für unabhängige Übende gut und nützlich sein können. Ihr findet sie in englischer Sprache unter „Order of St. Uriel“, Orden des Erzengels Uriel, wie diese Richtung heißt. Der Erzengel Uriel, auch als das „Licht Gottes“ bezeichnet, gilt als besonders verbunden mit der weißen Magie.

Viele Eingeweihte, die sich zum „Orden des Erzengels Uriel“ hingezogen fühlen, verbinden ihre Studien und Übungen mit denen des „Ordens des Erzengels Gabriel“. Der „Orden des Erzengels Gabriel“ hat die Beschäftigung mit Träumen und Visionen, luzides Träumen und prophetische Meditationen zum Ziel.

Beide Orden sind für Übende gedacht, die nicht mehr ganz am Anfang ihres Weges stehen und die grundlegenden Meditationen der Sophia-Gnostik sicher beherrschen.

(Zusammengestellt mit Informationen aus „The Order of Uriel: Brief Introduction“)

Order of St. Uriel

Kommentar schreiben

Sommersonnenwende

Rabula PentecostThema dieses heiligen Festes ist die Himmelfahrt und das Pfingstfest – es ist das Fest der Pleroma des Lichtes am längsten Tag und der kürzesten Nacht des Jahres. Die Sommersonnenwende repräsentiert die Fülle des göttlichen Lichtes und den Höhepunkt des göttlichen Lebens, und damit, das Mysterium der Himmelfahrt und der Ausgießung des Heiligen Geistes zu Pfingsten.

Es ist eine Feier der göttlichen Glücksseligkeit, unseres spirituellen Sieges in Christus, der Bestätigung unseres Glaubens und der Ankündigung unserer Gnosis. Es ist die Feier unserer höchsten spirituellen Hoffnung und ebenso der großen Verwandlung, der Manifestierung des Neuen Jerusalems auf der Erde.

Diese Ideen formen die häufigsten Themen für unsere Sommersonnenwende-Feiern. In der gnostischen Schrift „Pistis Sophia“ ruft der Lebendige Yeshua (auferstandene Jesus) seine Jünger zum Ölberg und weiht sie in die innersten Lehren ein. Er offenbart ihnen den Weg der grossen Himmelfahrt. Er eröffnet ihnen den Weg und wird eins mit der strahlenden Herrlichkeit des göttlichen Lichts, und kommt so in die Ruhe im Himmlischen Vaters. Danach versammeln sich die Jünger im oberen Raum. Die heilige Mutter und Maria Magdalena sind in ihrer Mitte. Ein großes Feuerlicht, wie ein spirituelles Nuklearfeuer, erscheint über dem Kopf der Magdalena und teilt sich in Feuerzungen (das Bild für den hebräischen Buchstaben Yod). Diese Feuerzungen verteilen sich über den Köpfen der Jünger, fließen in sie und heiligen sie als Apostel des Lichts. Und so ist es auch heute noch mit jedem gnostischen Apostel: sie werden geweiht durch El Elyon, das wahre Licht. Sie erhalten die Fülle des Heiligen Geistes, den Durchbruch zum überirdischen oder messianischen Bewußtsein. Sie tragen die Kraft der überirdischen Shekinah, die wahre Kraft des Heiligen Geistes in sich.

Als die heiligen Apostel geweiht wurden, blieben die Frauen unter den Aposteln im oberen Raum. Sie erhielten den heiligen Raum und bildeten eine Matrix göttlichen Lichtes. So wirkten sie in der inneren Dimension. Die Männer unter den Aposteln trieb der Heilige Geist hinaus zur Ausdehnung des göttlichen Lichtes in der Welt – in alle Reiche, Welten und Universen der Gesamtheit. Auf diese Weise setzt sich ihr tun bis heute fort.

Ebenso wie die Entwicklung des Bewußtseins über den Körper hinaus, ist das Empfangen des Heiligen Geistes ein Einströmen göttlichen Bewußtseins in den Körper. Wir feiern dieses große Mysterium und die göttliche Gnosis, die es offenbart, das erleuchtete Sein.

Der Apostelgeschichte zufolge lehrte der Heilige Petrus zu Pfingsten: „Kehrt jetzt um und lasst euch taufen im Namen Yeshua Messias, und ihr werdet den Heiligen Geist empfangen.“ 3000 Menschen wurden an diesem Tag getauft und empfingen den Heiligen Geist – den Geist göttlicher Erleuchtung.

Natürlich ist es bei der Feier des Pfingstfestes unsere Absicht, etwas von der Ausgießung des Heiligen Geistes zu erfahren und uns daran zu erinnern, also selbst den Heiligen Geist zu empfangen.

Dies ist die Inspiration für Sommersonnenwende-Rituale in der Sophia-Gnostik. Das ganze ist eine sehr kreative Angelegenheit, wenn man die Kunst versteht, heilige Zeremonien und eine heilige Umgebungen zu schaffen. Wirklich, nur der Himmel ist die Grenze dessen, was getan werden kann, um diese Mysterien zu erfahren. Die Grundlage dafür ist, wie bei allen großen Sonnenfesten des äußeren Kontinuums, unsere Erfahrung der Gnostischen und Licht-Übertragung.

Obwohl wir diese heiligen Feste zu unserer eigenen spirituellen Entwicklung und Erkenntnis durchführen, nehmen wir sie auch für alle Menschen, alle Wesen und die ganze Welt auf. Wir beabsichtigen den Segen der göttlichen Präsenz und Kraft, der Licht-Präsenz (Christus) und Licht-Kraft (Heiliger Geist), zu manifestieren und auf alle zu übertragen.

Mögen alle, die danach verlangen, den Heiligen Geist empfangen. Mögen alle, die gewillt sind, in göttliche Glückseligkeit erhoben werden – alles im Lebendigen Yeshua, amen.

(Übersetzt aus: Sophia Fellowship – Forum – Feast of the Ascension & Pentecost)

Kommentar schreiben

Thomasevangelium – Vers 67

Jesus spricht: “Wer alles erkennt – wenn es ihm an einem mangelt, hat es ihm (schon) an allem gemangelt”

Wenn du erkennst, dass du mit der heiligen Einheit Gottes verbunden bist, wirst du nicht mehr unter der Täuschung des Mangels und der Trennung leiden. Die Leiden persönlicher Defizite verschwinden. Wirklich, Glauben an den Tod und die Wiederauferstehung Yeshua Messias und das Wissen um den innewohnenden Christus erleuchtet die Seele und befreit dich von den kosmischen Kräften der Ignoranz und des Todes. Erinnere dich an das Versprechen am Beginn des gnostischen Thomas-Evangeliums: „Wer die Bedeutung dieser Verse erkennt, wird den Tod nicht erfahren.“ Ist dein Glauben durch Verstehen geprägt? Das heisst, hast du wirklichen Glauben? Strebst du nach wahrer Gnosis durch Glauben und die guten Werke des Glaubens? Dann wirst du mit Sicherheit Gnosis erlangen und du bist schon erlöst! Hast du Vertrauen darin, dass Christus in dir wohnt und du von der Gebundenheit an Ignoranz und Tod erlöst wirst? Dann ist jetzt deine Auferstehung und der Beginn des Messianischen Bewusstseins ist nahe! Preise den HERRN!

Nun muss gesagt werden, dass es nicht genug ist, mystische Erfahrungen zu haben. Du musst die Wahrheit und das Licht, die dir in deinen Erfahrungen offenbart werden, in dich integrieren. Lass dich durch die spirituellen Erfahrungen transformieren, und lebe so in Übereinstimmung mit der Wahrheit und dem Licht, die dir in deiner Erfahrung offenbart werden. Um direkte spirituelle Erfahrungen zu haben, musst du die Bedingungen schaffen, in denen ein Wechsel in einen höheren Bewusstseinszustand möglich ist und die göttliche Gnade wirken kann.

Wenn ich nicht regelmässig bete und meditiere und den HERRN, meinen Gott, in Geist und Wahrheit verehre, kann ich tätsächlich nicht erwarten, in höhere Bewusstseinszustände oder prophetische Ebenen des Bewusstseins zu gelangen. Schon gar nicht kann ich erwarten, dass solch eine Erfahrung mich verwandelt, wenn ich sie durch puren Zufall machen sollte. Der Meister spricht hier wieder die Möglichkeit und Notwendigkeit der direkten spirituellen Erfahrung an. Er spricht von den Übungen und von der spirituellen Lebensweise, die diese Erfahrungen hervorbringen.

Zugleich spricht der Meister von etwas, das noch viel feinsinniger und erhabener ist. Er sagt, dass es die göttliche Gnade ist, die alles vollbringt. Dies geschieht aber nur, wenn der Schüler sein egoistisches Selbst zurückhält, sein Verstandeswesen zum schweigen bringt und sein lebendig-emotionales Wesen besänftigt, so dass die göttliche Gnade ohne Behinderung wirken kann. Wenn man auf diese Weise in die heilige Einheit kommt, gibt es niemanden, der unzulänglich ist. Das Christselbst in Einheit mit dem heiligen Vater und dem heiligen Geist tut alles. Im egoistischen Zustand ist alles persönlich, aber im Zustand der Selbst-Transzendenz ist überhaupt nichts persönlich. Wenn man direkt die Erfahrung solcher Selbst-Transzendenz gemacht hat und etwas von dem höheren Bewusstsein verkörpert, kann man sich selbst nicht mehr als getrennt von der heiligen Einheit betrachten. Deshalb kann man auch in keiner Weise unzulänglich sein. Die spirituelle Erfahrung, von der der Meister spricht, ist zutiefst heilend und befreiend.

Lasst mich mit euch das Ideal teilen, das die Eingeweihten unserer Line bei den spirituellen Übungen und beim spirituellen Leben haben. Sie sind der Ansicht, dass das Christselbst in ihnen betet, meditiert und Gott im Geist und in der Wahrheit verehrt, und dass das Christselbst ihr Leben lebt und dabei danach strebt, Gottes Plan zu verwirklichen. In allem, was getan wird, ist der heilige Geist der Handelnde. Der Eingeweihte ist der bewusste Zeuge und das Mittel für diese Handlung der göttlichen Gnade. In diesem Sinne würden die Meister unserer Tradition leidenschaftlich mit dem Heiligen Paulus übereinstimmen, der behauptet, dass die Erlösung im Glauben durch göttliche Gnade erfolgt.

Wenn du mit dieser erleuchteten Sichtweise spirituelle Übungen ausführst, wie könntest du dann glauben, dass eine gute Übungssitzung das Resultat deines eigenen tuns ist, oder eine schlechte Sitzung das Resultat eines persönlichen Mangels? Wenn du diese Sichtweise ebenso im persönlichen Leben anwendest, wo soll dann ein persönlicher Mangel sein? Alles wird für dich eine göttliche Arbeit sein, die getan werden muss. Du wirst den heiligen Geist einfach tun lassen, was er tun muss und dabei vollständig mit ihm kooperieren. Alles ändert sich mit dieser Sichtweise. Das Wesen dieser Veränderung ist tiefgründig. Wenn du weisst, dass du mit dem HERRN gehst und der Geist des HERRN bei dir ist, wird das negative Selbstbewusstsein, das dich einmal plagte, nicht mehr da sein oder wenigstens nicht mehr so stark sein wie früher.

Lass es dir klar gesagt sein, dass es auf dem Weg um Selbst-Transzendenz geht, um den Dienst am anderen Menschen und für Gott, den HERRN. Wer hat Zeit, sich seiner Selbst bewusst zu werden, mitten beim Dienst für andere Menschen und für Gott, den HERRN? Wenn ich mich zu irgendeiner Zeit zu selbstbewusst empfinde, dann bin ich in diesem Moment vielleicht zu selbstzentriert und diene eher mir selbst als dem HERRN in diesem Moment. Ich habe das immer als zutreffend empfunden.

(Übersetzt aus: Tau Malachi: The Gnostic Gospel of St. Thomas : meditations on the mystical teachings. – Saint Paul, MN : Llewellyn, 2004, S. 209-211)

Kommentar schreiben