Archiv für September, 2008

Einen Traumaltar bauen

In deinen Träumen hast du Zugang zu einer unerschöpflichen und unvorstellbaren Quelle des Wissens und der Kraft, unendlicher göttlicher Weisheit. Aber du musst einen Weg finden, dieses Wissen und diese Kraft aus der Traumzeit in das Hier zu bringen.

Du kannst in deinen Träumen wirklich überall hingehen und alles tun. Du kannst jede Art von Wissen oder Kraft erlangen, die du suchst, die Antwort auf jede Frage, die du haben magst, und die Befähigung zu tun, was du dir wünschst. Im Traum hast du absolute Freiheit zu tun, was du möchtest, und das Verlangen deines Herzens auszudrücken. Die Schwierigkeit besteht darin, dass wir dazu neigen, uns in der Traumzeit zu verirren. Oder vielmehr ist es so, dass wir dazu neigen, die Verbindung zu unserem energetischen Wesen und wahren Selbst in der Traumzeit zu verlieren, und so verlieren wir auch das meiste Wissen und die meiste Kraft auf der Rückreise in unseren Körper.

Es ist wie bei unserer Geburt. Wenn wir nicht weise Menschen um uns haben, die uns helfen, uns zu erinnern, anzukommen und auf dem Weg zu bleiben vom Beginn unserer Inkarnation an, ist es schwer für uns. Die enorme Energie und Anstrengung, die es erfordert, die grundlegenden Dinge im Leben zu lernen und in dieser Welt zu überleben, führt schnell dazu, dass wir unsere wahre, ursprüngliche Intention zurücklassen. Wenn wir diese Aufmerksamkeit, dieses Wissen und diese Kraft unserer Seele verloren haben, wird es sehr schwer, das alles wiederzuerwerben. Oft ist es fast unmöglich, das schwierigste überhaupt.

Es gibt jedoch eine Übung, mit der wir so etwas wie eine Brücke zwischen unserem Wachbewußtsein und der Traumzeit bauen können, eine Übung, die in der Kabbala und in mehreren Weisheitstraditionen der Ureinwohner Amerikas gelehrt wird – einen Traumaltar zu bauen.

Dieser Altar ist nichts materielles, sondern etwas, dass wir uns vor unserem geistigen Auge vorstellen, indem wir unsere kreative Imagination verwenden. Die Traumwelt ist natürlich außerhalb von Raum und Zeit, und so hast du deinen Traumaltar schon gebaut, während du dies liest oder hörst. Ob du es weist oder nicht, tatsächlich bist du hierher gekommen, um dies zu lesen und diese Lehre zu empfangen, weil du vom Geist und den Kräften in deinen Träumen geführt wurdest. Nahezu alles von Belang in deinem Leben wird auf diese Weise angeregt!

Die Kräfte, die Geister in anderen Reichen, Welten und Dimensionen, in der Traumzeit, versuchen ständig Verbindungen mit dieser Welt herzustellen, mit uns. Dein Traumaltar ist der „Ort“, an dem diese Verbindungen geschehen können.

Es ist sehr einfach, deinen Traumaltar zu bauen und zu verwenden. Frage dich einfach: „Wie sieht mein Traumaltar aus? Was befindet sich auf ihm? Was ist um ihn herum?“ Sieh ihn vor deinem geistigen Auge. Da ist er, dein Traumaltar!

Bevor du ihn benutzt, erwäge und betrachte was auf ihm steht, wie er wirkt und was ihn umgibt. Lerne alles kennen, und überlege von Anbeginn, was er dir sagen könnte. Sei bedacht, und ändere ihn nicht zu oft, arrangiere ihn nicht um. Zwinge ihm nicht zusehr eine egoistische Verwendung deiner Vorstellungskraft auf. Je mehr du von deinem oberflächlichen Bewußsein und eigennützigen Selbst in ihn hineinprojizierst, umso weniger rezeptiv und effektiv wird dein Traumaltar sein. Sei behutsam und einfühlsam mit ihm und laß den Geist und die Kräfte durch ihn sprechen.

Wenn du mit ihm vertraut geworden bist, kannst du beginnen ihn zu benutzen. Du kannst deine Probleme, deine Fragen und deine Wünsche auf dem Traumaltar plazieren bevor du abends schafen gehst. Dann kannst du im Traum oder morgens, wenn du aufwachst, zu deinem Traumaltar gehen und schauen, ob sich etwas verändert hat: ist etwas entfernt worden oder dazugekommen, ist etwas umarrangiert worden? Schau und höre, was der Geist und die Kräfte dir sagen, was dein energetisches Wesen dir offenbart.

Es kann sein, dass du sehr direkte Antworten auf deine Fragen erhältst oder dir eine heilige Aufgabe erteilt wird, durch die du Antwort bekommst oder geheilt wirst. Die Botschaft des Geistes und der Kräfte kann direkt durch den Traumaltar erfolgen oder als Einsicht und Inspiration während des Tages. Es könnte sein, dass was immer dich besorgte, sich einfach auflöst, ohne offenkundige Mühe von deiner Seite, wie „die Antwort auf ein Gebet“. Dinge, die du dir zutiefst wünschst – es kann erstaunlich sein, wie sie einfach zu dir kommen und wie aus dem „Nichts“ erscheinen, ohne Mühe von dir, wie eine großartige Synchronität oder ein Fluß von Segen und Glück!

Du wirst überrascht sein von der Kraft deines Traumaltars. Du wirst merken, dass durch ihn große Wunder geschehen!

Pflege ihn gut und gehe spielerisch mit ihm um, erfreue dich an ihm, dann wird er dir viel Segen über die Jahre bringen. Arbeite mit ihm und du wirst es sehen.

Mögest du gesegnet sein, die Gefolgschaft der Shekina des Messias zu kennen, die Spirituelle Sonne in deinen Träumen und deinem Leben; Amen.

(Übersetzt aus: Tau Malachi: The Power of Dream & the Awakening)

Mehr zum Thema Träumen findet ihr im Orden des Heiligen Gabriel – The Order of St. Gabriel (englisch)

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Der Fest der Apokalypse

Heiliger Evangelist Johannes in Patmos

H. Memling: Heiliger Evangelist Johannes in Patmos

Das Fest der Apokalypse findet zu Tag- und Nachtgleiche im Herbst statt, an der Schwelle zur Zunahme der Dunkelheit im Sonnenjahr, wenn sich das Jahr langsam auf die Wintersonnenwende zubewegt. Die Apokalypse repräsentiert das zweite Kommen – den Beginn des höheren Bewußtseins in einem größeren Teil des menschlichen Kollektivs im Gegensatz zum ersten Kommen des Messias in der Person Yeshuas (Jesus Christus). In Genesis sehen wir ein Herabsteigen und eine Involution in die materielle Dimension und in der Apokalypse sehen wir die Gegenbewegung: eine Evolution und ein Aufsteigen von Seelen zur Pleroma des Lichtes, ihre Erleuchtung und Befreiung.

Die Apokalypse ist kein einmaliges Ereignis in der Vergangenheit oder Zukunft, sie ist ein ständiger Prozeß, ebenso wie die Schöpfung im hier und jetzt stattfindet. Das Leben ist ein dauernder Tanz der Schönheit und des Horrors, der Schöpfung und Zerstörung, des Lebens und des Todes, des Lichtes und des Schattens.

Man muss sich eine Frage stellen beim Fest der Apokalypse: Gibt es ein verborgenes Zentrum des Friedens und der Freude in uns – ein Wesen, das über dem Spiel von Schönheit und Horror, Glück und Trauer, Krankheit, Leben und Sterben, guten und schlechten Zeiten und dem Erscheinen von Licht und Dunkelheit steht?

Dieses verborgene Zentrum ist der innerste Teil unserer Seele, die Essenz und das Wesen unseres Seelenstromes, der in Wahrheit ungeboren und deshalb unsterblich ist. Es ist die Licht-Präsenz und Lichtkraft, die wir den innewohnenden Christus und heiligen Geist nennen. Über dieses Wesen in uns lehrt uns der erleuchtete Autor der Hebräerbriefe: „Er hat weder Vater noch Mutter, einen Stammbaum von ihm gibt es nicht. Seine Lebenszeit hat weder Anfang noch Ende – darin gleicht er dem Sohn (der Sonne) Gottes. Dieser Melchisedek (Er-Sie) also bleibt Priester auf ewig.“ (7:3)

Bei unserer Feier des Festes der Apokalypse versuchen wir uns an das verborgene Licht-Zentrum im innersten unserer Seele zu erinnern und diesen Teil in uns zu feiern, der über dem Spiel aus Licht und Schatten und über aller Dualität steht und der unser Heilige Lehrer (Heilige Tzaddik), unsere Vollkommenheit in Christus ist. Ebenso erinnern wir uns und feiern das Ziel unseres sprituellen Weges und streben aktiv nach seiner Verwirklichung – den Messias zu verkörpern, Erleuchtung und Befreiung zu erlangen, auch wenn der Weg sich über viele Leben erstreckt.

Die Offenbarung des Johannes ist eine tiefsinnige und vielschichtige Schrift der Heiligen Kabbala und Jahr für Jahr ist eines ihrer Geheimnisse Thema unseres Festes.

[Übersetzt aus: Tau Malachi: Holy Feast of the Apocalypse]

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Vorübungen zur Partzuf-Meditation

Wenn es für euch zu schwierig ist, euch eine Person wie Jesus oder Maria Magdalena als Lichtwesen vorzustellen, ist es gut, ihre oder seine vollkommene Präsenz im Raum vor euch zu fühlen: lass all die Inspiration, Freude und Ehrfurcht, die du fühlst, die Stelle der Visualisierung einnehmen. Vertraue einfach, das die Präsenz, die du zu Hilfe rufst, wirklich da ist. Jesus sagte selbst: „Und das sollt ihr wissen: Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt.“

Es ist am Anfang nicht wichtig, ob ihr visualisieren könnt. Es ist viel wichtiger, dass ihr die Präsenz in eurem Herzen fühlt, dass ihr in euch aufnehmt, was sie verkörpert: ihre Liebe, ihr Mitgefühl, ihre Weisheit, ihren Segen und ihre Kraft. Lasst euch völlig davon erfüllen und spürt, was geschieht. Wenn der Meister zu euch spricht, nehmt es in euch auf. Bleibt so lange ihr könnt in der Aufmerksamkeit. Bittet zum Schluß, dass seine Liebe und Kraft auf alle Wesen ausgedehnt wird. Amen.

Eine andere Möglichkeit:

Wenn ihr euch ein Licht gut vorstellen könnt, denkt euch eine spirituelle Sonne hinter eurem Herzen, und lasst euch von diesem Licht völlig erfüllen.

Oder schaut euch an einem sonnigen Tag die Sonne genau an, und nehmt ihr Bild vollkommen in euch auf, spürt die Sonne hinter eurem Herzen. Diese Aufmerksamkeitsübung tut gut, und ihr könnt sie im Alltag oft wiederholen. Dann wird euch in der Meditation das Licht der Sonne sehr präsent sein.

Erinnert euch in der Meditation an die Sonne und spürt sie wieder hinter eurem Herzen. Versucht, das Licht stärker werden zu lassen und dehnt es aus, bis es euer Herz ganz erfüllt. Nehmt die Kraft und Reinheit dieses Lichtes bewußt in euch auf. Bleibt so lange ihr könnt in der Aufmerksamkeit. Bittet zum Schluß, dass die Kraft des Lichtes auf alle Wesen ausgedehnt wird. Amen.

Einen Altar bauen:

Sehr hilfreich ist es auch, einen Altar zu bauen. Das ist in der Sophia-Gnostik eine sehr kreative Angelegenheit und jeder richtet sich nach seinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen. Wichtig ist, dass ihr eine persönliche Beziehung zu dem Altar herstellt. So bringt ihr euch leichter in die sprituelle Aufmerksamkeit. Ihr könnt dazu z.B. ein Bild des Partzuf wählen, dass euch besonders anspricht, Kerzen, Weihrauch, aber auch jede Art von spirituellen Symbolen, die euch besonders wichtig sind. Auch die Beziehung zu anderen spirituellen Traditionen, wie Buddhismus oder Sufismus läßt sich symbolisieren.

Meditiert dann regelmäßig vor dem Altar und gewinnt ein Bild von eurem Partzuf als Lichtgestalt, das ihr euch  bei der Meditation immer besser vorstellen könnt.

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