Archiv für Kabbala

Binah – die göttliche Fülle

In der jüdischen Kabbala lautet der göttliche Name für Binah “Yahweh, ausgesprochen als Elohim”. Wie wir im Kapitel über Da’at, das den Namen “Yahweh Elohim” mit Binah teilt, entdeckten, verweist dieser Name auf die eine Lebenskraft, die viele Formen annimmt. Wie wir bereits sahen, ist die Pleroma (Fülle) der göttlichen Fülle im eigentlichen Sinne Chochmah, während Binah die uranfängliche Leere oder Empfänglichkeit ist. Durch Binah wird die göttliche Fülle verwirklicht.

Eine Möglichkeit, dies näher zu verdeutlichen ist der Partzuf von Binah, Ima oder Aima (die Mutter) und die Vorstellung des Mutterschoßes. Ursprünglich repräsentiert der Schoß die Leere. Nach der Empfängnis ist er jedoch die göttliche Fülle. Vor ihrer Vereinigung sind die Kraft des Vaters und die Matrix (Gebärmutter) der Mutter nur ein Potential. Durch ihre Vereinigung verwirklichen sie dieses Potential gegenseitig. Auf diese Analogie von Mann und Frau weist der Name Elohim selbst hin. Er ist ein feminines Substantiv mit einem maskulinen Plural. Er legt den Schoß der schwangeren Frau, die absolute Einheit in der unendlichen Vielfalt nahe.

Manche Okkultisten haben die Bedeutung von Elohim als eine Vielzahl von Göttern und Göttinnen beschrieben, als die Vorstellungen des heidnischen Glaubens. Solch eine Assoziation missversteht jedoch die Subtilität dieses göttlichen Namens vollkommen. Zuerst sollte man verstehen, dass mit der Idee von Mutter und Vater nicht zwei Götter gemeint sind, sondern nur einer. Das Prinzip von Kraft und Form, Chochmah und Binah, ist eins in der überirdischen Welt. Als zweites sollte man verstehen, dass die Idee hinter einem weiblichen Substantiv mit einem maskulinen Plural nicht eine Vielzahl von Göttinnen und Göttern nahelegt, sondern eher einen göttlichen Elternteil, der unendlich erzeugen und gebären kann. Drittens ist die Pluralität, die mit dem göttlichen Wesen assoziiert wird eine Vielfalt der Qualitäten, Attribute oder scheinbaren Funktionen, vergleichbar solchen, die eine Person haben kann. Zum Beispiel kann eine Frau bei der Arbeit eine Spezialistin sein, wie eine Lehrerin und als solche mag sie viele verschiedene Quälitäten haben. Gleichzeitig kann sie auch eine Tochter, Schwester, Freundin, Ehefrau, Mutter oder Leiterin eines Vereins sein. Was für Qualitäten, Attribute oder Funktionen ihr auch immer zugeschrieben werden, sie selbst geht über sie hinaus. Sie ist sie selbst.

So ähnlich ist es mit der Beziehung von Gott zu den Qualitäten, Attributen und Funktionen Gottes in der Schöpfung. Elohim als ein Name Gottes bedeutet nicht eine Vielzahl von verschiedenen Göttern und Göttinnen, sondern eher ein höchstes Wesen, dass sich durch unzählige Qualitäten oder Attribute und Funktionen manifestiert. Diese formen die Matrix der Schöpfung. Eine solche Erkenntnis gibt Einsicht in das Wesen der Olamot und Sefirot. Sie sind Elohim, die vielen Qualitäten Gottes in der Schöpfung. Die Sefirot existieren in der heiligen Einheit, die Gott ist. Sie dürfen nicht auf irgendeine Weise getrennt von Gott oder von einander gesehen werden. Sie sind wie die Kabbala sagt “wie die Flamme mit der Kohle verbunden”.

[aus Tau Malachi: Gnosis of the Cosmic Christ. – Saint Paul, MN : Llewellyn, 2005. – S. 121-123]

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Chochmah in Atzilut: Der große Name Gottes

Yah und Yahweh, das Tetragrammaton, ist Chochmah auf der Ebene von Atzilut. Yah besteht aus den Buchstaben Yod und He. Die Spitze des Yod ist Kether und das Universium von Adam Kadmon, der Körper des Yod ist Chochmah und das Universium von von Atzilut. Der Buchstabe He ist Binah und das Universum von Beriyah. Somit ist Yah die Kraft der Überirdischen und drückt die Wahrheit von Chochmah als dem Erzeuger der Kraft am Lebensbaum aus. Die überirdische Kraft, die durch die Sefirot von Beriyah fließt, versorgt das Universum von Yetzirah. So deutet Yah auf Chochmah als der Kraft, die hinter der Welt der Engel (Yetzirah) steht.

Yod und He sind der überirdische Vater und die überirdische Mutter vor der Empfängnis und der Geburt. Verbunden mit Waw und He im Tetragrammaton, sind Yod und He der tatsächliche Vater und die wirkliche Mutter. Die göttlichen Eltern haben den Sohn und die Tochter geboren. Alle fünf Partzufim werden so durch den großen Namen Gottes repräsentiert: Yod-He-Waw-He.

Wenn die Buchstaben vertikal von oben nach unten geschrieben werden, entsteht das Bild eines Menschen. Das besagt, das Yahweh der Kanal der heiligen Schekina Adam Kadmons ist zu den unteren Universen und das die fünf großen Partzfim Ausdruck dessen sind, was in Adam Kadmon enthalten ist – der uranfängliche Mensch.

Ehje ist der höchste Name Gottes, Yahweh ist der große Name Gottes. Worin besteht der Unterschied? Hier gibt es eine direkte Parallele zur Verwendung des zweiten Buchstabens im hebräischen Alphabet (Bet) an Stelle von Aleph. Aleph ist der erste Buchstabe im höchsten Namen Gottes und repräsentiert Gottes Geist oder Essenz, die auch in der Schöpfung enthalten ist. Aber wegen des transzendenten Wesens des Schöpfers beginnt die Schöpfung mit dem zweiten Buchstaben, Bet, der Haus oder Struktur bedeutet, also die Matrix der Schöpfung. Diese Idee beschreibt auch die Beziehung zwischen Ehje und Yahweh. Sie ist ähnlich der Beziehung von Seele und Körper, in diesem Fall einem Lichtkörper und reiner Energie.

Ehje ist wie die Wurzel des Lebensbaums. Er ist das Leben des heiligen Baums. Deshalb ist er der höchste oder essentielle Name Gottes.

Yahweh ist wie der Stamm des Lebensbaums. Alle heiligen Namen gehen wie Zweige von einem Stamm von ihm ab. Deshalb ist Yahweh der große Name Gottes, der alle anderen enthält und durch Yahweh werden alle von Ehje versorgt und tragen Früchte, die Sefirot. Ehje wird auch die erste Herrlichkeit genannt, Yahweh die zweite Herrlichkeit und alle weiteren Namen Gottes die Herrlichkeit der Herrlichkeit (Elohim oder Binah) oder die dritte Herrlichkeit genannt.

Ehje ist in Yahweh wie die Seele im Körper und Yahweh ist wie ein Körper strahlenden Lichts, der Ehje enthält. Yahweh bedeutet: Das was war, ist und immer sein wird. Ehje bedeutet: Ich bin oder ich werde sein. So bedeutet Yahweh ein Ausströmen von Ehje, die Aktivität oder Offenbarung von Ehje, die während sie von Ehje ausgeht gleichzeitig auch immer zu ihm zurückkehrt.

Chochmah-Yahweh ist der Kanal der überirdischen Seinskraft, des überirdischen Lichts, das in der Kabala Ruhaniyut heißt. Ruhaniyut atmet und scheint aus den Sefirot und ebenso um sie herum. Es wird gesagt, dass es eine äußere und innere Ruhaniyut gibt, die aus den Sefirot wie eine Seele scheint und um sie herum wie ein Aura oder ein Kleid. Yahweh ist die innere Ruhaniyut und alle weiteren Namen sind die äußere Ruhaniyut. Ehje ist die innerste geheime Ruhaniyut, die wahre Essenz der inneren und äußeren Ruhaniyut, der strahlende heilige Atem Gottes. Das Wort ist ein Plural, der verschiedene Formen des Lichtatems Gottes nahelegt.

In Genesis haucht Gott Adam das Leben ein. Dabei handelt es sich um Adam Kadmon und Adam Ha-Rishon (den ersten Menschen), das überirdische Ideal der Menschheit. Es wird gesagt, das die Seelen der Gerechten (Tzaddikim) – aller authentischen Menschen – aus der Seele Adam Kadmons gezogen werden. So ist die Ruhaniyut oder der strahlende, heilige Atem Gottes im jedem Menschen. Durch Ruhaniyut sind wird mit den Sefirot, den göttlichen Namen und Partzufim verbunden und in der Lage uns an die Sefirot zu binden und diese an uns, also etwas von der heiligen Schekina zu verkörpern.

Yahweh ist der Name der Namen, die vereinigte Kraft der Ruhaniyut aller Namen Gottes. Yeshua ist dieser Name mit dem Einschub des Buchstaben Shin in der Mitte. Das legt einen Menschen nahe, der die Ruhaniyut in sich verkörpert und sich mit den Sefirot, den göttlichen Namen und Partzufim vereinigt hat. So ist Yeshua nicht nur der Name eines Menschen, sondern jedes erleuchteten Menschen. Dadurch wird die Bedeutung folgendes esoterischen Spruches klar: “Alle sprituellen Kräfte sind dem Namen Yeshua untertan.” oder “vor dem Namen Yeshua soll sich jedes Knie und jeder Kopf beugen.” In und hinter unserem gewöhnlichem Atem ist ein strahlender und heiliger Atem, die Manifestation von Hayyah, der Lebens-Essenz, die Chochmah entspricht. Indem wir diesen inneren, geheimen Atem entdecken und die heiligen Namen sprechen, haben wir die Kraft des gesegneten Namens Yeshua, die Gnosis von Yeshua Messiach.

So gelangen wir zu einem tieferen Verständnis der Ausgießung des heiligen Geistes über die Jünger zu Pfingsten im Beisein der heiligen Braut. Das überirdische Licht ist ein feuriges Licht, der Atem ist sein Fahrzeug und so kann jemand der weiss, wie man atmet und die göttlichen Namen vibriert, den heiligen Geist auf andere übertragen und ihn in ihnen erwecken. Das ist die Grundlage aller christlich-gnostischer Initiation.

(aus Tau Malachi: Gnosis of the Cosmic Christ. – Saint Paul, MN : Llewellyn, 2005. – S. 95-98)

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Chochmah

Chochmah, die Weisheit, ist ebenso unfassbar wie Kether. Wenn Kether die Singularität ist, aus der Urknall hervorgeht, so ist Chochmah der Moment des Urknalls selbst. Dieser Ereignishorizont ist gleichzeitig innerhalb und außerhalb unseres metaphysischen Universums. Im Moment vor dem Urknall gibt es nichts Erkennbares. Mit dem Urknall beginnt alles, was wir kennen. Deshalb wird Chochmah Reshit genannt, der Punkt des Beginns, vor dem wir nichts kennen können.

Die Kontemplation dieses Mysteriums ist möglich mit dem ersten Buchstaben des Tetagrammatons: Yod. Yod wird buchstabiert: Yod, Waw, Dalet. Yod gleicht einem Punkt. Dieser repräsentiert Kether. Ein Punkt hat eine Position, aber keine Dimension. Waw entspricht einer Line. Wenn von einem Punkt eine Linie gezogen wird, entsteht eine Dimension. Dalet entspricht einem Winkel oder zwei Linien mit einem gemeinsamen Schnittpunkt. Wenn zwei Linien von einem Punkt gezogen werden, Höhe und Breite, dann gibt es zwei Dimensionen, eine Ebene oder zweidimensionalen Raum. Die Änderung von Kether zu Chochmah ähnelt der Kontemplation des buchstabierten Yod.

Auf der Ebene von Chochmah sind Raum und Zeit ein Potential, Hayyah Olam = ewiges Leben. Chochmah ist der Augenblick in einem Moment der Zeit der an die Ewigkeit erinnert und immer über die Zeit hinausgeht – die zeitlose Ewigkeit. Chochmah ist die zeitlose Ewigkeit und Binah die zeitliche Ewigkeit, Chochmah ist Ewigkeit und Binah für immer.

Chochmah ist die Kraft, die Energie-Intelligenz, der Kanal der überirdischen Energie, die aus Kether fließt. Es ist Kether in Bewegung gesetzt, die Aktivierung des Potentials von Kether. In Bezug auf Binah ist Chochmah der überirdische Erzeuger aller Lebenskraft. Strahlendes Bewußtsein, strahlende Kraft. Bewußtsein ist Kraft und Kraft ist Bewußtsein.

Das Spiel der Kraft und Form
Chochmah und Binah sind die Spitze der Säulen der Gnade (Jachin) und Strenge (Boaz) im Tempel Salomons. Kether-Da’at ist die Spitze der Säule des Mitgefühl oder der Mittelsäule, die durch die Bundeslade im Allerheiligsten repräsentiert wird.

In ihrem Wesen repräsentieren die beiden Säulen das Prinzipien von Kraft und Form und die dynamische Balance zwischen beiden. An der Spitze der Säule der Gnade ist Chochmah die pure Kraft und an der Spitze der Säule der Strenge ist Binah die pure Form in einem archetypischen Sinn.

Kether ist das Prinzip des Seins, Malchut das Prinzip des Werdens. Die Mittelsäule verkörpert das Prinzip des Werdens, wie es zu substantiellem Sein wird. Dieser Prozeß ist ein dynamisches Spiel von Kraft und Form, dass in Ain (Nichts) wurzelt und ist damit ein konstantes Kontinuum der Transformation. Im Prozeß der Transformation wird Energie in Formen organisiert und ist manifest als diese, bis sich die Form weiterentwickelt und die Energie wieder abgegeben wird in den Fluß der Kraft (Licht), um wieder zu neuen Formen zu werden. Dabei wird die Energie niemals in ihrer Essenz oder ihrem Sein verändert und nichts von dieser Energie geht jemals verloren. Sie bleibt die Selbe für immer und alle Ewigkeit.

Obwohl es auf der Ebene der überirdischen Sephiroth keinen tatsächlichen Unterschied zwischen der Kraft im formlosen oder geformten Zustand gibt, keine Geburt und keinen Tod, erscheint das Spiel von Kraft und Form in den unteren Universen des Baums als Tanz von Leben und Tod. So können wir dieses Spiel von Kraft und Form in unserer eigenen Erfahrung als Geburt, Leben, Tod und als die Transmigration der Seele kontemplieren.

Die Seele ist die Kraft oder Energie des Lebens, eine Individuation der einen Lebenskraft. Sie wird Hayyah genannt. Die himmlische Form unserer Seele, die verwirklicht wird durch die Transmigration der Seele, ist Neshamah. Was wir vom Neshamah erkennen ist Ruach. Die Namen und Formen, Inkarnationen, sind die Nefeshim.

Chochmah auf der Ebene von Beriyah – der Erzengel Ratziel
Der Erzengel Ratziel ist die Personifizierung von Chochmah auf der Ebene von Beriyah. Nur sehr wenige Eingeweihte können Chochmah in Atzilut erreichen, deshalb kommen die meisten Eingeweihten und Adepten durch diesen Engel in Kontakt mit Chochmah. Sein Name bedeutet “Geheimnis Gottes” oder “Weisheit Gottes”. Er hat das Wissen über die höchsten Mysterien, speziell Prophezeiungen und die magische Kabbala betreffend. Man sagt, dass der Engel diese Mysterien in einem himmlischen Buch niedergeschrieben hat, dem Buch des Ratziel. Wie so viele andere legendäre heilige Bücher der Kabbala, können wir im Buch des Ratziel in in höheren Bewußtseinszuständen lesen, am häufigsten in Träumen und visionären Zuständen tiefer Meditation. Obwohl mindestens ein irdisches Buch mit diesem Titel geschrieben wurde und viele weitere Bücher der magischen Kabbala davon inspiriert wurden, passt das Buch des Ratziel in keinen irdischen Band. Es umfasst die unendliche Weisheit Gottes in der Schöpfung und alle Geheimnisse der Schöpfung mit Ausnahme der Schöpfung Adams (des Menschen).

Ebenso wie es ein magisches Buch ist, ist es ein himmlisch Buch irdischer Prophezeihungen. Alle wissenschaftlichen und künstlerischen Entdeckungen und deren Wirkungen sind in ihm enthalten. Aus der Perspektive von Ratziel oder Hokmah von Beriyah haben alle Offenbarungen und Entdeckungen bereits stattgefunden. Die Magie von heute ist die Wissenschaft von morgen, und die Prophezeihungen von heute werden kreative Kunst von morgen. In einer gewissen Beziehung könnte Ratziel auch als die überirdische Muse betrachtet werden.

Das Buch des Ratziel in tatsächlich eine Metapher für den Geist dieses überirdischen Engels. Der Inhalt dieses heiligen Buches ist das Wissen und Verständnis, das bei Kontakt mit dieser Manifestation der heiligen Schekina und dem Eintreten in höhere Bewußtseinszustände übermittelt wird. Es ist typisch für die Kabbala, dass sie in menschlichen, anthropomorphen Begriffen von himmlischen und spirituellen Dingen spricht.

Bild des Erzengels Ratziel in der Meditation
Er trägt eine graue, aus Wolken geformte Robe mit Kapuze, sein Gesicht scheint aus der Kapuze hervor wie die Sonne durch die Wolken, und die Robe ist von innen erleuchtet, als wäre die Sonnenkugel in ihr. Dadurch fließen Regenbogenlichter von diesem Bild in alle Richtungen. Den Hintergrund der Visualisierung bildet ein tiefblauer, kristallklarer Himmel, so als hätte der Engel die Wolken zusammengezogen, um sein Bild zu formen. In der linken Hand hält Ratziel einen heiligen Stab, dessen Spitze ein geschnitzter Drachenkopf schmückt und die Buchstaben des heiligen Names Yahweh, Yod-He-Waw-He, sind in den Stab eingraviert und brennen wie Feuer. Chant: Yahweh und Ya Ratziel.
Durch die Vizualisation dieses göttlichen Bildes können wir unter Umständen mehr über Chochmah erfahren, als durch alles hier genannte.
Der Tradition zufolge war Raziel der Schutzengel des überirdischen Adam im Garten Eden und gilt deshalb als der große Beschützer und Führer der Erwählten. Obwohl Gabriel als Bewahrer des heiligen Grals angesehen wird und Michael der Beschützer des Grals genannt wird, ist es Ratziel, der die innersten Geheimnisse des Grals kennt, denn er ist der große Engel der Braut Sophia in unserer Tradition. In dieser Form von Ratziel zu sprechen soll besagen: die Heiligen und Auserwählten werden bei ihrer heiligen Arbeit inspiriert und geführt durch die Weisheit der Schöpfung und streben danach, in vollständiger Harmonie mit dieser göttlichen Weisheit zu handeln.

(aus Tau Malachi: Gnosis of the Cosmic Christ. – Saint Paul, MN : Llewellyn, 2005. – S. 90-92 u. 106-108)

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Die Sefirot und ihre Attribute in der Christlichen Kabbala

Kether (Die Krone) – Farbe: weiss
Adam Kadmon: göttliche Fülle, Nichts
Göttlicher Name in Atzilut: Eheieh
Erzengel in Beriyah: Metatron
Schar der Engel in Yetzirah: Hayyot Ha Kodesch – die heiligen, lebendigen Wesen
Himmlisches Attribut: Pluto oder der Beginn der Zyklen, die erste Bewegung
Partzuf in Asiyah: Enoch
Himmlischer Aufenthaltsort: die Welt des überirdischen Lichts
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Da’at (Die geheime Sefirah) – Farbe: flieder
Adam Kadmon: göttliche Fülle, Nichts
Göttlicher Name in Atzilut: Yahweh, Elohim, Io Adonai, IAO
Erzengel in Beriyah: Raphael, Gabriel, Michael, Uriel, Hua, Abaddon
Schar der Engel in Yetzirah: keine
Himmlisches Attribut: Neptun, Sirius, der leere Raum
Partzuf in Asiyah: Seth, St. Lazarus
Himmlischer Aufenthaltsort: alle Himmel und alle Höllen
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Hokmah (Die Weisheit) – Farbe: grau
Adam Kadmon: göttliche Fülle, Nichts
Göttlicher Name in Atzilut: Yah, Yahweh
Erzengel in Beriyah: Ratziel
Schar der Engel in Yetzirah: Ofanim
Himmlisches Attribut: Rad der Tierkreiszeichen
Partzuf in Asiyah: keiner
Himmlischer Aufenthaltsort: die Welt des überirdischen Lichts
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Binah (Verstehen, Einsicht) – Farbe: Schwarz
Adam Kadmon: göttliche Fülle, Nichts
Göttlicher Name in Atzilut: Elohim
Erzengel in Beriyah: Tzafkiel, Shabbatiel
Schar der Engel in Yetzirah: Aralim
Himmlisches Attribut: Saturn
Partzuf in Asiyah: Yeshua Messia, Mutter Maria, die Matriarchen, die Prophetin Miriam
Himmlischer Aufenthaltsort: die Welt des überirdischen Lichts
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Chesed (Gnade, Güte) – Farbe: Königsblau
Adam Kadmon: göttliche Fülle, Nichts
Göttlicher Name in Atzilut: El
Erzengel in Beriyah: Tzadkiel
Schar der Engel in Yetzirah: Hashmalim
Himmlisches Attribut: Jupiter
Partzuf in Asiyah: Yeshua Messia, Abraham und Sarah
Himmlischer Aufenthaltsort: Arabot, der 7. Himmel
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Geburah (Strenge, Gesetz) – Farbe: Rot
Adam Kadmon: göttliche Fülle, Nichts
Göttlicher Name in Atzilut: Elohim Givor
Erzengel in Beriyah: Kamael
Schar der Engel in Yetzirah: Seraphim
Himmlisches Attribut: Mars
Partzuf in Asiyah: Yeshua Messia, Isaac und Rebekah
Himmlischer Aufenthaltsort: Makom, der 6. Himmel
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Tiferet (Mitgefühl) – Farbe: Gelb
Adam Kadmon: göttliche Fülle, Nichts
Göttlicher Name in Atzilut: Yeshua Messia
Erzengel in Beriyah: Raphael
Schar der Engel in Yetzirah: Malachim
Himmlisches Attribut: Sonne
Partzuf in Asiyah: Yeshua Messia
Himmlischer Aufenthaltsort: Ma’on, der 5. Himmel
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Netzach (göttliche Herrschaft) – Farbe: Grün
Adam Kadmon: göttliche Fülle, Nichts
Göttlicher Name in Atzilut: Yahweh Tzavaot
Erzengel in Beriyah: Haniel
Schar der Engel in Yetzirah: Die Elohim
Himmlisches Attribut: Venus
Partzuf in Asiyah: Yeshua Messia, Moses und die großen Propheten
Himmlischer Aufenthaltsort: Zebul, der 4. Himmel
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Hod (Unterordnung) – Farbe: Orange
Adam Kadmon: göttliche Fülle, Nichts
Göttlicher Name in Atzilut: Elohim Tzavaot
Erzengel in Beriyah: Michael
Schar der Engel in Yetzirah: Beni Elohim
Himmlisches Attribut: Merkur
Partzuf in Asiyah: Yeshua Messia, Aaron und die geringeren Propheten
Himmlischer Aufenthaltsort: Shehakim, der 3. Himmel
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Yesod (Grundlage, Wechselwirkung) – Farbe: lila
Adam Kadmon: göttliche Fülle, Nichts
Göttlicher Name in Atzilut: El Shaddai
Erzengel in Beriyah: Gabriel
Schar der Engel in Yetzirah: Kerubim
Himmlisches Attribut: Mond
Partzuf in Asiyah: Johannes der Täufer, der Patriarch Joseph
Himmlischer Aufenthaltsort: Rakiya, der 2. Himmel
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Malkut (Königreich) – Farbe: schwarz oder 4 Farben
Adam Kadmon: göttliche Fülle, Nichts
Göttlicher Name in Atzilut: Adonai
Erzengel in Beriyah: Sandalfon
Schar der Engel in Yetzirah: Ashim
Himmlisches Attribut: Erde
Partzuf in Asiyah: Maria Magdalena, König David
Himmlischer Aufenthaltsort: Vilon, der 1. Himmel

[Zusammengestellt und übersetzt aus: Tau Malachi: Gnosis of the Cosmic Christ : a Gnostic Christian Kabbalah. - Saint Paul, MN : Llewellyn, 2005]

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Buchtipp zum Thema Rosenkreuzer, Gnosis, Kabbala

Allen, die sich für Gnosis, Kabbala und die Rosenkreuzerbewegung interessieren, kann dieser Titel in zwei Bänden wärmstens empfohlen werden:

Paul Foster Case: Der Wahre und Unsichtbare Orden vom Rosenkreuz. -  In 2 Bänden (Deutsche Ausgabe des amerikanischen Originals)

Band 1: Die Rosenkreuzer-Allegorie. -  Verlag: Pomaska-Brand, 2002. -  212 S.

Der Verlag über das Buch
Die berühmten Rosenkreuzer-Manifeste „Fama Fraternitatis“ und „Confessio Fraternitatis“, die zu Beginn des 17. Jahrhunderts von den fortschrittlichen Kräften ihrer Zeit enthusiastisch begrüßt wurden, markieren einen wichtigen Punkt in der europäischen Geschichte. Die Bedeutung dieser Schriften, die weit über die historisch nachweisbaren Wirkungen hinausgeht, kann sich dem aufnahmebereiten Leser und der geneigten Leserin jedoch erst durch intensive Beschäftigung mit dem Text erschließen. Dr. Paul Foster Case hat sich in einem lebenslangen Erkenntnis- und Erfahrungsprozess dem Geheimnis des Rosenkreuzertums angenähert und legt mit dem vorliegenden Werk, das erstmals in deutscher Sprache publiziert wird, einen zuverlässigen und authentischen Einblick in das rosenkreuzerische Weltbild vor. Dabei wird deutlich, dass der Orden vom Rosenkreuz weniger eine konkrete bestehende Organisation ist (obwohl auch solche mit voller Berechtigung existieren), als vielmehr eine raum- und zeitübergreifende Gemeinschaft von Menschen, die auf der Grundlage von universellen Symbolen eine unauflösliche Kette bilden, kommend aus dem Dunkel einer ferner Vergangenheit und endend im hellen Licht einer unendlichen Zukunft…

Die Rosenkreuzer-Allegorie

Paul Foster Case: Die Rosenkreuzer-Allegorie

Band 2: Die zehn Rosenkreuzer-Grade. – Verlag: Pomaska-Brand, 2003. – 206 S.

Der Verlag über das Buch
Dr. Paul Foster Case stellt in diesem Buch den Initiationsweg der Rosenkreuzer dar. Richtig verstandenes Rosenkreuzertum ist nicht an irdische Organisationen gebunden, sondern beruht auf einer bestimmten Art von persönlicher Entwicklung, die hier sehr sorgfältig und klar dargestellt wird. Das vorliegende Werk besteht aus zwei Teilen. Im ersten Band untersucht der Autor die Rosenkreuzer-Manifeste „Fama Fraternitatis“ und „Confessio Fraternitatis“ und schließt daran eine tiefgründige und kenntnisreiche Interpretation dieser wichtigen Schriften an. Der zweite Band beschreibt die 10 Rosenkreuzer-Grade und ihre Entsprechung zum Kabbalistischen Lebensbaum und zum Tarot. Wer diesem System folgt, begibt sich auf den „Pfad“ und bereitet sich auf die Vereinigung mit dem Höheren Selbst vor. Dies kann – muss aber nicht – mit der Arbeit in einem Orden oder einer anderen Gemeinschaft verbunden sein. „The True and Invisible Rosicrucian Order“ wurde erstmals 1927 veröffentlicht. In den nächsten Jahrzehnten hat Paul Foster Case seine weiteren initiatorischen Erfahrungen und Erkenntnisse in den Text einfließen lassen und 1953, kurz vor seinem Tod, nochmals eine Überarbeitung des Werkes vorgenommen. Diese reifeste Fassung wurde 1985 von Samuel Weiser (USA) gedruckt und bildet die Grundlage für die hier vorliegende Übertragung ins Deutsche.

Die zehn Rosenkreuzer-Grade

Paul Foster Case: Die zehn Rosenkreuzer-Grade

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Eine Kabbala des Gnostischen Christentums

Kabbalistic Tree of Life

Kabbalistic Tree of Life

Zweck und Wesen der Kabbala

Die Kabbala ist ein aus sehr früher Zeit stammendes System des Jüdischen Mystizismus, das seine Wurzeln in der Versammlung der Propheten im alten Israel und im Merkava-Mystizismus Palestinas zur Zeit Yeshuas (Jesus) hat. In Anbetracht dessen, dass Yeshua und seine Schüler jüdischer Herkunft waren, und wenn man ihn als einen Mystiker und Propheten seiner Zeit versteht, ist es einleuchtend anzunehmen, dass er eine Form der mystischen Tradition lehrte, die wir heute als Kabbala kennen.

Aus diesem Grunde sind viele mystische und gnostische Strömungen des Christentums entstanden, die die Kabbala zur Grundlage haben. Das trifft natürlich auch auf die Sophia-Gnostik zu. Sie ist so eng mit der Kabbala verwoben, dass es nicht möglich ist, Gnostik und Kabbala in unserer Tradition zu trennen. Eigentlich könnte man die Tradition der Sophia-Gnostik eine Christliche Kabbala nennen, oder eine Form des gnostischen Christentums, das sich sehr stark auf seine jüdischen Wurzeln bezieht. Um das gnostische Christentum zu erkunden, wie es sich in der Sophia-Gnostik ausdrückt, müssen wir deshalb einige der grundlegenden Ideen der Kabbala erforschen. Davon leiten sich die Lehren und Prinzipien unseres gnostischen Christentums ab.

Die Hauptlehren der Kabbala wurden entwickelt, um einige grundsätzliche Fragen zu erkunden und zu beantworten:

- das Wesen und die Merkmale Gottes und des Gottkopfes

- die Entwicklung einer Kosmologie

- das Geheimnis der Schöpfung der Engel und der Menschheit

- das Schicksal der Menschheit und der Engel

- das Wesen der menschlichen Seele und ihre Verbindung mit dem Göttlichen

- das Wesen der kosmischen Kräfte – Engel, Dämonen, Naturgewalten u.s.w.

- die innere Bedeutung des offenbarten Gesetzes und des Heiligen Evangeliums

- die transzendentale Symbolik der Zahlen und geometrischen Formen

- das Geheimnis der hebräischen Buchstaben

- die Balance im Spiel der kosmischen Kräfte

- das Geheimnis göttlicher Offenbarungen und prophetischer Bewußseinszustände

- das Geheimnis der göttlichen Inkarnation und der göttliche Plan auf der Erde

Angesichts der unermesslichen Höhe, Tiefe und Breite dieser metaphysischen Fragen, kann man die enorme Anzahl esoterischer Lehren, Übungen und Literatur, die um die Kabbala im Laufe der Jahrtausende entstanden sind, nur erahnen. Obwohl es viele moderne Wahrheitssucher gibt, die einige Bücher zur Kabbala gelesen haben und fälschlicher Weise annehmen, die Kabbala zu kennen, würde selbst ein Meister der Tradition nicht behaupten, die Kabbala zu kennen. Nicht einmal, wenn er oder sie das ganze Leben lang die Kabbala studiert und nach ihren Prinzipien geübt hat, und er oder sie etwas von der Erleuchtungserfahrung, die sie repräsentiert, aktiv verkörpert. Man könnte sagen, dass Gott die Kabbala kennt, und dass wir, für unseren Teil, das Kennen, was wir durch unsere eigene Erfahrung empfangen haben – was weit davon entfernt ist, die Kabbala so zu kennen, wie Gott sie kennt.

Im wesentlichen repräsentieren die Lehren der Kabbala das zusammengetragene Wissen der Eingeweihten, ihr Verständnis und ihre Weisheit. Sie repräsentieren es so, wie es durch ihre direkte spirituelle Erfahrung der metaphysischen Dimension der Geschöpfe, der Schöpfung und Gottes offenbart wurde. Die Kabbala selbst ist das Wissen, Verständnis und die Weisheit vom wahren Wesen der Geschöpfe, der Schöpfung und Gottes und ist vollständig nur Gott bekannt. Wenn die gesamte Kabbala in einem Buch enthalten ist, so ist es das himmlische Buch des Lebens, von dem die Heiligen Schriften sprechen, nicht ein irdisches Buch.

Die Lehren der Kabbala gründen sich auf die Bibel und auf Heilige Schriften, die nicht ihren Weg in die kanonisierte Bibel fanden. Um die Kabbala zu studieren und in ihrem richtigen Kontext zu verstehen, ist es deshalb notwendig, die Heiligen Schriften ebenfalls zu studieren und zu verstehen. So, wie viele annehmen, die Kabbala zu verstehen, weil sie einige Bücher darüber gelesen haben, nehmen auch viele an, sachkundig in der Kabbala zu sein, ohne die Heiligen Schriften gut zu kennen. Letztlich kann man aber die Kabbala nicht verstehen, ohne auch die Heiligen Schriften zu studieren und ein gewisses Verständnis davon zu erlangen. Mit dem Studium und der Ausübung der Kabbala zu beginnen bedeutet, sich auf eine mystische Reise einzulassen zu den versteckten Ebenen der Heiligen Schriften und auf die geheime Weisheit, die sie enthalten. Letztlich sind die Heiligen Schriften und die Kabbala eins.

[Übersetzt aus: Tau Malachi: Gnosis of the Cosmic Christ : a Gnostic Christian Kabbalah. - Saint Paul, MN : Llewellyn, 2005, S. 1-3]

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Der Name Gottes und Selbstbestätigung (Affirmation)

„Ich bin der HERR, dein Gott! Ich habe dich aus Ägypten herausgeführt, ich habe dich aus der Sklaverei befreit. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“ (Exodus 20:2-3)

In diesem Vers wird für Gott der Name „Anoki“, „Ich bin“ verwendet und er spielt auf den wichtigsten Namen Gottes an, der zu Moses gesprochen wird, als er den brennenden Busch sieht „Ehje Asher Ehje“, was übersetzt werden kann als „Ich bin der ich bin“ oder „Ich bin was ich bin“ oder „Ich werde sein was ich sein werde“. Auch der Kabbala zufolge ist „Ehje“, was ebenso „Ich bin“ bedeutet, der wichtigste Name Gottes. Gleichzeitig ist Anoki verwandt mit dem Namen „Henoch“, den man als „der Eingeweihte“ übersetzen kann. Der Schöpfungsgeschichte zufolge starb Henoch nicht, sondern stieg spirituell auf so wie Jesus nach ihm. Anoki weist damit auf die heilige Einheit von Geschöpf und Schöpfung und darüber hinaus, letztendlich auf die Wahrheit unseres innersten Wesens als Anwesenheit eines göttlichen Lichts, das der innerste Kern in jedem von uns ist.

Ehje bedeutet also „Ich bin“ oder „Ich werde sein“. In Wahrheit verwenden wir diesen machtvollen göttlichen Namen ständig, obwohl wir das typischerweise unbewußt tun. Gnostischen Lehren zufolge stützen wir uns auf diesen Namen, der die eine Lebenskraft in uns und in allem um uns herum repräsentiert, jedesmal wenn wir sagen „Ich bin dies“ oder „Ich bin das“ oder wir zu jemandem sagen „Du bist dies“ oder „Du bist jenes“. Deshalb ist es sehr bedeutsam zu erkennen, wie wichtig es ist, diesen Namen Gottes bewußt und mit Vorsicht zu verwenden. Jedesmal, wenn wir ihn denken oder sprechen, kommen wir in Kontakt mit dem tieferen Teil von uns selbst, aus dem wir uns selbst und unser Leben kundtun. Wann immer wir ihn in einem negativen Kontext gegenüber uns selbst und anderen verwenden, handeln wir in Grunde zerstörerisch und untergraben unsere Selbsterkenntnis, unseren Wohlstand, Erfolg, unsere Gesundheit und unser Glück. Deshalb ist es in der Sophia-Gnostik wichtig, danach zu streben, diesen machtvollen Namen Gottes immer in einem völlig positiven Zusammenhang zu verwenden. Hierbei handelt es sich um eine Übung spiritueller Selbstbestätigung, die darauf beruht in sich zu gehen, von innen heraus zu leben und sich in der Meditation „Stiller Beobachter“ zu üben.

Der tiefere Teil von uns befindet sich außerhalb von Raum und Zeit, vom linearen Fluß zeitlicher Ereignisse an der Oberfläche. Deshalb müssen wir, wenn wir eine Bestätigung formulieren an den tieferen Teil in uns, dieses im Präsenz tun und nicht in der Vergangenheits- oder Zukunftsform. Dafür wird der Ausdruck „Ich bin“ und nicht „Ich werde“ verwendet, um eine unmittelbare Reaktion vom tieferen Teil in uns zu erreichen.

In diesem Prozeß kann man keine unmittelbare Veränderung erzwingen. Veränderung erfolgt nicht durch Forderung, sondern durch sanfte und beständige Anregung, wie Wasser, das den Stein höhlt. Zuerst richtet man seinen Geist auf eine Bestätigung und fasst sie dann in Worte, wiederholt sie typischer Weise einige Male – sieben Mal oder öfter. Man tut das so oft wie möglich im Laufe des Tages. Dabei läßt man Negativität, die auftauchen kann, einfach kommen und gehen, ohne sie festzuhalten oder zu verdrängen, oder man gleicht die Negativität mit einer Bestätigung aus.

Zusätzlich zum Sprechen kann man die Bestätigung auch aufschreiben und an einen gut sichtbaren Ort legen, so das man den Tag hindurch daran erinnert wird.

Bestätigungen können entwickelt werden für alltägliche und spirituelle Zwecke. Ja mit ihnen kann man in jedem Lebensbereich Dinge manifestieren. Hier können einige Beispiele gegeben werden, aber letztlich sind Bestätigungen, die man selbst geschaffen hat, in seiner eigenen Art zu sprechen, kraftvoller als solche, die jemand anderes entwickelt hat. Davon gibt es nur wenige Ausnahmen:

  • eine speziell von einem Lehrer für eine Person entwickelte Bestätigung
  • eine Bestätigung, die die psychische Kraft von Generationen von Eingeweihten in sich trägt

Hier einige Beispiele:

  • Ich bin erfolgreich in allem, was ich tue und nichts ist unmöglich für mich.
  • Ich bin eine Person des Lichts und komme aus dem ewigen Licht, Dunkelheit kann mir nichts anhaben.
  • Ich bin ein sehr guter Student und Prüfungen sind ein Spaziergang für mich.
  • Ich bin eine heilige Person. Ich wandle in Anmut und Heiligkeit, der Herr ist mit mir.

Beispiel aus der Bibel:

Paulus: Epheserbriefe 6:10-18

Diese Beispiele kann man endlos fortsetzen. Zusammen mit spirituellen Bestätigungen versuchen Eingeweihte, positive Gedanken, Gefühle, Worte und Taten im täglichen Leben zu pflegen, mithin sie arbeiten an einem bestätigenden Lebensstil. Wenn man die Kunst der Bestätigung in einer völlig positiven und erhebenden Weise für sich selbst und andere verwendet, wird man mehr Segen als den erbetenen in seinem Leben erfahren. Man wird einen zunehmenden Fluß göttlicher Unterstützung und Gnade erfahren.

(Übersetzt u. zusammengefasst aus: Tau Malachi: Living Gnosis. – Woodbury, MN : Llewellyn, S. 122-124 u. 187-189)

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Bemerkungen zur Meditation „Einheit mit der Lichtfrau“

Laut Kabbala erfüllte am Anfang Or En Sof (das unendliche Licht) den endlosen Raum, und so erfüllte Gottselbst den endlosen Raum, unendlich in allen Richtungen. Die erste Handlung der Schöpfung war das Tzimtzum – das Zusammenziehen, bei dem Gott sich in das Gottselbst zurückzog und eine große Leere zurückließ, in der die Schöpfung stattfinden konnte. Mit anderen Worten: Gott schuf Raum im Gottselbst für die Schöpfung. Die Meister der Tradition sagen, dass diese große Leere des unendlichen Raumes Gottes Schoß ist. Und so erscheinen Gott, der Vater (Abba), und Gott, die Mutter (Aima), obwohl Gott in Wirklichkeit außerhalb der Dualität von männlich und weiblich, Vater und Mutter ist.

Man kann nicht sagen, dass der endlose Raum erschaffen wurde, denn obwohl Or En Sof ihn erfüllte, ist er uranfänglich und war allgegenwärtig inmitten des uranfänglichen Lichtes. Diese unendliche Geräumigkeit ist die noch nicht erschaffene Sophia – Mutter Sophia (Weisheit). In ihr leben wir, bewegen uns und haben unser Sein, und ihr erscheint die gesamte Schöpfung. Sie ist in der Schöpfung als der Raum, in dem alles existiert, und außerdem ist sie immer außerhalb der Schöpfung als der Raum von En Sof (dem Unendlichen) , welcher der Raum von Gott und Gotthaupt ist – der Eine-Ohne-Ende.

Sie ist der Urgrund und die Matrix – der Raum der Schöpfung und die Beschaffenheit des Bewußtseins, wie sie offenbart wurde in der Melchizedek-Übertragung. Licht und Dunkelheit erscheinen in ihr und alle kosmischen Kräfte: göttliche Kräfte, titanische Kräfte und dunkle Kräfte. Weil sie durch nichts verändert wird, das in ihr erscheint, sondern immer rein und unberühert bleibt, wird sie die heilige Jungfrau genannt. Jedoch wird sie auch die Hure genannt, weil alle kosmischen Kräfte in ihr erscheinen, göttliche, titanische und dämonische. Sie ist gleichzeitig ausschließlich und alles einschließend, unsere Mutter.

Wer die Beschaffenheit des Bewußtseins kennt und Selbsterkenntnis erlangt hat, hat auch die Gnosis der Mutter Sophia erreicht. Diese Gnosis nennt man auch Erleuchtung, und aus ihr wird das überirdische oder Christ-Bewußtsein geboren. Deshalb wird sie Christus Mutter genannt – die Mutter aller Heiligen. In den gnostischen Evangelien wird sie durch Mutter Maria, die Mutter von Yeshua Messia, die eine, die mit dem überirdischen Licht Gottes gesalbt ist, verkörpert.

Mutter Maria ist Mutter Sophia – nichterschaffene Weisheit, und Maria Magdalena ist die Tochter Sophia – erschaffene Weisheit. In Wahrheit sind Mutter und Tochter eine und dieselbe göttliche Sophia. Dennoch entspricht die heilige Mutter dem reinen Sein und die Tochter dem Immerwerdenden, so dass von der heiligen Sophia gesagt wird: „Sie bewegt sich und bewegt sich nicht.“ Die Meister der Tradition sagen, dass sich im heiligen Evangelium alles mit, in und durch die göttliche Mutter ereignet, denn sie ist die Grundlage von allem. Ebenso, wie ohne das Element des Geistraumes nichts erscheinen würde, würde auch ohne die Mutter das Licht des Kreuzes nicht hervorscheinen und niemand würde getauft werden.

Die Mutter ist die Stimme der Stille, die das Logos-Wort Gottes spricht und sie gebiert sich selbst in der Braut und dem Bräutigam, so dass durch sie das Gesicht des Vaters offenbart wird und der Eine-Ohne-Ende erkannt wird. Sie ist der Thron auf dem das Ebenbild Yahwehs erscheint, und sie umfasst alle göttlichen Bilder des Lichtes, die im Licht-Kontinuum erscheinen – die göttliche Mutter zu kennen, bedeutet sich selbst zu kennen und den Christus in sich zu gebären. Sie ist alles zusammengenommen, in allem und doch immer transzendent; gesegnet sei Gott, die Mutter und die Mutter Gottes!

Wir sprechen jetzt mit Worten und entwickeln Gedanken, aber die Gnosis der Mutter Sophia ist nicht in unseren Worten oder Gedanken, noch in irgendetwas, das im Geiste entsteht. Wirklich, obwohl sie in allem ist, ist sie immer jenseits, und deshalb überirdisch und supramental. Um sie zu erkennen, muß man sie erfahren – man muß in reiner strahlender Aufmerksamkeit eins sein mit dem Urgrund des unendlichen Raumes.

Was hier geschrieben steht ist in sich selbst eine Kontemplation und Meditation der heiligen Mutter, und es gibt noch viel mehr, dass über sie gesagt werden könnte – die Zahl der inneren und geheimen Lehren zu Mutter Sophia ist in unserer Tradition sehr groß. Jedoch findet man die direkte Erfahrung der heiligen Mutter und ihre Gnosis nicht durch Worte oder aus Büchern, sondern im Leben und in der eigenen Seele und sonst nirdendwo. In Wahrheit ist sie man selbst und mehr – der Kern von einem selbst, der Kern des Selbst von jedem Selbst und die Seele in jeder Seele. Das ist Mutter Sophia.

Aus diesem Grunde haben die Adepten und Meister der Tradition viele Meditationen mit dem Parzuf der Aima oder Mutter Sophia entwickelt, so dass wir ein Verständnis und Wissen über sie erlangen können und unsere Weisheit wachsen kann, wenn wir ihr näher kommen und sie erfahren. Die Meditation „Einheit mit der Lichtfrau“ ist eine der gebräuchlichsten Parzuf-Meditationen mit der heiligen Mutter.

(Übersetzt aus: Sophia Fellowship – Woman of Light Meditation)

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