Erfurcht vor Yahweh

„… in meiner Erfahrung ist die „Furcht vor Yahweh“ heilige Ehrfurcht, das Bewußtsein der Großartigkeit des Göttlichen und das Bewußtsein des Göttlichen hinter allem, das sich ereignet, dem scheinbar günstigen und ungünstigen – dies ist der Beginn der Erkenntis des Herrn, Adonai. Ebenso verstehe ich unter der Furcht des Herrn, „Furcht“, Sorge vor allem, das mich vom Göttlichen entfernen könnte. So ist diese „Furcht“ das Verlangen, alles was die Nähe zu Gott beeinträchtigen könnte oder die Erfahrung der bewußten Vereinigung mit Gott verhindern könnte loszulassen und zu entfernen. Somit ist es also keine tierische Furcht, sondern deutet auf eine Bewußtheit des Göttlichen in der Seele. Und zwangsläufig ist eine Bewußtheit des Göttlichen notwendig um das Wissen vom Göttlichen und die Vereinigung mit dem Göttlichen zu suchen. Schalom!“ (Tau Malachi)

 

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Der hebräische Buchstabe Bet: Haus, Tempel, Matrix der Schöpfung, Ehefrau und die Zahl 2

(Übersetzung von Elder Gideons Artikel im Forum der Sophia Fellowship)

ב

Viele Geheimnisse können einfach und schön ans Licht gebracht werden durch das Erfahren und die Kontemplation des zweiten Buchstabens des hebräischen Alphabets.

Woimmer wir in deutschen Übersetzungen der hebräischen und christlichen heiligen Schriften Wörter finden, die auf die Wörter Haus, Tempel, Matrix der Schöpfung, Ehefrau und die Zahl 2 hindeuten, hören wir eine Lehre über die Essenz dieses heiligen Buchstabens. Die Beispiele sind so zahlreich und tiefgehend, dass hier nur eine Auswahl von Versen möglich ist. Sie wird sicherlich deine eigene Erinnerung an andere Verse anregen, die mit dem Geheimnis von Bet verbunden sind. Ich konzentriere mich hier auf einige Verse, die das Wort „Zwei“ betreffen und hoffe, dass wir einige Verse, die die anderen Wörter enthalten, in der Folge diskutieren können.

Zwei

Die Zahl zwei hat viele Auswirkungen auf das, was zuerst getrennt ist und in bewußter Ganzheit wiedervereinigt wird. Um sich der uranfänglichen Einheit, repräsentiert von Aleph, bewußt zu werden, müssen wir in den Prozeß aller scheinbaren Dualität eintreten, repräsentiert durch Bet.

„Dann sprach Gott: Im Wasser soll ein Gewölbe entstehen, eine Scheidewand zwischen den Wassermassen! So geschah es: Gott machte ein Gewölbe und trennte so das Wasser unter dem Gewölbe von dem Wasser, das darüber war. Und Gott nannte das Gewölbe Himmel. Es wurde Abend und wieder Morgen: der zweite Tag.“ (Genesis 1:6-8 )

Gott machte zwei große Lichter, ein größeres, das den Tag beherrscht, und ein kleineres für die Nacht, dazu auch das ganze Heer der Sterne. (Genesis 1.16)

„Als die Kinder im Mutterleib heftig gegeneinander stießen, sagte sie (Rebekka): Wenn es so steht, warum bin ich dann schwanger geworden? Sie ging, um den Herrn zu befragen, und der Herr gab ihr die Antwort: Zwei Völker trägst du jetzt in deinem Leib, in deinem Schoß beginnen sie zu streiten. Das eine wird das andere unterwerfen: der Erstgeborene wird dem Zweiten dienen.“ (Genesis 25:22-23)

„Nun hatte Laban zwei Töchter, die ältere hieß Lea, die jüngere Rahel.“ (Genesis 29.16)

„Weil ich euch den Schabbat als Ruhetag gegeben habe, darum gebe ich euch am sechsten Tag Nahrung für zwei Tage. Am siebten Tag sollt ihr alle im Lager bleiben, niemand darf hinausgehen.“ (Exodus 16.29)

„An den beiden seitlichen Enden der Deckplatte werden zwei geflügelte Kerubenfiguren aus getriebenem Gold angebracht. Sie stehen einander zugewandt, den Blick auf die Deckplatte gerichtet; ihre Flügel halten sie schirmend über der Platte ausgebreitet.“ (Exodus 25.18-20)

„Nachdem der Herr zu Ende gesprochen hatte, übergab er Mose auf dem Berg Sinai die beiden Steintafeln, auf die er selbst das Bundesgesetz geschrieben hatte.“ (Exodus 31.18 )

„Niemand kann zwei Herren zugleich dienen. Er wird den einen vernachlässigen und den andern bevorzugen. Er wird dem einen treu sein und den andern hintergehen. Ihr könnt nicht beiden zugleich dienen: Gott und dem Geld.“ (Matthäus 6:24)

„Aber auch das versichere ich euch: Wenn zwei von euch auf der Erde gemeinsam um irgendetwas bitten, wird es ihnen von meinem Vater im Himmel gegeben werden.“ (Matthäus 18:19)

„Da riss der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei. Die Erde bebte und die Felsen spalteten sich.“ (Matthäus 27:51)

„Und plötzlich redeten zwei Männer mit ihm. Es waren Mose und Elija; sie erschienen in strahlendem Licht und sprachen von seinem Ende, das sich in Jerusalem erfüllen sollte.“ (Lukas 9:30-31)

„Da sah sie (Maria Magdalena) zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten.“ (Johannes 20:12)

„Jesus sprach: Dieser Himmel wird vergehen. Und der (Himmel), der darüber ist, wird vergehen; und die Toten sind nicht lebendig, und die Lebenden werden nicht sterben. In den Tagen, in denen ihr esst von dem, was tot ist, macht ihr daraus, was lebendig ist. Wenn ihr Licht sein werdet, was werdet ihr tun? An dem Tag, als ihr eins gewesen seid, seid ihr zwei geworden. Aber wenn ihr zwei geworden seid, was werdet ihr tun?“ (Thomasevangelium, Vers 11)

„… Jesus sprach zu ihnen: Wenn ihr aus zwei eins macht und wenn ihr das Innere wie das Äußere macht und das Äußere wie das Innere und das Obere wie das Untere und wenn ihr aus dem Männlichen und dem Weiblichen eine Sache macht, so dass das Männliche nicht männlich und das Weibliche nicht weiblich ist und wenn ihr Augen macht statt eines Auges und eine Hand statt einer Hand und einen Fuß statt eines Fußes, ein Bild statt eines Bildes, dann werdet ihr in das Königreich eingehen.“ (Thomasevangelium, Vers 22)

„Jesus sprach: Es ist unmöglich, dass ein Mensch zwei Pferde besteigt, (und) dass er zwei Bogen spannt; und es ist nicht möglich, dass ein Diener zwei Herren dient, es sei denn, er ist ehrerbietig dem einen gegenüber, und den anderen verhöhnt er…“ (Thomasevangelium, Vers 47)

„Jesus sprach: Wenn zwei Frieden schließen unter sich in demselben Haus, werden sie dem Berg sagen: Versetze dich, und er wird sich versetzen.“ (Thomasevangelium, Vers 48)

Wie zwei sich manifestiert in unserer Erfahrung beginnt, wenn wir eine befruchtete Eizelle (Zygote) im Schoß unserer Mutter sind und diese sich dann teilt. Aus dieser ersten Teilung formte sich unser gesamter Körper, später das Bewußtsein vom Selbst und den Anderen, von Innen und Außen, Himmel und Erde.

Möge Frieden herrschen zwischen Zweien in einem Haus!

Der hebräische Buchstabe Aleph: Wind, Atem, Seele, Geist, Ochse und die Zahl 1

(Übersetzung von Elder Gideons Artikel im Forum der Sophia Fellowship)

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Viele Geheimnisse können einfach und schön ans Licht gebracht werden durch das Erfahren und die Kontemplation des ersten Buchstabens des hebräischen Alphabets. Woimmer wird in deutschen Übersetzungen der hebräischen und christlichen heiligen Schriften Wörter finden, die auf die Wörter Wind, Atem, Seele, Geist, Ochse und 1 hindeuten, hören wir eine Lehre über die Essenz dieses heiligen Buchstabens. Die Beispiele sind so zahlreich und tiefgehend, dass hier nur eine Auswahl von Versen möglich ist. Sie wird sicherlich Deine eigene Erinnerung an andere Verse anregen, die mit dem Geheimnis von Aleph verbunden sind. Ich konzentriere mich hier auf einige Verse, die das Wort „Eins“ betreffen.

Eins
Wie Du vielleicht schon weißt, unterscheiden sich im Hebräischen die Zahlen nicht von den Buchstaben. Zahlen sind Buchstaben und Buchstaben sind Zahlen. Während die Wörter für Eins im alttestamentarischen Hebräisch und im neutestamentarischen Griechisch „Achad“ und „Heis“ lauten, ist die Lehre von Aleph hinter den beiden Wörtern die gleiche: Eins.

„Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau und sie werden ein Fleisch.“ (Genesis 2:24)

„Alle Menschen hatten die gleiche Sprache und gebrauchten die gleichen Worte. […] Er sprach: Seht nur, ein Volk sind sie und eine Sprache haben sie alle. Und das ist erst der Anfang ihres Tuns. Jetzt wird ihnen nichts mehr unerreichbar sein, was sie sich auch vornehmen.“ (Genesis 11:1, 6)

„Höre, Israel! Jahwe, unser Gott, Jahwe ist einzig.“ (Deuteronomium 6:4)

„Aber ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir.“ (Johannes 17:20-23)

„Tag für Tag versammelten sie sich einmütig im Tempel, und in ihren Häusern hielten sie das Mahl des Herrn und aßen gemeinsam, mit jubelnder Freude und reinem (einigem) Herzen.“ (Apostelgeschichte 2:46)

Höchste spirituelle Erfahrungen unzähliger Länder, Traditionen und Menschen lehren uns die grundlegende heilige Einheit, die in und hinter aller Dualität in unseren Erfahrungen steht. Heute klingt es jedoch oft leer und unzuverlässig von Einheit und Einigkeit zu sprechen, weil in unserer dunklen Zeit das spirituelle Erkennen mit der spirituellen Umsetzung des Erkannten verwechselt wird. Zu oft sprechen Leute von dieser Einigkeit und Einheit, ohne die Früchte zu tragen, die nur die spirituelle Umsetzung bringen kann.

Was sind diese Früchte? Meine Beobachtung von Tzaddikim, spirituellen Lehrern, zum Beispiel lehrt mich eine grundlegende, manchmal fast fremd erscheinende Fähigkeit durch Leiden und Prüfungen hindurch diese Einheit, die gleichzeitig Leere ist, zu sehen. Aus dieser Fähigkeit der Umsetzung heraus kann ich bezeugen, wie großes Leid und großer Schmerz sich wie ein Wunder umwandeln in ein Mittel zur grundlegenden Übertragung von Glauben, Hoffung und Liebe für viele andere. Diese Wunderkraft, die Lebensgesetze aufbrechen und Karma verändern kann, ist hinter allem, was scheinbar Einheit und Einigkeit entgegensteht und sie ist die Frucht der Erkenntnis von Aleph.

Möge unser Erkennen im Glauben unsere Fähigkeit zu Umsetzung des Erkannten (Gnosis) im Heiligen Einen sein.

Elder Gideon+

Die Namen Gottes in der Christlichen Kabbala

Kabbalistischer Lebensbaum

Kabbalistischer Lebensbaum

Es gibt in der christlichen Kabbala eine große Zahl von Gottesnamen. Ich möchte mich aber auf die Namen beschränken, die den 10 Sefirot am kabbalistischen Lebensbaum zugeordnet sind. Die zehn Sefirot sind zehn Ausdehnungen oder Eigenschaften Gottes, die wir in unserem Leben, im Mikrokosmos und Makrokosmos, erfahren können. Sie werden in der Kabbala in Form eines Baumes beschrieben.

Eheieh (Sefirah Kether)
Als Moses Gott in der Wüste im brennenden Busch begegnet fragt er ihn: Wer bist du? Gott anwortet: „Ich bin, der ich bin. Eheieh Asher Eheieh.“ (Exodus 3:14) Eheieh wird auch als der höchste Name Gottes bezeichnet, den er beschreibt Gott, wie er über die Schöpfung hinaus geht. Gott ist in seinem Kern unerkennbar und nicht gegenständlich. Er ist das Nichtgegenständliche (Ain Sof) aus dem alles hervorgeht. Man kann ihn zum Beispiel finden, wenn man in der Meditation zur Ruhe kommt und unsere Gedanken aufhören. Man kann sich als Vergleich auch den Moment vor dem Urknall vorstellen, in dem noch nichts existierte, aber alles als Potential bereits vorhanden war. Eheieh ist dabei weder männlich noch weiblich, sondern beinhaltet beides und geht darüber hinaus.

Yahweh (Sefirah Chokmah)
Yahweh wird als der große Name Gottes bezeichnet, denn er verkörpert das Potential und die Kraft Gottes in der Schöpfung. Yahweh ist am kabbalistischen Lebensbaum dem Baumstamm vergleichbar, aus dem alle Energien in den Baum fließen. Dabei steht der Baum Kopf. Keter ist die Wurzel und Malkut die Frucht. In der jüdischen Mystik wurde die Welt aus dem Willen Gottes erschaffen. Dieser Wille manifestiert sich am Anfang der Schöpfung durch Soundvibration. Aus der Soundvibration entstehen die hebräischen Buchstaben. Jeder Buchstabe hat eine bestimmte Energie in der Schöpfung. Der Name Yahweh besteht aus den hebräischen Buchstaben Yod-He-Vav-He. Die vier Buchstaben stehen für Ebenen Gottes. Der Name Yahweh ist in der jüdischen Tradition so heilig, dass er nur sehr selten ausgesprochen wird. Stattdessen wird aus Respekt meist die Bezeichnung „Hashem“, was „der Name“ bedeutet, verwendet. Yahweh steht für Gott, den Vater.

Elohim (Sefirah Binah)
Elohim bedeutet wörtlich „die Vielen“ und bezeichnet den weiblichen Aspekt Gottes, Gott, die Mutter. Sie steht damit für die gesamte Schöpfung, die aus dem unerkennbaren Gott hervorgeht. In Elohim wird Gott für uns greifbar, den sie bezeichnet die Matrix aller Dinge. Elohim wird auch als die Schekina Gottes oder der Heilige Geist bezeichnet. Sie ist der göttliche Funke in allen Dingen. Dieser Name Gottes wird im Schöpfungsbericht der Bibel verwendet. Dort heißt es im Original „Am Anfang schuf Elohim Himmel und Erde …“ (Genesis 1:1) Elohim ist einen evolutionäre Kraft und unser Leben ist Evolution in Gott und zu Gott. Sie ist ein Teil von Gott und untrennbar von ihm.

El (Sefirah Chesed)
El bezeichnet die pure, reine Gnade Gottes, die so groß ist, dass sie für uns kaum zu ertragen ist. Es ist Gottes bedingungslose Liebe und Güte gleichermaßen für die gesamte Schöpfung. Gott liebt alle Geschöpfe gleich, sei es eine Fliege oder ein Mensch. Diese reine Gnade ist vor allem in höheren Bewußtseinszuständen erfahrbar, in denen wir uns von unserem Namen und unserer Form lösen können.

Elohim Gibor (Sefirah Geburah)
Elohim Gibor bezeichnet Gottes Urteil. Wenn wir nur aus unseren eigenen Wünschen und Bedürfnissen heraus leben und nicht in Mitgefühl und Liebe für andere Wesen handeln, erfahren wir Gottes Urteil. Es ist aber nicht Gott, der uns verurteilen will, sondern wir bringen dieses Urteil selbst über uns. Es ist so, als würde man aus dem zweiten Stock im Haus springen und sich ein Bein brechen. Ursache und Wirkung kommen hier zum tragen. Oft sind wir uns darüber aber nicht im Klaren. Dieser Name kann uns dazu bringen, in größerer Harmonie mit Gott zu leben. Wenn wir in Hingabe zu Gott leben, wird er uns dadurch Dinge lehren. Wenn wir in unserem Ego leben, werden wir alles nur als Unglück betrachten und nicht daraus lernen.

Yeshua (Jesus) (Sefirah Tiferet)
Yeshua ist der große Name Gottes, Yahweh, Yod-He-Vav-He, mit Hinzufügung des hebräischen Buchstabens Schin, Yod-He-Schin-Vav-He. Sein Name bedeutet „Yahweh erlöst“. Wodurch erlöst Yahweh? Durch Schin, das den heiligen Geist, die heilige Schekina Gottes, symbolisiert. Wie sehen Yeshua nicht als Gott, sondern als Menschen, der erkannte, das in jedem Wesen ein göttlicher Funke ist. Durch seinen Lebensweg und sein großes Opfer offenbarte er dieses seinen Gefährten und offenbart uns dies noch heute. Sein Name steht im Zentrum des kabbalistischen Lebensbaumes und er steht für wahres Mitgefühl und spirituelle Liebe, die ihren Ursprung im Herzen hat. Auf der innersten Ebene unseres Herzens sind wir mit Gott verbunden. Dort ist der göttliche Funke, der weder geboren wird noch stirbt.

Yahweh Tzavaot (Sefirah Netsach)
Tzavaot bezeichnet die Heerscharen Gottes in der Schöpfung, alle Kräfte und Wesen. Yahweh Tzavaot ist besonders eng mit der Herrschaft Gottes verbunden und mit dem künstlerischen, kreativen Geist, inspiriert durch den Erzengel Haniel.

Elohim Tzavaot (Sefirah Hod)
Elohim Tzavaot bezeichnet ebenfalls die Heerscharen Gottes, aber hier liegt die Betonung auf der Hingabe zu Gott. Dieser Name ist eng mit dem Forschergeist der Wissenschaftler verbunden, inspiriert durch Erzengel Michael. Durch seine große Hingabe zu Gott gewinnt Erzengel Michael den Kampf mit den negativen Kräfte in der Schöpfung. In der Offenbarung des Johannes 12:7-10 besiegt er mit den Heerscharen Gottes den großen Drachen, den Teufel und sein Scharen.

Shaddai, El Shaddai, Shaddai El Chai (Sefirah Yesod)
Diese drei Namen bedeuten „Der Mächtige“, „Der mächtige Gott“ und „Der mächtige lebendige Gott“. Sie verweisen auf Gott als Grundlage des Lebens und haben dazu einen ganz direkten Bezug, denn Shaddai bedeutet auch „der Gebrüstete“. Die Lebensgrundlage der Israeliten als Viehhirten war die Milch ihrer Tiere. Der Name weist aber auch auf Berge hin, die mit höheren, prophetischen Bewußtseinszuständen in Verbindung gebracht wurden. Große Propheten, wie Moses und Elija erklommen einen Berg, um mit Gott zu sprechen. Die bekannteste Lehre Yeshuas ist die Bergpredigt. Sie beinhaltet Weisheit, die er von Gott empfangen hatte.

Adonai (Sefirah Malkuth)
Adonai bedeutet der Herr und weist auf die Präsenz Gottes in der Schöpfung hin. Es ist der Name des Lebens wie es ist: gut und böse. Adonai reflektiert den Lebensprozess. Adonai besteht aus den hebräischen Buchstaben Aleph-Dalet-Nun-Yod. Aleph steht für die eine Lebenskraft, Gott. Dalet ist das Tor des Lebens, die Geburt. Nun ist das Gegenteil von Dalet, das Tor des Todes, unser Sterben. Yod ist der heilige Funke in uns, der weder geboren wird noch stirbt.

Hashem, mögen diese Ausführungen Verstehen und Freude bringen! Amen. 

Wie empfängt man Lehren in der Sophia-Tradition?

In der Sophia-Tradition empfangen wir Lehren im spirituellen Diskurs mit unserem Lehrer oder in der Gruppe und in Zeremonien als herausragenden Bewußtseinserfahrungen. Mit jeder Lehre empfangen wir auch Energie von unserem Lehrer. Man könnte sagen, dass die Energie hinter den Worten sogar noch wichtiger ist als die Worte selbst. Es ist die Energie des Gebetes und des Wunsches für uns, dass unser tieferes Potential aktiviert wird. Dieses Potential steckt in den tieferen Ebenen unserer Seele, den Ebenen die niemals geboren werden und niemals sterben,  die immer in Gott ruhen. Oft leben wir jedoch nur aus unserem Oberflächenbewußtsein in der äußeren Welt und haben diese Ebenen in uns vergessen. Uns fehlt der Zugang zu ihnen.

Unser Lehrer kann uns den Zugang zu den tieferen Ebenen eröffnen, jedoch geht das nicht ohne unsere Mitarbeit. Wir müssen die Lehren selbst integrieren und kultivieren, sie zu unserer ureigensten Erfahrung machen, damit sie uns verändern können und wir sie mit anderen teilen können. In Wahrheit sind sie wie eine spirituelle Zip-Datei, die sich erst mit der Zeit entfaltet, wenn wir sie in unser Gebet, in unsere Meditation und Kontemplation einbeziehen und erkunden. Wir können dabei den Heiligen Geist, Ruach-ha-Kodesh, bitten, uns mehr zu offenbaren, unser Verständnis zu vergrößern. Wir können beobachten, wie die Lehren unser Leben verändern und was das Leben uns über die Lehren zurückgibt. In Wahrheit können die Lehren sich erst entfalten, wenn wir ihnen den Raum und die Zeit dazu geben. Was geschieht mit der empfangenen Energie und Erfahrung nach Tagen, Wochen oder Monaten?

Leider hasten wir in unserer modernen Kultur und oft in der modernen Spiritualität von einer Erfahrung zur nächsten, von einem Event zum nächsten, und vergessen dabei, dass es unsere Aufgabe ist, die Erfahrungen und Energie zu integrieren. Man könnte dieses Hasten von einem Event zum nächsten auch spirituellen Voyeurismus nennen.

Wenn wir uns aber nicht von der empfangen Energie durchdringen und verändern lassen, verlieren wir sie wieder. Dies wird uns auf der energetischen Ebene von Yeshua im „Gleichnis vom anvertrauten Geld“  im Matthäus-Evangelium  25:14-28 gesagt:

14 „Es ist wie bei einem Mann, der verreisen wollte. Er rief vorher seine Diener zusammen und vertraute ihnen sein Vermögen an.
15 Dem einen gab er fünf Zentner Silbergeld, dem anderen zwei Zentner und dem dritten einen, je nach ihren Fähigkeiten. Dann reiste er ab.
16 Der erste, der die fünf Zentner bekommen hatte, steckte sofort das ganze Geld in Geschäfte und konnte die Summe verdoppeln.
17 Ebenso machte es der zweite: Zu seinen zwei Zentnern gewann er noch zwei hinzu.
18 Der aber, der nur einen Zentner bekommen hatte, vergrub das Geld seines Herrn in der Erde.
19 Nach langer Zeit kam der Herr zurück und wollte mit seinen Dienern abrechnen.
20 Der erste, der die fünf Zentner erhalten hatte, trat vor und sagte: ›Du hast mir fünf Zentner anvertraut, Herr, und ich habe noch weitere fünf dazuverdient; hier sind sie!‹
21 ›Sehr gut‹, sagte sein Herr, ›du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du hast dich in kleinen Dingen als zuverlässig erwiesen, darum werde ich dir auch Größeres anvertrauen. Komm zum Freudenfest deines Herrn!‹
22 Dann kam der mit den zwei Zentnern und sagte: ›Du hast mir zwei Zentner gegeben, Herr, und ich habe noch einmal zwei Zentner dazuverdient.‹
23 ›Sehr gut‹, sagte der Herr, ›du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du hast dich in kleinen Dingen als zuverlässig erwiesen, darum werde ich dir auch Größeres anvertrauen. Komm zum Freudenfest deines Herrn!‹
24 Zuletzt kam der mit dem einen Zentner und sagte: ›Herr, ich wusste, dass du ein harter Mann bist. Du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst ein, wo du nichts ausgeteilt hast.
25 Deshalb hatte ich Angst und habe dein Geld vergraben. Hier hast du zurück, was dir gehört.‹
26 Da sagte der Herr zu ihm: ›Du unzuverlässiger und fauler Diener! Du wusstest also, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nichts ausgeteilt habe?
27 Dann hättest du mein Geld wenigstens auf die Bank bringen sollen, und ich hätte es mit Zinsen zurückbekommen!
28 Nehmt ihm sein Teil weg und gebt es dem, der die zehn Zentner hat! „

Über Unterschiede zwischen der Sophia-Tradition und den meisten Hauptströmungen des Christentums (von Tau Malachi)

Ecclesia Pistis SophiaIn der Sophia-Tradition glauben und erfahren wir den uranfänglichen und den kosmischen Christus. Das ist gleichbedeutend mit einer universellen Erleuchtung und der letztendlichen Erleuchtung und Befreiung aller lebendigen Geister und Seelen. Mit anderen Worten gesagt: Wir haben einen leidenschaftlichen Glauben an Yeshua als den Messias und glauben ebenso an das Evangelium, wie auch an die verschiedenen Wunder und Geheimnisse, die dort offenbart werden. Wir glauben an die Vollkommenheit des göttlichen Wesens, des erleuchteten Wesens, die durch den Messias verkörpert wurde. Andererseits wissen und verstehen wir, dass die Erleuchtung nicht auf Christus, unseren Messias, begrenzt ist, sondern viele verschiedene Erscheinungen annimmt. Dadurch werden unterschiedlichen Völkern verschiedene Wege der Erleuchtung offenbart, entsprechend der Art und Weise, wie sie die Lichtpräsenz und Lichtkraft am Besten empfangen können.

Wenn wir Namen wie Buddha, Krishna und ähnliches hören, hören wir „Christus“ und sehen die gleiche Lichtpräsenz und Lichtkraft in ihnen verkörpert. Dabei formt jeder dieser erleuchteten Meister seinen eigenen Weg für die Selbsterkenntnis, Erleuchtung und Befreiung von Seelen.

„Errettung“ bedeutet für uns Selbsterkenntnis oder Erleuchtung. Darin unterscheidet sich unser Glauben am stärksten von Brüdern und Schwestern in der äußeren Kirche. Wir verstehen Yeshua, den Messias, als Retter und Gnostischen Offenbarer und dadurch erkennen wir die vielen verschiedenen Erscheinungen des Retters und Gnostischen Offenbarers.  Deshalb glauben wir auch nicht,  dass Brüder und Schwestern aus anderen Weisheitstraditionen „in die Hölle kommen“, wenn sie nicht an „Jesus Christus“ glauben und „Jesus“ folgen. Wir respektieren andere Weisheitstraditionen, andere Strömungen der Lichtübertragung, finden unseren eigenen Glauben durch sie bestätigt und gewinnen Nutzen und Weisheit aus ihnen.

Die Erscheinungsform jedes Lichtträgers ist jedoch einzigartig. Jeder bietet eine andere spirituelle Unterstützung, Lehren und Übungen an, jeder bringt ein einzigartiges Heiligtum und spirituelles Fahrzeug hervor. In Yeshua, dem Messias, sehen wir eine einzigartige Selbsthingabe und die Bildung eines einzigartigen Heiligtums der Gnade, das negatives Karma, Sünde und die Fesseln der Unfreiheit löst. Wir erkennen ein einzigartiges  Heiligtum und eine einzigartige Offenbarung, zu der wir uns berufen fühlen oder mit der wir eine tiefe Resonanz empfinden. Wir empfinden eine starke Herzverbindung und Seelenverbindung mit unserem Herrn Yeshua. Wir haben einen leidenschaftlichen Glauben und leidenschaftliche Hingabe und so sind wir mit ihm verbunden.

Indem wir  begreifen, dass die Lichtpräsenz (Christus) und Lichtkraft (der Heilige Geist) nicht auf Meister Yeshua begrenzt ist, sehen wir, dass sie auch von anderen um ihn herum mehr oder weniger stark verkörpert wurde. Sie wurde von Johannes dem Täufer, Mutter Maria und der Heiligen Braut (Maria Magdalena) in verschiedenen Graden verkörpert und wird weiterhin durch die gnostisch-apostolische Nachfolge verkörpert.

Ein allgemeiner Begriff für den Messias, Christus, in der Sophia-Tradition ist der „Lichtmensch“. Wenn wir in die inneren Dimensionen schauen, sehen wir zahllose Erscheinungen des göttlichen oder erleuchteten Wesens in zahllosen Weltsystemen der Gesamtheit der bewußten Existenz. Jede Erscheinung nimmt die Form an, in der sie von denen,  zu denen sie gesendet wird, am Besten empfangen werden kann. Das schließt Erscheinungen ein, die in die materielle Welt ausstrahlen, ebenso wie Erscheinungen in der astralen oder spirituellen Dimension, in „Erden“ und „Himmeln“. Einige von diesen Erscheinungen können sich natürlich sehr von dem unterscheiden, das wir verstehen und uns vorstellen. Sie mögen uns vielleicht sogar etwas „fremd“ vorkommen und doch ist jede ein strahlendes, heiliges Licht und unbeschreiblich schön, erfüllt von Liebe und Mitgefühl, Verständnis und Weisheit des Göttlichen. Jede Erscheinungsform ist durchdrungen von der Kraft des erleuchteten Wesens.

Unserem Evangelium zufolge werden alle lebendigen Geister und Seele, alle bewußten Wesen,  letztendlich „gerettet“, erleuchtet und befreit. Seelen, die in dieser Welt inkarnieren und in ihr nicht die Erfüllung erreichen, werden sie durch Inkarnationen in anderen Welten erreichen. Alle werden im großen Aufstieg erhoben, kein göttlicher Funke geht jemals verloren.

(dies ist eine Übersetzung von Tau Malachis Facebook-Post)

Über Hayyah Yeshua – den lebendigen Christus

Die gnostischen Evangelien, wie z.B. Pisitis Sophia, stehen zur kirchlichen Sicht auf den Messias nicht im Widerspruch, aber sie erweitern das Bild von ihm. Yeshua hat mit seinem Opfer unsere Sünden getilgt. Etwas zu opfern bedeutet im tieferen Sinne “etwas heilig zu machen”. Bevor Yeshua kam, wurden in der jüdischen Tradition Tiere geopfert. Sie symbolisieren ein “heilig machen” der tierischen, nicht im Sinne der Gebote handelnden, Aspekte in uns.

Yeshua hat uns einen neuen Weg gezeigt, ja er hat den Weg für uns geöffnet. Im gnostischen Phillippus-Evangelium (Spruch 27) wird gesagt:

“Verachtet das Lamm nicht! Denn ohne es ist es nicht möglich, den König zu sehen. Niemand wird seinen Weg zum König beschreiten können, wenn er nackt ist.”

Yeshua, das Lamm, hat uns mit seinem ganzen Leben und Handeln den Weg des Mitgefühls und der Umkehr gezeigt und zeigt ihn uns jeden Tag aufs neue. Durch die Taufe haben wir uns vom alten Weg abgewendet und gehen nun den neuen Weg in Yeshua. Damit ist ein langes Stück unseres Karmas getilgt. Wir sind nicht mehr unbewußt in den Lebenszyklen, den Gilgulim. Wahre Umkehr, Teshuva, besteht in der Rückkehr zu unserer ursprünglichen Intention in Gott, immer wieder.

Yeshua war auf eine zutiefst innige Weise mit Gott verbunden. Er konnte sich vollständig mit Gott vereinen. In den gnostischen Evangelien offenbart er uns, dass dies auch der Sinn und das Ziel unserer Inkarnationen hier auf der Erde ist. Und er zeigt uns geduldig den Weg dahin.

“Niemand wird seinen Weg zum König beschreiten können, wenn er nackt ist.” Er zeigt uns, wie wir unsere Lichtkleider anlegen können, damit wir am Ende vor dem König (Gott) bestehen können. Yeshua ist in der gnostischen Tradition nicht der einzige Sohn Gottes und er kommt nicht so plötzlich in die Welt, wie es scheint.

Er ist eine alte Seele, die einen langen Entwicklungsweg in vielen Inkarnationen hinter sich hat. Man sagt, dass er in 26 Weltsystemen inkarnierte, bevor der als Mensch auf die Welt kam. 26 ist die Summe der Buchstaben des großen Names Gottes, “Yahweh”, in dem alle Kräfte Gottes vereint sind. Auch auf der Erde wurde Yeshua mehrfach wiedergeboren, um seine Aufgabe vollständig erfüllen zu können. So war er der Tradition zufolge der Stammvater Jakob, Moses Nachfolger Joschua und der Prophet Elischa. Jede dieser schon sehr lichtvollen Inkarnationen war ein wichtiger Schritt auf dem Weg seiner Entwicklung als Träger der christlichen Tradition und half ihm, etwas von seinem Karma, das noch vorhanden war, abzutragen. Hier konnte er die große Kraft, Reinheit und das unendliche Mitgefühl erwerben, das ihn befähigte, als unser Messias aufzutreten.

Als Prophet Elischa erwarb er sich die doppelte Kraft der Seele des Propheten Elias, weil er Elias Aufstieg in den Himmel mit ansehen konnte, ohne das Bewußtsein zu verlieren. Die beiden großen Propheten Elia und Elischa kehrten wieder als Johannes der Täufer und Yeshua, der Messias, um ihr Werk zu vollenden.

Man sagt, dass Elischa die doppelte Kraft der Seele Elias in seiner Inkarnation als Yeshua gegeben wurde, damit er seine schwierige Aufgabe vollenden konnte. So wirkt Gott in Kooperation mit den Menschen. Deshalb ist es so wichtig, dass wir Gott erlauben, durch uns zu wirken und uns ihm darbringen. Er erwartet unsere freiwillige Kooperation.

Der kabbalistische Lebensbaum zeigt aber, dass Gott nicht nur unsere freiwillige Kooperation erwartet, wir also den Weg zu ihm suchen sollen, sondern dass er sich auch zu uns ausstreckt, damit wir ihn besser verstehen können. Der unfassbare, unendliche Gott auf der Ebene der Sefirah Kether wird in den unteren Sefirot Chesed, Geburah, Tifereth, Netzach, Hod, Yesod und Malkuth immer fassbarer für uns. Es wird berichtet, dass dies die Himmelsleiter ist, an der der Stammvater Jakob die Engel auf- und absteigen sah.

Auch wir können an dieser Leiter auf- und absteigen und so nach und nach unsere Lichtkleider anziehen. Hier unten in Malkuth haben wir vieles Gegenständliche als Referenzpunkte. Gott selbst aber ist nicht gegenständlich. Er ist Ain, das Nicht-Gegenständliche, aus dem alles Gegenständliche hervorgeht.

Der Tradition zufolge war Yeshua auf der Ebene der Sefirah Chokmah mit Gott verbunden war. Er konnte ihn also auf dieser hohen Ebene in seiner nichtgegenständlichen Form, die unendliche Liebe ist, erfahren. Er wollte diese Erfahrung allen Menschen eröffnen. Aber die Menschen hatten Schwierigkeiten, ihn zu verstehen. Selbst seine engsten Anhänger, die Jünger, die doch schon so viel von ihm gelernt hatten, hatten lange Schwierigkeiten, diese große Befreiungsbotschaft zu verstehen.

Petrus, Jakobus und Johannes hatten in der Verklärung große Angst und fielen Lukas zufolge sogar in tiefen Schaf. Auch als Maria Magdalena die Auferstehung Yeshuas verkündete, glaubten sie ihr zuerst nicht. Erst als Yeshua ihnen erschien und später den Heiligen Geist über sie ergoß, verstanden sie die innere Dimension unseres Seins. Der göttliche Funke in uns, unser Neshamah ist unsterblich und die Quelle unseres Seins. Der Schrift Pistis Sophia zufolge verbrachte Yeshua nach seiner Auferstehung noch 10 Jahre mit den Jüngern, um sie darüber näher zu unterrichten. In diesen 10 Jahre lehrte er sie den Aufstieg zu Gott in seiner nichtgegenständlichen Form. Auch die acht Himmel sind ein Bild dafür.

Niemand von der Kraft und Stärke Yeshuas lebt in unserer Zeit. Wenn es aber Gottes Wille ist, dass wir selbst einmal Söhne und Töchter Gottes werden, wissen wir, dass dieses Leben nicht unsere letzte Inkarnation ist, dass es wahrscheinlich noch viele Leben dauern wird. Für diesen Weg hat Yeshua uns gute Hoffnung gegeben:

“1 Dann sagte Jesus zu allen:1 »Erschreckt nicht, habt keine Angst! Vertraut auf Gott und vertraut auch auf mich!
2 Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen, und ich gehe jetzt hin, um dort einen Platz für euch bereitzumachen. Sonst hätte ich euch doch nicht mit der Ankündigung beunruhigt, dass ich weggehe.
3 Und wenn ich gegangen bin und euch den Platz bereitet habe, dann werde ich zurückkommen und euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin.
4 Den Weg zu dem Ort, an den ich gehe, den kennt ihr ja.”
(Johannes 14:1-4)

Dabei muss ich an die acht Himmel als unsere Wohnungen auch zwischen den Inkarnationen denken und an den Lebensbaum als den Weg.

Johannes der Täufer in der Sophia-Tradition

(Markus 1:2-8)
“2 Es begann, wie es im Buch des Propheten Jesaja angekündigt wurde: »Ich sende meinen Boten vor dir her, sagt Gott, damit er den Weg für dich bahnt.
3 In der Wüste ruft einer: Macht den Weg bereit, auf dem der Herr kommt! Ebnet ihm die Straßen!
4 Dies traf ein, als der Täufer Johannes in der Wüste auftrat und den Menschen verkündete: »Kehrt um und lasst euch taufen, denn Gott will euch eure Schuld vergeben!
5 Aus dem ganzen Gebiet von Judäa und aus Jerusalem strömten die Leute in Scharen zu ihm hinaus, bekannten öffentlich ihre Sünden und ließen sich von ihm im Jordan taufen.
6 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und um die Hüften einen Ledergurt; er lebte von Heuschrecken und dem Honig wilder Bienen.
7 Er kündigte an: »Nach mir kommt der, der mächtiger ist als ich. Ich bin nicht einmal gut genug, mich zu bücken und ihm die Schuhe aufzubinden.
8 Ich habe euch mit Wasser getauft; er wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.”

Die Sophia-Tradition lehrt wie die ursprüngliche jüdische Tradition, dass wir danach streben sollen, Gottes Liebe und Mitgefühl überall im Alltagsleben zu verkörpern. Anders als in östlichen Traditionen geht es nicht darum, ein dauerhaft zurückgezogenes Leben zu führen. Aber es gibt auch immer wieder Seelen, die um ihre Aufgabe zu erfüllen, dazu bestimmt sind, sich vom Alltagsleben fernzuhalten und wie die heiligen Engel zu leben. Ihre Mission ähnelt der der großen Engel und ihre Seele hält sich stärker in den Himmeln als im Körper auf. Hierzu zählt Johannes der Täufer und er wird deshalb oft der Engel des heiligen Evangeliums genannt. Unsere Tradition spricht von ihm unter seinem hebräischen Namen, Yohanan.

Yohanan gilt als der Lehrer, Tzaddik, Yeshuas. Er ist der wiedergeborene Prophet Elijah. Es heißt, er konnte seine Aufgabe als Lehrer Yeshuas erfüllen, weil alle großen Propheten einen Funken ihrer heiligen Seelen, ihres Neshamahs, mit Yohanans Seele verbanden, damit die ganze Fülle ihres Wissens in ihm ruhte. Er verkörperte selbst viel Licht, das Licht der Folge der Propheten vor ihm. Im Johannes-Evangelium 1:6-9 wird von ihm gesagt:

“6 Es trat einer auf, den Gott gesandt hatte; er hieß Johannes.
7 Er sollte Zeuge sein für das Licht und alle darauf hinweisen, damit sie es erkennen und annehmen.
8 Er selbst war nicht das Licht; er sollte nur auf das Licht hinweisen.
9 Das wahre Licht, das in die Welt gekommen ist und nun allen Menschen leuchtet, ist Er, der das Wort ist.”

Einer mündlichen Überlieferung zu diesem Vers zufolge war Yohanan Aufgabe einerseits die Verkörperung des überirdischen Lichts im Messias zu bezeugen und gleichzeitig als Öffner des Weges für ihn zu dienen und als Hebamme für die heilige Seele Yeshuas. Yohanan war nur sechs Monate älter als Yeshua. Von seiner frühesten Kindheit an wurde er in der Versammlung der Propheten vom Baal Shem, dem Leiter der Versammlung, erzogen. Er wohnte sein ganzes Leben lang in der Wildnis und er lernte alle Lehren mit äußerster Leichtigkeit.

Als Yohanan und Yeshua am Jordan standen, standen neben ihnen die Erzengel Metatron und Sandalfon. Sieben weitere Erzengel der Sefirot bildeten einen Kreis um sie. Die entsprechenden Orden der Engel formten einen äußeren Kreis und die Seelen der Gerechten und Propheten sammelten sich um sie. Es war, als würden Yohanan und Yeshua ein Tor des überirdischen Lichtes in der Welt werden. Dies ist ein Bild der visionären Dimension hinter der Taufe, wie man sie sich auch in Meditationen vorstellen kann.

In der christlichen Kabbala ist Yohanan die Verkörperung der Sefirah Yesod, weil er der Lehrer, Tzaddik, des perfekten Meisters, des Messias, ist und Yesod die Sefirah des heiligen Lehrers ist. Yohanan wird oft herbeigerufen und gebeten, dem Christusgeist in uns zur Geburt zu verhelfen und diesen Prozeß zu begleiten, wie eine Hebamme die Geburt eines Kindes. Auch wenn wir prophetische Visionen und Träume verstehen wollen, kann er herbeigerufen werden. Es wird erzählt, dass sein Geist bei jeder Taufe und jedem Fest der Wiederauferstehung anwesend ist.

[Zusammengestellt aus: Tau Malachi: Gnosis of the Cosmic Christ : a Gnostic Christian Kabbalah. – Saint Paul, Minn. : Llewellyn, 2005]

Was bedeutet die Taufe?

RiverEs gibt in der christlichen Tradition den äußeren Segen der Taufe (Wasser). In mystischen Traditionen folgt darauf die Salbung mit dem heiligen Öl und das Fest des Brot und Weines, das Abendmahl, dass hier Hochzeitsfeier heißt.

Johannes verkündet im Jordan: “Ändert euer Leben! Gott wird jetzt seine Herrschaft aufrichten und sein Werk vollenden!… Johannes sagte auch: “Ich taufe euch mit Wasser, damit ihr euer Leben ändert. Aber der, der nach mir kommt, ist mächtiger als ich. Ich bin nicht einmal gut genug, ihm die Schuhe auszuziehen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit dem Feuer des Gerichts taufen.”

Der äußeren Taufe muss die innere Taufe folgen. Was bedeutet es in der Sophia-Tradition sein Leben in Gott zu ändern? Es bedeutet, zu Gottes ursprünglicher Intention für uns zurückzukehren, unser Herz von äußeren Absichten zu reinigen. Die äußeren Absichten kommen aus unserer Inkarnation, aus Namen, Form und persönlicher Geschichte. Von nun an ist es unsere Absicht, etwas von Gottes Intention für uns und für Gottes Schöpfung um uns herum zu verwirklichen. Es ist ein großes Ziel, Gottes Intention zu verwirklichen. Wenn wir den Weg gehen, merken wir, dass uns davon etwas Schritt für Schritt immer besser gelingt.

Die äußere Salbung mit heiligem Öl ist ein Symbol für die innere Salbung mit dem heiligen Licht Gottes. Christus oder Messiah bedeutet wörtlich “der Gesalbte”. Die Könige im Alten Testament wurden mit dem heiligen Öl zu Königen gesalbt. Maria Magdalena salbt Christus mit Nardenöl. Der hebräische Buchstabe Schin im Namen von Yeshua deutet auf die wahre Salbung des Herrn hin. Der große Name Gottes ist Yahweh, hebräisch Yod-He-Vau-He. Der Name Yeshua hat nur einen Buchstaben mehr, Yod-He-Schin-Vau-He, und er bedeutet “Yahweh erlöst”. Wodurch erlöst Yahweh? Durch den Heiligen Geist, symbolisiert durch den Buchstaben “Schin”. Das Licht des Heiligen Geistes wird in Yeshuas Taufe durch die herabkommende Taube symbolisiert. Durch sie empfängt er das Licht Gottes, dass er dann 40 Tage in der Wüste in sich integriert.

Dabei ist er starken Versuchungen ausgesetzt, die aus seinem alten Selbst, aus Namen, Form und persönlicher Geschichte kommen. Durch sein tiefes Gottvertrauen überwindet er sie alle, denn er bleibt in Gottes Liebe.

Und so ist auch mit uns, wenn wir etwas von dem Licht des heiligen Geistes empfangen. Dies kann z.B. durch Lehrer, durch Engel oder die heiligen Schriften geschehen. Oft wird dann unser kleines Ich uns wiedersprechen und wir gehen durch einen Prozeß der Integration der schwerer oder leichter sein kann. Diesen Prozeß des Empfangens und Integrierens des Lichtes finden wir in vielen wirklichen Weisheitstraditionen, z.B. bei den Sufis und in buddhistischen Traditionen. Und diese Menschen leben dann in Hingabe zu Gott, für Gottes Liebe. Weil die Hinwendung zum Licht in allen diesen Traditionen die Gleiche ist, kann man sagen, es gibt eine ursprüngliche Weisheitstradition, aus der alle hervorgehen. Wir brauchen jetzt diese Unterschiede, denn wir leben in verschiedenen Kulturen. So kann jeder den Weg finden, der für Ihn am leichtesten ist.

Meditation “Einheit mit der Heiligen Mutter und dem Heiligen Kind”

Boticelli Virgin Teaching ChildDie Sefirah Binah am Lebensbaum wird auch die göttliche Mutter genannt, da aus ihr die gesamte Schöpfung hervorgeht, alles was wir von Gott wissen und erfassen können. Sie arbeitet immer daran, den Messias, die Lichtpräsenz, die in uns verborgen ist, zu gebären und hervorzubringen. Wenn wir den Gesalbten und den Muttergeist (Heiligen Geist) in unser Leben einladen, öffnen wir uns damit der Kraft der Mutter, die ebenso der Vater in der Form der Heiligen Taube ist. Ihre Gnade kommt herab als das Licht von oben und sie erweckt die Kraft des Heiligen Geistes in uns. Es ist die Kraft, die als Schlangenkraft in unserem Wurzelstern ruht. Durch die Gnade des Lebendigen Vaters in unserer göttlichen Mutter, wird der Messias in uns empfangen und geboren. Dann dämmert die spirituelle Sonne in unseren Herzen und unserem Geist. Wir werden vom heiligen Geist erhellt.

In der Meditation mit der Heiligen Mutter und dem Heiligen Kind versuchen wir, der Mutter näher zu kommen, so dass sie die spirituelle Sonne in uns gebiert. Es ist eine Übung, durch die man sich der Mutterkraft öffnen kann.

Die Meditation

Beginne mit der ursprünglichen Meditation, indem du dir die Heilige Jungfrau als die Natur und den Grund des Bewußtseins (Ain; das Nichtgegenständliche, aus dem alles hervorgeht) deutlich machst. Bleibe einige Zeit in dieser heiligen Aufmerksamkeit.

Dann stelle dir die goldene Kugel der spirituellen Sonne in und hinter deinem Herzen vor. Stelle dir vor, dass dich eine Sphäre aus goldenem Licht umgibt, als wärst du ein Lichtkind im Schoß der Heiligen Mutter. Dieses Bild im Geist haltend, bete:

Gegrüßt seist du, Miriam, voll der Gnade, Yahweh ist mit dir;

Gesegnet bist du unter den Frauen,

Und gesegnet ist die Frucht deines Leibes, Yeshua.

Heilige Miriam, Mutter des Messias,

Salbe uns jetzt und in der Stunde unseres Todes, Amen.

(Wiederhole dies wenigstens sieben Mal.)

Wenn dein Gebet vollendet ist, stelle dir vor, wie ein Lichtstrahl aus der spirituellen Sonne in dir hervorschießt. In ihm erscheint magischerweise vor dir die Heilige Mutter mit dem Heiligen Kind in ihren Armen.

Das Meditationsbild

Die Heilige Mutter ist eine junge Frau mit einem schönen, freudvollen und sanften Antlitz. Ihre Kleider sind rot mit goldenen Rändern. Sie trägt einen roten Schleier und eine Aura goldenen Lichts umgibt sie. In ihren Armen hält sie das Heilige Kind, dass in gold gekleidet ist. Die innere Robe des Kindes ist weiss mit heiligen, in rot gestickten Symbolen. Die Heilige Mutter stützt ihr Kind mit der linken Hand. Mit der rechten Hand hält sie seine Hand fest. Das Heilige Kind ist wunderschön und strahlt in Herrlichkeit. Es hat eine strahlend weisse Aura und ist von den Regenbogenfarben umgeben. (Das Bild der Mutter und des Kindes ist aus durchsichtigem Licht, wie ein Regenbogen am Himmel. Es schwebt im Raum vor dir. Ihre Füße berühren den Boden nicht.)

Während du dir die Mutter und das Kind vorstellst, kannst du, wenn es für dich im Moment stimmig ist, den Lobgesang Marias aus dem Evangelium des Lukas beten (1:46-55)

“46 Maria aber sprach: »Mein Herz preist den Herrn,

47 alles in mir jubelt vor Freude über Gott, meinen Retter!

48 Ich bin nur seine geringste Dienerin, und doch hat er sich mir zugewandt. Jetzt werden die Menschen mich glücklich preisen in allen kommenden Generationen;

49 denn Gott hat Großes an mir getan, er, der mächtig und heilig ist.

50 Sein Erbarmen hört niemals auf; er schenkt es allen, die ihn ehren, von einer Generation zur andern.

51 Jetzt hebt er seinen gewaltigen Arm und fegt die Stolzen weg samt ihren Plänen.

52 Jetzt stürzt er die Mächtigen vom Thron und richtet die Unterdrückten auf.

53 Den Hungernden gibt er reichlich zu essen und schickt die Reichen mit leeren Händen fort.

54 Er hat an seinen Diener Israel gedacht und sich über sein Volk erbarmt.

55 Wie er es unsern Vorfahren versprochen hatte, Abraham und seinen Nachkommen für alle Zeiten.“

Halte das Bild der Heiligen Mutter und des Kindes in deinem Geiste und bete zu ihr geleitet von deinem Herzen. Bringe dich ihr dar. Bete, das sie empfangen möge und den Messias und den Heiligen Geist in dir gebären möge. (Du kannst dich auch mit der Heiligen Mutter und dem Kind in der Stille deines Herzens verbinden. Dabei halte die bewußte Absicht im Geiste, dich der Mutterkraft zu öffenen. Folge einfach der Inspiration des Augenblicks).

Wenn der Gebetszyklus vollständig ist, beginne den Chant: Adonai Yeshua Messia (Herr Jesus Christus). Während du chantest, stelle dir vor, dass das Heilige Kind in den Armen der Jungfrau heller und heller wird. Ströme des Lichts fließen von seinem Körper der Herrlichkeit und segnen dich. Sieh die Heilige Mutter dir zulächeln. Ihre Liebe überströmt dich als Licht des Messias. Das Licht in dir und um dich herum wird heller und heller während du die segensvollen Lichterscheinungen vom Kind der Mutter empfängst. Wenn du zum Ende des Chants kommst, sieh wie das Kind zu einem reinen weissen Strahlen wird. Sieh wie dieses Licht wie eine Sternschnuppe emporschießt und eine Sphäre aus weissem Licht über deinem Kopft formt.

Nimm den Chant Ah-Yah-Ha-Vah auf und stell dir vor, wie das weisse Licht herabfließt durch deinen Kopf in die spirituelle Sonne in deinem Herzen. Spüre, wie du erfüllt wirst vom Gesalbten und vom Heiligen Geist, von der Liebe und vom Mitgefühl des Messias.

Wenn du das Licht von oben empfangen hast, das Heilige Kind, und du dir selbst als heiliges Kind bewußt bist, wende deine Aufmerksamkeit wieder der Jungfrau-Mutter zu. Preise und danke Gott für die göttliche Gnade, die in der Heiligen Mutter und dem Kind offenbar geworden ist. Nimm den Chant der Mutter auf: Imma Miriam Ha-Elohim (Mutter Miriam, Tochter Elohims). Während du chantest, stell dir vor, wie sie immer heller und heller wird und Lichtströme von ihrem Körper der Herrlickeit fließen und dich segnen. Am Ende des Chants, sieh wie ihr Bild zu fließendem Licht wird. Stell dir vor, wie dieses Licht in die spirituelle Sonne in deinem Herzen fließt. Wenn der große Segen der Heiligen Mutter in dein Herz eintritt, sieh Regenbogenstrahlen von deinem Herzen und deinem ganzen Körper ausgehen. Bleibe in der Aufmerksamkeit der Verschmelzung deines Geistes, deines Herzens und Körpers mit der Heiligen Mutter und dem Kind.

Bleibe in dieser Verbindung so lange du kannst.

Wenn du in die Welt gehst, lasse alles, was erscheint, der Lichtpalast sein, in dem die Heilige Mutter wohnt, als wäre alles der Körper ihrer Herrlichkeit. Höre alle Geräusche als ihre Stimme, die lebendige Welt Gottes. Empfange alle Gedanken und Gefühle, die im Geist und Herzen aufsteigen, als spontane Äußerung ihrer angeborenen Weisheit, der Weisheit Gottes. Amen.

(Übersetzt von der Website der Sophia-Fellowship / Study and Practice)