Einige Vorübungen zu den Geben-und-Empfangen-Meditationen

Die beiden vorangegangenen Artikel zur Geben-und-Empfangen-Meditation findet ihr hier:

Warum Geben-und-Empfangen-Meditation?

Geben-und-Empfangen-Meditation mit der Umgebung

Die grundlegenden Fähigkeiten der Übungen „Stiller Beobachter“, „Ursprüngliche Meditation“ und „Geben-und-Empfangen-Meditationen“ sind Teil aller anderen spirituellen Übung, die in der Tradition der Sophia-Gnostik gelehrt werden, angefangen bei den Meditationen der „Vereinigung mit den Partzufim“ und „Palast des Lichtes“-Übungen bis zu den Meditationen der „Übertragung des Bewußtseins“. Alle beginnen mit dem „Stillen Beobachter“ oder der „Ursprünglichen Meditation“ und alle verwenden die Bilder der spirituellen Sonne und des leuchtenden heiligen Atems, die man in den „Geben-und-Empfangen-Meditationen“ findet. Kenntnis und Können dieser drei Übungen sind deshalb für den Eingeweihten Schlüssel zu allen anderen spirituellen Übungen in der Tradition. Darum gehört Geben-und-Empfangen zu den sechs Grundlagen-Übungen, die jeder Sophia-Gnostiker kennt. (die anderen drei sind die „Mittelsäulen-Meditation“, die oft mit Geben-und-Empfangen-Meditationen vereinigt wird, und zwei heilige Rituale, eines, das heiligen Raum schafft, und ein zweites für das gnostische Abendmahl.)

Bevor wir tatsächlich mit den Geben-und-Empfangen-Meditationen beginnen können, müssen wir lernen, Liebe und Mitgefühl in uns selbst bis zu einem gewissen Grad wachzurufen, was bedeutet, dass wir unser Herz öffnen können. In der Praxis kann sich das als viel schwieriger erweisen als man denkt, weil uns typischerweise die Quelle für unsere Liebe und unser Mitgefühl verborgen ist; weil sie uns nicht vertraut ist, kann es schwer sein den Zugang zu finden. Glücklicherweise gibt es im gnostischen Christentum viele besondere Methoden, um den Zugang zum Herzen zu finden; sie können uns helfen, unsere Fähigkeit zur Liebe und zum Mitgefühl zu erwecken. Hier werden wir uns einige besonders direkte ansehen.

Erinnerung an das Geliebt-Sein: Denke an eine Zeit als du Liebe fühltest und an die Person, die dich liebte. Vergegenwärtige dir diese Situation in deinem Geist so detailliert wie möglich – eine Liebe, die dir jemand zeigte und die dich wirklich bewegte. Für viele Menschen könnte diese Person ihre Mutter oder ihr Vater sein, oder die Großmutter und der Großvater oder jeder, der uns Liebe und Freundlichkeit entgegengebracht hat. Ein anderes Mal mögen einige von uns in der Lage sein, in Verbindung mit Yeshua oder Maria Magdalena zu kommen, deren Liebe uns die Lichtübertragung brachte, oder vielleicht auch mit unserem spirituellen Lehrer (Root Tzaddik). Jeder, der Liebe aus unserem Inneren hervorgebracht hat oder von dem wir uns geliebt fühlten, kann hierzu nützlich sein.

Stell dir die Situation vor und lasse sie deinen Geist vollkommen erfüllen, erlaube dem Gefühl der Liebe wieder in deinem Herzen aufzusteigen und dich mit Danksagungen und Dankbarkeit zu durchdringen. Wenn du das tust, wird deine Liebe natürlicherweise zu dem fliessen, der sie erweckt hat, wer auch immer das sein mag. Dein Herz wird sich öffnen, und obwohl du vielleicht nicht immer fühlen wirst, dass du genug Liebe hast, oder du deine Fähigkeit zum Mitgefühl vergessen hast, wirst du dich an Liebe und Mitgefühl erinnern, den sie werden dir gegenwärtig sein durch diese Übung. Du wirst dich daran erinnern, dass du geliebt wurdest und der Liebe würdig bist und das du in deinem Herzen ein liebendes Wesen bist.

Lass zu, dass sich dein Herz ganz öffnet, und lass deine Liebe zu allen lebendigen Seelen und Herzen strömen. Zuerst zu denen, die dir am nächsten sind, dann zu Freunden, Bekannten und Nachbarn und dann zu Fremden. Wenn du in der Lage bist, lass deine Liebe sogar zu denen strömen, die du für Feinde hältst … lass die ganze Welt in deinem Herzen ruhen, als wäre es ein Schoss aus Licht und Liebe. Bleibe in dieser heiligen Aufmerksamkeit solange es geht.

Die anderen gleichen einem selbst: In Wahrheit wünschen wir uns alle die gleichen grundlegenden Dinge – wir alle wollen glücklich sein und frei von Leid. Wir wollen wohlhabend, erfolgreich, gesund und glücklich sein, wie immer wir es ausdrücken mögen. Das trifft auf alle lebendigen Seelen und Herzen zu. Im Grunde genommen ist es so: wenn wir uns an unsere grundlegende Gleichheit als menschliche Wesen – lebendige Wesen – erinnern können, können wir anderen unser Herz öffnen.

Vergegenwärtige dir das, sieh dein eigenes Verlangen nach Wohlstand, Erfolg, Gesundheit und Glück und sieh, dass das Verlangen anderer deinem Verlangen gleicht. Lass dein Herz sich öffnen und wünsche aufrichtig Wohlstand, Erfolg, Gesundheit und Glück zusammen für dich und andere. Das wird dir helfen, dich in deinen Beziehungen zu anderen zu öffnen und dir deiner eigenen Bedürfnisse und Wünsche und der Bedürfnisse und Wünsche der anderen bewusst zu werden. Stell dir nur einmal eine Welt vor, in der Leute einander in dieser Art beachten – das Glück würde zunehmen und das Leid abnehmen!

Plätze tauschen: Wenn du jemanden kennst der leidet, aber du keine Idee hast, wie du dieser Person helfen kannst, vesetze dich ohne Vorbehalt an die Stelle dieser Person. Stell dir vor, du bist diese Person – du hast ihre Erfahrung – so vollständig und lebendig wie du kannst. Schau und sieh wie du dich fühlst, und sieh all die Ängste, die Trauer und das Leid, das aufsteigen würde. Sei diese Person in deinem Geist und öffne dein Herz vollständig ihrer oder seiner Erfahrung.

Immer, wenn wir die Plätze mit jemandem tauschen, verändern wir natürlicherweise unser gewohheitsmäßiges Selbstverständnis und öffnen unser Herz der Erfahrung und den Bedürfnissen von anderen. Wenn wir uns diese Übung zur Gewohnheit machen, werden wir feststellen, dass mehr und mehr eine kraftvolle Einfühlung und Verbundenheit mit anderen in uns erwacht und dass unser Herz sich anderen im täglichen Leben natürlicher Weise öffnet. Offen gestanden, wir werden feststellen, das wir gesünder und glücklicher sind, wenn wir das einfach tun. Wenn wir aktives Mitgefühl üben können – indem wir Hilfe und Unterstützung welcher Art auch immer leisten – werden wir ein gewisses Strahlen unseres heiligen Herzens spontan erleben.

Stell dir einen Freund an Stelle der fremden Person vor, denn manchmal ist es nicht leicht, uns an die Stelle von jemandem zu versetzen, den wir nicht gut kennen. Wenn das der Fall ist, braucht man sich in der Situation der fremden Person nur jemanden vorzustellen, den man liebst oder mit dem man befreundet ist. Als natürliches Ergebnis wird sich unser Herz schnell öffnen und wir spüren ein Ausströmen von Liebe und Mitgefühl.

Mancher fürchete vielleicht, das diese Übung einem Freund schaden könnte wie z.B. ein psychischer Angriff. Jedoch könnte nichts weiter von der Wahrheit entfernt sein. Die Liebe und das Mitgefühl, die man bei dieser Übung erzeugt, gehen hinaus zu der geliebten Person und ebenso zu der Person, die tatsächlich leidet und in Not ist. Das erzeugt positive Energy und positives Karma für den eigenen Freund. Eigentlich bezieht man in so einem Fall die eigene Freundin, den eigenen Freund in das Licht-Kontinuum mit ein und erzeugt damit eine Segnung für sie oder ihn, den sie oder er hat durch ihre / seine Liebe die Licht-Übertragung ermöglicht.

Sich dem Mitgefühl öffnen: Jeden Tag gibt es Möglichkeiten unser Herz zu öffnen und Liebe und Mitgefühl zu erfahren. Vielleicht gehen wir an jemandem, der auf der Strasse lebt, vorbei oder sehen jemanden mit einem einsamen oder verärgerten Gesicht, oder jemanden, der körperlich, geistig oder emotional behindert ist. vielleicht sehen wir auch ein totes Tier am Strassenrand. Vielleicht hören wir von der Notlage von Völkern in anderen Ländern oder sehen in den Nachrichten Leute, die gerade ein Unglück oder Leid erfahren. Im Leben sehen wir viele Leute, die leiden oder sich in einer Notlage befinden. Immer wenn wir solche Dinge sehen, ist das eine Möglichkeit sein Herz zu öffnen. Im Angesicht des unermesslichen Leides in der Welt, erlaube der Chance für Liebe und für das Bedauern, dass das Leid erzeugt, nicht an dir vorüberzugehen. Lasse das Leid und die Trauer Liebe und Mitgefühl aus dir gebären. Dann ist die grosse Trauer und das grosse Leiden nicht ohnen Sinn und Zweck, sondern unterstützt die Offenbarung der Christ-Präsenz in einem selbst und anderen. Lass das Leben selbst Liebe und Mitgefühl hervorrufen.

In dieser Weise können wir unser Herz öffnen und uns an unsere Fähigkeit zur Liebe und zum Mitgefühl erinnern. Zweifellos kann man auch viele andere Wege finden. Der Zweck dieser Übungen ist, dass du auf jede mögliche Art auf deine dir als Mensch angeborene Liebe und dein angeborenes Mitgefühl zugreifst. Das wird dir mehr Zufriedenheit und Glück bringen und es wird dich befähigen zu den Geben-und-Empfangen-Meditationen.

Mögen sich die Herzen aller in Liebe und Mitgefühl öffnen!

In Kürze folgt mehr zum Thema

(Übersetzt aus: Forum der Sophia Fellowship – Foundation Practices)

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