Das Fest Johannes des Täufers oder das Fest der Taufe

Die Taufe Christi von David Zelenka

Die Taufe Christi von David Zelenka

Nach dem Fest der Mutter und des Kindes zur Wintersonnenwende feiern wir am 2. Februar das Fest Johannes des Täufers oder das Fest der Taufe. Es ist die Zeit im Sonnenjahr, zu der das Licht zunimmt oder sich ausdehnt. Für uns repräsentiert diese Zeit den Beginn der göttlichen Erleuchtung in Meister Yeshua, den Beginn der Bewegung seines irdischen Amtes, des Predigens des Evangeliums der Wahrheit, welches den Weg der Erleuchtung darstellt. Der Sophia-Gnostischen Tradition zufolge wird Yeshua nicht als Messias geboren. Er wird zum Messias, als er durch Johannes im Heiligen Jordan getauft wird. In diesem Moment geht der Geist des Messias in ihn ein und erleuchtet ihn.

Es wird erzählt, dass Yeshua zwei Lehrer hatte. Einer lehrte ihn die Gesetze und Schriften, und der andere gab die mystische Tradition an ihn weiter. Johannes der Täufer aber war der sprituelle Lehrer, der seine Ausbildung vollendete und ihn einweihte, er war sein Heiliger Tzaddik (Meisterlehrer). Die Taufe repräsentiert eine Einweihung oder spirituelle Ermächtigung, durch die das spirituelle Leben und die Übungen Meister Yeshuas zur Reife gebracht werden. Deshalb erfolgt die Übertragung des Lichtes und seine Integration in die Persönlichkeit des Meister während seines spirituellen Rückzuges und der Versuchung in der Wüste.

Einerseits feiern wir bei diesem Fest im Sonnenjahr Johannes den Täufer als Reinkarnation des Propheten Elija. Er ist der Prophet des Evangeliums (der guten Nachricht) und der Tzaddik des Messias. Mit ihm erfüllt sich das Versprechen, dass Elija Elischa in einer früheren Inkarnation gab: er versprach ihm das Doppelte seiner prophetischen Kraft als Erfüllung seiner Jüngerschaft.

Andererseits feiern wir die Erleuchtung Meister Yeshuas, indem er in seine Kraft eintritt und das Evangelium der Wahrheit empfängt. Im Grunde ist es das Fest des Mysteriums der Lichtübertragung auf einer neuen Stufe, die sich durch Johannes den Täufer und den Messias manifestiert – die überirdische Lichtübertragung. Sie löst die Folge der Propheten ab und wird die Grundlage der gnostisch-apostolischen Nachfolge.

Auf diese Weise wirkt Johannes der Täufer wie eine Hebamme bei der Geburt des Messias in Yeshua. Das Amt Yeshuas geht hervor aus dem heiligen spirituellen Kreis Johannes des Täufers, das Kontinuum der Lichtübertragung manifestiert sich auf einer höheren Stufe.

Diese Lehren spiegeln die Sophia-Gnostische Sicht des Messias: er ist ein verwirklichtes und erleuchtetes Wesen, das überirdisches oder messianisches Bewußtsein verkörpert. Er erkennt die angeborene Einheit des Menschen mit Gott und Gottkopf und ist ein „Gnostischer Offenbarer“, der den Weg zur Erleuchtung und Befreiung öffnet, der Lehren übermittelt und Einweihungen gibt, durch die die Erleuchtungserfahrung, die gnostische Erfahrung, geschieht.

Die Sicht der Sophia-Gnostik auf die prophetische Folge gründet sich auf die Verwirklichung von höheren Stufen des seelischen Bewußtsein und dabei speziell auf die Erfahrung des kosmischen Bewußtseins mit seinen entsprechenden Graden der Lichtübertragung. Obwohl das kosmische Bewußtsein in der gegenwärtigen Verfassung der Menschheit ein sehr erhabener Grad der Verwirklichung ist, bedeutet er nicht die vollständige Erleuchtung und befreit deshalb den Seelestrom auch nicht vom Gilgulium, dem Zyklus der Wiedergeburten und der Gesamtheit. Das überirdische und überseelische Bewußtsein jedoch geht über das seelische und lebensnotwendige Bewußtsein hinaus. Es repräsentiert die vollständige Erleuchtung, die den Seelenstrom befreit und damit die Erfüllung der göttlichen Gnosis ist, der Lichtmensch, verkörpert durch Meister Yeshua, den Messias.

Dies ist das Mysterium, das wir zum Fest der Taufe erforschen und feiern. In ihm sind viele Mysterien und so ändert sich unser Fokus von Jahr zu Jahr. Jedoch findet sich das Wesen dieses Festes in einer sehr einfachen Übung, die wir jedem Anfänger geben: in sich zu gehen und zu bleiben mit der bewußten Absicht, sich dem Licht der Mutterkraft (des Heiligen Geistes), dem Licht von oben zu öffnen. Wir rufen unsere eigene Erfahrung der inneren Taufe durch das göttliche Licht und die feurige Intelligenz, den Heiligen Geist, in uns wach.

Thema des Festes in einem Jahr könnten Johannes der Täufer und seine Lehren sein oder das Mysterium der Jüngerschaft. Thema könnte auch das Ereignis der Taufe im Heiligen Jordan und damit verbundene Mysterien sein oder vielleicht ein Rückzug in die Wüste und die folgende Versuchung. Wir könnten uns sogar auf die Mysterien der Predigt des heiligen Evangeliums und die spirituelle Arbeit des Erdenamtes des Meisters konzentrieren. Worauf wir uns auch immer in einem bestimmten Jahr fokussieren, innerlich rufen wir die Erfahrung der Empfängnis des Lichtes von oben in uns wach und erinnern uns an das Erwachen der feurigen Intelligenz in uns. Es ist die vom Heiligen Geist übermittelte Einweihung, durch die Erleuchtung und Befreiung kommt.

Den Meistern zufolge gibt es eine äußere, innere und geheime Taufe, die den Taufen mit Wasser, Feuer und Geist entspricht. Das Mysterium der Taufe kann sehr unterschiedlich sein, je nachdem welche Stufe wir erforschen. Aber in Wahrheit sind alle „drei Taufen“ ein Zyklus, denn wie wir an Meister Yeshua sehen, können alle drei gleichzeitig stattfinden als eine Bewegung des Heiligen Geistes.

Wie bei allen Hauptfesten in der Sophia-Tradition gibt es keine feste Liturgie oder ein Schema. In der Regel folgen wir einem generellen Thema und konzentrieren uns auf einen oder mehrer Aspekte dieses Mysteriums des Heiligen Evangeliums. Wir gestalten darauf basierend ein Ritual oder Psycho-Drama. In alle Hauptfeste integrieren wir das Fest des Brot und des Weines (Hochzeitsfest).

Dies ist das zweite heilige Fest im Sonnenjahr, dem das Fest der Kreuzigung und Wiederauferstehung, unser „Ostern“, zur Tag- und Nachtgleiche im Frühling folgt.

Mögen wir gesegnet sein, das Licht von oben zu empfangen und unsere Taufe zur Erfüllung zu bringen in Göttlicher Gnosis, dem Auferstandenen Christus; amen.

[Übersetzt aus: Forum der Sophia Fellowship, Tau Malachi: The Feast of John the Baptist]

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