Die Lichtseele Teil 3 – Die Ruach und die Neshamah

Die Ruach

Die Ruach ist unser Geist oder unsere Intelligenz und wie der Nefesh existiert sie in zwei unterschiedlichen Erscheinungsformen. Sie werden obere Ruach und untere Ruach genannt. Die untere Ruach ist die allgemeine menschliche Intelligenz, die auf den Nefesh (tierische Seele) und die äußere Welt orientiert ist. Sie ist der Verstand der weltlichen oder profanen Person. Die Bezeichnung „untere Ruach“ weist also auf den unerleuchteten Zustand hin. Die obere Ruach entsteht durch die Kultivierung eines spirituellen Lebens und spiritueller Übungen – durch ein aktives Streben nach Erleuchtung, dass zu dem einen oder anderen Grad der Erleuchtungserfahrung führt. Dies ist die Ruach im eigentlichen Sinne. Sie könnte auch als heilige oder göttliche Intelligenz oder göttlicher Geist bezeichnet werden.

Die obere Ruach ist auf die Neshamah und auf das Göttliche gerichtet. Als Ergebnis bringt sie uns ein Bewußtsein für den Ozean der Spiritualität, der uns umgibt: ein Bewußtsein für das Spiel der spirituellen und kosmischen Kräfte, für die metaphysischen Dimensionen der Realität und für Gottes heilige Schekina. Gottes heilige Schekina ist die kabbalistische Bezeichnung für die Präsenz und Kraft Gottes in allem und hinter allem, was geschieht. Auf dieser Ebene beginnen wir, Gottes Willen für unsere Seele zu erahnen: die Mission unserer Seele. Ebenso sind wir in der Lage, die Inspiration des heiligen Geistes und die Mitteilungen der göttlichen Mächte zu empfangen. Wir erleben höhere Bewußtseinszustände, die über die gewöhnliche Bewußtseinsebene deutlich hinausgehen. Wenn wir die Ebene der oberen Ruach mehr und mehr erreichen, erleben wir, dass wir vom Geist geführt und bewegt werden. Auf der höchsten Ebene der Ruach können wir eine Vereinigung mit dem heiligen Geist (hebr. Ruach Ha-Kodesh) erfahren. Dies ist ein prophetischer Zustand, in dem ein Mensch sich völlig erhoben und transformiert fühlt.

Wenn die Ebene der oberen Ruach von einem Menschen verkörpert wird, kann man ihn oder sie zu Recht eine spirituelle oder heilige Person nennen, denn er oder sie hat eine geisterfüllte Seele.

Die Neshamah

Auf der Ebene der Neshamah erfährt man den stahlenden, heiligen Atem Gottes. Die Neshamah ist das Gefäß, dass die spirituelle Kraft beinhaltet, die Gott uns geben will. Man könnte sagen, das der Nefesh einer geöffneten Hand, die empfangen möchte, vergleichbar ist. Die Neshamah ist vergleichbar einer Hand, die sich öffnet, um zu geben. In dem Grad, indem wir bereit sind, uns zu öffnen und empfänglich zu werden für die heilige Schekina, kann der Einfluß der Neshamah in eine Person eindringen oder besser gesagt, aus der Person hervorgebracht werden.

Die Ruach ist die dazwischenliegende Verbindung zwischen dem Nesfesh und der Neshamah. Es ist die Verknüpfung, durch die sie verbunden sind und potentiell vereinigt werden.

In der spirituellen Dimension gibt des kein Konzept des Raumes, wie wir es typischerweise haben. Deshalb kann hier Nähe nur durch Ähnlichkeit, Gemeinsamkeit oder Gleichartigkeit definiert werden. Umgekehrt ist Entfernung das Produkt von Unterschieden, Widersprüchen und Gegensätzen. Wenn man im spirituellen Sinne etwas gleicht, ist man ihm nah. Wenn man etwas nicht gleicht, ist man spirituell fern davon. Um also unserer Neshamah nah zu kommen, müssen wir unsere Gedanken, Gefühle, Worte und Handlungen in Harmonie mit der göttlichen Natur formen. Soweit uns das gelingt, verkörpern wir dann etwas von unserer Neshamah und bringen sie in unsere Erfahrung.

Der Nefesh ist das Gefäß zur Empfängnis unserer Ruach und unserer Neshamah. In ähnlicher Weise ist die Neshamah das Gefäß zur Empfängnis von Hayyah und Yechidah.

Der Nefesh formt einen materiellen Körper, aber die Neshamah formt einen Lichtkörper oder ein himmlisches Abbild (hebr. Zelem). Dies ist ein engelhaftes oder verherrlichtes Bild von uns – das Bildnis unseres Selbst in Christus oder in der Zukunft. Dieses göttliche Bild ähnelt einem Menschen, wie ihn die Propheten auf dem Höhepunkt ihrer göttlichen Visionen wahrnehmen. Es is das himmlische Abbild des Propheten selbst, das die Herrlichkeit oder das Abbild Gottes genannt wird.

Die Erleuchtungserfahrung beginnt auf der Ebene der Ruach, aber die Erleuchtung und Befreiung im eigentlichen Sinne korrespondiert mit der Ebene der Neshamah, wenn etwas von Hayyah und Yechidah in sie gezogen wird. Auf dieser Ebene dämmert das wahre messianische Bewußtsein und unser Selbst in Christus wird verwirklicht. Während viele Eingeweihte die Ebene der Ruach erreichen, erlangen nur wenige die Ebene der heiligen Neshamah. Wer etwas von seiner heiligen Neshamah verkörpert, wird in der gnostischen Tradition „Tau“ genannt (nach dem letzen Buchstaben des hebräischen Alphabets).

(Übersetzt aus Gnosis of the Cosmic Christ von Tau Malachi)

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