Über die Madonna von Guadalupe

Madonna von Guadalupe

Madonna von Guadalupe

Die Wahrheit leuchtet in so vielen Lehren auf und es ist immer wunderbar, sie wiederzufinden. Manchmal verbindet sich die Wahrheit, die in verschiedenen Traditionen leuchtet auch, wie in der Madonna von Guadalupe. Sie wird als Mexikos spirituelle Retterin und Nationalheilige gesehen und dort tief verehrt. Ihre Geschichte ist sehr anrührend und voll tiefer Wahrheit.

Wenn man sich an den Lebensbaum in der Kabbala erinnert, so gibt es dort verschiedene Qualitäten Gottes, die Sefirot, durch die Gott für uns erfahrbar wird. Sie alle sind der eine Gott, aber er gibt uns viele Möglichkeiten, ihn wahrzunehmen. Die Sefirah (Mehrzahl Sefirot) Chochmah wird auch Gott, der Vater, genannt und die Sefirah Binah wird Gott, die Mutter, genannt. Chochmah stellt in der Kabbala den überirdischen Aspekt Gottes dar, dass, was uns von Gott verborgen bleibt, dass große Geheimnis. Yeshua (Jesus) spricht in der Bibel oft davon, dass er tut, was er den Vater tun sieht. Yeshua war sehr eng mit Chochmah verbunden und konnte deshalb diesen Aspekt Gottes für uns erfahrbar machen. Darin steckt ein großes Geheimnis, Yeshuas ganze Liebe und sein ganzes Mitgefühl.

Die Sefirah Binah stellt die mütterlichen Aspekte Gottes dar, Gott in der Schöpfung, dass, was wir von Gott erfahren können. Es ist wie mit unserer eigenen Mutter. Wir wachsen und werden geformt in ihr, bis wir geboren werden. Wenn wir geboren sind, zieht sie uns auf. Den Vater kennen wir nur durch sie. Und so stellt der Vater die reine, ungeformte Energie Gottes dar und die Mutter ist die Form, die Matrix, der Schoß der Schöpfung, in dem wir wachsen.

Gott, als der Vater und die Mutter gehören in der Kabbala untrennbar zusammen und sie verkörpern zwei Seiten der Energie Gottes, die ständig miteinander verbunden sind. Jeder Mensch, ganz gleich, ob Mann oder Frau, hat diese beiden Seiten in sich und kann sie aus sich hervorbringen.

Gott als die Mutter, die Sefirah Binah, hat zwei Erscheinungsformen: auf der einen Seite wird sie durch die heilige Jungfrau verkörpert. Sie wird deshalb durch die Jungfrau symbolisiert, weil sie in allem mit Gott, dem Vater verbunden ist, nie von ihm getrennt, immer in vollkommener, reiner Liebe zu ihm. Ihr ist alle Gnade und Liebe Gottes zugeordnet. Alle Engel sind in ihrer Gesellschaft und sie wirkt durch die Engel.

Die andere Seite ist die dunkle Mutter, die Mutter der Zerstörung und der Dämonen, die sich zu allen Wesen gesellt, ganz gleich, ob sie Gott lieben oder nicht.

Das bisher erzählte spiegelt sich in der Geschichte der Jungfrau von Guadalupe, die nun folgt:

Inmitten einer Zeit großer Dunkenheit, nach zehn Jahren Krieg, erschien die Madonna von Guadalupe im Dezember 1531 auf dem Hügel Tepeyac nahe Mexiko Stadt. Obwohl nun Frieden herrschte, zog die spanische Inquisition wie eine große Plage durch das ganze Land. Trotzdem wurde der aztekische Lebensspender, Teotl-Dios, stärker als je zuvor im Geheimen verehrt.

Juan Diego war nur ein einfacher Bauer indianischer Abstammung, aber er hatte die spirituelle Weisheit seines Volkes in seinem Herzen bewahrt, so wie er sie von seinem Onkel Juan Bernadino gelernt hatte. Am Samstag, dem 9. Dezember 1531, betete er am frühen Morgen auf dem Hügel Tepeyac, der in der Tradition ein heiliger Ort war, wo man der Erdenmutter begegnen konnte. Es war ein Ort der Kraft, wo man das Wissen und die Weisheit der Erdenmutter finden konnte und wo ihre Engel zu einem sprechen.

Die Sonne ging gerade auf, als er von der Spitze des Hügels das Singen wunderbarer Vögel hörte. Es war, als ob ein großer Engelschor in Freude jubilierte. Der Hügel schien mit dieser Melodie mitzuschwingen, dieser heilige Hügel, der seit ewigen Zeiten der Mutter Erde gehörte und in dem ihre Weisheit, ihre Kraft und ihr Wissen wohnen.

Juan Diego hielt an und wurde still. Er schaute sich um, hörte zu und sagte zu sich selbst: “Bin ich wirklich so gesegnet, dass ich dies hören darf? Träume ich? Stelle ich mir das alles nur vor? Ich muß erwachen von diesem Traum. Wo bin ich? Ist dies der Ort von dem unsere Urgroßväter, die weisen Alten, sprachen? Ist dies der Ort, an dem sich Himmel und Erde treffen, das Blumenland, die Wohnstätte unserer Nahrung?

So stand er nach Osten gewandt, zur Spitze des heiligen Hügels, von wo er die himmlische Musik kommen hörte. Das Lied endete und Stille trat ein – eine tiefe und ergreifende Stille. Dann rief ihn plötzlich jemand aus der Stille heraus bei seinem Namen: “Ihuantzin…Ihuan Diegotzin…” Es war, als ob eine Mutter ihr Kind ruft. Wie ein Kind, das auf seine Mutter reagiert, ging Juan Diego zu der Rufenden. Sein Herz war ohne Sorge, er war nicht überrascht oder verwundert, sondern eher glücklich und voller Freude während er den Hügel hinaufging. Er war voller Erwartung, sein Ziel zu erreichen.


Als er auf der Spitze des Hügels ankam, fand er dort eine himmlische Edelfrau. Er wußte, dass sie mit ihrem Füßen nicht auf der Erde wandelte. Als er sie mit seinen Blicken bestaunte, rief sie ihn zu sich, sie, die die Mutter von Allem ist. Als er näher kam, war er erstaunt von ihrem Strahlen und ihrer Herrlichkeit, dem Strahlen der Himmelskönigin, der Präsenz und Kraft Gottes. Ihre Kleider strahlten wie die Sonne. Als ihr unbeschreiblicher Glanz auf die Felsen fiel, schimmerten diese wie wertvolle Juwelen und hatten Stimmen. Der gesamte Boden auf der Spitze des heiligen Hügels wurde zu einem großen Regenbogen himmlischer Pracht an diesem Ort, an dem Himmel und Erde sich treffen. Die Bäume, die Nopal-Kakteen und die Medizinkräuter, die dort wuchsen, ware wie grüner Obsidian. Ihre Blätter waren wie feinster Türkis und ihre Stiele und Dornen wie Gold. In der Luft lag so etwas wie Goldstaub, leuchtende Partikel eines Lichtatems. Als Juan Diego all das sah, wurde er von heiliger Ehrfurcht erfüllt und er warf sich zu Füßen der Heiligen Mutter nieder, die Kraft und Präsenz Gottes anbetend.

Die Heilige Mutter sagte zu ihm: “Mein jüngstes Kind, geschätzter Juan, wo gehst Du hin?”

Er antwortet der himmlischen Dame: “Patronin, Edelfrau, meine Tochter, meine Mutter, meine Großmutter, ich bin auf dem Weg zu deinem Haus, deiner Wohnstätte, den spirituellen Kern unseres Lebens suchend, so wie die heiligen Priester es uns lehren.”

Sie sagte zu ihm: “Wisse, mein jüngstes Kind, dass ich die für immer vollkommene heilige Jungfrau Maria bin, die heilige Mutter Gottes, uranfängliche Weisheit, die Urgroßmutter von Allem. Es ist mein Wunsch, dass für alle hier an meiner Wohnstätte ein heiliger Tempel gebaut wird. Hier werde ich den Menschen meine Liebe, mein Mitgefühl, meine Unterstützung und meinen Schutz geben. Dies wird mein Heiligtum sein, eine Wohnstätte des Lichts. Ich bin deine mitfühlende Mutter und die deines Volkes in diesem Land, und aller Völker, die mich lieben, anrufen, nach mir suchen und auf mich vertrauen. Ich werde ihre Schmerzen und ihr Leiden hören, ihr Schreien und Bitten. Ich werde sie trösten und heilen, segnen und ihnen Wohltaten erweisen, alles im Namen Gottes, des wahren Lichts, dessen heiliges Licht ich bin.”

Damit dies geschieht, gehe zum Bischof in seinem Palast in Mexiko Stadt, sprich mit ihm und sag ihm, dass ich dich geschickt habe.”

Juan Diego ging direkt zum Bischofspalast, aber er fand kein Gehör beim Bischof Juan De Zumarraga. Dieser glaubte ihm nicht und sagte zu Juan Diego, er wolle darüber erst nachdenken. So schickte er Juan Diego weg. Dieser verließ den Palast sehr beunruhigt und in großer Trauer. Er fühlte sich, als ob er in dieser heiligen Mission versagt hatte.

Als er wieder auf dem heiligen Hügel ankam, wartete die heilige, himmlische Frau dort schon auf ihn. Er sagte: “ Bitte vergib mir, Heilige Mutter, wenn ich dich auf irgend eine Art belastet habe oder dir mißfalle.”

Die heilige Frau antwortete ihm: “ Höre, mein jüngstes Kind. Die Menschen, denen ich vertrauen kann, überbringen meine Botschaft und sind erfüllt von meiner Kraft. Es gibt viele, die meine Absicht ausführen können, aber es sind nicht die Menschen an der Spitze dieser Gesellschaft. Es ist sehr wichtig, dass du derjenige bist, der dieses Werk in Bewegung setzt. Mein Willen und Verlangen, meine Präsenz handeln durch deine Hand, mein jüngstes Kind. Geh morgen wieder zum Bischof. Überbringe ihm meine Botschaft und alles, was ich dir gesagt habe. Verkünde wieder, das ich es wirklich bin, die für immer vollkommene Jungfrau, die heilige Maria, die Mutter von Teotl-Dios. Ich schicke dich!”

Obwohl die Aufgabe für Juan Diego schwierig und schmerzlich war, versprach er es. ”Ich gehe, wie du es wünschst. Möge es dir wohl ergehen.”

Am nächsten Morgen nach der Messe ging Juan Diego wieder zum Bischof. Aber dieser glaubte ihm noch weniger und sagte, dass er ein Zeichen benötige, um eine Kathedrale dort zu bauen. Im Geheimen hielt er Juan Diego für einen Ketzer und ließ ihn von zwei Inquisitoren verfolgen. Aber, wie durch ein Wunder, verloren sie seine Spur.

Am nächsten Morgen ging Juan Diego nicht zum Bischof, denn sein Onkel, Juan Bernadino, war seit der Nacht dem Tode nahe. Auch der Arzt konnte ihm nicht mehr helfen und so machte sich Juan Diego am Morgen auf, den Priester zu holen. Als er zum heiligen Hügel kam, wollte er sich ungesehen an der anderen Seite im Dunkeln vorbeischleichen. Er dachte, dass die heilige Mutter ihn so nicht sehen würde.

Aber als sie, die alles sieht, ihn vom Hügel aus kommen sah, kam sie herunter. Sie sagte: “Mein jüngstes Kind, mein Bote, wohin gehst du?” Dieses mal war er verwirrt, beschämt, überrascht und voll Furcht! Er fiel ihr zu Füßen, begrüßte sie und erzählte ihr von seinen Sorgen.

Die für immer vollkommene Jungfrau sagte: “Verstehe und wisse, mein jüngstes Kind, Nichts sollte dir Furcht einflössen. Mach dir keine Sorgen. Fürchte dich nicht vor Krankheit und Mühsal. Bin ich, deine Mutter, nicht immer direkt hier bei dir? Bist du nicht im Schatten meiner Flügel, unter meinem Schutz? Bin ich nicht die Grundlage deines Seins, deine Nahrung, dein Glück, dein Frieden und deine Mühelosigkeit? Bist du nicht in der Falte meines Gewandes? Bin ich nicht die Weberin von Allem? Lasse nicht mehr zu, dass dich etwas verwirrt und besorgt. Sorge dich nicht mehr wegen der Krankheit deines Onkels. Er wird nicht sterben. Er ist schon geheilt und gesund. Freue dich über das Dämmern eines neuen Tages, die Erneuerung des Lichts und Lebens und des spirituellen Kerns in Allem.

Wie sich später herausstellte, stand Juan Bernadino genau in diesem Moment völlig geheilt auf.

Juan Diego glaube an die heilige Mutter und war von ihren Worten getröstet. Dann bat er sie um ein Zeichen für den Bischof. Sie bedeutete ihm, auf den Hügel zu gehen. Zu seiner großen Überraschung blühten dort am 12. Dezember, in der kältesten Zeit, unzählige, wunderbar duftende Rosen. Er sammelte die Rosen ein und nahm sie zum Schutz unter seinen Mantel.

Als er nach langem Warten zum Bischof vorgelassen wurde, öffnete er den Mantel und die Rosen fielen heraus. Der Bischof starrte ihn voll Staunen an. Im geöffneten Mantel Juan Diegos strahlte das Bild der Jungfrau von Guadalupe, von himmlischer Hand gezeichnet, so wie es noch heute in der Kathedrale von Tepeyac zu sehen ist.

*Diese Version der Geschichte beruht auf einer Version, wie sie unter aztekischen und toltekischen Medizinmännern und Älteren erzählt wird.

Mögen alle ihre eigene Weisheit in dieser Geschichte finden, wie in einem Spiegel! Mögen alle, die die Mutter suchen, von ihr gefunden werden. Möge ihr Licht hell scheinen in dieser Welt und sich auf alle Menschen und Länder ausdehnen. Amen.

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