Die Namen Gottes in der Christlichen Kabbala

Kabbalistischer Lebensbaum

Kabbalistischer Lebensbaum

Es gibt in der christlichen Kabbala eine große Zahl von Gottesnamen. Ich möchte mich aber auf die Namen beschränken, die den 10 Sefirot am kabbalistischen Lebensbaum zugeordnet sind. Die zehn Sefirot sind zehn Ausdehnungen oder Eigenschaften Gottes, die wir in unserem Leben, im Mikrokosmos und Makrokosmos, erfahren können. Sie werden in der Kabbala in Form eines Baumes beschrieben.

Eheieh (Sefirah Kether)
Als Moses Gott in der Wüste im brennenden Busch begegnet fragt er ihn: Wer bist du? Gott anwortet: „Ich bin, der ich bin. Eheieh Asher Eheieh.“ (Exodus 3:14) Eheieh wird auch als der höchste Name Gottes bezeichnet, den er beschreibt Gott, wie er über die Schöpfung hinaus geht. Gott ist in seinem Kern unerkennbar und nicht gegenständlich. Er ist das Nichtgegenständliche (Ain Sof) aus dem alles hervorgeht. Man kann ihn zum Beispiel finden, wenn man in der Meditation zur Ruhe kommt und unsere Gedanken aufhören. Man kann sich als Vergleich auch den Moment vor dem Urknall vorstellen, in dem noch nichts existierte, aber alles als Potential bereits vorhanden war. Eheieh ist dabei weder männlich noch weiblich, sondern beinhaltet beides und geht darüber hinaus.

Yahweh (Sefirah Chokmah)
Yahweh wird als der große Name Gottes bezeichnet, denn er verkörpert das Potential und die Kraft Gottes in der Schöpfung. Yahweh ist am kabbalistischen Lebensbaum dem Baumstamm vergleichbar, aus dem alle Energien in den Baum fließen. Dabei steht der Baum Kopf. Keter ist die Wurzel und Malkut die Frucht. In der jüdischen Mystik wurde die Welt aus dem Willen Gottes erschaffen. Dieser Wille manifestiert sich am Anfang der Schöpfung durch Soundvibration. Aus der Soundvibration entstehen die hebräischen Buchstaben. Jeder Buchstabe hat eine bestimmte Energie in der Schöpfung. Der Name Yahweh besteht aus den hebräischen Buchstaben Yod-He-Vav-He. Die vier Buchstaben stehen für Ebenen Gottes. Der Name Yahweh ist in der jüdischen Tradition so heilig, dass er nur sehr selten ausgesprochen wird. Stattdessen wird aus Respekt meist die Bezeichnung „Hashem“, was „der Name“ bedeutet, verwendet. Yahweh steht für Gott, den Vater.

Elohim (Sefirah Binah)
Elohim bedeutet wörtlich „die Vielen“ und bezeichnet den weiblichen Aspekt Gottes, Gott, die Mutter. Sie steht damit für die gesamte Schöpfung, die aus dem unerkennbaren Gott hervorgeht. In Elohim wird Gott für uns greifbar, den sie bezeichnet die Matrix aller Dinge. Elohim wird auch als die Schekina Gottes oder der Heilige Geist bezeichnet. Sie ist der göttliche Funke in allen Dingen. Dieser Name Gottes wird im Schöpfungsbericht der Bibel verwendet. Dort heißt es im Original „Am Anfang schuf Elohim Himmel und Erde …“ (Genesis 1:1) Elohim ist einen evolutionäre Kraft und unser Leben ist Evolution in Gott und zu Gott. Sie ist ein Teil von Gott und untrennbar von ihm.

El (Sefirah Chesed)
El bezeichnet die pure, reine Gnade Gottes, die so groß ist, dass sie für uns kaum zu ertragen ist. Es ist Gottes bedingungslose Liebe und Güte gleichermaßen für die gesamte Schöpfung. Gott liebt alle Geschöpfe gleich, sei es eine Fliege oder ein Mensch. Diese reine Gnade ist vor allem in höheren Bewußtseinszuständen erfahrbar, in denen wir uns von unserem Namen und unserer Form lösen können.

Elohim Gibor (Sefirah Geburah)
Elohim Gibor bezeichnet Gottes Urteil. Wenn wir nur aus unseren eigenen Wünschen und Bedürfnissen heraus leben und nicht in Mitgefühl und Liebe für andere Wesen handeln, erfahren wir Gottes Urteil. Es ist aber nicht Gott, der uns verurteilen will, sondern wir bringen dieses Urteil selbst über uns. Es ist so, als würde man aus dem zweiten Stock im Haus springen und sich ein Bein brechen. Ursache und Wirkung kommen hier zum tragen. Oft sind wir uns darüber aber nicht im Klaren. Dieser Name kann uns dazu bringen, in größerer Harmonie mit Gott zu leben. Wenn wir in Hingabe zu Gott leben, wird er uns dadurch Dinge lehren. Wenn wir in unserem Ego leben, werden wir alles nur als Unglück betrachten und nicht daraus lernen.

Yeshua (Jesus) (Sefirah Tiferet)
Yeshua ist der große Name Gottes, Yahweh, Yod-He-Vav-He, mit Hinzufügung des hebräischen Buchstabens Schin, Yod-He-Schin-Vav-He. Sein Name bedeutet „Yahweh erlöst“. Wodurch erlöst Yahweh? Durch Schin, das den heiligen Geist, die heilige Schekina Gottes, symbolisiert. Wie sehen Yeshua nicht als Gott, sondern als Menschen, der erkannte, das in jedem Wesen ein göttlicher Funke ist. Durch seinen Lebensweg und sein großes Opfer offenbarte er dieses seinen Gefährten und offenbart uns dies noch heute. Sein Name steht im Zentrum des kabbalistischen Lebensbaumes und er steht für wahres Mitgefühl und spirituelle Liebe, die ihren Ursprung im Herzen hat. Auf der innersten Ebene unseres Herzens sind wir mit Gott verbunden. Dort ist der göttliche Funke, der weder geboren wird noch stirbt.

Yahweh Tzavaot (Sefirah Netsach)
Tzavaot bezeichnet die Heerscharen Gottes in der Schöpfung, alle Kräfte und Wesen. Yahweh Tzavaot ist besonders eng mit der Herrschaft Gottes verbunden und mit dem künstlerischen, kreativen Geist, inspiriert durch den Erzengel Haniel.

Elohim Tzavaot (Sefirah Hod)
Elohim Tzavaot bezeichnet ebenfalls die Heerscharen Gottes, aber hier liegt die Betonung auf der Hingabe zu Gott. Dieser Name ist eng mit dem Forschergeist der Wissenschaftler verbunden, inspiriert durch Erzengel Michael. Durch seine große Hingabe zu Gott gewinnt Erzengel Michael den Kampf mit den negativen Kräfte in der Schöpfung. In der Offenbarung des Johannes 12:7-10 besiegt er mit den Heerscharen Gottes den großen Drachen, den Teufel und sein Scharen.

Shaddai, El Shaddai, Shaddai El Chai (Sefirah Yesod)
Diese drei Namen bedeuten „Der Mächtige“, „Der mächtige Gott“ und „Der mächtige lebendige Gott“. Sie verweisen auf Gott als Grundlage des Lebens und haben dazu einen ganz direkten Bezug, denn Shaddai bedeutet auch „der Gebrüstete“. Die Lebensgrundlage der Israeliten als Viehhirten war die Milch ihrer Tiere. Der Name weist aber auch auf Berge hin, die mit höheren, prophetischen Bewußtseinszuständen in Verbindung gebracht wurden. Große Propheten, wie Moses und Elija erklommen einen Berg, um mit Gott zu sprechen. Die bekannteste Lehre Yeshuas ist die Bergpredigt. Sie beinhaltet Weisheit, die er von Gott empfangen hatte.

Adonai (Sefirah Malkuth)
Adonai bedeutet der Herr und weist auf die Präsenz Gottes in der Schöpfung hin. Es ist der Name des Lebens wie es ist: gut und böse. Adonai reflektiert den Lebensprozess. Adonai besteht aus den hebräischen Buchstaben Aleph-Dalet-Nun-Yod. Aleph steht für die eine Lebenskraft, Gott. Dalet ist das Tor des Lebens, die Geburt. Nun ist das Gegenteil von Dalet, das Tor des Todes, unser Sterben. Yod ist der heilige Funke in uns, der weder geboren wird noch stirbt.

Hashem, mögen diese Ausführungen Verstehen und Freude bringen! Amen. 

Advertisements

3 Antworten zu “Die Namen Gottes in der Christlichen Kabbala

  1. Ich finde das habt ihr sehr gut gemacht…es ist wichtig sich für Gott mehr zu interesieren und seine namen anstand mehr für seine bote die boten sind gute geister auch heilige aber eben es gibt nichts heiligeres als Gott darum ist es in allem sicherer mit direkte kontakt zu Gott zu stehen natürlich sollte man die ehre zu engeln nicht lassen aber dies sind ja nur groszügigkeit gottes das eigendliche prinzip ist gnade und liebe gottes zu erkennen…grüsse euch yoshi

  2. Die Wege des Herrn sind unergründlich! Das dachte ich grade nach dem ich die Erklärungen zu dem Lebensbaum las. Doch was bringen diese ganzen Erkenntnisse dem Menschen wenn er nicht Fähig ist sich selbst zu lassen und alles durch und durch zu lieben, um des Herrn willen. Denn sein wille geschehe. Was so sein soll!Und die Schöpfung ist nicht in einen Lebensbaum gequetscht, zu erfahren, sondern es ist wie ein Bild auf einem Projektor, aber erst wenn Das Licht Gottes durch dieses flutet und man selbst dann erkennt was es bedeutet ohne es so zu begreifen, ist man ein glücklicher Funke Gottes.Liebe , Licht und Frieden uns allen!

  3. Im Zen-Buddhismus gibt es folgendes Sprichwort: „Die Wahrheit hat nichts mit Worten zu tun. Man kann sie mit dem hell leuchtenden Mond am Himmel vergleichen. In diesem Gleichnis sind Worte wie ein Finger, der zum Mond zeigt. Der Finger jedoch ist nicht der Mond. Um den Mond zu sehen, ist es notwendig, über den Finger hinauszuschauen.“ Es stimmt, Gott ist die Liebe. Aber um dem tiefen Geheimnis dieser Liebe, frei von meiner Begrenztheit durch Namen, Form und persönliche Geschichte näher zukommen, ist es gut, in Hingabe und Bescheidenheit die Weisheit einer spirituellen Tradition zu ergründen, sonst bleibt mein Verstehen von Gott nur äußerlich, nur an der Oberfläche. Deshalb sagt uns Paulus:

    4Die Liebe ist geduldig und gütig. Die Liebe eifert nicht für den eigenen Standpunkt, sie prahlt nicht und spielt sich nicht auf.
    5 Die Liebe nimmt sich keine Freiheiten heraus, sie sucht nicht den eigenen Vorteil. Sie lässt sich nicht zum Zorn reizen und trägt das Böse nicht nach.
    6 Sie ist nicht schadenfroh, wenn anderen Unrecht geschieht, sondern freut sich mit, wenn jemand das Rechte tut.
    7 Die Liebe gibt nie jemand auf, in jeder Lage vertraut und hofft sie für andere; alles erträgt sie mit großer Geduld.
    8 Niemals wird die Liebe vergehen. Prophetische Eingebungen hören einmal auf, das Reden in Sprachen des Geistes verstummt, auch die Erkenntnis wird ein Ende nehmen.
    9 Denn unser Erkennen ist Stückwerk, und unser prophetisches Reden ist Stückwerk.
    10 Wenn sich die ganze Wahrheit enthüllen wird, ist es mit dem Stückwerk vorbei.
    11 Einst, als ich noch ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, ich fühlte und dachte wie ein Kind. Als ich dann aber erwachsen war, habe ich die kindlichen Vorstellungen abgelegt.
    12 Jetzt sehen wir nur ein unklares Bild wie in einem trüben Spiegel; dann aber schauen wir Gott von Angesicht. Jetzt kennen wir Gott nur unvollkommen; dann aber werden wir Gott völlig kennen, so wie er uns jetzt schon kennt.
    13 Auch wenn alles einmal aufhört – Glaube, Hoffnung und Liebe nicht. Diese drei werden immer bleiben; doch am höchsten steht die Liebe. (1.Korinther 13:4-13)

    Shalom!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s