Archiv der Kategorie: Evangelium des Pillip

Über Hayyah Yeshua – den lebendigen Christus

Die gnostischen Evangelien, wie z.B. Pisitis Sophia, stehen zur kirchlichen Sicht auf den Messias nicht im Widerspruch, aber sie erweitern das Bild von ihm. Yeshua hat mit seinem Opfer unsere Sünden getilgt. Etwas zu opfern bedeutet im tieferen Sinne “etwas heilig zu machen”. Bevor Yeshua kam, wurden in der jüdischen Tradition Tiere geopfert. Sie symbolisieren ein “heilig machen” der tierischen, nicht im Sinne der Gebote handelnden, Aspekte in uns.

Yeshua hat uns einen neuen Weg gezeigt, ja er hat den Weg für uns geöffnet. Im gnostischen Phillippus-Evangelium (Spruch 27) wird gesagt:

“Verachtet das Lamm nicht! Denn ohne es ist es nicht möglich, den König zu sehen. Niemand wird seinen Weg zum König beschreiten können, wenn er nackt ist.”

Yeshua, das Lamm, hat uns mit seinem ganzen Leben und Handeln den Weg des Mitgefühls und der Umkehr gezeigt und zeigt ihn uns jeden Tag aufs neue. Durch die Taufe haben wir uns vom alten Weg abgewendet und gehen nun den neuen Weg in Yeshua. Damit ist ein langes Stück unseres Karmas getilgt. Wir sind nicht mehr unbewußt in den Lebenszyklen, den Gilgulim. Wahre Umkehr, Teshuva, besteht in der Rückkehr zu unserer ursprünglichen Intention in Gott, immer wieder.

Yeshua war auf eine zutiefst innige Weise mit Gott verbunden. Er konnte sich vollständig mit Gott vereinen. In den gnostischen Evangelien offenbart er uns, dass dies auch der Sinn und das Ziel unserer Inkarnationen hier auf der Erde ist. Und er zeigt uns geduldig den Weg dahin.

“Niemand wird seinen Weg zum König beschreiten können, wenn er nackt ist.” Er zeigt uns, wie wir unsere Lichtkleider anlegen können, damit wir am Ende vor dem König (Gott) bestehen können. Yeshua ist in der gnostischen Tradition nicht der einzige Sohn Gottes und er kommt nicht so plötzlich in die Welt, wie es scheint.

Er ist eine alte Seele, die einen langen Entwicklungsweg in vielen Inkarnationen hinter sich hat. Man sagt, dass er in 26 Weltsystemen inkarnierte, bevor der als Mensch auf die Welt kam. 26 ist die Summe der Buchstaben des großen Names Gottes, “Yahweh”, in dem alle Kräfte Gottes vereint sind. Auch auf der Erde wurde Yeshua mehrfach wiedergeboren, um seine Aufgabe vollständig erfüllen zu können. So war er der Tradition zufolge der Stammvater Jakob, Moses Nachfolger Joschua und der Prophet Elischa. Jede dieser schon sehr lichtvollen Inkarnationen war ein wichtiger Schritt auf dem Weg seiner Entwicklung als Träger der christlichen Tradition und half ihm, etwas von seinem Karma, das noch vorhanden war, abzutragen. Hier konnte er die große Kraft, Reinheit und das unendliche Mitgefühl erwerben, das ihn befähigte, als unser Messias aufzutreten.

Als Prophet Elischa erwarb er sich die doppelte Kraft der Seele des Propheten Elias, weil er Elias Aufstieg in den Himmel mit ansehen konnte, ohne das Bewußtsein zu verlieren. Die beiden großen Propheten Elia und Elischa kehrten wieder als Johannes der Täufer und Yeshua, der Messias, um ihr Werk zu vollenden.

Man sagt, dass Elischa die doppelte Kraft der Seele Elias in seiner Inkarnation als Yeshua gegeben wurde, damit er seine schwierige Aufgabe vollenden konnte. So wirkt Gott in Kooperation mit den Menschen. Deshalb ist es so wichtig, dass wir Gott erlauben, durch uns zu wirken und uns ihm darbringen. Er erwartet unsere freiwillige Kooperation.

Der kabbalistische Lebensbaum zeigt aber, dass Gott nicht nur unsere freiwillige Kooperation erwartet, wir also den Weg zu ihm suchen sollen, sondern dass er sich auch zu uns ausstreckt, damit wir ihn besser verstehen können. Der unfassbare, unendliche Gott auf der Ebene der Sefirah Kether wird in den unteren Sefirot Chesed, Geburah, Tifereth, Netzach, Hod, Yesod und Malkuth immer fassbarer für uns. Es wird berichtet, dass dies die Himmelsleiter ist, an der der Stammvater Jakob die Engel auf- und absteigen sah.

Auch wir können an dieser Leiter auf- und absteigen und so nach und nach unsere Lichtkleider anziehen. Hier unten in Malkuth haben wir vieles Gegenständliche als Referenzpunkte. Gott selbst aber ist nicht gegenständlich. Er ist Ain, das Nicht-Gegenständliche, aus dem alles Gegenständliche hervorgeht.

Der Tradition zufolge war Yeshua auf der Ebene der Sefirah Chokmah mit Gott verbunden war. Er konnte ihn also auf dieser hohen Ebene in seiner nichtgegenständlichen Form, die unendliche Liebe ist, erfahren. Er wollte diese Erfahrung allen Menschen eröffnen. Aber die Menschen hatten Schwierigkeiten, ihn zu verstehen. Selbst seine engsten Anhänger, die Jünger, die doch schon so viel von ihm gelernt hatten, hatten lange Schwierigkeiten, diese große Befreiungsbotschaft zu verstehen.

Petrus, Jakobus und Johannes hatten in der Verklärung große Angst und fielen Lukas zufolge sogar in tiefen Schaf. Auch als Maria Magdalena die Auferstehung Yeshuas verkündete, glaubten sie ihr zuerst nicht. Erst als Yeshua ihnen erschien und später den Heiligen Geist über sie ergoß, verstanden sie die innere Dimension unseres Seins. Der göttliche Funke in uns, unser Neshamah ist unsterblich und die Quelle unseres Seins. Der Schrift Pistis Sophia zufolge verbrachte Yeshua nach seiner Auferstehung noch 10 Jahre mit den Jüngern, um sie darüber näher zu unterrichten. In diesen 10 Jahre lehrte er sie den Aufstieg zu Gott in seiner nichtgegenständlichen Form. Auch die acht Himmel sind ein Bild dafür.

Niemand von der Kraft und Stärke Yeshuas lebt in unserer Zeit. Wenn es aber Gottes Wille ist, dass wir selbst einmal Söhne und Töchter Gottes werden, wissen wir, dass dieses Leben nicht unsere letzte Inkarnation ist, dass es wahrscheinlich noch viele Leben dauern wird. Für diesen Weg hat Yeshua uns gute Hoffnung gegeben:

“1 Dann sagte Jesus zu allen:1 »Erschreckt nicht, habt keine Angst! Vertraut auf Gott und vertraut auch auf mich!
2 Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen, und ich gehe jetzt hin, um dort einen Platz für euch bereitzumachen. Sonst hätte ich euch doch nicht mit der Ankündigung beunruhigt, dass ich weggehe.
3 Und wenn ich gegangen bin und euch den Platz bereitet habe, dann werde ich zurückkommen und euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin.
4 Den Weg zu dem Ort, an den ich gehe, den kennt ihr ja.”
(Johannes 14:1-4)

Dabei muss ich an die acht Himmel als unsere Wohnungen auch zwischen den Inkarnationen denken und an den Lebensbaum als den Weg.

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Ahava – Liebe

Vor Kurzem habe ich diese wunderbare Kontemplation im Forum der Sophia Fellowship gefunden und möchte sie hier an euch weitergeben. Sie besteht aus Zitaten zum Thema Liebe (hebräisch Ahava), die Bruder +Yonah aus biblischen und gnostischen heiligen Schriften zusammengetragen hat:

„Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.“ (1 Johannes 4:16)

“Ihr wisst, dass es heißt: Liebe deinen Mitmenschen; hasse deinen Feind. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für alle, die euch verfolgen. So erweist ihr euch als Kinder eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne scheinen auf böse Menschen wie auf gute, und er lässt es regnen auf alle, ob sie ihn ehren oder verachten. Wie könnt ihr von Gott eine Belohnung erwarten, wenn ihr nur die liebt, die euch ebenfalls lieben? Das tun auch die Betrüger! Was ist denn schon Besonderes daran, wenn ihr nur zu euresgleichen freundlich seid? Das tun auch die, die Gott nicht kennen! Nein, wie die Liebe eures Vaters im Himmel, so soll auch eure Liebe sein: vollkommen und ungeteilt.” (Matthäus 5:43-48)

„Wenn ich die Sprachen aller Menschen spreche und sogar die Sprache der Engel, aber ich habe keine Liebe – dann bin ich doch nur ein dröhnender Gong oder eine lärmende Trommel. Wenn ich prophetische Eingebungen habe und alle himmlischen Geheimnisse weiß und alle Erkenntnis besitze, wenn ich einen so starken Glauben habe, dass ich Berge versetzen kann, aber ich habe keine Liebe – dann bin ich nichts. Und wenn ich all meinen Besitz verteile und den Tod in den Flammen auf mich nehme, aber ich habe keine Liebe – dann nützt es mir nichts.“ (1 Korinther 13:1-3)

„Die Liebe ist geduldig und gütig. Die Liebe eifert nicht für den eigenen Standpunkt, sie prahlt nicht und spielt sich nicht auf. Die Liebe nimmt sich keine Freiheiten heraus, sie sucht nicht den eigenen Vorteil. Sie lässt sich nicht zum Zorn reizen und trägt das Böse nicht nach. Sie ist nicht schadenfroh, wenn anderen Unrecht geschieht, sondern freut sich mit, wenn jemand das Rechte tut. Die Liebe gibt nie jemand auf, in jeder Lage vertraut und hofft sie für andere; alles erträgt sie mit großer Geduld. Niemals wird die Liebe vergehen. Prophetische Eingebungen hören einmal auf, das Reden in Sprachen des Geistes verstummt, auch die Erkenntnis wird ein Ende nehmen… Auch wenn alles einmal aufhört – Glaube, Hoffnung und Liebe nicht. Diese drei werden immer bleiben; doch am höchsten steht die Liebe.“ (1 Korinther 13:4-8, 13)

„Bleibt niemand etwas schuldig – außer der Schuld, die ihr niemals abtragen könnt: der Liebe, die ihr einander erweisen sollt. Wer den Mitmenschen liebt, hat alles getan, was das Gesetz fordert. Ihr kennt die Gebote: „Brich nicht die Ehe, morde nicht, beraube niemand, blicke nicht begehrlich auf das, was anderen gehört.“ Diese Gebote und alle anderen sind in dem einen Satz zusammengefasst: „Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.“ Wer liebt, fügt seinem Mitmenschen nichts Böses zu. Also wird durch die Liebe das ganze Gesetz erfüllt.“ (Römer 13:8-10)

„Wir lieben, weil Gott uns zuerst geliebt hat. Wenn jemand behauptet: „Ich liebe Gott“, und dabei seinen Bruder oder seine Schwester hasst, dann lügt er. Wenn er seine Glaubensgeschwister, die er sieht, nicht liebt, dann kann er Gott, den er nicht sieht, erst recht nicht lieben. Gott gab uns dieses Gebot: Wer ihn liebt, muss auch seinen Bruder und seine Schwester lieben.“ (1 Johannes 4:19-21)

Jesus sagte: „Liebe deine Freunde wie deine Seele, hüte sie wie deinen Augapfel.“ (Thomasevangelium Vers 25)

„Der Glaube empfängt, die Liebe gibt. [Niemand wird] ohne den Glauben [empfangen können]. Niemand wird ohne Liebe geben können. Daher, damit wir nun empfangen, glauben wir. Damit wir lieben, geben wir. Denn wenn jemand nicht aus Liebe gibt, hat er keinen Nutzen von dem, was er gegeben hat.“ (Evangelium des Phillip, Vers 45)

„Die Liebe [sagt von] nichts, dass es ihr [gehört, obgleich doch alles] ihr gehört. Sie [sagt] nicht [: “Jenes ist meins”] oder: “dieses ist meins”, [sondern: “alles,] was [mir] gehört, gehört dir.” (Evangelium des Phillip, Vers 110)

Maria sagte: “Verstehe, wie man liebt und du wirst ungeteilt sein. Dies ist die Buße, die der Herr lehrte, und sie ist die vollkommene Taufe.” (Geheimes Evangelium der Maria Magdalena, Vers 25)

Maria sagte: “Webt euch selbst Lichtkleider, damit ihr nicht nackt seid, wenn ihr vor die Himmelskönigin tretet. Im Glauben und in der Fülle des Wissens tut gute Werke und liebt einander. Dann werdet ihr im Geist des Herren Lichtkleider haben.“ (Geheimes Evangelium der Maria Magdalena, Vers 92)

Maria sagte: “Wenn du nicht lieben kannst, kannst du nicht einheitlich sein. Jemand der geteilt ist, ist zur Zerstörung bestimmt.” (Geheimes Evangelium der Maria Magdalena, Vers 129)

Maria sagte: “Wissen, Verstehen und Weisheit sind nicht mächtiger als die Liebe, denn sie kommen aus der Vereinigung und es ist die Liebe, die vereinigt. Jemand der liebt, erhält Wissen, Verstehen und Weisheit, aber ohne Liebe ist niemand weise. Wenn es Macht gibt, die von der Liebe getrennt ist, so ist sie böse und gebiert Böses, wo aber Liebe ist, wird Macht mit Weisheit ausgeübt. Alles Gute kommt durch die Liebe.” (Geheimes Evangelium der Maria Magdalena, Vers 136)

Maria sagte: “Wenn du alles Wissen hast, aber dir fehlt die Liebe, so fehlt dir jegliches Wissen.” (Geheimes Evangelium der Maria Magdalena, Vers 169)