Archiv der Kategorie: Feiertage

Was bedeutet die Taufe?

RiverEs gibt in der christlichen Tradition den äußeren Segen der Taufe (Wasser). In mystischen Traditionen folgt darauf die Salbung mit dem heiligen Öl und das Fest des Brot und Weines, das Abendmahl, dass hier Hochzeitsfeier heißt.

Johannes verkündet im Jordan: “Ändert euer Leben! Gott wird jetzt seine Herrschaft aufrichten und sein Werk vollenden!… Johannes sagte auch: “Ich taufe euch mit Wasser, damit ihr euer Leben ändert. Aber der, der nach mir kommt, ist mächtiger als ich. Ich bin nicht einmal gut genug, ihm die Schuhe auszuziehen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit dem Feuer des Gerichts taufen.”

Der äußeren Taufe muss die innere Taufe folgen. Was bedeutet es in der Sophia-Tradition sein Leben in Gott zu ändern? Es bedeutet, zu Gottes ursprünglicher Intention für uns zurückzukehren, unser Herz von äußeren Absichten zu reinigen. Die äußeren Absichten kommen aus unserer Inkarnation, aus Namen, Form und persönlicher Geschichte. Von nun an ist es unsere Absicht, etwas von Gottes Intention für uns und für Gottes Schöpfung um uns herum zu verwirklichen. Es ist ein großes Ziel, Gottes Intention zu verwirklichen. Wenn wir den Weg gehen, merken wir, dass uns davon etwas Schritt für Schritt immer besser gelingt.

Die äußere Salbung mit heiligem Öl ist ein Symbol für die innere Salbung mit dem heiligen Licht Gottes. Christus oder Messiah bedeutet wörtlich “der Gesalbte”. Die Könige im Alten Testament wurden mit dem heiligen Öl zu Königen gesalbt. Maria Magdalena salbt Christus mit Nardenöl. Der hebräische Buchstabe Schin im Namen von Yeshua deutet auf die wahre Salbung des Herrn hin. Der große Name Gottes ist Yahweh, hebräisch Yod-He-Vau-He. Der Name Yeshua hat nur einen Buchstaben mehr, Yod-He-Schin-Vau-He, und er bedeutet “Yahweh erlöst”. Wodurch erlöst Yahweh? Durch den Heiligen Geist, symbolisiert durch den Buchstaben “Schin”. Das Licht des Heiligen Geistes wird in Yeshuas Taufe durch die herabkommende Taube symbolisiert. Durch sie empfängt er das Licht Gottes, dass er dann 40 Tage in der Wüste in sich integriert.

Dabei ist er starken Versuchungen ausgesetzt, die aus seinem alten Selbst, aus Namen, Form und persönlicher Geschichte kommen. Durch sein tiefes Gottvertrauen überwindet er sie alle, denn er bleibt in Gottes Liebe.

Und so ist auch mit uns, wenn wir etwas von dem Licht des heiligen Geistes empfangen. Dies kann z.B. durch Lehrer, durch Engel oder die heiligen Schriften geschehen. Oft wird dann unser kleines Ich uns wiedersprechen und wir gehen durch einen Prozeß der Integration der schwerer oder leichter sein kann. Diesen Prozeß des Empfangens und Integrierens des Lichtes finden wir in vielen wirklichen Weisheitstraditionen, z.B. bei den Sufis und in buddhistischen Traditionen. Und diese Menschen leben dann in Hingabe zu Gott, für Gottes Liebe. Weil die Hinwendung zum Licht in allen diesen Traditionen die Gleiche ist, kann man sagen, es gibt eine ursprüngliche Weisheitstradition, aus der alle hervorgehen. Wir brauchen jetzt diese Unterschiede, denn wir leben in verschiedenen Kulturen. So kann jeder den Weg finden, der für Ihn am leichtesten ist.

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Das Fest der Kreuzigung und Wiederauferstehung

Noli Me Tangere von Alexander A. Iwanow

Jesus erscheint Maria Magdalena von Alexander A. Iwanow

Das Fest der Kreuzigung und Wiederauferstehung feiern wir zur Tag- und Nachtgleiche im Frühling – dem Zeitpunkt im Sonnenjahr, wenn das Licht die Hälfte seines Aufstiegs erreicht hat und wir eine Erneuerung des Lebens in der Natur beobachten können. Thema des Festes ist das Mysterium der Kreuzigung und Wiederauferstehung, wie es in der Sophia-Gnostik verstanden wird, mithin die Kraft der Erlösung durch die Offenbarung des auferstandenen Christus.

Die äußeren, inneren und geheimen Lehren des heiligen Evangeliums bilden in der Sophia-Tradition eine Einheit. So stehen die wesentlichen Punkte des Glaubens der äußeren Kirche in keinem Widerspruch zu den esoterischen Lehren der inneren Kirche. Sophia-Gnostiker feiern das Mysterium des tatsächlichen Todes und der Wiederauferstehung, wir feiern die Gnade der Erlösung durch das heilige Opfer ebenso wie die göttliche Offenbarung, die dadurch stattfindet, die Gnosis des auferstandenen Christus.

Was diese Gnosis bedeutet, wird für jeden Eingeweihten verschieden sein. Es hängt von ihrem / seinem Glauben und der eigenen Erfahrung des auferstandenen Christus ab, ihrem eigenen Wissen und ihrem Verständnis des heiligen Evangeliums. Es muss aber gesagt werden, dass Sophia-Gnostiker das Kommen des auferstandenen Christus nicht als „mythisch“ sehen, nicht so, als wäre es eine weitere mythische Geschichte des getöteten und auferstandenen Gottes. Eher sehen wir das Mysterienspiel des Evangeliums als die Erfüllung dessen, was Weise in erleuchteten heidnischen Traditionen erahnten und was Propheten im Alten Israel in Visionen schauten: das Erscheinen einer erleuchteten und befreiten Menschheit.

Diese Geschichte wird auch im Buch der Natur erzählt: Es ist die Geschichte von der Raupe, die zum Schmetterling wird. Ein erdgebundenes Geschöpf, das völlig transformiert wird und sich auf eine äußerst strahlende und wunderbare Weise in die Lüfte erhebt. Dies spiegelt genau das Mysterium der Kreuzigung und Auferstehung wieder, wie es von Sophia-Gnostikern verstanden wird.

Der Fokus des Festes hängt in jedem Jahr davon ab, was unter den Gefährten des spirituellen Kreises gerade passiert. Im allgemeine liegt der Hauptfokus aber eher nicht auf der Passion und Kreuzigung, wie das in der äußeren Kirche der Fall ist, obwohl das manchmal auch möglich ist. Wenn man die gnostischen Evangelien, wie z. B. Pistis Sophia, studiert und kontempliert, gewinnt man Einsicht in die häufigsten Schwerpunkte: die Lehren und die Offenbarung des auferstandenen Christus.

Wie wir in der Pistis Sophia sehen, beginnen die gnostischen Evangelien dort, wo die kanonischen Evangelien enden: mit dem Kommen des auferstandenen Retters. Deshalb ist unser Schwerpunkt die Offenbarung des auferstandenen Christus. Tatsächlich beschäftigen wir uns mit dem Mysterium des erlösenden Prozesses des Kreuzes – der Vergebung von Sünde (oder dem Auflösen negativen Karmas) und wie dadurch das Heiligtum der göttlichen Gnade offenbart wird (das Mysterium der Erlösung). Aber darin und dahinter steht die Auflösung oder Transformation der Unkenntnis und Ignoranz durch die Offenbarung der Pleroma des Lichtes. Es ist das Erlöschen der Ursache unserer Gefangenschaft in der Herrschaft des Demiurgen und seines Schattens. Das ist es, was wir am häufigsten beim Fest der Kreuzigung und Wiederauferstehung betonen.

Mögen alle mit der heiligen Gnosis des Auferstandenen Christus gesegnet sein, so dass wir im Leben und zum Zeitpunkt unseres Todes in der großen Wiederauferstehung und im Aufstieg bleiben; amen.

[Übersetzt aus: Tau Malachi: The Feast of the Crucifixion and Resurrection. – Forum der Sophia Fellowship]

Das Fest Johannes des Täufers oder das Fest der Taufe

Die Taufe Christi von David Zelenka

Die Taufe Christi von David Zelenka

Nach dem Fest der Mutter und des Kindes zur Wintersonnenwende feiern wir am 2. Februar das Fest Johannes des Täufers oder das Fest der Taufe. Es ist die Zeit im Sonnenjahr, zu der das Licht zunimmt oder sich ausdehnt. Für uns repräsentiert diese Zeit den Beginn der göttlichen Erleuchtung in Meister Yeshua, den Beginn der Bewegung seines irdischen Amtes, des Predigens des Evangeliums der Wahrheit, welches den Weg der Erleuchtung darstellt. Der Sophia-Gnostischen Tradition zufolge wird Yeshua nicht als Messias geboren. Er wird zum Messias, als er durch Johannes im Heiligen Jordan getauft wird. In diesem Moment geht der Geist des Messias in ihn ein und erleuchtet ihn.

Es wird erzählt, dass Yeshua zwei Lehrer hatte. Einer lehrte ihn die Gesetze und Schriften, und der andere gab die mystische Tradition an ihn weiter. Johannes der Täufer aber war der sprituelle Lehrer, der seine Ausbildung vollendete und ihn einweihte, er war sein Heiliger Tzaddik (Meisterlehrer). Die Taufe repräsentiert eine Einweihung oder spirituelle Ermächtigung, durch die das spirituelle Leben und die Übungen Meister Yeshuas zur Reife gebracht werden. Deshalb erfolgt die Übertragung des Lichtes und seine Integration in die Persönlichkeit des Meister während seines spirituellen Rückzuges und der Versuchung in der Wüste.

Einerseits feiern wir bei diesem Fest im Sonnenjahr Johannes den Täufer als Reinkarnation des Propheten Elija. Er ist der Prophet des Evangeliums (der guten Nachricht) und der Tzaddik des Messias. Mit ihm erfüllt sich das Versprechen, dass Elija Elischa in einer früheren Inkarnation gab: er versprach ihm das Doppelte seiner prophetischen Kraft als Erfüllung seiner Jüngerschaft.

Andererseits feiern wir die Erleuchtung Meister Yeshuas, indem er in seine Kraft eintritt und das Evangelium der Wahrheit empfängt. Im Grunde ist es das Fest des Mysteriums der Lichtübertragung auf einer neuen Stufe, die sich durch Johannes den Täufer und den Messias manifestiert – die überirdische Lichtübertragung. Sie löst die Folge der Propheten ab und wird die Grundlage der gnostisch-apostolischen Nachfolge.

Auf diese Weise wirkt Johannes der Täufer wie eine Hebamme bei der Geburt des Messias in Yeshua. Das Amt Yeshuas geht hervor aus dem heiligen spirituellen Kreis Johannes des Täufers, das Kontinuum der Lichtübertragung manifestiert sich auf einer höheren Stufe.

Diese Lehren spiegeln die Sophia-Gnostische Sicht des Messias: er ist ein verwirklichtes und erleuchtetes Wesen, das überirdisches oder messianisches Bewußtsein verkörpert. Er erkennt die angeborene Einheit des Menschen mit Gott und Gottkopf und ist ein „Gnostischer Offenbarer“, der den Weg zur Erleuchtung und Befreiung öffnet, der Lehren übermittelt und Einweihungen gibt, durch die die Erleuchtungserfahrung, die gnostische Erfahrung, geschieht.

Die Sicht der Sophia-Gnostik auf die prophetische Folge gründet sich auf die Verwirklichung von höheren Stufen des seelischen Bewußtsein und dabei speziell auf die Erfahrung des kosmischen Bewußtseins mit seinen entsprechenden Graden der Lichtübertragung. Obwohl das kosmische Bewußtsein in der gegenwärtigen Verfassung der Menschheit ein sehr erhabener Grad der Verwirklichung ist, bedeutet er nicht die vollständige Erleuchtung und befreit deshalb den Seelestrom auch nicht vom Gilgulium, dem Zyklus der Wiedergeburten und der Gesamtheit. Das überirdische und überseelische Bewußtsein jedoch geht über das seelische und lebensnotwendige Bewußtsein hinaus. Es repräsentiert die vollständige Erleuchtung, die den Seelenstrom befreit und damit die Erfüllung der göttlichen Gnosis ist, der Lichtmensch, verkörpert durch Meister Yeshua, den Messias.

Dies ist das Mysterium, das wir zum Fest der Taufe erforschen und feiern. In ihm sind viele Mysterien und so ändert sich unser Fokus von Jahr zu Jahr. Jedoch findet sich das Wesen dieses Festes in einer sehr einfachen Übung, die wir jedem Anfänger geben: in sich zu gehen und zu bleiben mit der bewußten Absicht, sich dem Licht der Mutterkraft (des Heiligen Geistes), dem Licht von oben zu öffnen. Wir rufen unsere eigene Erfahrung der inneren Taufe durch das göttliche Licht und die feurige Intelligenz, den Heiligen Geist, in uns wach.

Thema des Festes in einem Jahr könnten Johannes der Täufer und seine Lehren sein oder das Mysterium der Jüngerschaft. Thema könnte auch das Ereignis der Taufe im Heiligen Jordan und damit verbundene Mysterien sein oder vielleicht ein Rückzug in die Wüste und die folgende Versuchung. Wir könnten uns sogar auf die Mysterien der Predigt des heiligen Evangeliums und die spirituelle Arbeit des Erdenamtes des Meisters konzentrieren. Worauf wir uns auch immer in einem bestimmten Jahr fokussieren, innerlich rufen wir die Erfahrung der Empfängnis des Lichtes von oben in uns wach und erinnern uns an das Erwachen der feurigen Intelligenz in uns. Es ist die vom Heiligen Geist übermittelte Einweihung, durch die Erleuchtung und Befreiung kommt.

Den Meistern zufolge gibt es eine äußere, innere und geheime Taufe, die den Taufen mit Wasser, Feuer und Geist entspricht. Das Mysterium der Taufe kann sehr unterschiedlich sein, je nachdem welche Stufe wir erforschen. Aber in Wahrheit sind alle „drei Taufen“ ein Zyklus, denn wie wir an Meister Yeshua sehen, können alle drei gleichzeitig stattfinden als eine Bewegung des Heiligen Geistes.

Wie bei allen Hauptfesten in der Sophia-Tradition gibt es keine feste Liturgie oder ein Schema. In der Regel folgen wir einem generellen Thema und konzentrieren uns auf einen oder mehrer Aspekte dieses Mysteriums des Heiligen Evangeliums. Wir gestalten darauf basierend ein Ritual oder Psycho-Drama. In alle Hauptfeste integrieren wir das Fest des Brot und des Weines (Hochzeitsfest).

Dies ist das zweite heilige Fest im Sonnenjahr, dem das Fest der Kreuzigung und Wiederauferstehung, unser „Ostern“, zur Tag- und Nachtgleiche im Frühling folgt.

Mögen wir gesegnet sein, das Licht von oben zu empfangen und unsere Taufe zur Erfüllung zu bringen in Göttlicher Gnosis, dem Auferstandenen Christus; amen.

[Übersetzt aus: Forum der Sophia Fellowship, Tau Malachi: The Feast of John the Baptist]

Das Fest des Heiligen Lazarus

(Das Fest der gesegneten Toten)

Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden (Matthäus 5:4)

Juan de Flandes - Die Auferweckung des Lazarus

Juan de Flandes - Die Auferweckung des Lazarus

Das Fest des Heiligen Lazarus wird am 1. November gefeiert, zwischen dem Fest der Apokalypse und dem Fest der Mutter und des Kindes. Sein gebräuchlicherer Name ist „Das Fest der gesegneten Toten“, denn er legt den Sinn nahe: spirituelle Unterstützung für die Sterbenden und Toten und das Ehren unserer Vorfahren.

Im Buch „Gnosis of the Cosmic Christ“ von Tau Malachi, im Kapitel, das sich mit der Sefirah Yesod beschäftigt, werden die Stationen des Sterbens, des Todes und des Jenseits diskutiert. Weitere Artikel, Meditationen und spirituelle Übungen finden sich im Forum der Sophia Fellowship, im Orden des Heiligen Lazarus. Sehr zu empfehlen zu diesem Thema ist auch ein Buch aus der buddhistische Tradition: „Das tibetische Buch vom Leben und Sterben“ von Sogyal Rinpoche.

Einerseits versuchen wir bei diesem heiligen Fest, klar die Unbeständigkeit dieses Lebens und der Gesamtheit zu sehen; wir versuchen sie zu akzeptieren und anzunehmen. Gleichermaßen versuchen wir den Schmerz und das Leiden, das dieses Leben und die Gesamtheit durchdringt, zu sehen und zu begreifen. Wir erinnern uns an das Ende von Schmerz und Leiden durch die Befreiung und Erleuchtung unserer Seele – unsere Motivation auf dem spirituellen Weg. Ebenso versuchen wir das Heilige Herz hervorzubringen, das Verlangen nach aktiver Liebe, Mitgefühl und spritueller Unterstützung.

Durch unserer spirituellen Arbeit für die Sterbenden und Toten werden wir vielleicht lernen, unsere eigene Unbeständigkeit anzunehmen – wenn wir das tun, wird es eine Bekräftigung unser eigenes Leben bewußt zu leben. Vielleicht werden wir auch begreifen, dass das, was wir „Tod“ nennen, eine illusionäre Qualität hat, dass es ein Übergang im Kontinuums des Lebens oder des Bewußtseins ist. Es ist eine Zeit des Wandels und großer Möglichkeiten, wenn unser Seelenstrom von einer Form der Existenz in eine andere übergeht, von einem Leben in ein anderes – vielleicht ruft es in uns eine Erinnerung an unsere ungeborene Natur, das ewige Leben unseres Göttlichen „Ich bin“ wach.

[Auszug übersetzt aus: Tau Malachi: Holy Feast of St. Lazarus]

Der Fest der Apokalypse

Heiliger Evangelist Johannes in Patmos

H. Memling: Heiliger Evangelist Johannes in Patmos

Das Fest der Apokalypse findet zu Tag- und Nachtgleiche im Herbst statt, an der Schwelle zur Zunahme der Dunkelheit im Sonnenjahr, wenn sich das Jahr langsam auf die Wintersonnenwende zubewegt. Die Apokalypse repräsentiert das zweite Kommen – den Beginn des höheren Bewußtseins in einem größeren Teil des menschlichen Kollektivs im Gegensatz zum ersten Kommen des Messias in der Person Yeshuas (Jesus Christus). In Genesis sehen wir ein Herabsteigen und eine Involution in die materielle Dimension und in der Apokalypse sehen wir die Gegenbewegung: eine Evolution und ein Aufsteigen von Seelen zur Pleroma des Lichtes, ihre Erleuchtung und Befreiung.

Die Apokalypse ist kein einmaliges Ereignis in der Vergangenheit oder Zukunft, sie ist ein ständiger Prozeß, ebenso wie die Schöpfung im hier und jetzt stattfindet. Das Leben ist ein dauernder Tanz der Schönheit und des Horrors, der Schöpfung und Zerstörung, des Lebens und des Todes, des Lichtes und des Schattens.

Man muss sich eine Frage stellen beim Fest der Apokalypse: Gibt es ein verborgenes Zentrum des Friedens und der Freude in uns – ein Wesen, das über dem Spiel von Schönheit und Horror, Glück und Trauer, Krankheit, Leben und Sterben, guten und schlechten Zeiten und dem Erscheinen von Licht und Dunkelheit steht?

Dieses verborgene Zentrum ist der innerste Teil unserer Seele, die Essenz und das Wesen unseres Seelenstromes, der in Wahrheit ungeboren und deshalb unsterblich ist. Es ist die Licht-Präsenz und Lichtkraft, die wir den innewohnenden Christus und heiligen Geist nennen. Über dieses Wesen in uns lehrt uns der erleuchtete Autor der Hebräerbriefe: „Er hat weder Vater noch Mutter, einen Stammbaum von ihm gibt es nicht. Seine Lebenszeit hat weder Anfang noch Ende – darin gleicht er dem Sohn (der Sonne) Gottes. Dieser Melchisedek (Er-Sie) also bleibt Priester auf ewig.“ (7:3)

Bei unserer Feier des Festes der Apokalypse versuchen wir uns an das verborgene Licht-Zentrum im innersten unserer Seele zu erinnern und diesen Teil in uns zu feiern, der über dem Spiel aus Licht und Schatten und über aller Dualität steht und der unser Heilige Lehrer (Heilige Tzaddik), unsere Vollkommenheit in Christus ist. Ebenso erinnern wir uns und feiern das Ziel unseres sprituellen Weges und streben aktiv nach seiner Verwirklichung – den Messias zu verkörpern, Erleuchtung und Befreiung zu erlangen, auch wenn der Weg sich über viele Leben erstreckt.

Die Offenbarung des Johannes ist eine tiefsinnige und vielschichtige Schrift der Heiligen Kabbala und Jahr für Jahr ist eines ihrer Geheimnisse Thema unseres Festes.

[Übersetzt aus: Tau Malachi: Holy Feast of the Apocalypse]

Das Fest der Apostolischen Folge in der Sophia-Gnostik

Minolta DSC„Der Wind weht, wo es ihm gefällt. Du hörst ihn nur rauschen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So geheimnisvoll ist es auch, wenn ein Mensch vom Geist geboren wird“ [Johannes 3:8]

Das Fest der Apostolischen Folge am 2. August folgt dem Sommersonnenwendefest, bei dem die Ausgießung des Heiligen Geistes und die Himmelfahrt im Mittelpunkt standen. Mit ihm feiern wir die Weitergabe der feurigen Intelligenz (des Heiligen Geistes) in allen Weisheitstraditionen. Dabei ist diese Folge der Lichtübertragung nicht so sehr ein historisches Ereignis, dass nur die ursprünglichen Apostel Christi betrifft, sondern es ist eine lebendige Tradition, die sich bis heute fortsetzt. Denn es sind nicht Menschen, die die Einweihung und Priesterweihe vollziehen, sondern der Heilige Geist selbst, so wie es in den biblischen Apostelgeschichten bei der Bekehrung des Saul von Tarsus zum Apostel Paulus beschrieben wird. Er kannte Yeshua (Jesus) nicht einmal persönlich, als er lebte und war nie sein Schüler. Obwohl er sogar ein Feind der christlichen Bewegung war, wurde er durch eine direkte Offenbarung vom Heiligen Geist (Schechinah) ausgewählt. „Der Wind weht, wo es ihm gefällt. Du hörst ihn nur rauschen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So geheimnisvoll ist es auch, wenn ein Mensch vom Geist geboren wird“ [Johannes 3:8] Die heilige Schechinah wählt ihre Apostel selbst aus und kümmert sich dabei nicht um gesellschaftliche Hierarchien. Diese Form der Weihe durch ein Erleuchtungserlebnis sehen wir in vielen Weisheitstraditionen. Darin liegt der Unterschied zu den äußeren, offiziellen kirchlichen Traditionen. Wir sehen dieses Erleuchtungserlebnis auch bei Maria Magdalena, der Apostelin der Apostel. In den gnostischen Schriften erfahren wir, dass auch sie als spirituelle Lehrerin, Heilerin und Friedensstifterin tätig war.

Die Apostelgeschichten offenbaren uns mehr über eine wirkliche Apostolische Folge. Sie besteht nicht im Kennen von Glaubensbekenntnissen und religiösen Doktrinen, von Riten und Ritualen, die von Menschen begründet wurden. Sie gründet sich vielmehr auf die direkte spirituelle und mystische Erfahrung und deren Verkörperung auf dem eigenen Lebensweg. So schreibt Tau Malachi: „Bei wahren Aposteln finden wir das Zeugnis des Heiligen Geistes (der Schechinah) – ihre Kraft und Erleuchtung und die sehr deutliche Fähigkeit, die Erfahrung dieser lebendigen Präsenz und Kraft anderen zu vermitteln. Es ist dieses Kontinuum der Lichtübertragung und der Zeugenschaft des Heiligen Geistes, an das wir uns mit dem Fest der Apostolischen Folge erinnern und das wir feiern…“ [übersetzt und zusammengefasst aus: Tau Malachi: The Feast of the Apostolic Succession 2008]

Mögen alle, die danach verlangen, vom Heiligen Geist, der Heiligen Schechinah, erleuchtet werden!

Sommersonnenwende

Rabula PentecostThema dieses heiligen Festes ist die Himmelfahrt und das Pfingstfest – es ist das Fest der Pleroma des Lichtes am längsten Tag und der kürzesten Nacht des Jahres. Die Sommersonnenwende repräsentiert die Fülle des göttlichen Lichtes und den Höhepunkt des göttlichen Lebens, und damit, das Mysterium der Himmelfahrt und der Ausgießung des Heiligen Geistes zu Pfingsten.

Es ist eine Feier der göttlichen Glücksseligkeit, unseres spirituellen Sieges in Christus, der Bestätigung unseres Glaubens und der Ankündigung unserer Gnosis. Es ist die Feier unserer höchsten spirituellen Hoffnung und ebenso der großen Verwandlung, der Manifestierung des Neuen Jerusalems auf der Erde.

Diese Ideen formen die häufigsten Themen für unsere Sommersonnenwende-Feiern. In der gnostischen Schrift „Pistis Sophia“ ruft der Lebendige Yeshua (auferstandene Jesus) seine Jünger zum Ölberg und weiht sie in die innersten Lehren ein. Er offenbart ihnen den Weg der grossen Himmelfahrt. Er eröffnet ihnen den Weg und wird eins mit der strahlenden Herrlichkeit des göttlichen Lichts, und kommt so in die Ruhe im Himmlischen Vaters. Danach versammeln sich die Jünger im oberen Raum. Die heilige Mutter und Maria Magdalena sind in ihrer Mitte. Ein großes Feuerlicht, wie ein spirituelles Nuklearfeuer, erscheint über dem Kopf der Magdalena und teilt sich in Feuerzungen (das Bild für den hebräischen Buchstaben Yod). Diese Feuerzungen verteilen sich über den Köpfen der Jünger, fließen in sie und heiligen sie als Apostel des Lichts. Und so ist es auch heute noch mit jedem gnostischen Apostel: sie werden geweiht durch El Elyon, das wahre Licht. Sie erhalten die Fülle des Heiligen Geistes, den Durchbruch zum überirdischen oder messianischen Bewußtsein. Sie tragen die Kraft der überirdischen Shekinah, die wahre Kraft des Heiligen Geistes in sich.

Als die heiligen Apostel geweiht wurden, blieben die Frauen unter den Aposteln im oberen Raum. Sie erhielten den heiligen Raum und bildeten eine Matrix göttlichen Lichtes. So wirkten sie in der inneren Dimension. Die Männer unter den Aposteln trieb der Heilige Geist hinaus zur Ausdehnung des göttlichen Lichtes in der Welt – in alle Reiche, Welten und Universen der Gesamtheit. Auf diese Weise setzt sich ihr tun bis heute fort.

Ebenso wie die Entwicklung des Bewußtseins über den Körper hinaus, ist das Empfangen des Heiligen Geistes ein Einströmen göttlichen Bewußtseins in den Körper. Wir feiern dieses große Mysterium und die göttliche Gnosis, die es offenbart, das erleuchtete Sein.

Der Apostelgeschichte zufolge lehrte der Heilige Petrus zu Pfingsten: „Kehrt jetzt um und lasst euch taufen im Namen Yeshua Messias, und ihr werdet den Heiligen Geist empfangen.“ 3000 Menschen wurden an diesem Tag getauft und empfingen den Heiligen Geist – den Geist göttlicher Erleuchtung.

Natürlich ist es bei der Feier des Pfingstfestes unsere Absicht, etwas von der Ausgießung des Heiligen Geistes zu erfahren und uns daran zu erinnern, also selbst den Heiligen Geist zu empfangen.

Dies ist die Inspiration für Sommersonnenwende-Rituale in der Sophia-Gnostik. Das ganze ist eine sehr kreative Angelegenheit, wenn man die Kunst versteht, heilige Zeremonien und eine heilige Umgebungen zu schaffen. Wirklich, nur der Himmel ist die Grenze dessen, was getan werden kann, um diese Mysterien zu erfahren. Die Grundlage dafür ist, wie bei allen großen Sonnenfesten des äußeren Kontinuums, unsere Erfahrung der Gnostischen und Licht-Übertragung.

Obwohl wir diese heiligen Feste zu unserer eigenen spirituellen Entwicklung und Erkenntnis durchführen, nehmen wir sie auch für alle Menschen, alle Wesen und die ganze Welt auf. Wir beabsichtigen den Segen der göttlichen Präsenz und Kraft, der Licht-Präsenz (Christus) und Licht-Kraft (Heiliger Geist), zu manifestieren und auf alle zu übertragen.

Mögen alle, die danach verlangen, den Heiligen Geist empfangen. Mögen alle, die gewillt sind, in göttliche Glückseligkeit erhoben werden – alles im Lebendigen Yeshua, amen.

(Übersetzt aus: Sophia Fellowship – Forum – Feast of the Ascension & Pentecost)

Maria Magdalena in der Sophia-Gnostik

Maria Magdalena (ca. 1525)Auf der einen Seite gibt es in der Sophia-Gnostik viele Legenden über Maria Magdalena als Anhängerin von Jesus Christus und ihren Platz in der christlichen Tradition. Auf der anderen Seite verkörpert sie den weiblichen Aspekt des Göttlichen in der Schöpfung, so wie dieser im Hindu Tantra durch Devi in allen ihrem Formen zum Ausdruck kommt. Damit hat sie eine viel umfassendere Rolle, als wäre sie nur die Frau oder Braut Jesus. Eine Weg mit speziellen Meditationstechniken und Kontemplationen in der Sophia-Gnostik ist der des Ordens der Maria Magdalena. Es ist ein Weg der Selbsteinweihung. Er beginnt mit dem Bauen eines Altars zuhause und mit Meditationen, die Maria Magdalena visualisieren. Und er sagt uns viel über die Besonderheit des weiblichen Aspekt des Göttlichen:

„Sie kommt zu allen die sie rufen. Sie ist immer nah und in Erwartung, gerufen zu werden. Niemand benötigt eine Einweihung um sie kennenzulernen, denn sie offenbart sich denen die sie lieben und herbeirufen selbst.“

Die Meditationen aus diesem Orden sind auch als Einzelübungen sehr nützlich.

Der 1. Mai ist in der Sophia-Gnostik der Feiertag Maria Magdalenas. Wenn sich im Sternzeichen Stier der Frühling in seiner vollen Kraft manifestiert, ist uns Maria Magdalena, oder die heilige Braut, am nächsten und wir können aus der Meditation mit ihr die intensivste Kraft schöpfen. Deshalb möchte ich als nächstes hier eine Partzuf-Meditation mit Maria Magdalena vorstellen. Der Begriff Partzuf stammt aus der jüdischen Kabbala und bedeutet soviel wie „Gesichter Gottes“. Ich wünsche euch viel Spaß beim Kennenlernen eines der weiblichen Gesichter Gottes.


Das Fest der Mutter und des Kindes

Our Lady of Vladimir (12.Jh.)Das Fest der Mutter und des Kindes findet zur Wintersonnenwende statt – der längsten Nacht des Sonnenjahres, was den heiligen Schoss der göttlichen Mutter andeutet. Es ist im Wesentlichen eine zusammengefasste Weihnachts- und Neujahrsfeier.

Im allgemeinen rebellieren wir gegen den Konsum und das egoistische Schenken, dieses Kauf-Fest, denn die Heilige Mutter und der Messias haben wenig oder gar nichts mit dem zu tun, was aus diesem Fest für die Allgemeinheit geworden ist.

Wirklich, wir versuchen diesen Trend zu verändern: wir bringen Geschenke und Gaben für die spirituelle Arbeit und heilige Zeremonie für unseren Kreis, Opfergaben für die göttliche Mutter und ihr Kind und für El Elyon, den höchsten Gott, sowie Spenden für Bedürftige.

Wir feiern mit diesem Fest die göttliche Mutter und das Geheimnis der göttlichen Inkarnation – nicht nur in Yeshua Messiah, sondern auch in uns; wir suchen etwas von der Kraft der Mutter, vom göttlichen Licht und vom Geist des Messias zu verkörpern – denn sie ist unsere Mutter und wir sind ihre Töchter und Söhne und somit Kinder des göttlichen Lichtes. Die Offenbarung des innewohnenden Messias und heiligen Geistes in uns ist der Sinn der göttlichen Inkarnation aus der Sicht der Sophia-Gnostik und deshalb ist sie ein wichtiger Teil bei unseren Feierlichkeiten.

(Dies ist ein übersetzter Auszug aus dem Forum der Sophia Fellowship; mehr dazu findet ihr hier)

Liste aller Feiertage in der Sophia-Gnostik

Feiertage in der Sophia-Gnostik

Die Feiertage in der Sophia-Gnostik richten sich nach dem Sonnenkalender. Dabei gibt es acht Hauptfeste:

WintersonnenwendeDas Fest der (göttlichen) Mutter und des Kindes ist gleichzeitig unser Neujahrsfest

2. Februar Thema dieses Feiertages ist der Prophet Johannes der Täufer und die Taufe Jesu

Tag- und Nachtgleiche im Frühling – Thema dieses heiligen Festes ist die Kreuzigung und Auferstehung Christus des Retters

1. Mai – Thema dieses heiligen Festes ist Maria Magdalena, die heilige Braut und erste Apostelin

Sommersonnenwende: Thema dieses heiligen Festes ist die Himmelfahrt und das Pfingstfest – es ist das Fest der Pleroma des Lichtes

2. August – Thema dieses heiligen Festes ist die Apostolische Nachfolge – es ist das Fest der Weitergabe der gnostischen Lehren und des Lichtes

Tag- und Nachtgleiche im HerbstThema dieses heiligen Festes ist die Apokalypse

1. November – Es ist das letzte Fest im Jahr und widmet sich den gesegneten Toten. Es wird auch das Fest des heiligen Lazarus genannt.