Archiv der Kategorie: Gnosis

Erfurcht vor Yahweh

„… in meiner Erfahrung ist die „Furcht vor Yahweh“ heilige Ehrfurcht, das Bewußtsein der Großartigkeit des Göttlichen und das Bewußtsein des Göttlichen hinter allem, das sich ereignet, dem scheinbar günstigen und ungünstigen – dies ist der Beginn der Erkenntis des Herrn, Adonai. Ebenso verstehe ich unter der Furcht des Herrn, „Furcht“, Sorge vor allem, das mich vom Göttlichen entfernen könnte. So ist diese „Furcht“ das Verlangen, alles was die Nähe zu Gott beeinträchtigen könnte oder die Erfahrung der bewußten Vereinigung mit Gott verhindern könnte loszulassen und zu entfernen. Somit ist es also keine tierische Furcht, sondern deutet auf eine Bewußtheit des Göttlichen in der Seele. Und zwangsläufig ist eine Bewußtheit des Göttlichen notwendig um das Wissen vom Göttlichen und die Vereinigung mit dem Göttlichen zu suchen. Schalom!“ (Tau Malachi)

 

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Wie empfängt man Lehren in der Sophia-Tradition?

In der Sophia-Tradition empfangen wir Lehren im spirituellen Diskurs mit unserem Lehrer oder in der Gruppe und in Zeremonien als herausragenden Bewußtseinserfahrungen. Mit jeder Lehre empfangen wir auch Energie von unserem Lehrer. Man könnte sagen, dass die Energie hinter den Worten sogar noch wichtiger ist als die Worte selbst. Es ist die Energie des Gebetes und des Wunsches für uns, dass unser tieferes Potential aktiviert wird. Dieses Potential steckt in den tieferen Ebenen unserer Seele, den Ebenen die niemals geboren werden und niemals sterben,  die immer in Gott ruhen. Oft leben wir jedoch nur aus unserem Oberflächenbewußtsein in der äußeren Welt und haben diese Ebenen in uns vergessen. Uns fehlt der Zugang zu ihnen.

Unser Lehrer kann uns den Zugang zu den tieferen Ebenen eröffnen, jedoch geht das nicht ohne unsere Mitarbeit. Wir müssen die Lehren selbst integrieren und kultivieren, sie zu unserer ureigensten Erfahrung machen, damit sie uns verändern können und wir sie mit anderen teilen können. In Wahrheit sind sie wie eine spirituelle Zip-Datei, die sich erst mit der Zeit entfaltet, wenn wir sie in unser Gebet, in unsere Meditation und Kontemplation einbeziehen und erkunden. Wir können dabei den Heiligen Geist, Ruach-ha-Kodesh, bitten, uns mehr zu offenbaren, unser Verständnis zu vergrößern. Wir können beobachten, wie die Lehren unser Leben verändern und was das Leben uns über die Lehren zurückgibt. In Wahrheit können die Lehren sich erst entfalten, wenn wir ihnen den Raum und die Zeit dazu geben. Was geschieht mit der empfangenen Energie und Erfahrung nach Tagen, Wochen oder Monaten?

Leider hasten wir in unserer modernen Kultur und oft in der modernen Spiritualität von einer Erfahrung zur nächsten, von einem Event zum nächsten, und vergessen dabei, dass es unsere Aufgabe ist, die Erfahrungen und Energie zu integrieren. Man könnte dieses Hasten von einem Event zum nächsten auch spirituellen Voyeurismus nennen.

Wenn wir uns aber nicht von der empfangen Energie durchdringen und verändern lassen, verlieren wir sie wieder. Dies wird uns auf der energetischen Ebene von Yeshua im „Gleichnis vom anvertrauten Geld“  im Matthäus-Evangelium  25:14-28 gesagt:

14 „Es ist wie bei einem Mann, der verreisen wollte. Er rief vorher seine Diener zusammen und vertraute ihnen sein Vermögen an.
15 Dem einen gab er fünf Zentner Silbergeld, dem anderen zwei Zentner und dem dritten einen, je nach ihren Fähigkeiten. Dann reiste er ab.
16 Der erste, der die fünf Zentner bekommen hatte, steckte sofort das ganze Geld in Geschäfte und konnte die Summe verdoppeln.
17 Ebenso machte es der zweite: Zu seinen zwei Zentnern gewann er noch zwei hinzu.
18 Der aber, der nur einen Zentner bekommen hatte, vergrub das Geld seines Herrn in der Erde.
19 Nach langer Zeit kam der Herr zurück und wollte mit seinen Dienern abrechnen.
20 Der erste, der die fünf Zentner erhalten hatte, trat vor und sagte: ›Du hast mir fünf Zentner anvertraut, Herr, und ich habe noch weitere fünf dazuverdient; hier sind sie!‹
21 ›Sehr gut‹, sagte sein Herr, ›du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du hast dich in kleinen Dingen als zuverlässig erwiesen, darum werde ich dir auch Größeres anvertrauen. Komm zum Freudenfest deines Herrn!‹
22 Dann kam der mit den zwei Zentnern und sagte: ›Du hast mir zwei Zentner gegeben, Herr, und ich habe noch einmal zwei Zentner dazuverdient.‹
23 ›Sehr gut‹, sagte der Herr, ›du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du hast dich in kleinen Dingen als zuverlässig erwiesen, darum werde ich dir auch Größeres anvertrauen. Komm zum Freudenfest deines Herrn!‹
24 Zuletzt kam der mit dem einen Zentner und sagte: ›Herr, ich wusste, dass du ein harter Mann bist. Du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst ein, wo du nichts ausgeteilt hast.
25 Deshalb hatte ich Angst und habe dein Geld vergraben. Hier hast du zurück, was dir gehört.‹
26 Da sagte der Herr zu ihm: ›Du unzuverlässiger und fauler Diener! Du wusstest also, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nichts ausgeteilt habe?
27 Dann hättest du mein Geld wenigstens auf die Bank bringen sollen, und ich hätte es mit Zinsen zurückbekommen!
28 Nehmt ihm sein Teil weg und gebt es dem, der die zehn Zentner hat! „

Über Hayyah Yeshua – den lebendigen Christus

Die gnostischen Evangelien, wie z.B. Pisitis Sophia, stehen zur kirchlichen Sicht auf den Messias nicht im Widerspruch, aber sie erweitern das Bild von ihm. Yeshua hat mit seinem Opfer unsere Sünden getilgt. Etwas zu opfern bedeutet im tieferen Sinne “etwas heilig zu machen”. Bevor Yeshua kam, wurden in der jüdischen Tradition Tiere geopfert. Sie symbolisieren ein “heilig machen” der tierischen, nicht im Sinne der Gebote handelnden, Aspekte in uns.

Yeshua hat uns einen neuen Weg gezeigt, ja er hat den Weg für uns geöffnet. Im gnostischen Phillippus-Evangelium (Spruch 27) wird gesagt:

“Verachtet das Lamm nicht! Denn ohne es ist es nicht möglich, den König zu sehen. Niemand wird seinen Weg zum König beschreiten können, wenn er nackt ist.”

Yeshua, das Lamm, hat uns mit seinem ganzen Leben und Handeln den Weg des Mitgefühls und der Umkehr gezeigt und zeigt ihn uns jeden Tag aufs neue. Durch die Taufe haben wir uns vom alten Weg abgewendet und gehen nun den neuen Weg in Yeshua. Damit ist ein langes Stück unseres Karmas getilgt. Wir sind nicht mehr unbewußt in den Lebenszyklen, den Gilgulim. Wahre Umkehr, Teshuva, besteht in der Rückkehr zu unserer ursprünglichen Intention in Gott, immer wieder.

Yeshua war auf eine zutiefst innige Weise mit Gott verbunden. Er konnte sich vollständig mit Gott vereinen. In den gnostischen Evangelien offenbart er uns, dass dies auch der Sinn und das Ziel unserer Inkarnationen hier auf der Erde ist. Und er zeigt uns geduldig den Weg dahin.

“Niemand wird seinen Weg zum König beschreiten können, wenn er nackt ist.” Er zeigt uns, wie wir unsere Lichtkleider anlegen können, damit wir am Ende vor dem König (Gott) bestehen können. Yeshua ist in der gnostischen Tradition nicht der einzige Sohn Gottes und er kommt nicht so plötzlich in die Welt, wie es scheint.

Er ist eine alte Seele, die einen langen Entwicklungsweg in vielen Inkarnationen hinter sich hat. Man sagt, dass er in 26 Weltsystemen inkarnierte, bevor der als Mensch auf die Welt kam. 26 ist die Summe der Buchstaben des großen Names Gottes, “Yahweh”, in dem alle Kräfte Gottes vereint sind. Auch auf der Erde wurde Yeshua mehrfach wiedergeboren, um seine Aufgabe vollständig erfüllen zu können. So war er der Tradition zufolge der Stammvater Jakob, Moses Nachfolger Joschua und der Prophet Elischa. Jede dieser schon sehr lichtvollen Inkarnationen war ein wichtiger Schritt auf dem Weg seiner Entwicklung als Träger der christlichen Tradition und half ihm, etwas von seinem Karma, das noch vorhanden war, abzutragen. Hier konnte er die große Kraft, Reinheit und das unendliche Mitgefühl erwerben, das ihn befähigte, als unser Messias aufzutreten.

Als Prophet Elischa erwarb er sich die doppelte Kraft der Seele des Propheten Elias, weil er Elias Aufstieg in den Himmel mit ansehen konnte, ohne das Bewußtsein zu verlieren. Die beiden großen Propheten Elia und Elischa kehrten wieder als Johannes der Täufer und Yeshua, der Messias, um ihr Werk zu vollenden.

Man sagt, dass Elischa die doppelte Kraft der Seele Elias in seiner Inkarnation als Yeshua gegeben wurde, damit er seine schwierige Aufgabe vollenden konnte. So wirkt Gott in Kooperation mit den Menschen. Deshalb ist es so wichtig, dass wir Gott erlauben, durch uns zu wirken und uns ihm darbringen. Er erwartet unsere freiwillige Kooperation.

Der kabbalistische Lebensbaum zeigt aber, dass Gott nicht nur unsere freiwillige Kooperation erwartet, wir also den Weg zu ihm suchen sollen, sondern dass er sich auch zu uns ausstreckt, damit wir ihn besser verstehen können. Der unfassbare, unendliche Gott auf der Ebene der Sefirah Kether wird in den unteren Sefirot Chesed, Geburah, Tifereth, Netzach, Hod, Yesod und Malkuth immer fassbarer für uns. Es wird berichtet, dass dies die Himmelsleiter ist, an der der Stammvater Jakob die Engel auf- und absteigen sah.

Auch wir können an dieser Leiter auf- und absteigen und so nach und nach unsere Lichtkleider anziehen. Hier unten in Malkuth haben wir vieles Gegenständliche als Referenzpunkte. Gott selbst aber ist nicht gegenständlich. Er ist Ain, das Nicht-Gegenständliche, aus dem alles Gegenständliche hervorgeht.

Der Tradition zufolge war Yeshua auf der Ebene der Sefirah Chokmah mit Gott verbunden war. Er konnte ihn also auf dieser hohen Ebene in seiner nichtgegenständlichen Form, die unendliche Liebe ist, erfahren. Er wollte diese Erfahrung allen Menschen eröffnen. Aber die Menschen hatten Schwierigkeiten, ihn zu verstehen. Selbst seine engsten Anhänger, die Jünger, die doch schon so viel von ihm gelernt hatten, hatten lange Schwierigkeiten, diese große Befreiungsbotschaft zu verstehen.

Petrus, Jakobus und Johannes hatten in der Verklärung große Angst und fielen Lukas zufolge sogar in tiefen Schaf. Auch als Maria Magdalena die Auferstehung Yeshuas verkündete, glaubten sie ihr zuerst nicht. Erst als Yeshua ihnen erschien und später den Heiligen Geist über sie ergoß, verstanden sie die innere Dimension unseres Seins. Der göttliche Funke in uns, unser Neshamah ist unsterblich und die Quelle unseres Seins. Der Schrift Pistis Sophia zufolge verbrachte Yeshua nach seiner Auferstehung noch 10 Jahre mit den Jüngern, um sie darüber näher zu unterrichten. In diesen 10 Jahre lehrte er sie den Aufstieg zu Gott in seiner nichtgegenständlichen Form. Auch die acht Himmel sind ein Bild dafür.

Niemand von der Kraft und Stärke Yeshuas lebt in unserer Zeit. Wenn es aber Gottes Wille ist, dass wir selbst einmal Söhne und Töchter Gottes werden, wissen wir, dass dieses Leben nicht unsere letzte Inkarnation ist, dass es wahrscheinlich noch viele Leben dauern wird. Für diesen Weg hat Yeshua uns gute Hoffnung gegeben:

“1 Dann sagte Jesus zu allen:1 »Erschreckt nicht, habt keine Angst! Vertraut auf Gott und vertraut auch auf mich!
2 Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen, und ich gehe jetzt hin, um dort einen Platz für euch bereitzumachen. Sonst hätte ich euch doch nicht mit der Ankündigung beunruhigt, dass ich weggehe.
3 Und wenn ich gegangen bin und euch den Platz bereitet habe, dann werde ich zurückkommen und euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin.
4 Den Weg zu dem Ort, an den ich gehe, den kennt ihr ja.”
(Johannes 14:1-4)

Dabei muss ich an die acht Himmel als unsere Wohnungen auch zwischen den Inkarnationen denken und an den Lebensbaum als den Weg.

Wie beschreibt man die mystische Erfahrung?

Mein Mann, der selbst kein Mystiker ist, fragt mich, wie ich die mystische Erfahrung beschreiben würde. In der Meditation kommt plötzlich eine Antwort auf diese Frage: Es ist, als würde man sich zum ersten Mal verlieben. Man kann es nur schwer jemandem erklären, der nie verliebt war. Die Erfahrung geht über alle Worte hinaus. Der Vers 2 des gnostischen Thomasevangeliums beschreibt sie aber doch sehr gut:

Jesus sagte: ,,Der Suchende soll nicht aufhören zu suchen, bis er findet. Und wenn er findet, wird er in Erschütterung geraten; und (wenn) er erschüttert ist, wird er in Verwunderung geraten, und er wird König über das All werden.”

Zuerst sind wir im Verliebtsein erschüttert. Wir identifizieren uns mit dem Geliebten. Die Trennung zwischen uns und dem Anderen wird aufgehoben und wir sind verwundert. In der mystischen Erfahrung erleben wir die Einheit mit Gott, die Aufhebung von Subjekt und Objekt. Unser Bewusstsein erweitert sich und wir erleben Gottes vollkommene Liebe direkt. Was die Wissenschaft uns nahe legt als Erkenntnis wird zur Erfahrung: alles besteht im Kern aus Licht. Gleichzeitig erleben wir, dass man in Gott immer mehr zu sich selbst findet. Das klassische Beispiel hierfür ist, dass man ein Tropfen in einem Ozean aus Licht ist, aber der gesamte Ozean durch den Tropfen fließt und der Tropfen nicht verschwindet.

Wie in der Liebe kommt es vor, dass in der mystischen Erfahrung unser Herz bricht. Unsere Vorstellungen und Konzepte von Gott erweisen sich als falsch. Wir merken, dass sie wie eine Kruste unser wahres Herz umschlossen haben, in dem für alles und jeden Platz ist.

Diese Veränderungen erlebt man, wenn man sich auf seine mystischen Erfahrungen einlässt. Zurück bleibt die Erkenntnis, dass diese Welt viel weniger von uns getrennt ist, als es scheint, genau wie uns von unserem Geliebten viel weniger trennt als wir denken.

Ahava – Liebe

Vor Kurzem habe ich diese wunderbare Kontemplation im Forum der Sophia Fellowship gefunden und möchte sie hier an euch weitergeben. Sie besteht aus Zitaten zum Thema Liebe (hebräisch Ahava), die Bruder +Yonah aus biblischen und gnostischen heiligen Schriften zusammengetragen hat:

„Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.“ (1 Johannes 4:16)

“Ihr wisst, dass es heißt: Liebe deinen Mitmenschen; hasse deinen Feind. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für alle, die euch verfolgen. So erweist ihr euch als Kinder eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne scheinen auf böse Menschen wie auf gute, und er lässt es regnen auf alle, ob sie ihn ehren oder verachten. Wie könnt ihr von Gott eine Belohnung erwarten, wenn ihr nur die liebt, die euch ebenfalls lieben? Das tun auch die Betrüger! Was ist denn schon Besonderes daran, wenn ihr nur zu euresgleichen freundlich seid? Das tun auch die, die Gott nicht kennen! Nein, wie die Liebe eures Vaters im Himmel, so soll auch eure Liebe sein: vollkommen und ungeteilt.” (Matthäus 5:43-48)

„Wenn ich die Sprachen aller Menschen spreche und sogar die Sprache der Engel, aber ich habe keine Liebe – dann bin ich doch nur ein dröhnender Gong oder eine lärmende Trommel. Wenn ich prophetische Eingebungen habe und alle himmlischen Geheimnisse weiß und alle Erkenntnis besitze, wenn ich einen so starken Glauben habe, dass ich Berge versetzen kann, aber ich habe keine Liebe – dann bin ich nichts. Und wenn ich all meinen Besitz verteile und den Tod in den Flammen auf mich nehme, aber ich habe keine Liebe – dann nützt es mir nichts.“ (1 Korinther 13:1-3)

„Die Liebe ist geduldig und gütig. Die Liebe eifert nicht für den eigenen Standpunkt, sie prahlt nicht und spielt sich nicht auf. Die Liebe nimmt sich keine Freiheiten heraus, sie sucht nicht den eigenen Vorteil. Sie lässt sich nicht zum Zorn reizen und trägt das Böse nicht nach. Sie ist nicht schadenfroh, wenn anderen Unrecht geschieht, sondern freut sich mit, wenn jemand das Rechte tut. Die Liebe gibt nie jemand auf, in jeder Lage vertraut und hofft sie für andere; alles erträgt sie mit großer Geduld. Niemals wird die Liebe vergehen. Prophetische Eingebungen hören einmal auf, das Reden in Sprachen des Geistes verstummt, auch die Erkenntnis wird ein Ende nehmen… Auch wenn alles einmal aufhört – Glaube, Hoffnung und Liebe nicht. Diese drei werden immer bleiben; doch am höchsten steht die Liebe.“ (1 Korinther 13:4-8, 13)

„Bleibt niemand etwas schuldig – außer der Schuld, die ihr niemals abtragen könnt: der Liebe, die ihr einander erweisen sollt. Wer den Mitmenschen liebt, hat alles getan, was das Gesetz fordert. Ihr kennt die Gebote: „Brich nicht die Ehe, morde nicht, beraube niemand, blicke nicht begehrlich auf das, was anderen gehört.“ Diese Gebote und alle anderen sind in dem einen Satz zusammengefasst: „Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.“ Wer liebt, fügt seinem Mitmenschen nichts Böses zu. Also wird durch die Liebe das ganze Gesetz erfüllt.“ (Römer 13:8-10)

„Wir lieben, weil Gott uns zuerst geliebt hat. Wenn jemand behauptet: „Ich liebe Gott“, und dabei seinen Bruder oder seine Schwester hasst, dann lügt er. Wenn er seine Glaubensgeschwister, die er sieht, nicht liebt, dann kann er Gott, den er nicht sieht, erst recht nicht lieben. Gott gab uns dieses Gebot: Wer ihn liebt, muss auch seinen Bruder und seine Schwester lieben.“ (1 Johannes 4:19-21)

Jesus sagte: „Liebe deine Freunde wie deine Seele, hüte sie wie deinen Augapfel.“ (Thomasevangelium Vers 25)

„Der Glaube empfängt, die Liebe gibt. [Niemand wird] ohne den Glauben [empfangen können]. Niemand wird ohne Liebe geben können. Daher, damit wir nun empfangen, glauben wir. Damit wir lieben, geben wir. Denn wenn jemand nicht aus Liebe gibt, hat er keinen Nutzen von dem, was er gegeben hat.“ (Evangelium des Phillip, Vers 45)

„Die Liebe [sagt von] nichts, dass es ihr [gehört, obgleich doch alles] ihr gehört. Sie [sagt] nicht [: “Jenes ist meins”] oder: “dieses ist meins”, [sondern: “alles,] was [mir] gehört, gehört dir.” (Evangelium des Phillip, Vers 110)

Maria sagte: “Verstehe, wie man liebt und du wirst ungeteilt sein. Dies ist die Buße, die der Herr lehrte, und sie ist die vollkommene Taufe.” (Geheimes Evangelium der Maria Magdalena, Vers 25)

Maria sagte: “Webt euch selbst Lichtkleider, damit ihr nicht nackt seid, wenn ihr vor die Himmelskönigin tretet. Im Glauben und in der Fülle des Wissens tut gute Werke und liebt einander. Dann werdet ihr im Geist des Herren Lichtkleider haben.“ (Geheimes Evangelium der Maria Magdalena, Vers 92)

Maria sagte: “Wenn du nicht lieben kannst, kannst du nicht einheitlich sein. Jemand der geteilt ist, ist zur Zerstörung bestimmt.” (Geheimes Evangelium der Maria Magdalena, Vers 129)

Maria sagte: “Wissen, Verstehen und Weisheit sind nicht mächtiger als die Liebe, denn sie kommen aus der Vereinigung und es ist die Liebe, die vereinigt. Jemand der liebt, erhält Wissen, Verstehen und Weisheit, aber ohne Liebe ist niemand weise. Wenn es Macht gibt, die von der Liebe getrennt ist, so ist sie böse und gebiert Böses, wo aber Liebe ist, wird Macht mit Weisheit ausgeübt. Alles Gute kommt durch die Liebe.” (Geheimes Evangelium der Maria Magdalena, Vers 136)

Maria sagte: “Wenn du alles Wissen hast, aber dir fehlt die Liebe, so fehlt dir jegliches Wissen.” (Geheimes Evangelium der Maria Magdalena, Vers 169)

Audio Schabbat Diskurse

Auf der Seite der Sophia Fellowship findet ihr jetzt auch Audio Schabbat Diskurse in englischer Sprache zu verschiedenen Themen, z.B. zur Dunklen Mutter (Kali Imma) unter

http://www.sophian.org/

http://www.sophian.org/audio%20streams.html

Viel Spaß dabei!

Wer ist Christus?

In der Menschheit wird sich die Natur ihrer selbst bewußt und das Wesen des auferstandenen Christus wird sich seiner selbst bewußt. Es ist die Erlösung der Welt und der gesamten Schöpfung.
Dadurch können wir verstehen, was die Meister der christlichen Tradition lehren, wenn sie sagen: “Gott (Elohim) wurde Mensch, damit der Mensch Gott (El) wird.”

Nun, hier in der Welt erscheinen wir als männlich und weiblich, als Mann und Frau, aber der heilige Paulus lehrt uns: “Wo diese Erneuerung geschehen ist, da zählt es nicht mehr, ob jemand zu den Griechen gehört oder zu den Juden, ob jemand beschnitten ist oder unbeschnitten, ob jemand zu einem unzivilisierten Volk gehört oder gar zu einem Stamm von Wilden, ob jemand im Sklavenstand ist oder frei. Was einzig noch zählt, ist Christus, der in allen lebt und der alles wirkt.” (Der Brief an die Kolosser 3:11) Indem wir die Ignoranz der Vergangenheit verbannen, können wir hinzufügen: da zählt es nicht mehr, ob man männlich oder weiblich ist, Mann oder Frau, heterosexuell oder homosexuell – hier gibt es solche Unterschiede nicht, sondern alle sind Christus und in Christus, alle sind der Lichtmensch und der Lichtmensch ist in uns.

In Christus müssen wir herauskommen aus den Schlupfwinkeln des Egos. Wir müssen uns befreien vom Greifen nach diesen Unterscheidungen und Unterschieden und endlichen Begrenzungen, von all den kleinlichen Konflikten, die sie fortbestehen lassen. All dies bindet uns an die Ignoranz, die Dunkelheit, das Chaos der Materie. Während solche Dinge der Weisheit der Welt zufolge von Bedeutung sind, sind sie in der Weisheit Gottes (El, Elohim) nichts, sind sie Schatten, sind sie Torheit!

Genau dies lehrt uns der auferstandene Yeshua (Jesus) im letzten Vers des Thomasevangeliums: in Christus, im Lichtmenschen, sind wir alle gleich, sind wir alle ebenbürtig. Es gibt keinen Unterschied mehr zwischen Mann und Frau in Christus. Offensichtlich konnten das unerleuchtete Männer in der äußeren und unspirituellen Kirche nicht verstehen. So kam es dazu, dass die gleiche alte Ignoranz das äußere Christentum dominiert. Aber diese Lehre wird klar ausgesprochen in den Lehren von Adonai Yeshua und klar illustriert von seinem am meisten geliebten Jünger, seinem innersten Jünger – Maria Magdalena.

Jesus lehrt, weiht ein und ermächtigt Frauen genauso wie Männer – im Messias gibt es keinen Unterschied…

Indem er das tut, wird Christus in uns verwirklicht, etwas von seiner Lichtkraft und Lichtpräsenz wird in uns verkörpert.

Christus ist kein Substantiv, dass man besitzen und beanspruchen kann, es ist ein VERB – eine Handlung, genau wie dieses gesamte Kontinuum des Werdens, dieses Kontinuum der ständigen Transformation.

Womit soll ich mich nun identifizieren? Was ist besser? Der sterbliche Name und die Form, unsere persönliche Geschichte? Oder das voll entwickelte und erleuchtete Wesen, göttlich und überirdisch, der Christus – unsterblich?

(Übersetzt aus: Tau Malachi: Elohim, Shaddai & Expanses in Christ)

Licht der Erlösung

Von der äußeren Kirche wird uns gelehrt, dass der Sinn des Opfers von Christus die Wiedergutmachung der Sünde von Adam und Eva war, der Ursünde, die wir erben. Was damit im Grunde nahe gelegt wird, ist eine beschädigte oder beeinträchtigte Menschheit, und dass Jesus kam, um zu korrgieren, was die Menschheit getan hatte. Die heilige Kabbala und Gnosis bringt jedoch eine andere Ansicht hervor. Für sie ist die Sünde von Adam und Eva das Ergebnis einer Unvollkommenheit oder eines Mangels auf der kosmischen Ebene. Es ist eher etwas Unvollständiges in der Schöpfung, und deshalb kommt Christus, um der Tikkun-Heilung dieser Unvollkommenheit Willen und nicht so sehr der Wiedergutmachung der Sünde wegen. Er kommt, um die Schöpfung zu vervollkommnen und Ratzon Elyon, den Willen des Höchsten, zu erfüllen.

Einfach gesagt, kosmische Ignoranz ist die Unvollkommenheit oder Unreinheit. Sie besteht in der Illusion der Trennung, die durch den Demiurgen in der christlichen Gnosis personifiziert wird. Es ist die Erzeugung der kosmischen Ignoranz, der Archonten und Dämonen am zweiten Tag der Schöpfung, als Elohim (Gott) Himmel und Meer trennte und damit auch die Dualität im Bewußtsein schuf, eine scheinbare Trennung zwischen Himmel und Erde, Gott und Schöpfung. Diese Ignoranz und Dualität im Bewußtsein ist die Ursache der Sünde von Adam und Eva. So kommt Christus, um diese Dualität aus dem Bewußtsein und der Schöpfung zu vertreiben. Er kommt als Träger des Lichts und gnostischer Offenbarer, der die Lehren, das spirituelle Wissen und die spirituelle Kraft übermittelt, die diese Ignoranz beenden.

Wie wir wissen und verstehen, ist das Auftreten der Ignoranz und Dualität im Bewußtsein ein natürliches Nebenprodukt der Schöpfung, dass aus der unbewußten Ureinheit hervorgeht. Es wird überwunden durch den Prozeß der Entwicklung und Evolution der Schöpfung, oder eher durch die Entwicklung und Evolution des Bewußtseins, durch ein Erwachen des Bewußtseins. Die Erfüllung dieser Entwicklung ist Christus, das messianische Bewußtsein, eine nicht-duale Realisierung.

Einerseits ergeben wir uns aktiv und dynamisch der Schekina des Höchsten (der göttlichen Präsenz und Kraft) und arbeiten so daran, die Bedingungen für die Selbstrealisierung in Christus mit ihr gemeinsam zu schaffen. Andererseits ist es eine Vereinigung mit Gott, die auf der göttlichen Gnade basiert und so kommt das Erwachen in Christus durch die göttliche Gnade, die überirdische Schekina, verkörpert im lebendigen Yeshua (Jesus) und in der wahren apostolischen Folge.

Es gibt ein deutliches Geschenk der feurigen Intelligenz, das Yeshua Messia uns übermittelt, eine ausgeprägte göttliche Präsenz und Kraft – der heilige Geist oder die überirdische Schekina. Wir unsererseits brauchen nur festzuhalten am Messia, dem Lichtmenschen, und uns dem Licht von oben zu öffnen, der Mutterkraft. Dieses heilige Licht erleuchtet und befreit uns. Es vertreibt die Falschheit und das Unwirkliche und offenbart die Wahrheit und Wirklichkeit, Gott, das wahre Licht. In einer aktiven und dynamischen Hingabe gibt es eine Zusammenarbeit und Kooperation mit der göttlichen Gnade, der Lichtpräsenz und Lichtkraft beim großen Werk. Und doch ist es die göttliche Gnade, das heilige Licht, das alles erreicht, das mit, in und durch uns, und sogar als uns wirkt, um Ratzon Elyon, den Willen und das Verlangen des Höchsten zu erfüllen.

[übersetzt aus: Tau Malachi: Light of Salvation]

Über die leuchtende Darstellung des Geistes

Alles, was wir erleben, ist eine leuchtende Darstellung des Geistes. Oft ist uns dies nicht bewußt. Die meisten Menschen betrachten sich als getrennt von Gott. Doch liegt allem die gleiche göttliche Bewußtseinsenergie zugrunde, dem Guten und dem Schlechten. In allem ist der gleiche göttliche Funke. Wenn wir das verstehen, leben wir nicht mehr in Ignoranz. Wir können bewußt handeln, statt unbewußt zu reagieren. Wenn wir Stolz, Arroganz, Eifersucht, Gier, Furcht, Hass und ähnliches empfinden, sind wir oft nur in der Lage, unseren unbewußten Reaktionen zu folgen, statt durch bewußtes Handeln die Situation zu transformieren.

Jedoch liegt hierin unsere spirituelle Hoffnung. Durch die Hingabe an das Göttliche werden wir transformiert und über das Handeln in Einheit mit Gott informiert. Wir können all unsere Kräfte darauf richten, in Einheit mit dem Göttlichen zu leben und in diesem Leben Erleuchtung zu erlangen. Letztendlich ist es jedoch die Gnade Gottes, die alles für uns erreicht und uns transformiert. Darauf können wir vertrauen.

Unser Leben ist mit unseren Traumerfahrungen vergleichbar. Solange wir nicht luzid träumen und verstehen, dass alle unsere Träume eine leuchtende Darstellung unseres Geistes sind, bleiben wir der Traumerfahrung unbewußt ausgeliefert. Wenn wir aber beginnen, luzid zu träumen, können wir, je nach unseren erworbenen Fähigkeiten, unseren Traum beeinflussen und lenken. Wir sind ihm nicht mehr unbewußt ausgeliefert.

Und so ist es auch im täglichen Leben. Hier wird jedoch unsere Geduld geprüft, denn im inkarnierten Zustand und der materiellen Dimension ist alles, was geschieht, ein großer kollektiver Traum, in dem viele schlafen. Indem wir erwachen, transformieren wir die Welt um uns herum.

Mögen alle Seelen erwachen im Auferstandenen Christus und an der großen Transformation teilhaben. Amen.

Unsere spirituelle Grundlage

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren. Dann wirst du lange in dem Land leben, das dir der Herr, dein Gott, gibt. (Exodus 20:12)

Für diejenigen, die eine positive Erziehung und Familienumgebung erlebt haben, stellt dieses Gebot kein Problem dar und ist eine offensichtliche Wahrheit. Für jemanden, der aus einer extrem dysfunktionalen Familie kommt und schweren Misbrauch erfahren hat, kann die Vorstellung, Vater und Mutter zu ehren, tief beunruhigend und sehr schwierig sein. In alten Zeiten jedoch, als die Thora geschrieben wurde, verurteilten erwachsene Kinder, die sich nicht um ihre alternden Eltern kümmerten, diese im Prinzip zu großem Leiden und zum Tode – was schwerer wog als jede Dysfunktion rechtfertigte. So ist das Ehren von Vater und Mutter auf der grundlegendsten und praktischsten Ebene ein Aspekt des Mitgefühls.

In und hinter diesem Gebot sind subtilere und sublime Wahrheiten den Lehren der Sophia-Gnostik zufolge. Zuallererst ist da die Idee des karmischen Kontinuums, das sich mit einer Seele transportiert und das die Ereignisse, die sich in unserem Leben entfalten, stark beeinflusst. Es reflektiert sich in den Umständen, Situationen und Ereignissen unseres Lebens. So spiegeln die Familie und Umgebung, in die wir geboren werden, unser karmisches Kontinuum wider, der Ort und die Zeit, wie wir erzogen werden und welche Bildung wir erhalten. Diese Feststellung soll nicht nahelegen, dass wir für das Verhalten der Anderen verantwortlich sind. Es bedeutet eher, dass wir auf eine Weise, auf einer Ebene verbunden sind mit den Umständen, Situationen und Ereignissen, die in unserem Leben entstehen. Karma ist im Grunde ein Gesetz von Ursache und Wirkung. Es kann jedoch auch Dinge in uns selbst repräsentieren, die wir durcharbeiten oder heilen müssen. Im Allgemeinen offenbaren sich diese Dinge durch das, was in unserem Leben geschieht. Auf einer bestimmten Ebene ermutigt uns dieses Gebot hinzusehen und zu erkennen, was wir durcharbeiten und heilen müssen, um uns von unserer karmischen Konditionierung zu befreien.

In unserer modernen Zeit ist es häufig üblich, Missbrauch in unserer Vergangenheit als Entschuldigung für unser Verhalten in der Gegenwart zu verwenden. Und tatsächlich können uns Echos aus der Vergangenheit in der Gegenwart beeinflussen. Wenn wir damit aber unser jetziges Verhalten rechtfertigen und entschuldigen, schließen wir uns in ein Muster aus Schmerz und Leid ein, aus dem wir nicht entkommen können. Das ist einfach ungesund. Irgendwann müssen wir die Vergangenheit loslassen, damit die Möglichkeit der Heilung entstehen kann. Und wir müssen Verantwortung für unser eigenes Leben und Handeln übernehmen. Das trifft besonders zu, wenn wir einen tatsächlichen Fortschritt in der Selbst-Erkenntnis im sprituellen Leben suchen. In den meisten Fällen ist es glücklicherweise unwahrscheinlich, dass der Missbrauch, der uns als Kindern zugefügt wurde, uns auch als Erwachenen zugefügt werden kann. Irgendwann muss um unseretwillen und anderer Menschen Willen die Vergebung ins Spiel kommen.

Zutreffender ist vielleicht das: Eltern und Familie sind symbolisch für uns. Wenn wir kein Verhältnis zu unseren Eltern finden, unserer Familie und unserer Kindheit, ist es schwer, uns selbst zu akzeptieren. Uns selbst zu akzeptieren ist Teil der Selbsterkenntnis, Teil der spirituellen Reise: das Licht und die Dunkelheit in uns, was wir an uns für „gut“ und „schlecht“ halten. In Wahrheit sind wir der Weg, das sprituelle Fahrzeug und die Licht-Präsenz.

Im Thomasevangelium sagt Yeshua etwas äußerst Interessantes, das auch sein Echo in anderen Evangelien findet. Er sagt: „Wer nicht seinen Vater und seine Mutter hasst, wird nicht mein Jünger werden können. Und wer seinen Vater und seine Mutter nicht liebt wie ich, wird nicht mein Jünger werden. Denn meine Mutter gebar mich, aber meine Wahre Mutter gab mir das Leben.“ (Vers 101) Essenziell sind Vater, Mutter und Familie Erweiterungen des egoistischen Selbst, der persönlichen Geschichte; sie sind Konzepte in unserem Geist. Wenn Yeshua davon redet, Vater und Mutter zu „hassen“, gibt er uns zu verstehen, dass wir durch die Ego-Illusion und durch alles sie Unterstützende hindurchblicken sollen. Das schließt das Erkennen der illusionären Qualität unserer Konzepte von anderen Menschen ein. Wenn er davon spricht, Vater und Mutter zu „lieben“, gibt er uns zu verstehen, dass wir die Seele und LIcht(Christ)-Präsenz in Menschen in unserem Leben sehen sollen. Wir sollen versuchen, die Licht-Präsenz in uns selbst und in anderen hervorzubringen und zu ehren. Wenn wir in der Lage sind, dies mit den Menschen zu tun, die so eng mit unserer persönlichen Geschichte verbunden sind, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass wir es auch mit anderen Menschen in unserem Leben erfolgreich tun können. Das befähigt uns wiederum zur Erkenntnis der Licht-Präsenz in uns selbst.

Der Gedanke unserer Wahren Mutter, der Göttlichen Mutter und des Heiligen Geistes, erweist sich ebenfalls als Schlüssel zur Heilung derjenigen, die eine schwierige Famliliensituation erlebt haben. Er gibt uns eine spirituelle Interpretation des Gebots: unsere Göttlichen Eltern oder die Eine Lebenskraft in und hinter dem Bild von unseren persönlichen Eltern zu ehren. Denn die Eine Lebenskraft und das Universum sind unsere Heilige Mutter und unser Vater in einem sehr wirklichen Sinne. In den Lehren der Sophia-Gnostik wird dieser Gedanke auch auf unsere spirituellen Lehrer und Mentoren ausgedehnt, die wir respektieren. Sie dienen als Hebammen für die Lichtseele in uns.

Das Gebot weist auch auf eine einfache Methode hin, um das Heilige Herz des Mitgefühls hervorzubringen. Sie wird oft von Eingeweihten der Sophia-Gnostik verwendet und ist besonders kraftvoll, wenn wir positive Erfahrungen mit unserem Vater, unserer Mutter und Familie haben. Die Wanderung der Seele durch unzählige Leben ist eine allgemein bekannte Lehre in der christlichen Gnostik. So waren alle Wesen Mutter, Vater und Familie für uns. Diese Idee zu kontemplieren und darüber zu meditieren, kann uns helfen, Liebe und Mitgefühl für alle zu entwickeln. Das Ehren von Mutter und Vater wird auf alle Wesen ausgedehnt. Es widerspiegelt unser Bewußtsein der Heiligen Einheit, in der wir mit allen Lebewesen verbunden und verwandt sind.

Wenn wir dieses Gebot auf einfache Weise ausdrücken sollten, könnte man es so sagen: Ehre die spirituelle Grundlage deines Lebens.

[Übersetzt aus: Tau Malachi: Living Gnosis. – Woodbury, MN : Llewellyn, 2005, S. 130-133]