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Die Namen Gottes in der Christlichen Kabbala

Kabbalistischer Lebensbaum

Kabbalistischer Lebensbaum

Es gibt in der christlichen Kabbala eine große Zahl von Gottesnamen. Ich möchte mich aber auf die Namen beschränken, die den 10 Sefirot am kabbalistischen Lebensbaum zugeordnet sind. Die zehn Sefirot sind zehn Ausdehnungen oder Eigenschaften Gottes, die wir in unserem Leben, im Mikrokosmos und Makrokosmos, erfahren können. Sie werden in der Kabbala in Form eines Baumes beschrieben.

Eheieh (Sefirah Kether)
Als Moses Gott in der Wüste im brennenden Busch begegnet fragt er ihn: Wer bist du? Gott anwortet: „Ich bin, der ich bin. Eheieh Asher Eheieh.“ (Exodus 3:14) Eheieh wird auch als der höchste Name Gottes bezeichnet, den er beschreibt Gott, wie er über die Schöpfung hinaus geht. Gott ist in seinem Kern unerkennbar und nicht gegenständlich. Er ist das Nichtgegenständliche (Ain Sof) aus dem alles hervorgeht. Man kann ihn zum Beispiel finden, wenn man in der Meditation zur Ruhe kommt und unsere Gedanken aufhören. Man kann sich als Vergleich auch den Moment vor dem Urknall vorstellen, in dem noch nichts existierte, aber alles als Potential bereits vorhanden war. Eheieh ist dabei weder männlich noch weiblich, sondern beinhaltet beides und geht darüber hinaus.

Yahweh (Sefirah Chokmah)
Yahweh wird als der große Name Gottes bezeichnet, denn er verkörpert das Potential und die Kraft Gottes in der Schöpfung. Yahweh ist am kabbalistischen Lebensbaum dem Baumstamm vergleichbar, aus dem alle Energien in den Baum fließen. Dabei steht der Baum Kopf. Keter ist die Wurzel und Malkut die Frucht. In der jüdischen Mystik wurde die Welt aus dem Willen Gottes erschaffen. Dieser Wille manifestiert sich am Anfang der Schöpfung durch Soundvibration. Aus der Soundvibration entstehen die hebräischen Buchstaben. Jeder Buchstabe hat eine bestimmte Energie in der Schöpfung. Der Name Yahweh besteht aus den hebräischen Buchstaben Yod-He-Vav-He. Die vier Buchstaben stehen für Ebenen Gottes. Der Name Yahweh ist in der jüdischen Tradition so heilig, dass er nur sehr selten ausgesprochen wird. Stattdessen wird aus Respekt meist die Bezeichnung „Hashem“, was „der Name“ bedeutet, verwendet. Yahweh steht für Gott, den Vater.

Elohim (Sefirah Binah)
Elohim bedeutet wörtlich „die Vielen“ und bezeichnet den weiblichen Aspekt Gottes, Gott, die Mutter. Sie steht damit für die gesamte Schöpfung, die aus dem unerkennbaren Gott hervorgeht. In Elohim wird Gott für uns greifbar, den sie bezeichnet die Matrix aller Dinge. Elohim wird auch als die Schekina Gottes oder der Heilige Geist bezeichnet. Sie ist der göttliche Funke in allen Dingen. Dieser Name Gottes wird im Schöpfungsbericht der Bibel verwendet. Dort heißt es im Original „Am Anfang schuf Elohim Himmel und Erde …“ (Genesis 1:1) Elohim ist einen evolutionäre Kraft und unser Leben ist Evolution in Gott und zu Gott. Sie ist ein Teil von Gott und untrennbar von ihm.

El (Sefirah Chesed)
El bezeichnet die pure, reine Gnade Gottes, die so groß ist, dass sie für uns kaum zu ertragen ist. Es ist Gottes bedingungslose Liebe und Güte gleichermaßen für die gesamte Schöpfung. Gott liebt alle Geschöpfe gleich, sei es eine Fliege oder ein Mensch. Diese reine Gnade ist vor allem in höheren Bewußtseinszuständen erfahrbar, in denen wir uns von unserem Namen und unserer Form lösen können.

Elohim Gibor (Sefirah Geburah)
Elohim Gibor bezeichnet Gottes Urteil. Wenn wir nur aus unseren eigenen Wünschen und Bedürfnissen heraus leben und nicht in Mitgefühl und Liebe für andere Wesen handeln, erfahren wir Gottes Urteil. Es ist aber nicht Gott, der uns verurteilen will, sondern wir bringen dieses Urteil selbst über uns. Es ist so, als würde man aus dem zweiten Stock im Haus springen und sich ein Bein brechen. Ursache und Wirkung kommen hier zum tragen. Oft sind wir uns darüber aber nicht im Klaren. Dieser Name kann uns dazu bringen, in größerer Harmonie mit Gott zu leben. Wenn wir in Hingabe zu Gott leben, wird er uns dadurch Dinge lehren. Wenn wir in unserem Ego leben, werden wir alles nur als Unglück betrachten und nicht daraus lernen.

Yeshua (Jesus) (Sefirah Tiferet)
Yeshua ist der große Name Gottes, Yahweh, Yod-He-Vav-He, mit Hinzufügung des hebräischen Buchstabens Schin, Yod-He-Schin-Vav-He. Sein Name bedeutet „Yahweh erlöst“. Wodurch erlöst Yahweh? Durch Schin, das den heiligen Geist, die heilige Schekina Gottes, symbolisiert. Wie sehen Yeshua nicht als Gott, sondern als Menschen, der erkannte, das in jedem Wesen ein göttlicher Funke ist. Durch seinen Lebensweg und sein großes Opfer offenbarte er dieses seinen Gefährten und offenbart uns dies noch heute. Sein Name steht im Zentrum des kabbalistischen Lebensbaumes und er steht für wahres Mitgefühl und spirituelle Liebe, die ihren Ursprung im Herzen hat. Auf der innersten Ebene unseres Herzens sind wir mit Gott verbunden. Dort ist der göttliche Funke, der weder geboren wird noch stirbt.

Yahweh Tzavaot (Sefirah Netsach)
Tzavaot bezeichnet die Heerscharen Gottes in der Schöpfung, alle Kräfte und Wesen. Yahweh Tzavaot ist besonders eng mit der Herrschaft Gottes verbunden und mit dem künstlerischen, kreativen Geist, inspiriert durch den Erzengel Haniel.

Elohim Tzavaot (Sefirah Hod)
Elohim Tzavaot bezeichnet ebenfalls die Heerscharen Gottes, aber hier liegt die Betonung auf der Hingabe zu Gott. Dieser Name ist eng mit dem Forschergeist der Wissenschaftler verbunden, inspiriert durch Erzengel Michael. Durch seine große Hingabe zu Gott gewinnt Erzengel Michael den Kampf mit den negativen Kräfte in der Schöpfung. In der Offenbarung des Johannes 12:7-10 besiegt er mit den Heerscharen Gottes den großen Drachen, den Teufel und sein Scharen.

Shaddai, El Shaddai, Shaddai El Chai (Sefirah Yesod)
Diese drei Namen bedeuten „Der Mächtige“, „Der mächtige Gott“ und „Der mächtige lebendige Gott“. Sie verweisen auf Gott als Grundlage des Lebens und haben dazu einen ganz direkten Bezug, denn Shaddai bedeutet auch „der Gebrüstete“. Die Lebensgrundlage der Israeliten als Viehhirten war die Milch ihrer Tiere. Der Name weist aber auch auf Berge hin, die mit höheren, prophetischen Bewußtseinszuständen in Verbindung gebracht wurden. Große Propheten, wie Moses und Elija erklommen einen Berg, um mit Gott zu sprechen. Die bekannteste Lehre Yeshuas ist die Bergpredigt. Sie beinhaltet Weisheit, die er von Gott empfangen hatte.

Adonai (Sefirah Malkuth)
Adonai bedeutet der Herr und weist auf die Präsenz Gottes in der Schöpfung hin. Es ist der Name des Lebens wie es ist: gut und böse. Adonai reflektiert den Lebensprozess. Adonai besteht aus den hebräischen Buchstaben Aleph-Dalet-Nun-Yod. Aleph steht für die eine Lebenskraft, Gott. Dalet ist das Tor des Lebens, die Geburt. Nun ist das Gegenteil von Dalet, das Tor des Todes, unser Sterben. Yod ist der heilige Funke in uns, der weder geboren wird noch stirbt.

Hashem, mögen diese Ausführungen Verstehen und Freude bringen! Amen. 

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Erzengel Raphael – die Heilkraft Gottes

 

Statue of Saint Raphael by Bernabe Gomez

Der Name Raphael bedeutet wörtlich “Heilkraft Gottes”. Heilung beinhaltet, dass wir die Balance und Harmonie und besonders die Einheit des Seins wiederherstellen. So wird jemand wieder unversehrt oder heil und gesund. Die Heilkünste der modernen Medizin, die in der materiellen Welt angewendet werden, werden in der Sophia-Tradition sehr geschätzt. Sie zielen auf die physische Heilung und den Erhalt des Lebens und des Körpers.

Die wirkliche Ursache von Krankheiten liegt aber meist in der Aura oder dem feinen Lichtkörper und der Lichtseele. Ganzheitliche Heilung kann hier herbeigeführt werden, oft zusätzlich zu den modernen, sehr effektiven medizinischen Methoden, die sehr erfolgreich Krankheiten, aber oft nicht ihre tiefere Ursache bekämpfen.

Dass die wahre Heilung seelischer und spiritueller Natur ist, spiegelt sich in den Evangelien wider, den unser Herr Yeshua (Jesus) war ein Meister der Heilkunst. Möglicherweise war er sogar der größte spirituelle Heiler, der jemals auf der Erde wandelte. Alle Heilungen in den Evangelien sind seelischer und spiritueller Natur. Oft weist er mit folgenden Worten auf die Ursache der Krankheit im Geist, Herzen und der Seele hin, wenn er zu den Geheilten sagt: “Geh und sündige nicht mehr”, was auch meint “Verbinde dich nicht mehr mit Negativem, schaffte kein neues negatives Karma mehr”.

In ähnlicher Weise schickt Yeshua geheilte Menschen oft zum Tempel, damit sie dort ein entsprechendes “Sünden- oder Dankesopfer” darbringen. Dies widerspiegelt die Notwendigkeit, die innere Ursache der Krankheit aufzulösen. Ebenso sagt er oft “Dein Glauben hat dich geheilt”. All diese Worte drücken direkt die seelische und spirituelle Natur der Heilungen aus, die der Herr ausführte. Seine Kunst des Heilens widerspiegelt Tikkun (kabbalistisch für ganzheitliche Heilung und Erlösung der Seele über viele Leben hinweg). Damit ist Tikkun Heilen der Wunden der Seele von negativem Karma und von Beschädigungen in der Aura und dem feinen Lichtkörper, die aus negativem Karma stammen.

Man muss verstehen, dass nicht alle Heilung notwendigerweise in unserem materiellen Körper erfolgt. Oft findet die Heilung der Seele statt, wenn der feine Lichtkörper sich vom physischen Körper trennt. Der Lichtkörper löst sich dabei in die göttliche Natur der Seele auf in dem Prozess, der “Tod” genannt wird. Die Heilungstradition in Sophia-Gnostik dient der Erhaltung des Lebens. Wenn aber keine Hoffnung auf eine Fortsetzung des Lebens im Körper besteht, begeleitet und unterstützt sie den Sterbenden oder Toten auf seinem Weg.

Alles, was das spirituelle Heilen betreffend gesagt wurde, wird durch Erzengel Raphael personifiziert. Damit ist er zugleich der große Engel von Christus, den der Herr hat seine Kräfte vollkommen verkörpert.

Das Meditations-Bild Raphaels

Raphael erscheint als eine menschliche Gestalt, die aus reinem Sonnenlicht besteht. Es ist so, als ob der Körper des großen Engels aus der Sonne selbst besteht. Der Engel scheint in einem kristallklaren, blauen Himmel als Morgensonne. Er ist das Licht unserer Welt und der kommenden Welt. Der große Engel wird herbeigerufen mit dem Namen Yeshua Messiah (Jesus Messias) und dem Chant Ar Iyah Raphael.

Es gibt eine Übung in der Tradition, mit der man größere Vertrautheit mit dem Erzengel Raphael erlangen kann:

Man grüßt täglich die aufgehende Sonne in Erinnerung an die Auferstehung des Herrn und an den Erzengel Raphael, denn er ist der Himmelsrichtung Osten am Himmelskreis zugeordnet.

Eine häufige Übung ist es, dabei ein Glass frisches Wasser mitzunehmen und den Herrn und Raphael anzurufen, damit er das Wasser segnet und ihm Heilkraft verleiht. Mit dem Trinken des Wassers nimmt man die Kraft in sich auf. Dies gilt als eine gute Übung zur Selbstheilung.

Raphael gilt als Engelspräsenz hinter der Sonne, die unser Sonnensystem erleuchtet. Er ist den Menschen sehr zugänglich, ebenso wie der Engelsorden, der ihm zugeordnet ist, die Malachim, die Botenengel.

[Dieser Artikel basiert auf Lehren aus: Tau Malachi: Gnosis of the Cosmic Christ : a Gnostic Christian Kabbalah. – Saint Paul, Minn. : Llewellyn, 2005]

Über die 10 Sefirot in der christlichen Kabbala

Am kabbalistischen Lebensbaum gibt es zehn Sefirot oder Sphären, Ausdehnungen, in denen unterschiedliche Energien Gottes wirken. Dabei ist Gott wie ein Prisma, das durchsichtig ist und dennoch alle Farben enthält. Damit wir uns mit Gott verbinden können, zeigt er uns einzelne Qualitäten, die wir versuchen können zu erfassen. Dabei geht Gott selbst jedoch darüber hinaus, ist mehr als seine einzelnen Qualitäten. Er ist letztlich unendlich und unerkennbar. Alle Sefirot sind miteinander verbunden durch den Fluß der göttlichen Energie, den heiligen Geistes, und jede geht aus der vorhergehenden Sefirah (Mehrzahl Sefirot) hervor. Sie bilden den Lebensbaum, der im Paradies steht, und der von Erzengel Gabriel mit dem Flammenschwert bewacht wird.

Genesis 2:8-9 “Dann legte Gott im Osten, in der Landschaft Eden, einen Garten an. Er ließ aus der Erde alle Arten von Bäumen wachsen. Es waren prächtige Bäume und ihre Früchte schmeckten gut. Dorthin brachte Gott den Menschen, den er gemacht hatte. In der Mitte des Gartens wuchsen zwei besondere Bäume: der Baum des Lebens, dessen Früchte Unsterblichkeit schenken, und der Baum der Erkenntnis, dessen Früchte das Wissen verleihen, was für den Menschen gut und was für ihn schlecht ist.”

Genesis 3:22-24 “Dann sagte Gott: »Nun ist der Mensch wie einer von uns geworden und weiß, was gut und was schlecht ist. Es darf nicht sein, dass er auch noch vom Baum des Lebens isst. Sonst wird er ewig leben!« Und er schickte den Menschen aus dem Garten Eden weg, damit er den Ackerboden bearbeite, aus dem er gemacht war. So trieb Gott, der Herr, die Menschen hinaus und stellte östlich von Eden die Keruben und das flammende Schwert als Wächter auf. Niemand sollte zum Baum des Lebens gelangen können.”

Die Wurzel dieses Baumes ist in der höchsten Sefirah, der Sefirah Kether und die Frucht in niedrigsten Sefirah, Malkuth. In Kether ist das Licht Gottes am stärksten, in Malkuth am schwächsten, damit die Schöpfung nicht vom Licht Gottes überwältigt wird. Alle Sefirot bringen etwas Neues hervor und geben damit etwas an Gott zurück. Sie bringen die nächste Sefirah hervor: aus Kether entstehen Da’ath und Chokmah, aus Chokmah Binah. Alle weiteren Sefirot gehen aus Binah hervor: Chesed, dann Geburah, dann Tifereth, dann Netzach, Hod, Jesod und Malkuth. Malkuth ist die letzte, unterste Sefirah und wird auch die Frucht genannt, weil sie die Energie aller oberen Sefirot empfängt. Dabei wirkt Jesod wie ein Filter, damit Gottes Energie Malkuth nicht überwältigt. Malchut selbst erzeugt keine neue Sefirah. Was kann Malkuth nun Gott zurückgeben? In Malkuth kann Gottes Wunsch und Versprechen Wirklichkeit werden, den diese Sefirah bringt den Messias hervor, und das ist ihre Gabe an Gott.

Die Lichtseele Teil 4 – Hayyah und Yechidah

Hayyah
Hayyah ist die subtilste Lebenskraft oder lebendige Essenz. Sie ist so himmlisch, dass sie wenig Verbindung mit dem Körper hat und zum größten Teil in anderen Regionen wohnt. Sie ist der strahlende, göttliche Atem, den man auf der Ebene der Neshamah erlebt. Auf der Ebene von Hayyah ist der heilige Atem jedoch vollständig in Gott. Wer diese Präsenz und Kraft erlebt, erlebt die bewußte Vereinigung mit Gott. Die meisten Menschen werden dieser subtilen Lebenskraft nur in veränderten Bewußtseinszuständen gewahr.

In diesen seltenen Momenten auf dem Höhepunkt spiritueller Erfahrung hat man den Eindruck, dass man ein Licht in einem Ozean aus Licht ist. Man erfährt die Welt des überirdischen Lichts in einem und um einen herum.Man sieht und erlebt alles direkt als die Lichtkraft. In dieser Erfahrung des überirdischen Bewußtseins geht die Individualität nicht verloren, sonder sie erlebt ihre Erfüllung und Vervollkommnung. Es ist nicht so, dass der Tropfen aus Licht in den Ozean fließt. Vielmehr erlebt man, dass der gesamte Ozean durch den Tropfen strömt. Die uranfängliche, kosmische Kraft fließt durch den Einzelnen und manfestiert sich als der Einzelne.

Obwohl viele Eingeweihte in Höhepunkten der mystischen Erfahrung etwas von Hayyah erleben, ist das tatsächliche Erreichen und Verwirklichen von Hayyah sehr selten. Die Kraft von Hayyah ist die Kraft, Tote wiederzubeleben. Nur sehr wenige Meister sind mit dieser Kraft auf der Erde gewandelt.

Hayyah wird der überirdischen Sefirah Chochmah (Weisheit) zugeordnet. Aus ihr geht Binah (Verstehen) hervor. Somit repräsentiert die Verwirklichung von Hayyah einen Zustand des nicht-dualen gnostischen Bewußtseins. Es ist das Verstehen von allem, die vollständige Erleuchtung und Befreiung.

Yechidah
Es gibt eine Ebene der Lichtseele, die noch höher ist als Hayyah. Sie heißt Yechidah, der heilige oder göttliche Funke. Er stellt eine Stufe der Vereinigung das, von der nichts wirklich gesagt werden kann. Jemand, der diese Ebene erreicht und verwirklicht, ist das Licht aller Welten. Er oder sie ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Dies ist die Essenz der spirituellen Sonne, der Christus: Christus, der Logos (das Wort) und Christus, die Sophia (Weisheit).

Man sagt von diesem innersten Teil der Seele, dass er so heilig ist, dass nur Gott und der Gottkopf ihn betreten können. Sogar die größten Engel Gottes dürfen nicht eintreten. Gott und der Gottkopf wohnen uns inne auf dieser innersten Stufe und wir leben in Gott und dem Gottkopf. Wir sind untrennbar von dem Heiligen. Yechidah ist unser wahres Selbst, unser göttliches Christselbst, welches gleichzeitig nichts und alles ist. Es ist das Wesen unseres Werdens.

Wenn Hayyah die wahre Erleuchtung repräsentiert und Yechidah über diese heilige Verwirklichung hinausgeht, so wird damit etwas sehr subtiles und tiefgründiges über Erleuchtung gesagt. Was uns als die höchste oder endgültige Verwirklichung erscheint, ist in Wahrheit nur der Anfang einer völlig neuen Ebene der Evolution, deren Ende gar nicht abzusehen ist.

(Übersetzt aus Gnosis of the Cosmic Christ von Tau Malachi)

Die Lichtseele Teil 3 – Die Ruach und die Neshamah

Die Ruach

Die Ruach ist unser Geist oder unsere Intelligenz und wie der Nefesh existiert sie in zwei unterschiedlichen Erscheinungsformen. Sie werden obere Ruach und untere Ruach genannt. Die untere Ruach ist die allgemeine menschliche Intelligenz, die auf den Nefesh (tierische Seele) und die äußere Welt orientiert ist. Sie ist der Verstand der weltlichen oder profanen Person. Die Bezeichnung „untere Ruach“ weist also auf den unerleuchteten Zustand hin. Die obere Ruach entsteht durch die Kultivierung eines spirituellen Lebens und spiritueller Übungen – durch ein aktives Streben nach Erleuchtung, dass zu dem einen oder anderen Grad der Erleuchtungserfahrung führt. Dies ist die Ruach im eigentlichen Sinne. Sie könnte auch als heilige oder göttliche Intelligenz oder göttlicher Geist bezeichnet werden.

Die obere Ruach ist auf die Neshamah und auf das Göttliche gerichtet. Als Ergebnis bringt sie uns ein Bewußtsein für den Ozean der Spiritualität, der uns umgibt: ein Bewußtsein für das Spiel der spirituellen und kosmischen Kräfte, für die metaphysischen Dimensionen der Realität und für Gottes heilige Schekina. Gottes heilige Schekina ist die kabbalistische Bezeichnung für die Präsenz und Kraft Gottes in allem und hinter allem, was geschieht. Auf dieser Ebene beginnen wir, Gottes Willen für unsere Seele zu erahnen: die Mission unserer Seele. Ebenso sind wir in der Lage, die Inspiration des heiligen Geistes und die Mitteilungen der göttlichen Mächte zu empfangen. Wir erleben höhere Bewußtseinszustände, die über die gewöhnliche Bewußtseinsebene deutlich hinausgehen. Wenn wir die Ebene der oberen Ruach mehr und mehr erreichen, erleben wir, dass wir vom Geist geführt und bewegt werden. Auf der höchsten Ebene der Ruach können wir eine Vereinigung mit dem heiligen Geist (hebr. Ruach Ha-Kodesh) erfahren. Dies ist ein prophetischer Zustand, in dem ein Mensch sich völlig erhoben und transformiert fühlt.

Wenn die Ebene der oberen Ruach von einem Menschen verkörpert wird, kann man ihn oder sie zu Recht eine spirituelle oder heilige Person nennen, denn er oder sie hat eine geisterfüllte Seele.

Die Neshamah

Auf der Ebene der Neshamah erfährt man den stahlenden, heiligen Atem Gottes. Die Neshamah ist das Gefäß, dass die spirituelle Kraft beinhaltet, die Gott uns geben will. Man könnte sagen, das der Nefesh einer geöffneten Hand, die empfangen möchte, vergleichbar ist. Die Neshamah ist vergleichbar einer Hand, die sich öffnet, um zu geben. In dem Grad, indem wir bereit sind, uns zu öffnen und empfänglich zu werden für die heilige Schekina, kann der Einfluß der Neshamah in eine Person eindringen oder besser gesagt, aus der Person hervorgebracht werden.

Die Ruach ist die dazwischenliegende Verbindung zwischen dem Nesfesh und der Neshamah. Es ist die Verknüpfung, durch die sie verbunden sind und potentiell vereinigt werden.

In der spirituellen Dimension gibt des kein Konzept des Raumes, wie wir es typischerweise haben. Deshalb kann hier Nähe nur durch Ähnlichkeit, Gemeinsamkeit oder Gleichartigkeit definiert werden. Umgekehrt ist Entfernung das Produkt von Unterschieden, Widersprüchen und Gegensätzen. Wenn man im spirituellen Sinne etwas gleicht, ist man ihm nah. Wenn man etwas nicht gleicht, ist man spirituell fern davon. Um also unserer Neshamah nah zu kommen, müssen wir unsere Gedanken, Gefühle, Worte und Handlungen in Harmonie mit der göttlichen Natur formen. Soweit uns das gelingt, verkörpern wir dann etwas von unserer Neshamah und bringen sie in unsere Erfahrung.

Der Nefesh ist das Gefäß zur Empfängnis unserer Ruach und unserer Neshamah. In ähnlicher Weise ist die Neshamah das Gefäß zur Empfängnis von Hayyah und Yechidah.

Der Nefesh formt einen materiellen Körper, aber die Neshamah formt einen Lichtkörper oder ein himmlisches Abbild (hebr. Zelem). Dies ist ein engelhaftes oder verherrlichtes Bild von uns – das Bildnis unseres Selbst in Christus oder in der Zukunft. Dieses göttliche Bild ähnelt einem Menschen, wie ihn die Propheten auf dem Höhepunkt ihrer göttlichen Visionen wahrnehmen. Es is das himmlische Abbild des Propheten selbst, das die Herrlichkeit oder das Abbild Gottes genannt wird.

Die Erleuchtungserfahrung beginnt auf der Ebene der Ruach, aber die Erleuchtung und Befreiung im eigentlichen Sinne korrespondiert mit der Ebene der Neshamah, wenn etwas von Hayyah und Yechidah in sie gezogen wird. Auf dieser Ebene dämmert das wahre messianische Bewußtsein und unser Selbst in Christus wird verwirklicht. Während viele Eingeweihte die Ebene der Ruach erreichen, erlangen nur wenige die Ebene der heiligen Neshamah. Wer etwas von seiner heiligen Neshamah verkörpert, wird in der gnostischen Tradition „Tau“ genannt (nach dem letzen Buchstaben des hebräischen Alphabets).

(Übersetzt aus Gnosis of the Cosmic Christ von Tau Malachi)

Die Lichtseele Teil 2: Der Nefesh

Der unterste Teil der Seele ist die Grundlage der Persönlichkeit, die Matrix der Lebensenergie in und hinter dem physischen Körper. Durch den Nefesh ist die Seele mit dem physischen Körper verknüpft. Durch ihn wird das Leben in der materiellen Form aufrechterhalten. Der Nefesh ist nicht von Natur aus spirituell und ist auch nicht von Natur aus mit der Neshamah, unserer Lichtseele, verbunden.

Der Begriff “Fleisch” in den heiligen Schriften verweist auf den Nefesh in einer unentwickelten, ungeschliffenen Form, die auch Nefesh Behamit, die tierische oder Erdenseele, genannt wird. Auf der Ebene des Nefesh kann ein Mensch Kenntis über den Körper, das Leben und die Persönlichkeit als Gefäß oder Fahrzeug der spirituellen Energie erlangen.

Jedoch kann er oder sie nur zu dieser Kenntnis kommen, wenn er in der Lage ist, sich nach innen und oben zu wenden. Er kann diese Kenntnis erlangen, wenn er oder sie sich Gott zuwendet und sich abgrenzt von allen internen und externen Impulsen sowie Anreizen, die typischerweise seinen oder ihren Geist beschäftigen. Ebenso ist es notwendig, an sich arbeiten. Es ist notwendig, die Persönlichkeit und den eigenen Lebensplan so zu verfeinern, dass sie mit der Neshamah und dem Göttlichen in Harmonie gebracht werden.

Ein Mensch, der sich diesen Aufgaben widmet, erhält Zugang zu einer höheren Ebene seiner oder ihrer Seele, zur Ruach oder göttlichen Intelligenz. Durch sie kann er dann auch den Einfluß der Neshamah empfangen. Diese Verbindung durch die Tätigkeit der Ruach wandelt Nefesh Behamit, die tierische Seele, in Nefesh Elokit, die göttliche Seele.

Wenn die gnostischen Lehren von den auserwählten Menschen sprechen, so meinen sie Personen, die den Nefesh zu einem Fahrzeug der göttlichen Präsenz und Kraft gemacht haben. Sie sprechen von Menschen, der dabei etwas von der feurigen Intelligenz, dem Heiligen Geist, empfangen haben. Und so verstehen wir, dass es nicht eine willkürliche Entscheidung Gottes ist, die eine Person zum Auserwählten Gottes macht. Vielmehr ist es die Person, die die Entscheidung getroffen hat, sich selbst dem Göttlichen gegenüber empfänglich zu machen und Gott näher zu kommen. Er oder sie kooperieren wesentlich mit der göttlichen Gnade und machen sich zu einem Partner Gottes bei der großen Arbeit.

Der Nefesh ist der sterbliche Teil von uns. Er überlebt den Tod nicht. Es gibt nur eine einzige Möglichkeit, auf die der Nefesh den Tod überleben kann. Im Falle eines heiligen Menschen, der vollständig seine oder ihre Neshamah verkörpert und in der Lage ist, einen Teil von Hayyah (der subtilsten Lebenskraft) und Yechidah (des innersten Teils der Seele) herabzuziehen, ist dies möglich. Ein solcher Mensch hat das messianische Bewußtsein erreicht und verkörpert die überirdische Lichtpräsenz völlig in einem Zustand der Erleuchtung und Befreiung.

Bis dies erreicht ist, wird von Inkarnation zu Inkarnation ein neuer Nefesh für jede neue Inkarnation erzeugt. Auf der Ebene des Nefesh gibt es keine tatsächliche Verbindung zwischen einer Inkarnation und der nächsten außer das karmische Kontinuum. Nur im Falle eines Menschen, der seine Neshamah verkörpert, gibt es eine direkte Verbindung zwischen verschiedenen Inkarnationen, denn auf der Ebene der Neshamah sind alle Inkarnationen miteinander verbunden.

(Übersetzt aus Gnosis of the Cosmic Christ von Tau Malachi)

Die Lichtseele Teil 1: Die Lichtseele und ihre fünf Aspekte

Die Lichtseele besteht aus fünf Teilen oder Aspekten. Diese entsprechen den fünf Olamot (Universen) und bestimmten Sefirot am kabbalistischen Lebensbaum. Der innerste Teil der Seele ist Yechidah (der heilige oder göttliche Funke). Das Strahlen oder die Herrlichkeit von Yechidah ist Hayyah (die Lebenskraft). Der Aufenthaltsort oder das Abbild von Yechidah ist Neshamah (die göttliche Natur, himmlische Seele, überirdische oder heilige Seele). Unter der Ebene von Neshamah sind Ruach (Geist oder Intelligenz) und Nefesh (tierische oder Erdenseele). Diese fünf Teile sind untrennbar in ihrer Essenz. Jedoch sind nicht alle Teile der Seele verwirklicht bis die Seele sich entwickelt und erwacht, so dass tatsächlich nicht jeder aus der Fülle seiner Seele schöpft.

“Da nahm Gott, der Herr, Staub von der Erde, formte daraus den Menschen und blies ihm den Lebensatem in die Nase. So wurde der Mensch ein lebendes Wesen.” (Genesis 2:7) Jeder der hebräischen Begriffe für die Seele bedeutet “Atem”, “Wind” oder “Luft” und alle diese Begriffe spielen auf den strahlenden, heiligen Atem Gottes an, der die Lebenskraft ist. Damit wird angedeutet, dass die Seele und das Leben der Atem Gottes sind, das Gott das Leben, die Geschöpfe und die Schöpfung atmet. Du bist der strahlende heilige Atem Gottes!

In ihrem Wesen stammt die Lichtseele aus den höchsten Regionen und direkt aus Gott. Deshalb sind wir in unserer Seele eng mit den Olamot und Sefirot und auch mit Ain Sof (dem Unendlichen) verbunden. Diese Beziehung kann durch eine klassische Analogie illustriert werden:

Stell dir einen Glasbläser vor, der ein elegantes Gefäß gestaltet. Der Willen oder das Verlangen dazu, der vom Innersten des Glasbläsers ausgeht, ist die Ebene von Yechidah. Sie entspricht der Spitze des Yod im Tetragrammaton (Yahweh, Yod-He-Vav-He) und dem Universum von Adam Kadmon.

Die nächste Ebene wird durch den Glasbläser selbst repräsentiert, in dem Moment, bevor er ausatmet und der Atem noch in seiner Lunge ist. Dies ist die Ebene von Hayyah. Sie entspricht Atzilut und dem Rumpf des Yod.

Der Atem, der von den Lippen des Glasbläsers hervorströmt, entspricht Neshamah. Er entspricht dem ersten He und dem Universum von Beriyah.

Die unter Druck stehende Luft, die durch die Glasröhre strömt, repräsentiert Ruach, den Buchstaben Vav des großen Namens und das Universum von Yetzirah.

Der Atem, der sich ausdehnt, um das Glasgefäß zu formen, repräsentiert Nefesh, das letzte He von Yahweh und das Universum von Asiyah.

In ähnlicher Weise ist unsere heilige Seele eine Regung von Gottes Geist, ein direkter Ausdruck der einen Lebenskraft. Hierdurch wirst du verstehen, dass es die Lichtseele ist, die nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen ist. Obwohl sie von Gott ausströmt, bleibt die Seele immer in Gott, genauso wie die Worte, die Gott gesprochen hat, immer in Gott bleiben.

Wie oben angedeutet, sind die höchsten Ebenen der Seele nicht getrennt von ihrer göttlichen Quelle. Wie in der Analogie sind sie im Geist und der Lunge des Glassbläsers. Vom Standpunkt des Göttlichen sind die höchsten Aspekte der Seele inwendig in Gott, während die niederen Aspekte aussenliegend sind. Vom menschlichen Standpunkt gesehen ist es genau umgekehrte. Hayyah und Yechidah gehen völlig über die gewöhnliche Person hinaus und sind extern, während die niederen Aspekte intern sind. Von beiden Standpunkten aus gesehen ist Neshamah die Schwelle zwischen internen und externen Aspekten.

In der Lehre von den fünf Aspekten der Seele werden die drei unteren, Neshamah, Ruach und Nefesh, Penimi’im oder Verinnerlichung genannt, weil wir die Fähigkeit haben, diese Aspekte in unserer irdischen Inkarnation zu verkörpern. Andererseits werden die beiden höchsten Ebenen, Yechidah und Hayyah, nur selten verkörpert. Mit Ausnahme eines so vollkommenen Meisters wie Yeshua Messia (Jesus) werden sie erst in der kommenden Welt verinnerlicht. Deshalb werden sie typischerweise Makifim (Umhüllungen) oder Atarot (Kronen) genannt, denn sie transzendieren unsere gewöhnliche individuelle Persönlichkeit völlig. In diesem Sinne wird gesagt, dass jemand, der den Einfluß von Hayyah und Yechidah herunterbringt, mehr als ein Mensch wird, dass solche Meister wie Erzengel sind.

(Übersetzt aus Gnosis of the Cosmic Christ von Tau Malachi)

Audio Schabbat Diskurse

Auf der Seite der Sophia Fellowship findet ihr jetzt auch Audio Schabbat Diskurse in englischer Sprache zu verschiedenen Themen, z.B. zur Dunklen Mutter (Kali Imma) unter

http://www.sophian.org/

http://www.sophian.org/audio%20streams.html

Viel Spaß dabei!

Binah – die göttliche Fülle

In der jüdischen Kabbala lautet der göttliche Name für Binah “Yahweh, ausgesprochen als Elohim”. Wie wir im Kapitel über Da’at, das den Namen “Yahweh Elohim” mit Binah teilt, entdeckten, verweist dieser Name auf die eine Lebenskraft, die viele Formen annimmt. Wie wir bereits sahen, ist die Pleroma (Fülle) der göttlichen Fülle im eigentlichen Sinne Chochmah, während Binah die uranfängliche Leere oder Empfänglichkeit ist. Durch Binah wird die göttliche Fülle verwirklicht.

Eine Möglichkeit, dies näher zu verdeutlichen ist der Partzuf von Binah, Ima oder Aima (die Mutter) und die Vorstellung des Mutterschoßes. Ursprünglich repräsentiert der Schoß die Leere. Nach der Empfängnis ist er jedoch die göttliche Fülle. Vor ihrer Vereinigung sind die Kraft des Vaters und die Matrix (Gebärmutter) der Mutter nur ein Potential. Durch ihre Vereinigung verwirklichen sie dieses Potential gegenseitig. Auf diese Analogie von Mann und Frau weist der Name Elohim selbst hin. Er ist ein feminines Substantiv mit einem maskulinen Plural. Er legt den Schoß der schwangeren Frau, die absolute Einheit in der unendlichen Vielfalt nahe.

Manche Okkultisten haben die Bedeutung von Elohim als eine Vielzahl von Göttern und Göttinnen beschrieben, als die Vorstellungen des heidnischen Glaubens. Solch eine Assoziation missversteht jedoch die Subtilität dieses göttlichen Namens vollkommen. Zuerst sollte man verstehen, dass mit der Idee von Mutter und Vater nicht zwei Götter gemeint sind, sondern nur einer. Das Prinzip von Kraft und Form, Chochmah und Binah, ist eins in der überirdischen Welt. Als zweites sollte man verstehen, dass die Idee hinter einem weiblichen Substantiv mit einem maskulinen Plural nicht eine Vielzahl von Göttinnen und Göttern nahelegt, sondern eher einen göttlichen Elternteil, der unendlich erzeugen und gebären kann. Drittens ist die Pluralität, die mit dem göttlichen Wesen assoziiert wird eine Vielfalt der Qualitäten, Attribute oder scheinbaren Funktionen, vergleichbar solchen, die eine Person haben kann. Zum Beispiel kann eine Frau bei der Arbeit eine Spezialistin sein, wie eine Lehrerin und als solche mag sie viele verschiedene Quälitäten haben. Gleichzeitig kann sie auch eine Tochter, Schwester, Freundin, Ehefrau, Mutter oder Leiterin eines Vereins sein. Was für Qualitäten, Attribute oder Funktionen ihr auch immer zugeschrieben werden, sie selbst geht über sie hinaus. Sie ist sie selbst.

So ähnlich ist es mit der Beziehung von Gott zu den Qualitäten, Attributen und Funktionen Gottes in der Schöpfung. Elohim als ein Name Gottes bedeutet nicht eine Vielzahl von verschiedenen Göttern und Göttinnen, sondern eher ein höchstes Wesen, dass sich durch unzählige Qualitäten oder Attribute und Funktionen manifestiert. Diese formen die Matrix der Schöpfung. Eine solche Erkenntnis gibt Einsicht in das Wesen der Olamot und Sefirot. Sie sind Elohim, die vielen Qualitäten Gottes in der Schöpfung. Die Sefirot existieren in der heiligen Einheit, die Gott ist. Sie dürfen nicht auf irgendeine Weise getrennt von Gott oder von einander gesehen werden. Sie sind wie die Kabbala sagt “wie die Flamme mit der Kohle verbunden”.

[aus Tau Malachi: Gnosis of the Cosmic Christ. – Saint Paul, MN : Llewellyn, 2005. – S. 121-123]

Chochmah in Atzilut: Der große Name Gottes

Yah und Yahweh, das Tetragrammaton, ist Chochmah auf der Ebene von Atzilut. Yah besteht aus den Buchstaben Yod und He. Die Spitze des Yod ist Kether und das Universium von Adam Kadmon, der Körper des Yod ist Chochmah und das Universium von von Atzilut. Der Buchstabe He ist Binah und das Universum von Beriyah. Somit ist Yah die Kraft der Überirdischen und drückt die Wahrheit von Chochmah als dem Erzeuger der Kraft am Lebensbaum aus. Die überirdische Kraft, die durch die Sefirot von Beriyah fließt, versorgt das Universum von Yetzirah. So deutet Yah auf Chochmah als der Kraft, die hinter der Welt der Engel (Yetzirah) steht.

Yod und He sind der überirdische Vater und die überirdische Mutter vor der Empfängnis und der Geburt. Verbunden mit Waw und He im Tetragrammaton, sind Yod und He der tatsächliche Vater und die wirkliche Mutter. Die göttlichen Eltern haben den Sohn und die Tochter geboren. Alle fünf Partzufim werden so durch den großen Namen Gottes repräsentiert: Yod-He-Waw-He.

Wenn die Buchstaben vertikal von oben nach unten geschrieben werden, entsteht das Bild eines Menschen. Das besagt, das Yahweh der Kanal der heiligen Schekina Adam Kadmons ist zu den unteren Universen und das die fünf großen Partzfim Ausdruck dessen sind, was in Adam Kadmon enthalten ist – der uranfängliche Mensch.

Ehje ist der höchste Name Gottes, Yahweh ist der große Name Gottes. Worin besteht der Unterschied? Hier gibt es eine direkte Parallele zur Verwendung des zweiten Buchstabens im hebräischen Alphabet (Bet) an Stelle von Aleph. Aleph ist der erste Buchstabe im höchsten Namen Gottes und repräsentiert Gottes Geist oder Essenz, die auch in der Schöpfung enthalten ist. Aber wegen des transzendenten Wesens des Schöpfers beginnt die Schöpfung mit dem zweiten Buchstaben, Bet, der Haus oder Struktur bedeutet, also die Matrix der Schöpfung. Diese Idee beschreibt auch die Beziehung zwischen Ehje und Yahweh. Sie ist ähnlich der Beziehung von Seele und Körper, in diesem Fall einem Lichtkörper und reiner Energie.

Ehje ist wie die Wurzel des Lebensbaums. Er ist das Leben des heiligen Baums. Deshalb ist er der höchste oder essentielle Name Gottes.

Yahweh ist wie der Stamm des Lebensbaums. Alle heiligen Namen gehen wie Zweige von einem Stamm von ihm ab. Deshalb ist Yahweh der große Name Gottes, der alle anderen enthält und durch Yahweh werden alle von Ehje versorgt und tragen Früchte, die Sefirot. Ehje wird auch die erste Herrlichkeit genannt, Yahweh die zweite Herrlichkeit und alle weiteren Namen Gottes die Herrlichkeit der Herrlichkeit (Elohim oder Binah) oder die dritte Herrlichkeit genannt.

Ehje ist in Yahweh wie die Seele im Körper und Yahweh ist wie ein Körper strahlenden Lichts, der Ehje enthält. Yahweh bedeutet: Das was war, ist und immer sein wird. Ehje bedeutet: Ich bin oder ich werde sein. So bedeutet Yahweh ein Ausströmen von Ehje, die Aktivität oder Offenbarung von Ehje, die während sie von Ehje ausgeht gleichzeitig auch immer zu ihm zurückkehrt.

Chochmah-Yahweh ist der Kanal der überirdischen Seinskraft, des überirdischen Lichts, das in der Kabala Ruhaniyut heißt. Ruhaniyut atmet und scheint aus den Sefirot und ebenso um sie herum. Es wird gesagt, dass es eine äußere und innere Ruhaniyut gibt, die aus den Sefirot wie eine Seele scheint und um sie herum wie ein Aura oder ein Kleid. Yahweh ist die innere Ruhaniyut und alle weiteren Namen sind die äußere Ruhaniyut. Ehje ist die innerste geheime Ruhaniyut, die wahre Essenz der inneren und äußeren Ruhaniyut, der strahlende heilige Atem Gottes. Das Wort ist ein Plural, der verschiedene Formen des Lichtatems Gottes nahelegt.

In Genesis haucht Gott Adam das Leben ein. Dabei handelt es sich um Adam Kadmon und Adam Ha-Rishon (den ersten Menschen), das überirdische Ideal der Menschheit. Es wird gesagt, das die Seelen der Gerechten (Tzaddikim) – aller authentischen Menschen – aus der Seele Adam Kadmons gezogen werden. So ist die Ruhaniyut oder der strahlende, heilige Atem Gottes im jedem Menschen. Durch Ruhaniyut sind wird mit den Sefirot, den göttlichen Namen und Partzufim verbunden und in der Lage uns an die Sefirot zu binden und diese an uns, also etwas von der heiligen Schekina zu verkörpern.

Yahweh ist der Name der Namen, die vereinigte Kraft der Ruhaniyut aller Namen Gottes. Yeshua ist dieser Name mit dem Einschub des Buchstaben Shin in der Mitte. Das legt einen Menschen nahe, der die Ruhaniyut in sich verkörpert und sich mit den Sefirot, den göttlichen Namen und Partzufim vereinigt hat. So ist Yeshua nicht nur der Name eines Menschen, sondern jedes erleuchteten Menschen. Dadurch wird die Bedeutung folgendes esoterischen Spruches klar: “Alle sprituellen Kräfte sind dem Namen Yeshua untertan.” oder “vor dem Namen Yeshua soll sich jedes Knie und jeder Kopf beugen.” In und hinter unserem gewöhnlichem Atem ist ein strahlender und heiliger Atem, die Manifestation von Hayyah, der Lebens-Essenz, die Chochmah entspricht. Indem wir diesen inneren, geheimen Atem entdecken und die heiligen Namen sprechen, haben wir die Kraft des gesegneten Namens Yeshua, die Gnosis von Yeshua Messiach.

So gelangen wir zu einem tieferen Verständnis der Ausgießung des heiligen Geistes über die Jünger zu Pfingsten im Beisein der heiligen Braut. Das überirdische Licht ist ein feuriges Licht, der Atem ist sein Fahrzeug und so kann jemand der weiss, wie man atmet und die göttlichen Namen vibriert, den heiligen Geist auf andere übertragen und ihn in ihnen erwecken. Das ist die Grundlage aller christlich-gnostischer Initiation.

(aus Tau Malachi: Gnosis of the Cosmic Christ. – Saint Paul, MN : Llewellyn, 2005. – S. 95-98)