Erzengel Raphael – die Heilkraft Gottes

 

Statue of Saint Raphael by Bernabe Gomez

Der Name Raphael bedeutet wörtlich “Heilkraft Gottes”. Heilung beinhaltet, dass wir die Balance und Harmonie und besonders die Einheit des Seins wiederherstellen. So wird jemand wieder unversehrt oder heil und gesund. Die Heilkünste der modernen Medizin, die in der materiellen Welt angewendet werden, werden in der Sophia-Tradition sehr geschätzt. Sie zielen auf die physische Heilung und den Erhalt des Lebens und des Körpers.

Die wirkliche Ursache von Krankheiten liegt aber meist in der Aura oder dem feinen Lichtkörper und der Lichtseele. Ganzheitliche Heilung kann hier herbeigeführt werden, oft zusätzlich zu den modernen, sehr effektiven medizinischen Methoden, die sehr erfolgreich Krankheiten, aber oft nicht ihre tiefere Ursache bekämpfen.

Dass die wahre Heilung seelischer und spiritueller Natur ist, spiegelt sich in den Evangelien wider, den unser Herr Yeshua (Jesus) war ein Meister der Heilkunst. Möglicherweise war er sogar der größte spirituelle Heiler, der jemals auf der Erde wandelte. Alle Heilungen in den Evangelien sind seelischer und spiritueller Natur. Oft weist er mit folgenden Worten auf die Ursache der Krankheit im Geist, Herzen und der Seele hin, wenn er zu den Geheilten sagt: “Geh und sündige nicht mehr”, was auch meint “Verbinde dich nicht mehr mit Negativem, schaffte kein neues negatives Karma mehr”.

In ähnlicher Weise schickt Yeshua geheilte Menschen oft zum Tempel, damit sie dort ein entsprechendes “Sünden- oder Dankesopfer” darbringen. Dies widerspiegelt die Notwendigkeit, die innere Ursache der Krankheit aufzulösen. Ebenso sagt er oft “Dein Glauben hat dich geheilt”. All diese Worte drücken direkt die seelische und spirituelle Natur der Heilungen aus, die der Herr ausführte. Seine Kunst des Heilens widerspiegelt Tikkun (kabbalistisch für ganzheitliche Heilung und Erlösung der Seele über viele Leben hinweg). Damit ist Tikkun Heilen der Wunden der Seele von negativem Karma und von Beschädigungen in der Aura und dem feinen Lichtkörper, die aus negativem Karma stammen.

Man muss verstehen, dass nicht alle Heilung notwendigerweise in unserem materiellen Körper erfolgt. Oft findet die Heilung der Seele statt, wenn der feine Lichtkörper sich vom physischen Körper trennt. Der Lichtkörper löst sich dabei in die göttliche Natur der Seele auf in dem Prozess, der “Tod” genannt wird. Die Heilungstradition in Sophia-Gnostik dient der Erhaltung des Lebens. Wenn aber keine Hoffnung auf eine Fortsetzung des Lebens im Körper besteht, begeleitet und unterstützt sie den Sterbenden oder Toten auf seinem Weg.

Alles, was das spirituelle Heilen betreffend gesagt wurde, wird durch Erzengel Raphael personifiziert. Damit ist er zugleich der große Engel von Christus, den der Herr hat seine Kräfte vollkommen verkörpert.

Das Meditations-Bild Raphaels

Raphael erscheint als eine menschliche Gestalt, die aus reinem Sonnenlicht besteht. Es ist so, als ob der Körper des großen Engels aus der Sonne selbst besteht. Der Engel scheint in einem kristallklaren, blauen Himmel als Morgensonne. Er ist das Licht unserer Welt und der kommenden Welt. Der große Engel wird herbeigerufen mit dem Namen Yeshua Messiah (Jesus Messias) und dem Chant Ar Iyah Raphael.

Es gibt eine Übung in der Tradition, mit der man größere Vertrautheit mit dem Erzengel Raphael erlangen kann:

Man grüßt täglich die aufgehende Sonne in Erinnerung an die Auferstehung des Herrn und an den Erzengel Raphael, denn er ist der Himmelsrichtung Osten am Himmelskreis zugeordnet.

Eine häufige Übung ist es, dabei ein Glass frisches Wasser mitzunehmen und den Herrn und Raphael anzurufen, damit er das Wasser segnet und ihm Heilkraft verleiht. Mit dem Trinken des Wassers nimmt man die Kraft in sich auf. Dies gilt als eine gute Übung zur Selbstheilung.

Raphael gilt als Engelspräsenz hinter der Sonne, die unser Sonnensystem erleuchtet. Er ist den Menschen sehr zugänglich, ebenso wie der Engelsorden, der ihm zugeordnet ist, die Malachim, die Botenengel.

[Dieser Artikel basiert auf Lehren aus: Tau Malachi: Gnosis of the Cosmic Christ : a Gnostic Christian Kabbalah. – Saint Paul, Minn. : Llewellyn, 2005]

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Über die 10 Sefirot in der christlichen Kabbala

Am kabbalistischen Lebensbaum gibt es zehn Sefirot oder Sphären, Ausdehnungen, in denen unterschiedliche Energien Gottes wirken. Dabei ist Gott wie ein Prisma, das durchsichtig ist und dennoch alle Farben enthält. Damit wir uns mit Gott verbinden können, zeigt er uns einzelne Qualitäten, die wir versuchen können zu erfassen. Dabei geht Gott selbst jedoch darüber hinaus, ist mehr als seine einzelnen Qualitäten. Er ist letztlich unendlich und unerkennbar. Alle Sefirot sind miteinander verbunden durch den Fluß der göttlichen Energie, den heiligen Geistes, und jede geht aus der vorhergehenden Sefirah (Mehrzahl Sefirot) hervor. Sie bilden den Lebensbaum, der im Paradies steht, und der von Erzengel Gabriel mit dem Flammenschwert bewacht wird.

Genesis 2:8-9 “Dann legte Gott im Osten, in der Landschaft Eden, einen Garten an. Er ließ aus der Erde alle Arten von Bäumen wachsen. Es waren prächtige Bäume und ihre Früchte schmeckten gut. Dorthin brachte Gott den Menschen, den er gemacht hatte. In der Mitte des Gartens wuchsen zwei besondere Bäume: der Baum des Lebens, dessen Früchte Unsterblichkeit schenken, und der Baum der Erkenntnis, dessen Früchte das Wissen verleihen, was für den Menschen gut und was für ihn schlecht ist.”

Genesis 3:22-24 “Dann sagte Gott: »Nun ist der Mensch wie einer von uns geworden und weiß, was gut und was schlecht ist. Es darf nicht sein, dass er auch noch vom Baum des Lebens isst. Sonst wird er ewig leben!« Und er schickte den Menschen aus dem Garten Eden weg, damit er den Ackerboden bearbeite, aus dem er gemacht war. So trieb Gott, der Herr, die Menschen hinaus und stellte östlich von Eden die Keruben und das flammende Schwert als Wächter auf. Niemand sollte zum Baum des Lebens gelangen können.”

Die Wurzel dieses Baumes ist in der höchsten Sefirah, der Sefirah Kether und die Frucht in niedrigsten Sefirah, Malkuth. In Kether ist das Licht Gottes am stärksten, in Malkuth am schwächsten, damit die Schöpfung nicht vom Licht Gottes überwältigt wird. Alle Sefirot bringen etwas Neues hervor und geben damit etwas an Gott zurück. Sie bringen die nächste Sefirah hervor: aus Kether entstehen Da’ath und Chokmah, aus Chokmah Binah. Alle weiteren Sefirot gehen aus Binah hervor: Chesed, dann Geburah, dann Tifereth, dann Netzach, Hod, Jesod und Malkuth. Malkuth ist die letzte, unterste Sefirah und wird auch die Frucht genannt, weil sie die Energie aller oberen Sefirot empfängt. Dabei wirkt Jesod wie ein Filter, damit Gottes Energie Malkuth nicht überwältigt. Malchut selbst erzeugt keine neue Sefirah. Was kann Malkuth nun Gott zurückgeben? In Malkuth kann Gottes Wunsch und Versprechen Wirklichkeit werden, den diese Sefirah bringt den Messias hervor, und das ist ihre Gabe an Gott.

Über die Madonna von Guadalupe

Madonna von Guadalupe

Madonna von Guadalupe

Die Wahrheit leuchtet in so vielen Lehren auf und es ist immer wunderbar, sie wiederzufinden. Manchmal verbindet sich die Wahrheit, die in verschiedenen Traditionen leuchtet auch, wie in der Madonna von Guadalupe. Sie wird als Mexikos spirituelle Retterin und Nationalheilige gesehen und dort tief verehrt. Ihre Geschichte ist sehr anrührend und voll tiefer Wahrheit.

Wenn man sich an den Lebensbaum in der Kabbala erinnert, so gibt es dort verschiedene Qualitäten Gottes, die Sefirot, durch die Gott für uns erfahrbar wird. Sie alle sind der eine Gott, aber er gibt uns viele Möglichkeiten, ihn wahrzunehmen. Die Sefirah (Mehrzahl Sefirot) Chochmah wird auch Gott, der Vater, genannt und die Sefirah Binah wird Gott, die Mutter, genannt. Chochmah stellt in der Kabbala den überirdischen Aspekt Gottes dar, dass, was uns von Gott verborgen bleibt, dass große Geheimnis. Yeshua (Jesus) spricht in der Bibel oft davon, dass er tut, was er den Vater tun sieht. Yeshua war sehr eng mit Chochmah verbunden und konnte deshalb diesen Aspekt Gottes für uns erfahrbar machen. Darin steckt ein großes Geheimnis, Yeshuas ganze Liebe und sein ganzes Mitgefühl.

Die Sefirah Binah stellt die mütterlichen Aspekte Gottes dar, Gott in der Schöpfung, dass, was wir von Gott erfahren können. Es ist wie mit unserer eigenen Mutter. Wir wachsen und werden geformt in ihr, bis wir geboren werden. Wenn wir geboren sind, zieht sie uns auf. Den Vater kennen wir nur durch sie. Und so stellt der Vater die reine, ungeformte Energie Gottes dar und die Mutter ist die Form, die Matrix, der Schoß der Schöpfung, in dem wir wachsen.

Gott, als der Vater und die Mutter gehören in der Kabbala untrennbar zusammen und sie verkörpern zwei Seiten der Energie Gottes, die ständig miteinander verbunden sind. Jeder Mensch, ganz gleich, ob Mann oder Frau, hat diese beiden Seiten in sich und kann sie aus sich hervorbringen.

Gott als die Mutter, die Sefirah Binah, hat zwei Erscheinungsformen: auf der einen Seite wird sie durch die heilige Jungfrau verkörpert. Sie wird deshalb durch die Jungfrau symbolisiert, weil sie in allem mit Gott, dem Vater verbunden ist, nie von ihm getrennt, immer in vollkommener, reiner Liebe zu ihm. Ihr ist alle Gnade und Liebe Gottes zugeordnet. Alle Engel sind in ihrer Gesellschaft und sie wirkt durch die Engel.

Die andere Seite ist die dunkle Mutter, die Mutter der Zerstörung und der Dämonen, die sich zu allen Wesen gesellt, ganz gleich, ob sie Gott lieben oder nicht.

Das bisher erzählte spiegelt sich in der Geschichte der Jungfrau von Guadalupe, die nun folgt:

Inmitten einer Zeit großer Dunkenheit, nach zehn Jahren Krieg, erschien die Madonna von Guadalupe im Dezember 1531 auf dem Hügel Tepeyac nahe Mexiko Stadt. Obwohl nun Frieden herrschte, zog die spanische Inquisition wie eine große Plage durch das ganze Land. Trotzdem wurde der aztekische Lebensspender, Teotl-Dios, stärker als je zuvor im Geheimen verehrt.

Juan Diego war nur ein einfacher Bauer indianischer Abstammung, aber er hatte die spirituelle Weisheit seines Volkes in seinem Herzen bewahrt, so wie er sie von seinem Onkel Juan Bernadino gelernt hatte. Am Samstag, dem 9. Dezember 1531, betete er am frühen Morgen auf dem Hügel Tepeyac, der in der Tradition ein heiliger Ort war, wo man der Erdenmutter begegnen konnte. Es war ein Ort der Kraft, wo man das Wissen und die Weisheit der Erdenmutter finden konnte und wo ihre Engel zu einem sprechen.

Die Sonne ging gerade auf, als er von der Spitze des Hügels das Singen wunderbarer Vögel hörte. Es war, als ob ein großer Engelschor in Freude jubilierte. Der Hügel schien mit dieser Melodie mitzuschwingen, dieser heilige Hügel, der seit ewigen Zeiten der Mutter Erde gehörte und in dem ihre Weisheit, ihre Kraft und ihr Wissen wohnen.

Juan Diego hielt an und wurde still. Er schaute sich um, hörte zu und sagte zu sich selbst: “Bin ich wirklich so gesegnet, dass ich dies hören darf? Träume ich? Stelle ich mir das alles nur vor? Ich muß erwachen von diesem Traum. Wo bin ich? Ist dies der Ort von dem unsere Urgroßväter, die weisen Alten, sprachen? Ist dies der Ort, an dem sich Himmel und Erde treffen, das Blumenland, die Wohnstätte unserer Nahrung?

So stand er nach Osten gewandt, zur Spitze des heiligen Hügels, von wo er die himmlische Musik kommen hörte. Das Lied endete und Stille trat ein – eine tiefe und ergreifende Stille. Dann rief ihn plötzlich jemand aus der Stille heraus bei seinem Namen: “Ihuantzin…Ihuan Diegotzin…” Es war, als ob eine Mutter ihr Kind ruft. Wie ein Kind, das auf seine Mutter reagiert, ging Juan Diego zu der Rufenden. Sein Herz war ohne Sorge, er war nicht überrascht oder verwundert, sondern eher glücklich und voller Freude während er den Hügel hinaufging. Er war voller Erwartung, sein Ziel zu erreichen.


Als er auf der Spitze des Hügels ankam, fand er dort eine himmlische Edelfrau. Er wußte, dass sie mit ihrem Füßen nicht auf der Erde wandelte. Als er sie mit seinen Blicken bestaunte, rief sie ihn zu sich, sie, die die Mutter von Allem ist. Als er näher kam, war er erstaunt von ihrem Strahlen und ihrer Herrlichkeit, dem Strahlen der Himmelskönigin, der Präsenz und Kraft Gottes. Ihre Kleider strahlten wie die Sonne. Als ihr unbeschreiblicher Glanz auf die Felsen fiel, schimmerten diese wie wertvolle Juwelen und hatten Stimmen. Der gesamte Boden auf der Spitze des heiligen Hügels wurde zu einem großen Regenbogen himmlischer Pracht an diesem Ort, an dem Himmel und Erde sich treffen. Die Bäume, die Nopal-Kakteen und die Medizinkräuter, die dort wuchsen, ware wie grüner Obsidian. Ihre Blätter waren wie feinster Türkis und ihre Stiele und Dornen wie Gold. In der Luft lag so etwas wie Goldstaub, leuchtende Partikel eines Lichtatems. Als Juan Diego all das sah, wurde er von heiliger Ehrfurcht erfüllt und er warf sich zu Füßen der Heiligen Mutter nieder, die Kraft und Präsenz Gottes anbetend.

Die Heilige Mutter sagte zu ihm: “Mein jüngstes Kind, geschätzter Juan, wo gehst Du hin?”

Er antwortet der himmlischen Dame: “Patronin, Edelfrau, meine Tochter, meine Mutter, meine Großmutter, ich bin auf dem Weg zu deinem Haus, deiner Wohnstätte, den spirituellen Kern unseres Lebens suchend, so wie die heiligen Priester es uns lehren.”

Sie sagte zu ihm: “Wisse, mein jüngstes Kind, dass ich die für immer vollkommene heilige Jungfrau Maria bin, die heilige Mutter Gottes, uranfängliche Weisheit, die Urgroßmutter von Allem. Es ist mein Wunsch, dass für alle hier an meiner Wohnstätte ein heiliger Tempel gebaut wird. Hier werde ich den Menschen meine Liebe, mein Mitgefühl, meine Unterstützung und meinen Schutz geben. Dies wird mein Heiligtum sein, eine Wohnstätte des Lichts. Ich bin deine mitfühlende Mutter und die deines Volkes in diesem Land, und aller Völker, die mich lieben, anrufen, nach mir suchen und auf mich vertrauen. Ich werde ihre Schmerzen und ihr Leiden hören, ihr Schreien und Bitten. Ich werde sie trösten und heilen, segnen und ihnen Wohltaten erweisen, alles im Namen Gottes, des wahren Lichts, dessen heiliges Licht ich bin.”

Damit dies geschieht, gehe zum Bischof in seinem Palast in Mexiko Stadt, sprich mit ihm und sag ihm, dass ich dich geschickt habe.”

Juan Diego ging direkt zum Bischofspalast, aber er fand kein Gehör beim Bischof Juan De Zumarraga. Dieser glaubte ihm nicht und sagte zu Juan Diego, er wolle darüber erst nachdenken. So schickte er Juan Diego weg. Dieser verließ den Palast sehr beunruhigt und in großer Trauer. Er fühlte sich, als ob er in dieser heiligen Mission versagt hatte.

Als er wieder auf dem heiligen Hügel ankam, wartete die heilige, himmlische Frau dort schon auf ihn. Er sagte: “ Bitte vergib mir, Heilige Mutter, wenn ich dich auf irgend eine Art belastet habe oder dir mißfalle.”

Die heilige Frau antwortete ihm: “ Höre, mein jüngstes Kind. Die Menschen, denen ich vertrauen kann, überbringen meine Botschaft und sind erfüllt von meiner Kraft. Es gibt viele, die meine Absicht ausführen können, aber es sind nicht die Menschen an der Spitze dieser Gesellschaft. Es ist sehr wichtig, dass du derjenige bist, der dieses Werk in Bewegung setzt. Mein Willen und Verlangen, meine Präsenz handeln durch deine Hand, mein jüngstes Kind. Geh morgen wieder zum Bischof. Überbringe ihm meine Botschaft und alles, was ich dir gesagt habe. Verkünde wieder, das ich es wirklich bin, die für immer vollkommene Jungfrau, die heilige Maria, die Mutter von Teotl-Dios. Ich schicke dich!”

Obwohl die Aufgabe für Juan Diego schwierig und schmerzlich war, versprach er es. ”Ich gehe, wie du es wünschst. Möge es dir wohl ergehen.”

Am nächsten Morgen nach der Messe ging Juan Diego wieder zum Bischof. Aber dieser glaubte ihm noch weniger und sagte, dass er ein Zeichen benötige, um eine Kathedrale dort zu bauen. Im Geheimen hielt er Juan Diego für einen Ketzer und ließ ihn von zwei Inquisitoren verfolgen. Aber, wie durch ein Wunder, verloren sie seine Spur.

Am nächsten Morgen ging Juan Diego nicht zum Bischof, denn sein Onkel, Juan Bernadino, war seit der Nacht dem Tode nahe. Auch der Arzt konnte ihm nicht mehr helfen und so machte sich Juan Diego am Morgen auf, den Priester zu holen. Als er zum heiligen Hügel kam, wollte er sich ungesehen an der anderen Seite im Dunkeln vorbeischleichen. Er dachte, dass die heilige Mutter ihn so nicht sehen würde.

Aber als sie, die alles sieht, ihn vom Hügel aus kommen sah, kam sie herunter. Sie sagte: “Mein jüngstes Kind, mein Bote, wohin gehst du?” Dieses mal war er verwirrt, beschämt, überrascht und voll Furcht! Er fiel ihr zu Füßen, begrüßte sie und erzählte ihr von seinen Sorgen.

Die für immer vollkommene Jungfrau sagte: “Verstehe und wisse, mein jüngstes Kind, Nichts sollte dir Furcht einflössen. Mach dir keine Sorgen. Fürchte dich nicht vor Krankheit und Mühsal. Bin ich, deine Mutter, nicht immer direkt hier bei dir? Bist du nicht im Schatten meiner Flügel, unter meinem Schutz? Bin ich nicht die Grundlage deines Seins, deine Nahrung, dein Glück, dein Frieden und deine Mühelosigkeit? Bist du nicht in der Falte meines Gewandes? Bin ich nicht die Weberin von Allem? Lasse nicht mehr zu, dass dich etwas verwirrt und besorgt. Sorge dich nicht mehr wegen der Krankheit deines Onkels. Er wird nicht sterben. Er ist schon geheilt und gesund. Freue dich über das Dämmern eines neuen Tages, die Erneuerung des Lichts und Lebens und des spirituellen Kerns in Allem.

Wie sich später herausstellte, stand Juan Bernadino genau in diesem Moment völlig geheilt auf.

Juan Diego glaube an die heilige Mutter und war von ihren Worten getröstet. Dann bat er sie um ein Zeichen für den Bischof. Sie bedeutete ihm, auf den Hügel zu gehen. Zu seiner großen Überraschung blühten dort am 12. Dezember, in der kältesten Zeit, unzählige, wunderbar duftende Rosen. Er sammelte die Rosen ein und nahm sie zum Schutz unter seinen Mantel.

Als er nach langem Warten zum Bischof vorgelassen wurde, öffnete er den Mantel und die Rosen fielen heraus. Der Bischof starrte ihn voll Staunen an. Im geöffneten Mantel Juan Diegos strahlte das Bild der Jungfrau von Guadalupe, von himmlischer Hand gezeichnet, so wie es noch heute in der Kathedrale von Tepeyac zu sehen ist.

*Diese Version der Geschichte beruht auf einer Version, wie sie unter aztekischen und toltekischen Medizinmännern und Älteren erzählt wird.

Mögen alle ihre eigene Weisheit in dieser Geschichte finden, wie in einem Spiegel! Mögen alle, die die Mutter suchen, von ihr gefunden werden. Möge ihr Licht hell scheinen in dieser Welt und sich auf alle Menschen und Länder ausdehnen. Amen.

Das geheime Evangelium der Maria Magdalena (Verse 195, 204, 207, 210-211, 215-216, 231-232, 234)


Maria Magdalena von Pietro Perugino

Maria Magdalena von Pietro Perugino

195. Maria sagte: “Wer die Heilige Mutter sucht ist dem Heiligen Vater nahe. Aber wer die Heilige Mutter verleugnet, ist weit entfernt vom Heiligen Vater. Es gibt nicht zwei, sondern nur einen Gott. Er / Sie ist sowohl Vater als auch Mutter.”

204. Maria sagte: “Ich sagte zum Herrn, ‚Las mich erkennen, wer du bist‘. Der Herr antwortete mir, ‚Wie du willst. Erkenne dich selbst.’”

207. Maria sagte: “Moses sah einen brennenden Busch. Aber ich sage euch, im Geist des Gesalbten habt ihr das ganze Feuer erblickt!”

210. Maria sagte: “Der Funken muss eine Flame werden. Die Flamme muss ein loderndes Feuer werden. Wenn du scheinst wie die Sonne, bist du vollendet.”

211. Maria sagte: “Das überirdische Licht sah man nicht bevor der Gesalbte es herabholte. Jetzt gibt es einen Lichtsamen und seine Reifung steht bevor.”

215. Maria sagte: “Zahlreich sind die verborgenen Weisheitsschätze und sie warten auf ihre Entdeckung. Wenn du die Weisheit umwirbst, gibt sie dir ihre Aussteuer. Alles in ihrem Haus wird dir gehören.”

216. Maria sagte: “Die Weisheit sucht die, die sie wirklich lieben. Sie kommt zu denen, die sie suchen. Niemandem, dessen Herz sich nach ihr sehnt, wird es an Weisheit fehlen.”

231. Maria sprach und sie sagte: “Wenn du betest, lass dein Herz an seinem Platz ruhen. Wenn es fortrennt, lass es zu seiner Heimstatt zurückkehren. Sie ist der aufgestiegene Christus.

232. Maria sagte: “Wenn du leer wirst, wird der Herr sich dir ganz schenken. Wenn du dich verlierst, wirst du den Heiligen Geist erlangen.”

234. Maria sagte: “Heute seit ihr weniger als die Engel, obwohl manche unter euch den Engeln gleich sind. Wenn ihr vollendet seit, werdet ihr über den Engeln stehn.”

Eine Einführung in das Evangelium gibt es in einer früheren Post.

wird fortgesetzt …

[Übersetzt aus Sophia Fellowship, „The Secret Gospel of Mary“, recorded by Tau Malachi Eben Ha-Elijah]

Die Lichtseele Teil 4 – Hayyah und Yechidah

Hayyah
Hayyah ist die subtilste Lebenskraft oder lebendige Essenz. Sie ist so himmlisch, dass sie wenig Verbindung mit dem Körper hat und zum größten Teil in anderen Regionen wohnt. Sie ist der strahlende, göttliche Atem, den man auf der Ebene der Neshamah erlebt. Auf der Ebene von Hayyah ist der heilige Atem jedoch vollständig in Gott. Wer diese Präsenz und Kraft erlebt, erlebt die bewußte Vereinigung mit Gott. Die meisten Menschen werden dieser subtilen Lebenskraft nur in veränderten Bewußtseinszuständen gewahr.

In diesen seltenen Momenten auf dem Höhepunkt spiritueller Erfahrung hat man den Eindruck, dass man ein Licht in einem Ozean aus Licht ist. Man erfährt die Welt des überirdischen Lichts in einem und um einen herum.Man sieht und erlebt alles direkt als die Lichtkraft. In dieser Erfahrung des überirdischen Bewußtseins geht die Individualität nicht verloren, sonder sie erlebt ihre Erfüllung und Vervollkommnung. Es ist nicht so, dass der Tropfen aus Licht in den Ozean fließt. Vielmehr erlebt man, dass der gesamte Ozean durch den Tropfen strömt. Die uranfängliche, kosmische Kraft fließt durch den Einzelnen und manfestiert sich als der Einzelne.

Obwohl viele Eingeweihte in Höhepunkten der mystischen Erfahrung etwas von Hayyah erleben, ist das tatsächliche Erreichen und Verwirklichen von Hayyah sehr selten. Die Kraft von Hayyah ist die Kraft, Tote wiederzubeleben. Nur sehr wenige Meister sind mit dieser Kraft auf der Erde gewandelt.

Hayyah wird der überirdischen Sefirah Chochmah (Weisheit) zugeordnet. Aus ihr geht Binah (Verstehen) hervor. Somit repräsentiert die Verwirklichung von Hayyah einen Zustand des nicht-dualen gnostischen Bewußtseins. Es ist das Verstehen von allem, die vollständige Erleuchtung und Befreiung.

Yechidah
Es gibt eine Ebene der Lichtseele, die noch höher ist als Hayyah. Sie heißt Yechidah, der heilige oder göttliche Funke. Er stellt eine Stufe der Vereinigung das, von der nichts wirklich gesagt werden kann. Jemand, der diese Ebene erreicht und verwirklicht, ist das Licht aller Welten. Er oder sie ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Dies ist die Essenz der spirituellen Sonne, der Christus: Christus, der Logos (das Wort) und Christus, die Sophia (Weisheit).

Man sagt von diesem innersten Teil der Seele, dass er so heilig ist, dass nur Gott und der Gottkopf ihn betreten können. Sogar die größten Engel Gottes dürfen nicht eintreten. Gott und der Gottkopf wohnen uns inne auf dieser innersten Stufe und wir leben in Gott und dem Gottkopf. Wir sind untrennbar von dem Heiligen. Yechidah ist unser wahres Selbst, unser göttliches Christselbst, welches gleichzeitig nichts und alles ist. Es ist das Wesen unseres Werdens.

Wenn Hayyah die wahre Erleuchtung repräsentiert und Yechidah über diese heilige Verwirklichung hinausgeht, so wird damit etwas sehr subtiles und tiefgründiges über Erleuchtung gesagt. Was uns als die höchste oder endgültige Verwirklichung erscheint, ist in Wahrheit nur der Anfang einer völlig neuen Ebene der Evolution, deren Ende gar nicht abzusehen ist.

(Übersetzt aus Gnosis of the Cosmic Christ von Tau Malachi)

Die Lichtseele Teil 3 – Die Ruach und die Neshamah

Die Ruach

Die Ruach ist unser Geist oder unsere Intelligenz und wie der Nefesh existiert sie in zwei unterschiedlichen Erscheinungsformen. Sie werden obere Ruach und untere Ruach genannt. Die untere Ruach ist die allgemeine menschliche Intelligenz, die auf den Nefesh (tierische Seele) und die äußere Welt orientiert ist. Sie ist der Verstand der weltlichen oder profanen Person. Die Bezeichnung „untere Ruach“ weist also auf den unerleuchteten Zustand hin. Die obere Ruach entsteht durch die Kultivierung eines spirituellen Lebens und spiritueller Übungen – durch ein aktives Streben nach Erleuchtung, dass zu dem einen oder anderen Grad der Erleuchtungserfahrung führt. Dies ist die Ruach im eigentlichen Sinne. Sie könnte auch als heilige oder göttliche Intelligenz oder göttlicher Geist bezeichnet werden.

Die obere Ruach ist auf die Neshamah und auf das Göttliche gerichtet. Als Ergebnis bringt sie uns ein Bewußtsein für den Ozean der Spiritualität, der uns umgibt: ein Bewußtsein für das Spiel der spirituellen und kosmischen Kräfte, für die metaphysischen Dimensionen der Realität und für Gottes heilige Schekina. Gottes heilige Schekina ist die kabbalistische Bezeichnung für die Präsenz und Kraft Gottes in allem und hinter allem, was geschieht. Auf dieser Ebene beginnen wir, Gottes Willen für unsere Seele zu erahnen: die Mission unserer Seele. Ebenso sind wir in der Lage, die Inspiration des heiligen Geistes und die Mitteilungen der göttlichen Mächte zu empfangen. Wir erleben höhere Bewußtseinszustände, die über die gewöhnliche Bewußtseinsebene deutlich hinausgehen. Wenn wir die Ebene der oberen Ruach mehr und mehr erreichen, erleben wir, dass wir vom Geist geführt und bewegt werden. Auf der höchsten Ebene der Ruach können wir eine Vereinigung mit dem heiligen Geist (hebr. Ruach Ha-Kodesh) erfahren. Dies ist ein prophetischer Zustand, in dem ein Mensch sich völlig erhoben und transformiert fühlt.

Wenn die Ebene der oberen Ruach von einem Menschen verkörpert wird, kann man ihn oder sie zu Recht eine spirituelle oder heilige Person nennen, denn er oder sie hat eine geisterfüllte Seele.

Die Neshamah

Auf der Ebene der Neshamah erfährt man den stahlenden, heiligen Atem Gottes. Die Neshamah ist das Gefäß, dass die spirituelle Kraft beinhaltet, die Gott uns geben will. Man könnte sagen, das der Nefesh einer geöffneten Hand, die empfangen möchte, vergleichbar ist. Die Neshamah ist vergleichbar einer Hand, die sich öffnet, um zu geben. In dem Grad, indem wir bereit sind, uns zu öffnen und empfänglich zu werden für die heilige Schekina, kann der Einfluß der Neshamah in eine Person eindringen oder besser gesagt, aus der Person hervorgebracht werden.

Die Ruach ist die dazwischenliegende Verbindung zwischen dem Nesfesh und der Neshamah. Es ist die Verknüpfung, durch die sie verbunden sind und potentiell vereinigt werden.

In der spirituellen Dimension gibt des kein Konzept des Raumes, wie wir es typischerweise haben. Deshalb kann hier Nähe nur durch Ähnlichkeit, Gemeinsamkeit oder Gleichartigkeit definiert werden. Umgekehrt ist Entfernung das Produkt von Unterschieden, Widersprüchen und Gegensätzen. Wenn man im spirituellen Sinne etwas gleicht, ist man ihm nah. Wenn man etwas nicht gleicht, ist man spirituell fern davon. Um also unserer Neshamah nah zu kommen, müssen wir unsere Gedanken, Gefühle, Worte und Handlungen in Harmonie mit der göttlichen Natur formen. Soweit uns das gelingt, verkörpern wir dann etwas von unserer Neshamah und bringen sie in unsere Erfahrung.

Der Nefesh ist das Gefäß zur Empfängnis unserer Ruach und unserer Neshamah. In ähnlicher Weise ist die Neshamah das Gefäß zur Empfängnis von Hayyah und Yechidah.

Der Nefesh formt einen materiellen Körper, aber die Neshamah formt einen Lichtkörper oder ein himmlisches Abbild (hebr. Zelem). Dies ist ein engelhaftes oder verherrlichtes Bild von uns – das Bildnis unseres Selbst in Christus oder in der Zukunft. Dieses göttliche Bild ähnelt einem Menschen, wie ihn die Propheten auf dem Höhepunkt ihrer göttlichen Visionen wahrnehmen. Es is das himmlische Abbild des Propheten selbst, das die Herrlichkeit oder das Abbild Gottes genannt wird.

Die Erleuchtungserfahrung beginnt auf der Ebene der Ruach, aber die Erleuchtung und Befreiung im eigentlichen Sinne korrespondiert mit der Ebene der Neshamah, wenn etwas von Hayyah und Yechidah in sie gezogen wird. Auf dieser Ebene dämmert das wahre messianische Bewußtsein und unser Selbst in Christus wird verwirklicht. Während viele Eingeweihte die Ebene der Ruach erreichen, erlangen nur wenige die Ebene der heiligen Neshamah. Wer etwas von seiner heiligen Neshamah verkörpert, wird in der gnostischen Tradition „Tau“ genannt (nach dem letzen Buchstaben des hebräischen Alphabets).

(Übersetzt aus Gnosis of the Cosmic Christ von Tau Malachi)

Die Lichtseele Teil 2: Der Nefesh

Der unterste Teil der Seele ist die Grundlage der Persönlichkeit, die Matrix der Lebensenergie in und hinter dem physischen Körper. Durch den Nefesh ist die Seele mit dem physischen Körper verknüpft. Durch ihn wird das Leben in der materiellen Form aufrechterhalten. Der Nefesh ist nicht von Natur aus spirituell und ist auch nicht von Natur aus mit der Neshamah, unserer Lichtseele, verbunden.

Der Begriff “Fleisch” in den heiligen Schriften verweist auf den Nefesh in einer unentwickelten, ungeschliffenen Form, die auch Nefesh Behamit, die tierische oder Erdenseele, genannt wird. Auf der Ebene des Nefesh kann ein Mensch Kenntis über den Körper, das Leben und die Persönlichkeit als Gefäß oder Fahrzeug der spirituellen Energie erlangen.

Jedoch kann er oder sie nur zu dieser Kenntnis kommen, wenn er in der Lage ist, sich nach innen und oben zu wenden. Er kann diese Kenntnis erlangen, wenn er oder sie sich Gott zuwendet und sich abgrenzt von allen internen und externen Impulsen sowie Anreizen, die typischerweise seinen oder ihren Geist beschäftigen. Ebenso ist es notwendig, an sich arbeiten. Es ist notwendig, die Persönlichkeit und den eigenen Lebensplan so zu verfeinern, dass sie mit der Neshamah und dem Göttlichen in Harmonie gebracht werden.

Ein Mensch, der sich diesen Aufgaben widmet, erhält Zugang zu einer höheren Ebene seiner oder ihrer Seele, zur Ruach oder göttlichen Intelligenz. Durch sie kann er dann auch den Einfluß der Neshamah empfangen. Diese Verbindung durch die Tätigkeit der Ruach wandelt Nefesh Behamit, die tierische Seele, in Nefesh Elokit, die göttliche Seele.

Wenn die gnostischen Lehren von den auserwählten Menschen sprechen, so meinen sie Personen, die den Nefesh zu einem Fahrzeug der göttlichen Präsenz und Kraft gemacht haben. Sie sprechen von Menschen, der dabei etwas von der feurigen Intelligenz, dem Heiligen Geist, empfangen haben. Und so verstehen wir, dass es nicht eine willkürliche Entscheidung Gottes ist, die eine Person zum Auserwählten Gottes macht. Vielmehr ist es die Person, die die Entscheidung getroffen hat, sich selbst dem Göttlichen gegenüber empfänglich zu machen und Gott näher zu kommen. Er oder sie kooperieren wesentlich mit der göttlichen Gnade und machen sich zu einem Partner Gottes bei der großen Arbeit.

Der Nefesh ist der sterbliche Teil von uns. Er überlebt den Tod nicht. Es gibt nur eine einzige Möglichkeit, auf die der Nefesh den Tod überleben kann. Im Falle eines heiligen Menschen, der vollständig seine oder ihre Neshamah verkörpert und in der Lage ist, einen Teil von Hayyah (der subtilsten Lebenskraft) und Yechidah (des innersten Teils der Seele) herabzuziehen, ist dies möglich. Ein solcher Mensch hat das messianische Bewußtsein erreicht und verkörpert die überirdische Lichtpräsenz völlig in einem Zustand der Erleuchtung und Befreiung.

Bis dies erreicht ist, wird von Inkarnation zu Inkarnation ein neuer Nefesh für jede neue Inkarnation erzeugt. Auf der Ebene des Nefesh gibt es keine tatsächliche Verbindung zwischen einer Inkarnation und der nächsten außer das karmische Kontinuum. Nur im Falle eines Menschen, der seine Neshamah verkörpert, gibt es eine direkte Verbindung zwischen verschiedenen Inkarnationen, denn auf der Ebene der Neshamah sind alle Inkarnationen miteinander verbunden.

(Übersetzt aus Gnosis of the Cosmic Christ von Tau Malachi)

Die Lichtseele Teil 1: Die Lichtseele und ihre fünf Aspekte

Die Lichtseele besteht aus fünf Teilen oder Aspekten. Diese entsprechen den fünf Olamot (Universen) und bestimmten Sefirot am kabbalistischen Lebensbaum. Der innerste Teil der Seele ist Yechidah (der heilige oder göttliche Funke). Das Strahlen oder die Herrlichkeit von Yechidah ist Hayyah (die Lebenskraft). Der Aufenthaltsort oder das Abbild von Yechidah ist Neshamah (die göttliche Natur, himmlische Seele, überirdische oder heilige Seele). Unter der Ebene von Neshamah sind Ruach (Geist oder Intelligenz) und Nefesh (tierische oder Erdenseele). Diese fünf Teile sind untrennbar in ihrer Essenz. Jedoch sind nicht alle Teile der Seele verwirklicht bis die Seele sich entwickelt und erwacht, so dass tatsächlich nicht jeder aus der Fülle seiner Seele schöpft.

“Da nahm Gott, der Herr, Staub von der Erde, formte daraus den Menschen und blies ihm den Lebensatem in die Nase. So wurde der Mensch ein lebendes Wesen.” (Genesis 2:7) Jeder der hebräischen Begriffe für die Seele bedeutet “Atem”, “Wind” oder “Luft” und alle diese Begriffe spielen auf den strahlenden, heiligen Atem Gottes an, der die Lebenskraft ist. Damit wird angedeutet, dass die Seele und das Leben der Atem Gottes sind, das Gott das Leben, die Geschöpfe und die Schöpfung atmet. Du bist der strahlende heilige Atem Gottes!

In ihrem Wesen stammt die Lichtseele aus den höchsten Regionen und direkt aus Gott. Deshalb sind wir in unserer Seele eng mit den Olamot und Sefirot und auch mit Ain Sof (dem Unendlichen) verbunden. Diese Beziehung kann durch eine klassische Analogie illustriert werden:

Stell dir einen Glasbläser vor, der ein elegantes Gefäß gestaltet. Der Willen oder das Verlangen dazu, der vom Innersten des Glasbläsers ausgeht, ist die Ebene von Yechidah. Sie entspricht der Spitze des Yod im Tetragrammaton (Yahweh, Yod-He-Vav-He) und dem Universum von Adam Kadmon.

Die nächste Ebene wird durch den Glasbläser selbst repräsentiert, in dem Moment, bevor er ausatmet und der Atem noch in seiner Lunge ist. Dies ist die Ebene von Hayyah. Sie entspricht Atzilut und dem Rumpf des Yod.

Der Atem, der von den Lippen des Glasbläsers hervorströmt, entspricht Neshamah. Er entspricht dem ersten He und dem Universum von Beriyah.

Die unter Druck stehende Luft, die durch die Glasröhre strömt, repräsentiert Ruach, den Buchstaben Vav des großen Namens und das Universum von Yetzirah.

Der Atem, der sich ausdehnt, um das Glasgefäß zu formen, repräsentiert Nefesh, das letzte He von Yahweh und das Universum von Asiyah.

In ähnlicher Weise ist unsere heilige Seele eine Regung von Gottes Geist, ein direkter Ausdruck der einen Lebenskraft. Hierdurch wirst du verstehen, dass es die Lichtseele ist, die nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen ist. Obwohl sie von Gott ausströmt, bleibt die Seele immer in Gott, genauso wie die Worte, die Gott gesprochen hat, immer in Gott bleiben.

Wie oben angedeutet, sind die höchsten Ebenen der Seele nicht getrennt von ihrer göttlichen Quelle. Wie in der Analogie sind sie im Geist und der Lunge des Glassbläsers. Vom Standpunkt des Göttlichen sind die höchsten Aspekte der Seele inwendig in Gott, während die niederen Aspekte aussenliegend sind. Vom menschlichen Standpunkt gesehen ist es genau umgekehrte. Hayyah und Yechidah gehen völlig über die gewöhnliche Person hinaus und sind extern, während die niederen Aspekte intern sind. Von beiden Standpunkten aus gesehen ist Neshamah die Schwelle zwischen internen und externen Aspekten.

In der Lehre von den fünf Aspekten der Seele werden die drei unteren, Neshamah, Ruach und Nefesh, Penimi’im oder Verinnerlichung genannt, weil wir die Fähigkeit haben, diese Aspekte in unserer irdischen Inkarnation zu verkörpern. Andererseits werden die beiden höchsten Ebenen, Yechidah und Hayyah, nur selten verkörpert. Mit Ausnahme eines so vollkommenen Meisters wie Yeshua Messia (Jesus) werden sie erst in der kommenden Welt verinnerlicht. Deshalb werden sie typischerweise Makifim (Umhüllungen) oder Atarot (Kronen) genannt, denn sie transzendieren unsere gewöhnliche individuelle Persönlichkeit völlig. In diesem Sinne wird gesagt, dass jemand, der den Einfluß von Hayyah und Yechidah herunterbringt, mehr als ein Mensch wird, dass solche Meister wie Erzengel sind.

(Übersetzt aus Gnosis of the Cosmic Christ von Tau Malachi)

Wie beschreibt man die mystische Erfahrung?

Mein Mann, der selbst kein Mystiker ist, fragt mich, wie ich die mystische Erfahrung beschreiben würde. In der Meditation kommt plötzlich eine Antwort auf diese Frage: Es ist, als würde man sich zum ersten Mal verlieben. Man kann es nur schwer jemandem erklären, der nie verliebt war. Die Erfahrung geht über alle Worte hinaus. Der Vers 2 des gnostischen Thomasevangeliums beschreibt sie aber doch sehr gut:

Jesus sagte: ,,Der Suchende soll nicht aufhören zu suchen, bis er findet. Und wenn er findet, wird er in Erschütterung geraten; und (wenn) er erschüttert ist, wird er in Verwunderung geraten, und er wird König über das All werden.”

Zuerst sind wir im Verliebtsein erschüttert. Wir identifizieren uns mit dem Geliebten. Die Trennung zwischen uns und dem Anderen wird aufgehoben und wir sind verwundert. In der mystischen Erfahrung erleben wir die Einheit mit Gott, die Aufhebung von Subjekt und Objekt. Unser Bewusstsein erweitert sich und wir erleben Gottes vollkommene Liebe direkt. Was die Wissenschaft uns nahe legt als Erkenntnis wird zur Erfahrung: alles besteht im Kern aus Licht. Gleichzeitig erleben wir, dass man in Gott immer mehr zu sich selbst findet. Das klassische Beispiel hierfür ist, dass man ein Tropfen in einem Ozean aus Licht ist, aber der gesamte Ozean durch den Tropfen fließt und der Tropfen nicht verschwindet.

Wie in der Liebe kommt es vor, dass in der mystischen Erfahrung unser Herz bricht. Unsere Vorstellungen und Konzepte von Gott erweisen sich als falsch. Wir merken, dass sie wie eine Kruste unser wahres Herz umschlossen haben, in dem für alles und jeden Platz ist.

Diese Veränderungen erlebt man, wenn man sich auf seine mystischen Erfahrungen einlässt. Zurück bleibt die Erkenntnis, dass diese Welt viel weniger von uns getrennt ist, als es scheint, genau wie uns von unserem Geliebten viel weniger trennt als wir denken.

Partzuf-Meditation: Vereinigung mit dem lebendigen Yeshua (Jesus)

Einführung
Im Thomasevangelium erscheint der Name der “Lebendige Yeshua”: “ Dies sind die geheimen Worte, die der lebendige Yeshua sprach und die Didymos Judas Thomas niederschrieb.” (Vers 1). In der Christlichen Gnostik ist der Name Lebendiger Yeshua sehr genau bezeichnet. Er bedeutet “der aufgestiegene Christus” oder “der aufgestiege Retter” und weist auf die inneren und geheimen Lehren sowie die entsprechenden Einweihungen, die Herr Yeshua an seine Jünger nach der Auferstehung weitergab.

Hierin spiegelt sich eine wesentlicher Unterschied zwischen orthodoxen Formen des Christentums und dem gnostischen Christentum wieder. Die Orthodoxie ist hauptsächlich auf die äußeren und öffentlichen Lehren gerichtet, die Yeshua vor der Kreuzigung lehrte, während sich die christliche Gnostik auf die inneren und geheimen Lehren gründet, die Meister Yeshua nach der Auferstehung weitergab – die geheimen Lehren des lebendigen Yeshua. Dass das Thomasevangelium in diese Weise beginnt, deuet an, das seine Verse vom aufgestiegenen Christus kommen.

Die meisten christlichen Gnostiker legen nicht in gleicher Weise Wert auf die Lehren des heiligen Paulus, wie orthodoxe Christen dies tun. Schließlich ist Paul nach seinen eigenen Worten der “geringste der Apostel”. Jedoch ist für Gnostiker die Bekehrung Saulus zum heiligen Paulus von Bedeutung, denn seine Bekehrung findet durch den lebendigen Yeshua oder aufgestiegenen Christus in einer spirituellen und mystischen Vision statt (s. Apostelgeschichte, Kap. 9). Nicht nur fand seine Metanoia (spirituelle Wandlung) durch mystischen Kontakt mit dem lebendigen Yeshua in einer Vision statt. Auch die Jünger, die ihn empfingen, erlebten den lebendigen Yeshua in einer Vision. Er beauftragte sie, Paul von seiner Blindheit zu heilen und ihn in ihren Kreis aufzunehmen.

Die orthodoxe Kirche spricht von solchen Ereignissen nur in der Vergangenheit und bringt eine vergebliche “apostolische Nachfolge” hervor, die völlig getrennt ist von der direkten Erfahrung des lebendigen Yeshua. Ein blinder Glauben führt die Blinden, und Unwissenheit lehrt die Unwissenden. Das Prinzip der apostolischen Folge und die Lichtübertragung, die in ihr weitergegeben wird, bedeuten für den gnostischen Christen etwas ganz anderes.

Denn der Gnostiker weiss, dass die Christpräsenz in ihm oder ihr existiert. Er weiss, dass die direkte Erfahrung des lebendigen Yeshua jedem offensteht, der danach strebt, den Gesalbten zu empfangen. Somit ist wahre Gnosis, Gnosis und Gemeinschaft mit dem lebendigen Yeshua, nicht auf die Vergangenheit beschränkt. Sie ist eine in der Gegenwart andauernde Erfahrung für den Gnostiker. Die direkte spirituelle oder mystische Erfahrung des lebendigen Yeshua ist die Grundlage der christlichen Gnosis und der wahren apostolischen Folge.

Vor allem wegen dieses Glaubens wurden Gnostiker als Häretiker gebrandmarkt, denn sie wissen, dass der lebendige Yeshua und der heilige Geist über alle von Menschen geschaffenen religiösen Institutionen hinausgehen. Sie wissen, dass die apostolische Nachfolge nicht von der Verbindung mit einer externen Kirche abhängt, dass jeder, der mit dem lebendigen Yeshua, dem aufgestiegenen Christus, in Verbindung treten möchte, dies tun kann. Jeder kann die Lehren und die Lichtübertragung direkt vom Gesalbten empfangen.

Spirituelle Lehrer und die Jüngerschaft werden unter den meisten christlichen Gnostikern hoch geschätzt. Speziell dienen sie dem Zweck der Führung auf dem Weg zur Sebsterkenntnis und lehren den Interessierten, wie man in die Gnosis und Gemeinschaft mit dem lebendigen Yeshua direkt eintritt sowie in die Gemeinschaft mit der strahlenden Versammlung der Tzaddikim (Lehrer) und Maggidim (Lehrer und Engel). Das ist die wesentliche Absicht des gnostischen Christentums.

Aus diesem Grunde haben gnostische Kirchenälteste (Adepten) und Tau (Meister) Partzuf-Meditationen entwickelt. Sie sind eine Methode, sich mit göttlichen Personifikationen zu vereinigen, um den Interessierten zu lehren, wie man direkten Kontakt mit dem lebendigen Yeshua herbeiführt und erfährt. Einerseits ist es eine Übung für die Wahrheit und das Licht in einem selbst und eine Erinnerung an sie. Andererseits ist es eine Möglichkeit, den Gesalbten für sich selbst zu erfahren. Es ist ein Weg der Gnosis.

Im der Gnostik wird gelehrt, dass die Auferstehung vor allem ein spirituelles Ereignis ist, das nicht mit dem physischen Auge wahrgenommen wird, sondern mit dem spirituellen Auge. Die Geschichte des heiligen Paulus spiegelt das sehr gut wider. Während sich sein spirituelles Auge öffnet, durchlebt er eine physische Blindheit. Dies ist symbolisch für die Notwendigkeit auf einer anderen Ebene durch die inneren Sinne sehen, hören, riechen, fühlen und berühren zu lernen.

Die Methoden der spirituellen Übungen und der Meditationen in der Gnostik wurden speziell ausgebildet, um das Öffnen der inneren Sinne zu unterstützen, durch die man direkte Unterweisungen durch den aufgestiegenen Christus und heiligen Geist erfahren kann. Partzuf-Meditationen sollen genau das bewirken: unsere inneren Sinne öffnen und den Lichtkörper (einen feineren Bewußtseinskörper) entwickeln.

Partzuf-Meditationen habe jedoch auch noch einen anderen Zweck: die Entwicklung von “heiligem Stolz”. Im wesentlichen ist damit die Auflösung der Selbstidentifikation mit unserem begrenzten Namen und unserer Form gemeint. An ihre Stelle tritt die Entwicklung einer neuen Selbstidentifikation mit dem voll entwickelten und verwirklichten Wesen, dem inneren Christus.

Weil dies die Wahrheit unseres innersten Wesens ist, die Lichtseele in uns, bringen wir durch die Meditationsübung auf natürliche und spontane Weise die Lichtpräsenz aus uns hervor. In Verbindung mit spiritueller Bescheidenheit steht die Pflege des heiligen Stolzes im Mittelpunkt des Weges unserer Tradition. Spirituelle Bescheidenheit oder spirituelle Demut ist der Zustand des Leerseins von uns selbst und gleichzeit völlig offen und feinfühlig seins für den heiligen Geist. Deshalb kennt typischerweise jeder Sophia-Gnostiker wenigstens eine Form der Vereinigung mit einem Partzuf.

Das grundlegende Ziel in allen Partzuf-Meditationen ist, eine bewußte Vereinigung mit dem Partzuf zu erfahren und ihn im eigenen Leben zu verkörpern. Im Grunde hat man zum Ziel, seinen Geist, sein Herz und sein Leben mit der Lichtpräsenz zu vereinigen, die vom ausgewählten Partzuf verkörpert wird sowie diese Lichtpräsenz so vollständig wie möglich zu leben.

Diese Idee spiegelt sich im Namen Didymos Judas Thomas, was wörtlich “Zwilling” Judas Thomas bedeutet – der”Zwilling des lebendigen Yeshua.” Durch Partzuf-Meditationen werden wir ebenfalls zu Zwilligen der Lichtpräsenz. Partzuf-Meditationen sind sehr kraftvolle Übungen, die beim Erwerb geheimen Wissens, mystischer Erfahrungen und verschiedener Wunder helfen.

Im folgenden beschreiben wir hier die Partzuf-Meditation “Vereinigung mit dem lebendigen Yeshua”, aber im Blog und auf der Website der Sophia Fellowship finden sich weitere Meditationen: mit der heiligen Mutter, Maria Magdalena, Johannes dem Täufer und dem heiligen Lazarus. Jede von ihnen repräsentiert ein Gesicht des Geliebten – der Christpräsenz. Die Meditation lebendiger Yeshua ist wahrscheinlich die am meisten verbreitete unter gnostischen Christen. Aber auch Meditationen mit der heiligen Mutter und der heiligen Braut (Maria Magdalena) sind sehr üblich.

Die Meditation
Setze dich an einen Ort, wo du nicht gestört wirst und komme zur Ruhe. Führe das Kabbalistische Kreuz aus und verweile in der ursprünglichen Meditation. Lass dein Herz an den Platz zurückkehren (den aktuellen Moment). Dies ist die Grundlage aller guten Dinge.

Wende deine Aufmerksamkeit von diesem ursprünglichen Ort zum Bild der spirituellen Sonne in deinem Herzen. Stell dir vor, dass die spirituelle Sonne in dir scheint und deinen gesamten Körper und Geist erleuchtet. Wende deinen Geist und dein Herz dem lebendigen Yeshua zu. Bete, dass der Gesalbte zu dir kommt und bei dir verweilt. Dann stell dir vor, dass ein Lichtstrahl von deinem Herzen ausgeht. Er entspringt deinem Herzen so plötzlich wie eine Sternschnuppe. Durch ihn entsteht das Bild des lebendigen Yeshua magisch im Raum vor dir. Es ist ein Bild von strahlender und lichtdurchlässiger Herrlichkeit. (Das göttliche Bild sieht aus, als wäre es auch durchsichtigem Licht geformt, wie ein Regenbogen, der leuchtend und deutlich sichtbar ist, durch den man aber hindurchsehen kann.)

Das Meditationsbild: Der aufgestiegene Eine erscheint so, als wäre sein Körper aus Sonnenlicht gemacht. Er trägt eine innere Robe aus weißer Helligkeit und eine äußere Robe in Violett oder Amethyst. Sein fester Blick ist intensiv und zugleich zutiefst liebevoll. Er ist eingehüllt in eine große Regenbogen-Aura. Dabei ist der rote Streifen seinem Körper am nächsten und der violette Streifen am äußersten Rand. Er scheint mit seinen Füßen nicht auf dem Boden zu stehen, sondern schwebt im Raum vor dir als würde er in der Luft stehen.

Öffne deinen Geist und dein Herz dem heiligen Einen völlig und bete zum Gesalbten. Ebensosehr, wie du deine Gebete sprichst, werde ein Schoß der Stille, höre und verstehe das Wort der Lebenskraft, dass er zu dir spricht. Hege Gnosis und Gemeinschaft mit dem auferstandenen Christus. Während dessen halte die Visualisation so deutlich wie möglich. Schaue sie nicht nur, sondern fühle die Wärme und Schwingung, die Liebe und das Mitgefühl, das Verständnis und die Akzeptanz durch den Herrn. Wenn du empfindest, dass dein Gebet und deine Gemeinschaft mit dem Gesalbten vollständig sind, beginne mit seinem Chant:

Der einfachste Chant ist der gesegnete Name des Gesalbten: Yeshua. Alternativ kannst du Adonai Yeshua, Yeshua Messia oder Hayyah (der lebendige) Messia anstimmen. Der üblichste Chant für diese Übung ist Adonai Yeshua, Yeshua Messia.

Während du den Namen des Gesalbten chantest, stell dir vor, dass er deine Gebete und Bitten erfüllt. Dabei lächelt er dich an und schickt Lichtströme von seinem Körper und seiner Aura. Gnade und Segen ergießen sich über dich und ermächtigen dich in der großen Arbeit. Sieh deinen eigenen Körper und Geist heller und heller scheinen. Sieh, wie deine eigene Aura in die Herrlichkeit des Regenbogens verwandelt wird.

Wenn du zum Ende des Chants kommst, stell dir vor, wie sich das göttliche Bild auflöst in fließendes Licht. Stell dir vor, wie dieses Licht in die spirituelle Sonne in deinem Herzen zurückfließt. Erkenne in der Stille Christus als deine ureigene Seele. Lass deinen Geist mit dem Geist Christus verschmelzen. Lass dein Herz mit dem heiligen Herzen von Christus verschmelzen. Lass deinen Körper mit dem mystischen Körper von Christus verschmelzen.

Bleibe in dieser Vereinigung so lange du kannst, ob es nun ein Moment ist oder eine längere Zeitspanne. Wenn sich dein Geist und dein Herz regen, beende die Meditation mit Dank und Lobpreisung. Dehne mit einem Gebet das Licht des großen Seth (Kreuz) auf alle Wesen aus und führe das Kabbalistische Kreuz aus.

Lass die Energie zur Ruhe und zum Ausgleich kommen und erde dich einige Minuten, bevor du aufstehst. Wenn du in die Welt hinaus gehst, betrachte alles, was du siehst, als die Lichtheimstatt und den Körper des Gesalbten. Höre jedes Geräusch als das Wort des heiligen Einen. Empfange jeden Gedanken und jede Emotion, die in deinem Geist aufsteigen, als die angeborene Weisheit Christus. Übe in dieser Weise das heilige Siegel der Vereinigung den Tag hindurch. Lebe als Christusträger. Dies ist die grundlegende Meditation der Vereinigung mit dem lebendigen Yeshua, dem aufgestiegenen Christus.

Die Methode des Öffnens der inneren Sterne
Dies ist eine Erweiterung der gleichen Meditationsübung. Bei dieser Methode stellt sich der Eingeweihte die sieben inneren Sterne im göttlichen Bild Yeshuas vor, vom Kronenstern bis zum Wurzelstern (mit den Farben des Regenbogenspektrums, Krone = violett, Braue = königsblau, Hals = hellblau, Herz = grün, Solarplexus = gelb, Nabel = orange, Wurzel = rot) und einen transzendenten Stern von diamantenem Strahlen über dem Kopf des Herrn.

Während man sich die Ausdehnung des Segens beim Chanten des gesegneten Namens vorstellt, stellt man sich gleichzeitig vor, wie ein Strahl von juwelenfarbenem Licht von jedem inneren Stern ausgeht. Dieser Strahl, der vom Körper des Gesalbten ausgeht, scheint auf die inneren Sterne in unserem eigenen Körper und öffnet diese.

(Eine andere Methode besteht in der Vorstellung, dass ein intensiver Lichtstrahl vom transzendenten Stern über dem Kopf des Herrn ausgeht und auf den transzendenten Stern über dem eigenen Kopf trifft. Dadurch scheinen im eigenen Körper spontan die sieben inneren Sterne als die Regenbogen-Herrlichkeit des transzendenten Sterns auf.) Die gesamte Übung ist abgesehen von diesen Details der Visualisation exakt gleich. Diese Methode ist noch immer eine Grundübung. Fortgeschrittene Übungen werden von dieser Grundlage ausgehend in der Tradition gelehrt. Dafür ist jedoch die besondere Anleitung und Einweihung durch einen Ältesten oder Tau erforderlich.

Die grundlegende Methode der Bewußtseinsübertragung
Diese Methode ist ebenso grundlegend die gleiche. Der einzige Unterschied besteht darin, dass der Eingeweihte sich am Ende der Meditation vorstellt, dass sein Körper und Geist sich in der spirituellen Sonne verdichten und in fließendes Licht auflösen. Diese Licht schießt dann in das heilige Herz des göttlichen Bildes. In dieser Weise verlagert der Eingeweihte das Zentrum seines Bewußtseins in den Lichtkörper oder das göttliche Bild.

Dies ist eine Übung für das Bewußtsein außerhalb des Körpers und für bewußtes Sterben. Typischerweise ist eine besondere Anleitung verbunden mit einer Einweihung oder Ermächtigung notwendig für alle Formen der Bewußtseinsübertragung. Jedoch ist die vorgestellte Methode grundlegend und kann sich bei einem aufrichtig Übenden als produktiv erweisen, wenn er das Wissen und einige Erfahrung mit der Meditation der Vereinigung mit dem lebendigen Yeshua hat. Als diesem Grunde bieten wir die Methode hier relativ öffentlich dar.

Wir beten, dass alle, die die Gnosis des lebendigen Yeshua suchen, diese empfangen! Wir beten, dass das Licht des großen Seth alle erleuchten möge! Amen.

[Übersetzt aus: Forum der Sophia Fellowship, Foundation Practices]