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Das Fest der Apostolischen Folge in der Sophia-Gnostik

Minolta DSC„Der Wind weht, wo es ihm gefällt. Du hörst ihn nur rauschen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So geheimnisvoll ist es auch, wenn ein Mensch vom Geist geboren wird“ [Johannes 3:8]

Das Fest der Apostolischen Folge am 2. August folgt dem Sommersonnenwendefest, bei dem die Ausgießung des Heiligen Geistes und die Himmelfahrt im Mittelpunkt standen. Mit ihm feiern wir die Weitergabe der feurigen Intelligenz (des Heiligen Geistes) in allen Weisheitstraditionen. Dabei ist diese Folge der Lichtübertragung nicht so sehr ein historisches Ereignis, dass nur die ursprünglichen Apostel Christi betrifft, sondern es ist eine lebendige Tradition, die sich bis heute fortsetzt. Denn es sind nicht Menschen, die die Einweihung und Priesterweihe vollziehen, sondern der Heilige Geist selbst, so wie es in den biblischen Apostelgeschichten bei der Bekehrung des Saul von Tarsus zum Apostel Paulus beschrieben wird. Er kannte Yeshua (Jesus) nicht einmal persönlich, als er lebte und war nie sein Schüler. Obwohl er sogar ein Feind der christlichen Bewegung war, wurde er durch eine direkte Offenbarung vom Heiligen Geist (Schechinah) ausgewählt. „Der Wind weht, wo es ihm gefällt. Du hörst ihn nur rauschen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So geheimnisvoll ist es auch, wenn ein Mensch vom Geist geboren wird“ [Johannes 3:8] Die heilige Schechinah wählt ihre Apostel selbst aus und kümmert sich dabei nicht um gesellschaftliche Hierarchien. Diese Form der Weihe durch ein Erleuchtungserlebnis sehen wir in vielen Weisheitstraditionen. Darin liegt der Unterschied zu den äußeren, offiziellen kirchlichen Traditionen. Wir sehen dieses Erleuchtungserlebnis auch bei Maria Magdalena, der Apostelin der Apostel. In den gnostischen Schriften erfahren wir, dass auch sie als spirituelle Lehrerin, Heilerin und Friedensstifterin tätig war.

Die Apostelgeschichten offenbaren uns mehr über eine wirkliche Apostolische Folge. Sie besteht nicht im Kennen von Glaubensbekenntnissen und religiösen Doktrinen, von Riten und Ritualen, die von Menschen begründet wurden. Sie gründet sich vielmehr auf die direkte spirituelle und mystische Erfahrung und deren Verkörperung auf dem eigenen Lebensweg. So schreibt Tau Malachi: „Bei wahren Aposteln finden wir das Zeugnis des Heiligen Geistes (der Schechinah) – ihre Kraft und Erleuchtung und die sehr deutliche Fähigkeit, die Erfahrung dieser lebendigen Präsenz und Kraft anderen zu vermitteln. Es ist dieses Kontinuum der Lichtübertragung und der Zeugenschaft des Heiligen Geistes, an das wir uns mit dem Fest der Apostolischen Folge erinnern und das wir feiern…“ [übersetzt und zusammengefasst aus: Tau Malachi: The Feast of the Apostolic Succession 2008]

Mögen alle, die danach verlangen, vom Heiligen Geist, der Heiligen Schechinah, erleuchtet werden!

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