Schlagwort-Archive: Chochmah

Chochmah in Atzilut: Der große Name Gottes

Yah und Yahweh, das Tetragrammaton, ist Chochmah auf der Ebene von Atzilut. Yah besteht aus den Buchstaben Yod und He. Die Spitze des Yod ist Kether und das Universium von Adam Kadmon, der Körper des Yod ist Chochmah und das Universium von von Atzilut. Der Buchstabe He ist Binah und das Universum von Beriyah. Somit ist Yah die Kraft der Überirdischen und drückt die Wahrheit von Chochmah als dem Erzeuger der Kraft am Lebensbaum aus. Die überirdische Kraft, die durch die Sefirot von Beriyah fließt, versorgt das Universum von Yetzirah. So deutet Yah auf Chochmah als der Kraft, die hinter der Welt der Engel (Yetzirah) steht.

Yod und He sind der überirdische Vater und die überirdische Mutter vor der Empfängnis und der Geburt. Verbunden mit Waw und He im Tetragrammaton, sind Yod und He der tatsächliche Vater und die wirkliche Mutter. Die göttlichen Eltern haben den Sohn und die Tochter geboren. Alle fünf Partzufim werden so durch den großen Namen Gottes repräsentiert: Yod-He-Waw-He.

Wenn die Buchstaben vertikal von oben nach unten geschrieben werden, entsteht das Bild eines Menschen. Das besagt, das Yahweh der Kanal der heiligen Schekina Adam Kadmons ist zu den unteren Universen und das die fünf großen Partzfim Ausdruck dessen sind, was in Adam Kadmon enthalten ist – der uranfängliche Mensch.

Ehje ist der höchste Name Gottes, Yahweh ist der große Name Gottes. Worin besteht der Unterschied? Hier gibt es eine direkte Parallele zur Verwendung des zweiten Buchstabens im hebräischen Alphabet (Bet) an Stelle von Aleph. Aleph ist der erste Buchstabe im höchsten Namen Gottes und repräsentiert Gottes Geist oder Essenz, die auch in der Schöpfung enthalten ist. Aber wegen des transzendenten Wesens des Schöpfers beginnt die Schöpfung mit dem zweiten Buchstaben, Bet, der Haus oder Struktur bedeutet, also die Matrix der Schöpfung. Diese Idee beschreibt auch die Beziehung zwischen Ehje und Yahweh. Sie ist ähnlich der Beziehung von Seele und Körper, in diesem Fall einem Lichtkörper und reiner Energie.

Ehje ist wie die Wurzel des Lebensbaums. Er ist das Leben des heiligen Baums. Deshalb ist er der höchste oder essentielle Name Gottes.

Yahweh ist wie der Stamm des Lebensbaums. Alle heiligen Namen gehen wie Zweige von einem Stamm von ihm ab. Deshalb ist Yahweh der große Name Gottes, der alle anderen enthält und durch Yahweh werden alle von Ehje versorgt und tragen Früchte, die Sefirot. Ehje wird auch die erste Herrlichkeit genannt, Yahweh die zweite Herrlichkeit und alle weiteren Namen Gottes die Herrlichkeit der Herrlichkeit (Elohim oder Binah) oder die dritte Herrlichkeit genannt.

Ehje ist in Yahweh wie die Seele im Körper und Yahweh ist wie ein Körper strahlenden Lichts, der Ehje enthält. Yahweh bedeutet: Das was war, ist und immer sein wird. Ehje bedeutet: Ich bin oder ich werde sein. So bedeutet Yahweh ein Ausströmen von Ehje, die Aktivität oder Offenbarung von Ehje, die während sie von Ehje ausgeht gleichzeitig auch immer zu ihm zurückkehrt.

Chochmah-Yahweh ist der Kanal der überirdischen Seinskraft, des überirdischen Lichts, das in der Kabala Ruhaniyut heißt. Ruhaniyut atmet und scheint aus den Sefirot und ebenso um sie herum. Es wird gesagt, dass es eine äußere und innere Ruhaniyut gibt, die aus den Sefirot wie eine Seele scheint und um sie herum wie ein Aura oder ein Kleid. Yahweh ist die innere Ruhaniyut und alle weiteren Namen sind die äußere Ruhaniyut. Ehje ist die innerste geheime Ruhaniyut, die wahre Essenz der inneren und äußeren Ruhaniyut, der strahlende heilige Atem Gottes. Das Wort ist ein Plural, der verschiedene Formen des Lichtatems Gottes nahelegt.

In Genesis haucht Gott Adam das Leben ein. Dabei handelt es sich um Adam Kadmon und Adam Ha-Rishon (den ersten Menschen), das überirdische Ideal der Menschheit. Es wird gesagt, das die Seelen der Gerechten (Tzaddikim) – aller authentischen Menschen – aus der Seele Adam Kadmons gezogen werden. So ist die Ruhaniyut oder der strahlende, heilige Atem Gottes im jedem Menschen. Durch Ruhaniyut sind wird mit den Sefirot, den göttlichen Namen und Partzufim verbunden und in der Lage uns an die Sefirot zu binden und diese an uns, also etwas von der heiligen Schekina zu verkörpern.

Yahweh ist der Name der Namen, die vereinigte Kraft der Ruhaniyut aller Namen Gottes. Yeshua ist dieser Name mit dem Einschub des Buchstaben Shin in der Mitte. Das legt einen Menschen nahe, der die Ruhaniyut in sich verkörpert und sich mit den Sefirot, den göttlichen Namen und Partzufim vereinigt hat. So ist Yeshua nicht nur der Name eines Menschen, sondern jedes erleuchteten Menschen. Dadurch wird die Bedeutung folgendes esoterischen Spruches klar: “Alle sprituellen Kräfte sind dem Namen Yeshua untertan.” oder “vor dem Namen Yeshua soll sich jedes Knie und jeder Kopf beugen.” In und hinter unserem gewöhnlichem Atem ist ein strahlender und heiliger Atem, die Manifestation von Hayyah, der Lebens-Essenz, die Chochmah entspricht. Indem wir diesen inneren, geheimen Atem entdecken und die heiligen Namen sprechen, haben wir die Kraft des gesegneten Namens Yeshua, die Gnosis von Yeshua Messiach.

So gelangen wir zu einem tieferen Verständnis der Ausgießung des heiligen Geistes über die Jünger zu Pfingsten im Beisein der heiligen Braut. Das überirdische Licht ist ein feuriges Licht, der Atem ist sein Fahrzeug und so kann jemand der weiss, wie man atmet und die göttlichen Namen vibriert, den heiligen Geist auf andere übertragen und ihn in ihnen erwecken. Das ist die Grundlage aller christlich-gnostischer Initiation.

(aus Tau Malachi: Gnosis of the Cosmic Christ. – Saint Paul, MN : Llewellyn, 2005. – S. 95-98)

Advertisements

Chochmah

Chochmah, die Weisheit, ist ebenso unfassbar wie Kether. Wenn Kether die Singularität ist, aus der Urknall hervorgeht, so ist Chochmah der Moment des Urknalls selbst. Dieser Ereignishorizont ist gleichzeitig innerhalb und außerhalb unseres metaphysischen Universums. Im Moment vor dem Urknall gibt es nichts Erkennbares. Mit dem Urknall beginnt alles, was wir kennen. Deshalb wird Chochmah Reshit genannt, der Punkt des Beginns, vor dem wir nichts kennen können.

Die Kontemplation dieses Mysteriums ist möglich mit dem ersten Buchstaben des Tetagrammatons: Yod. Yod wird buchstabiert: Yod, Waw, Dalet. Yod gleicht einem Punkt. Dieser repräsentiert Kether. Ein Punkt hat eine Position, aber keine Dimension. Waw entspricht einer Line. Wenn von einem Punkt eine Linie gezogen wird, entsteht eine Dimension. Dalet entspricht einem Winkel oder zwei Linien mit einem gemeinsamen Schnittpunkt. Wenn zwei Linien von einem Punkt gezogen werden, Höhe und Breite, dann gibt es zwei Dimensionen, eine Ebene oder zweidimensionalen Raum. Die Änderung von Kether zu Chochmah ähnelt der Kontemplation des buchstabierten Yod.

Auf der Ebene von Chochmah sind Raum und Zeit ein Potential, Hayyah Olam = ewiges Leben. Chochmah ist der Augenblick in einem Moment der Zeit der an die Ewigkeit erinnert und immer über die Zeit hinausgeht – die zeitlose Ewigkeit. Chochmah ist die zeitlose Ewigkeit und Binah die zeitliche Ewigkeit, Chochmah ist Ewigkeit und Binah für immer.

Chochmah ist die Kraft, die Energie-Intelligenz, der Kanal der überirdischen Energie, die aus Kether fließt. Es ist Kether in Bewegung gesetzt, die Aktivierung des Potentials von Kether. In Bezug auf Binah ist Chochmah der überirdische Erzeuger aller Lebenskraft. Strahlendes Bewußtsein, strahlende Kraft. Bewußtsein ist Kraft und Kraft ist Bewußtsein.

Das Spiel der Kraft und Form
Chochmah und Binah sind die Spitze der Säulen der Gnade (Jachin) und Strenge (Boaz) im Tempel Salomons. Kether-Da’at ist die Spitze der Säule des Mitgefühl oder der Mittelsäule, die durch die Bundeslade im Allerheiligsten repräsentiert wird.

In ihrem Wesen repräsentieren die beiden Säulen das Prinzipien von Kraft und Form und die dynamische Balance zwischen beiden. An der Spitze der Säule der Gnade ist Chochmah die pure Kraft und an der Spitze der Säule der Strenge ist Binah die pure Form in einem archetypischen Sinn.

Kether ist das Prinzip des Seins, Malchut das Prinzip des Werdens. Die Mittelsäule verkörpert das Prinzip des Werdens, wie es zu substantiellem Sein wird. Dieser Prozeß ist ein dynamisches Spiel von Kraft und Form, dass in Ain (Nichts) wurzelt und ist damit ein konstantes Kontinuum der Transformation. Im Prozeß der Transformation wird Energie in Formen organisiert und ist manifest als diese, bis sich die Form weiterentwickelt und die Energie wieder abgegeben wird in den Fluß der Kraft (Licht), um wieder zu neuen Formen zu werden. Dabei wird die Energie niemals in ihrer Essenz oder ihrem Sein verändert und nichts von dieser Energie geht jemals verloren. Sie bleibt die Selbe für immer und alle Ewigkeit.

Obwohl es auf der Ebene der überirdischen Sephiroth keinen tatsächlichen Unterschied zwischen der Kraft im formlosen oder geformten Zustand gibt, keine Geburt und keinen Tod, erscheint das Spiel von Kraft und Form in den unteren Universen des Baums als Tanz von Leben und Tod. So können wir dieses Spiel von Kraft und Form in unserer eigenen Erfahrung als Geburt, Leben, Tod und als die Transmigration der Seele kontemplieren.

Die Seele ist die Kraft oder Energie des Lebens, eine Individuation der einen Lebenskraft. Sie wird Hayyah genannt. Die himmlische Form unserer Seele, die verwirklicht wird durch die Transmigration der Seele, ist Neshamah. Was wir vom Neshamah erkennen ist Ruach. Die Namen und Formen, Inkarnationen, sind die Nefeshim.

Chochmah auf der Ebene von Beriyah – der Erzengel Ratziel
Der Erzengel Ratziel ist die Personifizierung von Chochmah auf der Ebene von Beriyah. Nur sehr wenige Eingeweihte können Chochmah in Atzilut erreichen, deshalb kommen die meisten Eingeweihten und Adepten durch diesen Engel in Kontakt mit Chochmah. Sein Name bedeutet “Geheimnis Gottes” oder “Weisheit Gottes”. Er hat das Wissen über die höchsten Mysterien, speziell Prophezeiungen und die magische Kabbala betreffend. Man sagt, dass der Engel diese Mysterien in einem himmlischen Buch niedergeschrieben hat, dem Buch des Ratziel. Wie so viele andere legendäre heilige Bücher der Kabbala, können wir im Buch des Ratziel in in höheren Bewußtseinszuständen lesen, am häufigsten in Träumen und visionären Zuständen tiefer Meditation. Obwohl mindestens ein irdisches Buch mit diesem Titel geschrieben wurde und viele weitere Bücher der magischen Kabbala davon inspiriert wurden, passt das Buch des Ratziel in keinen irdischen Band. Es umfasst die unendliche Weisheit Gottes in der Schöpfung und alle Geheimnisse der Schöpfung mit Ausnahme der Schöpfung Adams (des Menschen).

Ebenso wie es ein magisches Buch ist, ist es ein himmlisch Buch irdischer Prophezeihungen. Alle wissenschaftlichen und künstlerischen Entdeckungen und deren Wirkungen sind in ihm enthalten. Aus der Perspektive von Ratziel oder Hokmah von Beriyah haben alle Offenbarungen und Entdeckungen bereits stattgefunden. Die Magie von heute ist die Wissenschaft von morgen, und die Prophezeihungen von heute werden kreative Kunst von morgen. In einer gewissen Beziehung könnte Ratziel auch als die überirdische Muse betrachtet werden.

Das Buch des Ratziel in tatsächlich eine Metapher für den Geist dieses überirdischen Engels. Der Inhalt dieses heiligen Buches ist das Wissen und Verständnis, das bei Kontakt mit dieser Manifestation der heiligen Schekina und dem Eintreten in höhere Bewußtseinszustände übermittelt wird. Es ist typisch für die Kabbala, dass sie in menschlichen, anthropomorphen Begriffen von himmlischen und spirituellen Dingen spricht.

Bild des Erzengels Ratziel in der Meditation
Er trägt eine graue, aus Wolken geformte Robe mit Kapuze, sein Gesicht scheint aus der Kapuze hervor wie die Sonne durch die Wolken, und die Robe ist von innen erleuchtet, als wäre die Sonnenkugel in ihr. Dadurch fließen Regenbogenlichter von diesem Bild in alle Richtungen. Den Hintergrund der Visualisierung bildet ein tiefblauer, kristallklarer Himmel, so als hätte der Engel die Wolken zusammengezogen, um sein Bild zu formen. In der linken Hand hält Ratziel einen heiligen Stab, dessen Spitze ein geschnitzter Drachenkopf schmückt und die Buchstaben des heiligen Names Yahweh, Yod-He-Waw-He, sind in den Stab eingraviert und brennen wie Feuer. Chant: Yahweh und Ya Ratziel.
Durch die Vizualisation dieses göttlichen Bildes können wir unter Umständen mehr über Chochmah erfahren, als durch alles hier genannte.
Der Tradition zufolge war Raziel der Schutzengel des überirdischen Adam im Garten Eden und gilt deshalb als der große Beschützer und Führer der Erwählten. Obwohl Gabriel als Bewahrer des heiligen Grals angesehen wird und Michael der Beschützer des Grals genannt wird, ist es Ratziel, der die innersten Geheimnisse des Grals kennt, denn er ist der große Engel der Braut Sophia in unserer Tradition. In dieser Form von Ratziel zu sprechen soll besagen: die Heiligen und Auserwählten werden bei ihrer heiligen Arbeit inspiriert und geführt durch die Weisheit der Schöpfung und streben danach, in vollständiger Harmonie mit dieser göttlichen Weisheit zu handeln.

(aus Tau Malachi: Gnosis of the Cosmic Christ. – Saint Paul, MN : Llewellyn, 2005. – S. 90-92 u. 106-108)