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Wie empfängt man Lehren in der Sophia-Tradition?

In der Sophia-Tradition empfangen wir Lehren im spirituellen Diskurs mit unserem Lehrer oder in der Gruppe und in Zeremonien als herausragenden Bewußtseinserfahrungen. Mit jeder Lehre empfangen wir auch Energie von unserem Lehrer. Man könnte sagen, dass die Energie hinter den Worten sogar noch wichtiger ist als die Worte selbst. Es ist die Energie des Gebetes und des Wunsches für uns, dass unser tieferes Potential aktiviert wird. Dieses Potential steckt in den tieferen Ebenen unserer Seele, den Ebenen die niemals geboren werden und niemals sterben,  die immer in Gott ruhen. Oft leben wir jedoch nur aus unserem Oberflächenbewußtsein in der äußeren Welt und haben diese Ebenen in uns vergessen. Uns fehlt der Zugang zu ihnen.

Unser Lehrer kann uns den Zugang zu den tieferen Ebenen eröffnen, jedoch geht das nicht ohne unsere Mitarbeit. Wir müssen die Lehren selbst integrieren und kultivieren, sie zu unserer ureigensten Erfahrung machen, damit sie uns verändern können und wir sie mit anderen teilen können. In Wahrheit sind sie wie eine spirituelle Zip-Datei, die sich erst mit der Zeit entfaltet, wenn wir sie in unser Gebet, in unsere Meditation und Kontemplation einbeziehen und erkunden. Wir können dabei den Heiligen Geist, Ruach-ha-Kodesh, bitten, uns mehr zu offenbaren, unser Verständnis zu vergrößern. Wir können beobachten, wie die Lehren unser Leben verändern und was das Leben uns über die Lehren zurückgibt. In Wahrheit können die Lehren sich erst entfalten, wenn wir ihnen den Raum und die Zeit dazu geben. Was geschieht mit der empfangenen Energie und Erfahrung nach Tagen, Wochen oder Monaten?

Leider hasten wir in unserer modernen Kultur und oft in der modernen Spiritualität von einer Erfahrung zur nächsten, von einem Event zum nächsten, und vergessen dabei, dass es unsere Aufgabe ist, die Erfahrungen und Energie zu integrieren. Man könnte dieses Hasten von einem Event zum nächsten auch spirituellen Voyeurismus nennen.

Wenn wir uns aber nicht von der empfangen Energie durchdringen und verändern lassen, verlieren wir sie wieder. Dies wird uns auf der energetischen Ebene von Yeshua im „Gleichnis vom anvertrauten Geld“  im Matthäus-Evangelium  25:14-28 gesagt:

14 „Es ist wie bei einem Mann, der verreisen wollte. Er rief vorher seine Diener zusammen und vertraute ihnen sein Vermögen an.
15 Dem einen gab er fünf Zentner Silbergeld, dem anderen zwei Zentner und dem dritten einen, je nach ihren Fähigkeiten. Dann reiste er ab.
16 Der erste, der die fünf Zentner bekommen hatte, steckte sofort das ganze Geld in Geschäfte und konnte die Summe verdoppeln.
17 Ebenso machte es der zweite: Zu seinen zwei Zentnern gewann er noch zwei hinzu.
18 Der aber, der nur einen Zentner bekommen hatte, vergrub das Geld seines Herrn in der Erde.
19 Nach langer Zeit kam der Herr zurück und wollte mit seinen Dienern abrechnen.
20 Der erste, der die fünf Zentner erhalten hatte, trat vor und sagte: ›Du hast mir fünf Zentner anvertraut, Herr, und ich habe noch weitere fünf dazuverdient; hier sind sie!‹
21 ›Sehr gut‹, sagte sein Herr, ›du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du hast dich in kleinen Dingen als zuverlässig erwiesen, darum werde ich dir auch Größeres anvertrauen. Komm zum Freudenfest deines Herrn!‹
22 Dann kam der mit den zwei Zentnern und sagte: ›Du hast mir zwei Zentner gegeben, Herr, und ich habe noch einmal zwei Zentner dazuverdient.‹
23 ›Sehr gut‹, sagte der Herr, ›du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du hast dich in kleinen Dingen als zuverlässig erwiesen, darum werde ich dir auch Größeres anvertrauen. Komm zum Freudenfest deines Herrn!‹
24 Zuletzt kam der mit dem einen Zentner und sagte: ›Herr, ich wusste, dass du ein harter Mann bist. Du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst ein, wo du nichts ausgeteilt hast.
25 Deshalb hatte ich Angst und habe dein Geld vergraben. Hier hast du zurück, was dir gehört.‹
26 Da sagte der Herr zu ihm: ›Du unzuverlässiger und fauler Diener! Du wusstest also, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nichts ausgeteilt habe?
27 Dann hättest du mein Geld wenigstens auf die Bank bringen sollen, und ich hätte es mit Zinsen zurückbekommen!
28 Nehmt ihm sein Teil weg und gebt es dem, der die zehn Zentner hat! „

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