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Bemerkungen zur Meditation „Einheit mit der Lichtfrau“

Laut Kabbala erfüllte am Anfang Or En Sof (das unendliche Licht) den endlosen Raum, und so erfüllte Gottselbst den endlosen Raum, unendlich in allen Richtungen. Die erste Handlung der Schöpfung war das Tzimtzum – das Zusammenziehen, bei dem Gott sich in das Gottselbst zurückzog und eine große Leere zurückließ, in der die Schöpfung stattfinden konnte. Mit anderen Worten: Gott schuf Raum im Gottselbst für die Schöpfung. Die Meister der Tradition sagen, dass diese große Leere des unendlichen Raumes Gottes Schoß ist. Und so erscheinen Gott, der Vater (Abba), und Gott, die Mutter (Aima), obwohl Gott in Wirklichkeit außerhalb der Dualität von männlich und weiblich, Vater und Mutter ist.

Man kann nicht sagen, dass der endlose Raum erschaffen wurde, denn obwohl Or En Sof ihn erfüllte, ist er uranfänglich und war allgegenwärtig inmitten des uranfänglichen Lichtes. Diese unendliche Geräumigkeit ist die noch nicht erschaffene Sophia – Mutter Sophia (Weisheit). In ihr leben wir, bewegen uns und haben unser Sein, und ihr erscheint die gesamte Schöpfung. Sie ist in der Schöpfung als der Raum, in dem alles existiert, und außerdem ist sie immer außerhalb der Schöpfung als der Raum von En Sof (dem Unendlichen) , welcher der Raum von Gott und Gotthaupt ist – der Eine-Ohne-Ende.

Sie ist der Urgrund und die Matrix – der Raum der Schöpfung und die Beschaffenheit des Bewußtseins, wie sie offenbart wurde in der Melchizedek-Übertragung. Licht und Dunkelheit erscheinen in ihr und alle kosmischen Kräfte: göttliche Kräfte, titanische Kräfte und dunkle Kräfte. Weil sie durch nichts verändert wird, das in ihr erscheint, sondern immer rein und unberühert bleibt, wird sie die heilige Jungfrau genannt. Jedoch wird sie auch die Hure genannt, weil alle kosmischen Kräfte in ihr erscheinen, göttliche, titanische und dämonische. Sie ist gleichzeitig ausschließlich und alles einschließend, unsere Mutter.

Wer die Beschaffenheit des Bewußtseins kennt und Selbsterkenntnis erlangt hat, hat auch die Gnosis der Mutter Sophia erreicht. Diese Gnosis nennt man auch Erleuchtung, und aus ihr wird das überirdische oder Christ-Bewußtsein geboren. Deshalb wird sie Christus Mutter genannt – die Mutter aller Heiligen. In den gnostischen Evangelien wird sie durch Mutter Maria, die Mutter von Yeshua Messia, die eine, die mit dem überirdischen Licht Gottes gesalbt ist, verkörpert.

Mutter Maria ist Mutter Sophia – nichterschaffene Weisheit, und Maria Magdalena ist die Tochter Sophia – erschaffene Weisheit. In Wahrheit sind Mutter und Tochter eine und dieselbe göttliche Sophia. Dennoch entspricht die heilige Mutter dem reinen Sein und die Tochter dem Immerwerdenden, so dass von der heiligen Sophia gesagt wird: „Sie bewegt sich und bewegt sich nicht.“ Die Meister der Tradition sagen, dass sich im heiligen Evangelium alles mit, in und durch die göttliche Mutter ereignet, denn sie ist die Grundlage von allem. Ebenso, wie ohne das Element des Geistraumes nichts erscheinen würde, würde auch ohne die Mutter das Licht des Kreuzes nicht hervorscheinen und niemand würde getauft werden.

Die Mutter ist die Stimme der Stille, die das Logos-Wort Gottes spricht und sie gebiert sich selbst in der Braut und dem Bräutigam, so dass durch sie das Gesicht des Vaters offenbart wird und der Eine-Ohne-Ende erkannt wird. Sie ist der Thron auf dem das Ebenbild Yahwehs erscheint, und sie umfasst alle göttlichen Bilder des Lichtes, die im Licht-Kontinuum erscheinen – die göttliche Mutter zu kennen, bedeutet sich selbst zu kennen und den Christus in sich zu gebären. Sie ist alles zusammengenommen, in allem und doch immer transzendent; gesegnet sei Gott, die Mutter und die Mutter Gottes!

Wir sprechen jetzt mit Worten und entwickeln Gedanken, aber die Gnosis der Mutter Sophia ist nicht in unseren Worten oder Gedanken, noch in irgendetwas, das im Geiste entsteht. Wirklich, obwohl sie in allem ist, ist sie immer jenseits, und deshalb überirdisch und supramental. Um sie zu erkennen, muß man sie erfahren – man muß in reiner strahlender Aufmerksamkeit eins sein mit dem Urgrund des unendlichen Raumes.

Was hier geschrieben steht ist in sich selbst eine Kontemplation und Meditation der heiligen Mutter, und es gibt noch viel mehr, dass über sie gesagt werden könnte – die Zahl der inneren und geheimen Lehren zu Mutter Sophia ist in unserer Tradition sehr groß. Jedoch findet man die direkte Erfahrung der heiligen Mutter und ihre Gnosis nicht durch Worte oder aus Büchern, sondern im Leben und in der eigenen Seele und sonst nirdendwo. In Wahrheit ist sie man selbst und mehr – der Kern von einem selbst, der Kern des Selbst von jedem Selbst und die Seele in jeder Seele. Das ist Mutter Sophia.

Aus diesem Grunde haben die Adepten und Meister der Tradition viele Meditationen mit dem Parzuf der Aima oder Mutter Sophia entwickelt, so dass wir ein Verständnis und Wissen über sie erlangen können und unsere Weisheit wachsen kann, wenn wir ihr näher kommen und sie erfahren. Die Meditation „Einheit mit der Lichtfrau“ ist eine der gebräuchlichsten Parzuf-Meditationen mit der heiligen Mutter.

(Übersetzt aus: Sophia Fellowship – Woman of Light Meditation)

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Partzuf-Meditation: Einheit mit der Lichtfrau – der heiligen Mutter

Setze Dich an einen ungestörten Ort und führe eine ursprüngliche Meditation (z.B. mit dem Atem) durch. Diese selbst ist die grundlegendste Meditation der Mutter Weisheit, aber wenn wahre Gnosis nicht entsteht von dieser Einfachheit reinen Seins, verlagere Deine Aufmerksamkeit zur Mitte des Herzens und stelle dir in Deinem Herzen das Bild der spirituellen Sonne vor.

Betrachte Deinen Körper als den Schoß der Mutter und die spirituelle Sonne als ihr heiliges Kind – meditiere über deinen Körper als der heiligen Jungfrau-Mutter, die Deine heilige Seele gebiert in die Unendlichkeit und Ewigkeit. Dieses ist bereits die grundlegende Meditation mit der heiligen Mutter – wenn die Gnosis der heiligen Mutter in Dir dämmert, bleibe an dieser Stelle.

Lasse Dich von Deinem Herzen führen und wenn die Zeit kommt zu der Dein Herz sich aussprechen möchte, stelle Dir vor, dass ein Lichtstrahl aus Deinem Herzen hervorschießt und die Lichtfrau magisch vor Dir erscheint.

Das Bild der Lichtfrau: Dieses göttliche Bild erscheint in der Offenbarung des Johannes 12:1-2. Sie ist die Lichtfrau, die ihr Lichtkind gebiert, ihr Körper scheint wie die Sonne, sie trägt eine Krone von 12 Sternen und steht auf der Kugel des Mondes, voll von Gnade und strahlend mit göttlichem Glanz. Ihr Bild ist geformt aus durchsichtigem Licht, wie ein Regenbogen, und dennoch ist sie eine große und leuchtende Licht-Präsenz.

Stelle Dir die Lichtfrau vor, Mutter Israel, fühle, rieche, schmecke und höre sie – sei vollkommen bei ihr, öffne ihr Deinen Geist, Dein Herz und Dein Leben. Stelle Dir Deine Lichtseele als Kind in ihrem Schoß vor und den unendlichen Raum in Dir und um Dich herum als ihren göttlichen Körper. Bete zu ihr, und vertraue Dich ihr an, wissend, dass sie Deine wahre Mutter, die Mutter aller Mütter, die Frau aller Frauen – der Schoß von allem ist.

Wenn Dein Herz Dich bewegt, nimm den Gesang der Lichtfrau auf: Ha Isha Ha Elyona Aima Israel („Lichtfrau, Mutter Israels“).

Wenn Du singst, stell dir vor, dass Lichtstrahlen von ihrem göttlichen Körper strömen und über Dich fließen, Dich reinigen und heiligen, Dich segnen und ermächtigen zur Weitergabe des Lichtes. Es ist als würdest Du in ihrer Gegenwart als Lichtkind geboren werden und als würdest Du Dich in ihr an Dich selbst in der Welt des überirdischen Lichts erinnern. Stell Dir vor, dass das Licht über Dich fließt und Dich durchdringt, das es jede Deiner Zellen und jedes Partikel der Materie Deines Körpers in Feuer-Licht verwandelt, so dass Du nach und nach immer strahlender wirst, bis Dein Körper scheint mit hell leuchtendem, durchsichten Licht wie ihr Körper, und Du bist wie sie – das Bildnis Deiner Mutter.

Am Ende des Gesangs, wenn Stille eintritt, bleibe in der Stille, solange sie andauert, ob es nun ein Moment ist oder eine längere Zeit. Dann stelle Dir vor, dass sich die göttliche Mutter in fließendes Licht auflöst und dass dieses göttliche Licht vom oberen Teil Deines Kopfes in Dich fließt zur Mitte Deines Herzens. Betrachte Dein Herz als einen Herz-Schoß und die ganze Welt in ihm – eine große Sphäre aus Licht, die diese gute Erde umfasst, und lasse Liebe und Mitgefühl für alle Wesen als Deine Väter und Mütter, Brüder und Schwestern und Kinder heraufkommen, lasse Liebe für alle Wesen und für Gott aus Dir hervorscheinen. Bete für die Auferstehung und den Aufstieg dieser guten Erde und bete, so zu sein wie die Mutter bei ihrem großen Werk.

Dann nehme den einfachen Gesang der heiligen Mutter auf, behalte dabei die Liebe in deinem Herzen und den Wunsch in Deinem Geist: Ama-Aima.

Wenn der Gesang beendet ist, stelle Dir vor, völlig mit der heiligen Mutter zu verschmelzen – Dein Geist wird wie ihr göttlicher Geist, Dein Herz wird wie ihr heiliges Herz und ihr heiliger Schoß und Dein Körper wie der Körper ihrer Erscheinung; sei eine Einheit mit der göttlichen Mutter.

Zum Abschluß bete für die Ausdehnung des Lichtes des Kreuzes und für die göttliche Erleuchtung aller Wesen.

Gehe durch die Welt als würdest Du immer im Haus und Körper der heiligen Mutter wandeln, sei Dir der heiligen Einheit bewußt, in der alle Dinge leben, sich bewegen und sind; laß alle Geräusche ihre göttliche Stimme sein; nimm alle Gedanken und Gefühle, die aufsteigen als ihre göttliche Weisheit auf. Wisse, dass Du in ihr bist und sie in Dir und das Du untrennbar von ihr bist im Körper und in der Seele – das ist die Gnosis (Erkenntnis) der göttlichen Mutter. Amen.

(Übersetzt aus: Sophia Fellowship – Woman of Light Meditation)