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Die Lichtseele Teil 4 – Hayyah und Yechidah

Hayyah
Hayyah ist die subtilste Lebenskraft oder lebendige Essenz. Sie ist so himmlisch, dass sie wenig Verbindung mit dem Körper hat und zum größten Teil in anderen Regionen wohnt. Sie ist der strahlende, göttliche Atem, den man auf der Ebene der Neshamah erlebt. Auf der Ebene von Hayyah ist der heilige Atem jedoch vollständig in Gott. Wer diese Präsenz und Kraft erlebt, erlebt die bewußte Vereinigung mit Gott. Die meisten Menschen werden dieser subtilen Lebenskraft nur in veränderten Bewußtseinszuständen gewahr.

In diesen seltenen Momenten auf dem Höhepunkt spiritueller Erfahrung hat man den Eindruck, dass man ein Licht in einem Ozean aus Licht ist. Man erfährt die Welt des überirdischen Lichts in einem und um einen herum.Man sieht und erlebt alles direkt als die Lichtkraft. In dieser Erfahrung des überirdischen Bewußtseins geht die Individualität nicht verloren, sonder sie erlebt ihre Erfüllung und Vervollkommnung. Es ist nicht so, dass der Tropfen aus Licht in den Ozean fließt. Vielmehr erlebt man, dass der gesamte Ozean durch den Tropfen strömt. Die uranfängliche, kosmische Kraft fließt durch den Einzelnen und manfestiert sich als der Einzelne.

Obwohl viele Eingeweihte in Höhepunkten der mystischen Erfahrung etwas von Hayyah erleben, ist das tatsächliche Erreichen und Verwirklichen von Hayyah sehr selten. Die Kraft von Hayyah ist die Kraft, Tote wiederzubeleben. Nur sehr wenige Meister sind mit dieser Kraft auf der Erde gewandelt.

Hayyah wird der überirdischen Sefirah Chochmah (Weisheit) zugeordnet. Aus ihr geht Binah (Verstehen) hervor. Somit repräsentiert die Verwirklichung von Hayyah einen Zustand des nicht-dualen gnostischen Bewußtseins. Es ist das Verstehen von allem, die vollständige Erleuchtung und Befreiung.

Yechidah
Es gibt eine Ebene der Lichtseele, die noch höher ist als Hayyah. Sie heißt Yechidah, der heilige oder göttliche Funke. Er stellt eine Stufe der Vereinigung das, von der nichts wirklich gesagt werden kann. Jemand, der diese Ebene erreicht und verwirklicht, ist das Licht aller Welten. Er oder sie ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Dies ist die Essenz der spirituellen Sonne, der Christus: Christus, der Logos (das Wort) und Christus, die Sophia (Weisheit).

Man sagt von diesem innersten Teil der Seele, dass er so heilig ist, dass nur Gott und der Gottkopf ihn betreten können. Sogar die größten Engel Gottes dürfen nicht eintreten. Gott und der Gottkopf wohnen uns inne auf dieser innersten Stufe und wir leben in Gott und dem Gottkopf. Wir sind untrennbar von dem Heiligen. Yechidah ist unser wahres Selbst, unser göttliches Christselbst, welches gleichzeitig nichts und alles ist. Es ist das Wesen unseres Werdens.

Wenn Hayyah die wahre Erleuchtung repräsentiert und Yechidah über diese heilige Verwirklichung hinausgeht, so wird damit etwas sehr subtiles und tiefgründiges über Erleuchtung gesagt. Was uns als die höchste oder endgültige Verwirklichung erscheint, ist in Wahrheit nur der Anfang einer völlig neuen Ebene der Evolution, deren Ende gar nicht abzusehen ist.

(Übersetzt aus Gnosis of the Cosmic Christ von Tau Malachi)

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Die Lichtseele Teil 3 – Die Ruach und die Neshamah

Die Ruach

Die Ruach ist unser Geist oder unsere Intelligenz und wie der Nefesh existiert sie in zwei unterschiedlichen Erscheinungsformen. Sie werden obere Ruach und untere Ruach genannt. Die untere Ruach ist die allgemeine menschliche Intelligenz, die auf den Nefesh (tierische Seele) und die äußere Welt orientiert ist. Sie ist der Verstand der weltlichen oder profanen Person. Die Bezeichnung „untere Ruach“ weist also auf den unerleuchteten Zustand hin. Die obere Ruach entsteht durch die Kultivierung eines spirituellen Lebens und spiritueller Übungen – durch ein aktives Streben nach Erleuchtung, dass zu dem einen oder anderen Grad der Erleuchtungserfahrung führt. Dies ist die Ruach im eigentlichen Sinne. Sie könnte auch als heilige oder göttliche Intelligenz oder göttlicher Geist bezeichnet werden.

Die obere Ruach ist auf die Neshamah und auf das Göttliche gerichtet. Als Ergebnis bringt sie uns ein Bewußtsein für den Ozean der Spiritualität, der uns umgibt: ein Bewußtsein für das Spiel der spirituellen und kosmischen Kräfte, für die metaphysischen Dimensionen der Realität und für Gottes heilige Schekina. Gottes heilige Schekina ist die kabbalistische Bezeichnung für die Präsenz und Kraft Gottes in allem und hinter allem, was geschieht. Auf dieser Ebene beginnen wir, Gottes Willen für unsere Seele zu erahnen: die Mission unserer Seele. Ebenso sind wir in der Lage, die Inspiration des heiligen Geistes und die Mitteilungen der göttlichen Mächte zu empfangen. Wir erleben höhere Bewußtseinszustände, die über die gewöhnliche Bewußtseinsebene deutlich hinausgehen. Wenn wir die Ebene der oberen Ruach mehr und mehr erreichen, erleben wir, dass wir vom Geist geführt und bewegt werden. Auf der höchsten Ebene der Ruach können wir eine Vereinigung mit dem heiligen Geist (hebr. Ruach Ha-Kodesh) erfahren. Dies ist ein prophetischer Zustand, in dem ein Mensch sich völlig erhoben und transformiert fühlt.

Wenn die Ebene der oberen Ruach von einem Menschen verkörpert wird, kann man ihn oder sie zu Recht eine spirituelle oder heilige Person nennen, denn er oder sie hat eine geisterfüllte Seele.

Die Neshamah

Auf der Ebene der Neshamah erfährt man den stahlenden, heiligen Atem Gottes. Die Neshamah ist das Gefäß, dass die spirituelle Kraft beinhaltet, die Gott uns geben will. Man könnte sagen, das der Nefesh einer geöffneten Hand, die empfangen möchte, vergleichbar ist. Die Neshamah ist vergleichbar einer Hand, die sich öffnet, um zu geben. In dem Grad, indem wir bereit sind, uns zu öffnen und empfänglich zu werden für die heilige Schekina, kann der Einfluß der Neshamah in eine Person eindringen oder besser gesagt, aus der Person hervorgebracht werden.

Die Ruach ist die dazwischenliegende Verbindung zwischen dem Nesfesh und der Neshamah. Es ist die Verknüpfung, durch die sie verbunden sind und potentiell vereinigt werden.

In der spirituellen Dimension gibt des kein Konzept des Raumes, wie wir es typischerweise haben. Deshalb kann hier Nähe nur durch Ähnlichkeit, Gemeinsamkeit oder Gleichartigkeit definiert werden. Umgekehrt ist Entfernung das Produkt von Unterschieden, Widersprüchen und Gegensätzen. Wenn man im spirituellen Sinne etwas gleicht, ist man ihm nah. Wenn man etwas nicht gleicht, ist man spirituell fern davon. Um also unserer Neshamah nah zu kommen, müssen wir unsere Gedanken, Gefühle, Worte und Handlungen in Harmonie mit der göttlichen Natur formen. Soweit uns das gelingt, verkörpern wir dann etwas von unserer Neshamah und bringen sie in unsere Erfahrung.

Der Nefesh ist das Gefäß zur Empfängnis unserer Ruach und unserer Neshamah. In ähnlicher Weise ist die Neshamah das Gefäß zur Empfängnis von Hayyah und Yechidah.

Der Nefesh formt einen materiellen Körper, aber die Neshamah formt einen Lichtkörper oder ein himmlisches Abbild (hebr. Zelem). Dies ist ein engelhaftes oder verherrlichtes Bild von uns – das Bildnis unseres Selbst in Christus oder in der Zukunft. Dieses göttliche Bild ähnelt einem Menschen, wie ihn die Propheten auf dem Höhepunkt ihrer göttlichen Visionen wahrnehmen. Es is das himmlische Abbild des Propheten selbst, das die Herrlichkeit oder das Abbild Gottes genannt wird.

Die Erleuchtungserfahrung beginnt auf der Ebene der Ruach, aber die Erleuchtung und Befreiung im eigentlichen Sinne korrespondiert mit der Ebene der Neshamah, wenn etwas von Hayyah und Yechidah in sie gezogen wird. Auf dieser Ebene dämmert das wahre messianische Bewußtsein und unser Selbst in Christus wird verwirklicht. Während viele Eingeweihte die Ebene der Ruach erreichen, erlangen nur wenige die Ebene der heiligen Neshamah. Wer etwas von seiner heiligen Neshamah verkörpert, wird in der gnostischen Tradition „Tau“ genannt (nach dem letzen Buchstaben des hebräischen Alphabets).

(Übersetzt aus Gnosis of the Cosmic Christ von Tau Malachi)

Die Lichtseele Teil 2: Der Nefesh

Der unterste Teil der Seele ist die Grundlage der Persönlichkeit, die Matrix der Lebensenergie in und hinter dem physischen Körper. Durch den Nefesh ist die Seele mit dem physischen Körper verknüpft. Durch ihn wird das Leben in der materiellen Form aufrechterhalten. Der Nefesh ist nicht von Natur aus spirituell und ist auch nicht von Natur aus mit der Neshamah, unserer Lichtseele, verbunden.

Der Begriff “Fleisch” in den heiligen Schriften verweist auf den Nefesh in einer unentwickelten, ungeschliffenen Form, die auch Nefesh Behamit, die tierische oder Erdenseele, genannt wird. Auf der Ebene des Nefesh kann ein Mensch Kenntis über den Körper, das Leben und die Persönlichkeit als Gefäß oder Fahrzeug der spirituellen Energie erlangen.

Jedoch kann er oder sie nur zu dieser Kenntnis kommen, wenn er in der Lage ist, sich nach innen und oben zu wenden. Er kann diese Kenntnis erlangen, wenn er oder sie sich Gott zuwendet und sich abgrenzt von allen internen und externen Impulsen sowie Anreizen, die typischerweise seinen oder ihren Geist beschäftigen. Ebenso ist es notwendig, an sich arbeiten. Es ist notwendig, die Persönlichkeit und den eigenen Lebensplan so zu verfeinern, dass sie mit der Neshamah und dem Göttlichen in Harmonie gebracht werden.

Ein Mensch, der sich diesen Aufgaben widmet, erhält Zugang zu einer höheren Ebene seiner oder ihrer Seele, zur Ruach oder göttlichen Intelligenz. Durch sie kann er dann auch den Einfluß der Neshamah empfangen. Diese Verbindung durch die Tätigkeit der Ruach wandelt Nefesh Behamit, die tierische Seele, in Nefesh Elokit, die göttliche Seele.

Wenn die gnostischen Lehren von den auserwählten Menschen sprechen, so meinen sie Personen, die den Nefesh zu einem Fahrzeug der göttlichen Präsenz und Kraft gemacht haben. Sie sprechen von Menschen, der dabei etwas von der feurigen Intelligenz, dem Heiligen Geist, empfangen haben. Und so verstehen wir, dass es nicht eine willkürliche Entscheidung Gottes ist, die eine Person zum Auserwählten Gottes macht. Vielmehr ist es die Person, die die Entscheidung getroffen hat, sich selbst dem Göttlichen gegenüber empfänglich zu machen und Gott näher zu kommen. Er oder sie kooperieren wesentlich mit der göttlichen Gnade und machen sich zu einem Partner Gottes bei der großen Arbeit.

Der Nefesh ist der sterbliche Teil von uns. Er überlebt den Tod nicht. Es gibt nur eine einzige Möglichkeit, auf die der Nefesh den Tod überleben kann. Im Falle eines heiligen Menschen, der vollständig seine oder ihre Neshamah verkörpert und in der Lage ist, einen Teil von Hayyah (der subtilsten Lebenskraft) und Yechidah (des innersten Teils der Seele) herabzuziehen, ist dies möglich. Ein solcher Mensch hat das messianische Bewußtsein erreicht und verkörpert die überirdische Lichtpräsenz völlig in einem Zustand der Erleuchtung und Befreiung.

Bis dies erreicht ist, wird von Inkarnation zu Inkarnation ein neuer Nefesh für jede neue Inkarnation erzeugt. Auf der Ebene des Nefesh gibt es keine tatsächliche Verbindung zwischen einer Inkarnation und der nächsten außer das karmische Kontinuum. Nur im Falle eines Menschen, der seine Neshamah verkörpert, gibt es eine direkte Verbindung zwischen verschiedenen Inkarnationen, denn auf der Ebene der Neshamah sind alle Inkarnationen miteinander verbunden.

(Übersetzt aus Gnosis of the Cosmic Christ von Tau Malachi)

Die Lichtseele Teil 1: Die Lichtseele und ihre fünf Aspekte

Die Lichtseele besteht aus fünf Teilen oder Aspekten. Diese entsprechen den fünf Olamot (Universen) und bestimmten Sefirot am kabbalistischen Lebensbaum. Der innerste Teil der Seele ist Yechidah (der heilige oder göttliche Funke). Das Strahlen oder die Herrlichkeit von Yechidah ist Hayyah (die Lebenskraft). Der Aufenthaltsort oder das Abbild von Yechidah ist Neshamah (die göttliche Natur, himmlische Seele, überirdische oder heilige Seele). Unter der Ebene von Neshamah sind Ruach (Geist oder Intelligenz) und Nefesh (tierische oder Erdenseele). Diese fünf Teile sind untrennbar in ihrer Essenz. Jedoch sind nicht alle Teile der Seele verwirklicht bis die Seele sich entwickelt und erwacht, so dass tatsächlich nicht jeder aus der Fülle seiner Seele schöpft.

“Da nahm Gott, der Herr, Staub von der Erde, formte daraus den Menschen und blies ihm den Lebensatem in die Nase. So wurde der Mensch ein lebendes Wesen.” (Genesis 2:7) Jeder der hebräischen Begriffe für die Seele bedeutet “Atem”, “Wind” oder “Luft” und alle diese Begriffe spielen auf den strahlenden, heiligen Atem Gottes an, der die Lebenskraft ist. Damit wird angedeutet, dass die Seele und das Leben der Atem Gottes sind, das Gott das Leben, die Geschöpfe und die Schöpfung atmet. Du bist der strahlende heilige Atem Gottes!

In ihrem Wesen stammt die Lichtseele aus den höchsten Regionen und direkt aus Gott. Deshalb sind wir in unserer Seele eng mit den Olamot und Sefirot und auch mit Ain Sof (dem Unendlichen) verbunden. Diese Beziehung kann durch eine klassische Analogie illustriert werden:

Stell dir einen Glasbläser vor, der ein elegantes Gefäß gestaltet. Der Willen oder das Verlangen dazu, der vom Innersten des Glasbläsers ausgeht, ist die Ebene von Yechidah. Sie entspricht der Spitze des Yod im Tetragrammaton (Yahweh, Yod-He-Vav-He) und dem Universum von Adam Kadmon.

Die nächste Ebene wird durch den Glasbläser selbst repräsentiert, in dem Moment, bevor er ausatmet und der Atem noch in seiner Lunge ist. Dies ist die Ebene von Hayyah. Sie entspricht Atzilut und dem Rumpf des Yod.

Der Atem, der von den Lippen des Glasbläsers hervorströmt, entspricht Neshamah. Er entspricht dem ersten He und dem Universum von Beriyah.

Die unter Druck stehende Luft, die durch die Glasröhre strömt, repräsentiert Ruach, den Buchstaben Vav des großen Namens und das Universum von Yetzirah.

Der Atem, der sich ausdehnt, um das Glasgefäß zu formen, repräsentiert Nefesh, das letzte He von Yahweh und das Universum von Asiyah.

In ähnlicher Weise ist unsere heilige Seele eine Regung von Gottes Geist, ein direkter Ausdruck der einen Lebenskraft. Hierdurch wirst du verstehen, dass es die Lichtseele ist, die nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen ist. Obwohl sie von Gott ausströmt, bleibt die Seele immer in Gott, genauso wie die Worte, die Gott gesprochen hat, immer in Gott bleiben.

Wie oben angedeutet, sind die höchsten Ebenen der Seele nicht getrennt von ihrer göttlichen Quelle. Wie in der Analogie sind sie im Geist und der Lunge des Glassbläsers. Vom Standpunkt des Göttlichen sind die höchsten Aspekte der Seele inwendig in Gott, während die niederen Aspekte aussenliegend sind. Vom menschlichen Standpunkt gesehen ist es genau umgekehrte. Hayyah und Yechidah gehen völlig über die gewöhnliche Person hinaus und sind extern, während die niederen Aspekte intern sind. Von beiden Standpunkten aus gesehen ist Neshamah die Schwelle zwischen internen und externen Aspekten.

In der Lehre von den fünf Aspekten der Seele werden die drei unteren, Neshamah, Ruach und Nefesh, Penimi’im oder Verinnerlichung genannt, weil wir die Fähigkeit haben, diese Aspekte in unserer irdischen Inkarnation zu verkörpern. Andererseits werden die beiden höchsten Ebenen, Yechidah und Hayyah, nur selten verkörpert. Mit Ausnahme eines so vollkommenen Meisters wie Yeshua Messia (Jesus) werden sie erst in der kommenden Welt verinnerlicht. Deshalb werden sie typischerweise Makifim (Umhüllungen) oder Atarot (Kronen) genannt, denn sie transzendieren unsere gewöhnliche individuelle Persönlichkeit völlig. In diesem Sinne wird gesagt, dass jemand, der den Einfluß von Hayyah und Yechidah herunterbringt, mehr als ein Mensch wird, dass solche Meister wie Erzengel sind.

(Übersetzt aus Gnosis of the Cosmic Christ von Tau Malachi)