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Ahava – Liebe

Vor Kurzem habe ich diese wunderbare Kontemplation im Forum der Sophia Fellowship gefunden und möchte sie hier an euch weitergeben. Sie besteht aus Zitaten zum Thema Liebe (hebräisch Ahava), die Bruder +Yonah aus biblischen und gnostischen heiligen Schriften zusammengetragen hat:

„Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.“ (1 Johannes 4:16)

“Ihr wisst, dass es heißt: Liebe deinen Mitmenschen; hasse deinen Feind. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für alle, die euch verfolgen. So erweist ihr euch als Kinder eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne scheinen auf böse Menschen wie auf gute, und er lässt es regnen auf alle, ob sie ihn ehren oder verachten. Wie könnt ihr von Gott eine Belohnung erwarten, wenn ihr nur die liebt, die euch ebenfalls lieben? Das tun auch die Betrüger! Was ist denn schon Besonderes daran, wenn ihr nur zu euresgleichen freundlich seid? Das tun auch die, die Gott nicht kennen! Nein, wie die Liebe eures Vaters im Himmel, so soll auch eure Liebe sein: vollkommen und ungeteilt.” (Matthäus 5:43-48)

„Wenn ich die Sprachen aller Menschen spreche und sogar die Sprache der Engel, aber ich habe keine Liebe – dann bin ich doch nur ein dröhnender Gong oder eine lärmende Trommel. Wenn ich prophetische Eingebungen habe und alle himmlischen Geheimnisse weiß und alle Erkenntnis besitze, wenn ich einen so starken Glauben habe, dass ich Berge versetzen kann, aber ich habe keine Liebe – dann bin ich nichts. Und wenn ich all meinen Besitz verteile und den Tod in den Flammen auf mich nehme, aber ich habe keine Liebe – dann nützt es mir nichts.“ (1 Korinther 13:1-3)

„Die Liebe ist geduldig und gütig. Die Liebe eifert nicht für den eigenen Standpunkt, sie prahlt nicht und spielt sich nicht auf. Die Liebe nimmt sich keine Freiheiten heraus, sie sucht nicht den eigenen Vorteil. Sie lässt sich nicht zum Zorn reizen und trägt das Böse nicht nach. Sie ist nicht schadenfroh, wenn anderen Unrecht geschieht, sondern freut sich mit, wenn jemand das Rechte tut. Die Liebe gibt nie jemand auf, in jeder Lage vertraut und hofft sie für andere; alles erträgt sie mit großer Geduld. Niemals wird die Liebe vergehen. Prophetische Eingebungen hören einmal auf, das Reden in Sprachen des Geistes verstummt, auch die Erkenntnis wird ein Ende nehmen… Auch wenn alles einmal aufhört – Glaube, Hoffnung und Liebe nicht. Diese drei werden immer bleiben; doch am höchsten steht die Liebe.“ (1 Korinther 13:4-8, 13)

„Bleibt niemand etwas schuldig – außer der Schuld, die ihr niemals abtragen könnt: der Liebe, die ihr einander erweisen sollt. Wer den Mitmenschen liebt, hat alles getan, was das Gesetz fordert. Ihr kennt die Gebote: „Brich nicht die Ehe, morde nicht, beraube niemand, blicke nicht begehrlich auf das, was anderen gehört.“ Diese Gebote und alle anderen sind in dem einen Satz zusammengefasst: „Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.“ Wer liebt, fügt seinem Mitmenschen nichts Böses zu. Also wird durch die Liebe das ganze Gesetz erfüllt.“ (Römer 13:8-10)

„Wir lieben, weil Gott uns zuerst geliebt hat. Wenn jemand behauptet: „Ich liebe Gott“, und dabei seinen Bruder oder seine Schwester hasst, dann lügt er. Wenn er seine Glaubensgeschwister, die er sieht, nicht liebt, dann kann er Gott, den er nicht sieht, erst recht nicht lieben. Gott gab uns dieses Gebot: Wer ihn liebt, muss auch seinen Bruder und seine Schwester lieben.“ (1 Johannes 4:19-21)

Jesus sagte: „Liebe deine Freunde wie deine Seele, hüte sie wie deinen Augapfel.“ (Thomasevangelium Vers 25)

„Der Glaube empfängt, die Liebe gibt. [Niemand wird] ohne den Glauben [empfangen können]. Niemand wird ohne Liebe geben können. Daher, damit wir nun empfangen, glauben wir. Damit wir lieben, geben wir. Denn wenn jemand nicht aus Liebe gibt, hat er keinen Nutzen von dem, was er gegeben hat.“ (Evangelium des Phillip, Vers 45)

„Die Liebe [sagt von] nichts, dass es ihr [gehört, obgleich doch alles] ihr gehört. Sie [sagt] nicht [: “Jenes ist meins”] oder: “dieses ist meins”, [sondern: “alles,] was [mir] gehört, gehört dir.” (Evangelium des Phillip, Vers 110)

Maria sagte: “Verstehe, wie man liebt und du wirst ungeteilt sein. Dies ist die Buße, die der Herr lehrte, und sie ist die vollkommene Taufe.” (Geheimes Evangelium der Maria Magdalena, Vers 25)

Maria sagte: “Webt euch selbst Lichtkleider, damit ihr nicht nackt seid, wenn ihr vor die Himmelskönigin tretet. Im Glauben und in der Fülle des Wissens tut gute Werke und liebt einander. Dann werdet ihr im Geist des Herren Lichtkleider haben.“ (Geheimes Evangelium der Maria Magdalena, Vers 92)

Maria sagte: “Wenn du nicht lieben kannst, kannst du nicht einheitlich sein. Jemand der geteilt ist, ist zur Zerstörung bestimmt.” (Geheimes Evangelium der Maria Magdalena, Vers 129)

Maria sagte: “Wissen, Verstehen und Weisheit sind nicht mächtiger als die Liebe, denn sie kommen aus der Vereinigung und es ist die Liebe, die vereinigt. Jemand der liebt, erhält Wissen, Verstehen und Weisheit, aber ohne Liebe ist niemand weise. Wenn es Macht gibt, die von der Liebe getrennt ist, so ist sie böse und gebiert Böses, wo aber Liebe ist, wird Macht mit Weisheit ausgeübt. Alles Gute kommt durch die Liebe.” (Geheimes Evangelium der Maria Magdalena, Vers 136)

Maria sagte: “Wenn du alles Wissen hast, aber dir fehlt die Liebe, so fehlt dir jegliches Wissen.” (Geheimes Evangelium der Maria Magdalena, Vers 169)

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Geben-und Empfangen-Meditation mit sich selbst

Bevor du mit dieser Meditation beginnst, solltest du die vorangegangenen Artikel zur Geben-und-Empfangen-Meditation lesen:

Warum Geben-und-Empfangen-Meditation?

Einige Vorübungen zur Geben-und Empfangen-Meditation

Geben-und-Empfangen-Meditation: Das Licht des Kreuzes ausdehnen

Es empfiehlt sich, die Geben-und-Empfangen Meditation mit der Umgebung zuerst zu üben. Wenn du sie sicher beherrschst, ist es ein guter Zeitpunkt, die hier beschriebene Meditation auszuprobieren.

Setze dich bequem an einen ungestörten Ort, führe das Kabbalistische Kreuz und die ursprüngliche Meditation aus und komme so zur Ruhe. Stelle dir in deinem Herzen die spirituelle Sonne vor und verwandele dich augenblicklich in einen Körper aus göttlichem Licht, in die Licht-Präsenz. Dann stell dir dein Schattenbild vor, wie es magischerweise vor dir erscheint. Das Licht-Selbst ist der unversehrte, vollkommene, warme, liebende, verstehende und geisterfüllte Teilaspekt von dir. Es ist eine lebendige Präsenz und Kraft des Lichtes, die dir ein guter Freund ist, die bereit ist, für dich dazusein ohne ein Urteil über dich zu fällen, ungeachtet deiner Fehler und Defizite. Das Schatten-Selbst ist der Teilaspekt von dir, der sich verwundet und verletzt fühlt, zurückgewiesen, wertlos, missverstanden, betrogen, frustriert, von Trauer erfüllt, gekränkt, verärgert u.v.a.m. Es ist also an alle Arten von Negativität gebunden.

Wenn das Licht-Selbst und das Schatten-Selbst in deiner Visualisierung gegenwärtig sind, verkörpere das Licht-Selbst. Öffne deinem Schattenbild dein Herz, lächele ihm mit Liebe und Freundlichkeit zu. Atme die Negativität und Dunkelheit deines Schatten-Selbst ein. Hauche Licht und Liebe beim Ausatmen auf das Schatte-Selbst. Stell dir die Dunkelheit als rotbraunen, rußigen Rauch oder als tiefschwarzen Rauch vor. Atme ihn in die spirituelle Sonne ein, und sieh, wie der Rauch dort in feuriges Licht verwandelt wird. Dann hauche beim Ausatmen das Licht auf dein Schatten-Selbst. Nimm so die Negativität vom Schatten-Selbst weg und erfülle es mit Licht. Stell dir vor, wie es sich dabei nach und nach in ein Licht-Selbst verwandelt, bis es schließlich so hell wie du scheint. Dann stell dir vor, wie die beiden Licht-Selbst-Präsenzen Licht aufeinander hauchen, so dass das Licht alles durchdringt, die ganze Umgebung ausfüllt. Wenn die Umgebung sich in einen Lichtpalast verwandelt hat, umarme deinen anderen Aspekt. Stell dir vor, wie er mit dir verschmilzt, so dass ihr eine Licht-Präsenz bildet, die unversehrt und vollkommen ist. Wenn die Meditation beendet ist, bete, dass das Licht des Kreuzes auf alle Wesen ausgedehnt wird und führe das Kabbalistische Kreuz aus.

Dies ist eine kraftvolle Methode für die physische, psychische und spirituelle Selbstheilung. Es ist ebenso eine zentrale Übung der Selbstreinigung, die in ihrer esoterischen Bedeutung der Taufe entspricht. Weil die Licht-Präsenz unser innerstes Wesen ist, scheint unser Licht natürlich und spontan aus uns hervor, wenn wir die Schleier und Hüllen, die es verbergen, entfernen. Erleuchtung ist eine gegenwärtige Wahrheit, die wir erkennen und verwirklichen können. Sie ist der Zustand unseres wahren Seins, an den wir uns nur zu erinnern brauchen. Wenn wir uns von Vergeßlichkeit, Negativität und Dunkelheit gereinigt haben, scheint deshalb die Licht-Präsenz aus unserem Inneren hervor. Wie Yeshua Messia sagte, „Ihr seid das Licht für die Welt“.

(Übersetzt aus: Forum der Sophia Fellowship – Foundation Practices)

Geben-und-Empfangen-Meditation: Das Licht des Kreuzes ausdehnen

Die drei vorangegangenen Artikel zur Geben-und-Empfangen-Meditation findet ihr hier:

Warum Geben-und-Empfangen-Meditation?

Einige Vorübungen zur Geben-und Empfangen-Meditation

Geben-und-Empfangen-Meditation mit der Umgebung

Das Licht des Kreuzes ausdehnen

Einige weitere Vorbemerkungen zur Geben-und-Empfangen-Meditation

Im Prozess des Erzeugens von spiritueller Liebe und von Mitgefühl sind wir nicht allein. Wir erhalten Segen und Gnade vom auferstandenen Christus, obwohl jeder Mensch seine eigene Erlösung finden muss (Erleuchtung und Befreiung), indem er oder sie Zuflucht im lebendigen Yeshua (Jesus), dem Evangelium der Wahrheit und dem Mystischen Körper des Gesalbten (dem Heiligen Kreis oder der spirituellen Gruppe) sucht. Ebenso erhalten wir Segen und Gnade von der Heiligen Mutter, der Heiligen Braut (Maria Magdalena) und von allen Aposteln des Lichtes, die uns vorangegangen sind. Es gibt in Wahrheit eine grosse leuchtende Versammlung der Tzaddikim und Maggidim (der Heiligen, Engel und vieler göttlicher Wesen), die immer bereit sind, uns bei der grossen Aufgabe zu helfen. So sind wir nie allein bei unserer göttlichen Aufgabe. Die göttliche Gnade der heiligen Shekinah und die Tzaddikim und Maggidim sind immer bei uns, um uns bei unserer Aufgabe zu ermächtigen. Wir müssen die Shekinah, die Tzaddikim und Maggidim nur herbeirufen, um göttliche Unterstützung zu erhalten.

Wenn wir das Kabbalistische Kreuz ausführen, ist der Schnittpunkt des Lichtkreuzes in unserer Herzmitte – dem Heiligen Herzen. Dieses Kreuz repräsentiert die Einheit von Logos und Sophia, Glauben und Gnosis, Liebe und Mitgefühl. Unsere spirituelle Liebe und unser Mitgefühl ist dabei die Lichtkraft des Kreuzes. Wenn wir das Heilige Herz erzeugt haben und die Kraft der Liebe und des Mitgefühls auf andere lebendige Seelen ausdehnen wollen, können wir zur Heilige Mutter, zu Yeshua, Maria Magdalena und allen anderen Tzaddikim und Maggidim um Hilfe beten. Wir brauchen sie nur herbeizurufen. Dann beten wir aus der Tiefe unseres Seins, dass alles was wir denken, fühlen, uns vorstellen, sprechen und tun dazu dient, die Licht-Präsenz in der Welt auszudehnen. Wir beten, dass wir ein Segen für alle lebendigen Seelen sein mögen. Man kann beten „Ermächtige mich, oh Heiliger Einer, die grosse Aufgabe zu erfüllen und allen Wesen göttliche Erleuchtung zu bringen.“ Bete, dass du in Schönheit und Heiligkeit wandelst, ein Segen für alle Wesen bist, mit denen du in Kontakt kommst und dass du ermächtigt wirst, sie in das Licht-Kontinuum zu erheben.

Wenn du eine spirituelle Übung oder ein gutes Werk durchführst, mache es dir zur Gewohnheit, diese Aktivität bewusst allen Wesen als Segen zu widmen. Bete immer, dass das Licht des Kreuzes auf alle lebendigen Seelen ausgedehnt wird und dass der Segen und die Gnade des Gesalbten sich über alle lebendigen Wesen ergiesst. Wenn man tief über spirituelle Liebe und Mitgefühl meditiert und die Weisheit des Mitgefühls erkennt, begreift man, dass die volle Verkörperung der Licht-Präsenz der einzige wirkliche Weg dorthin ist. Denn in Wahrheit ist die eigene Erleuchtung und Befreiung der grösste Segen, den man anderen anbieten kann. In diesem Zustand der Selbsterkennung ist man ermächtigt, anderen die grösstmögliche Hilfe zu geben. So ist Mitgefühl die göttliche Leidenschaft für völlige Erleuchtung und Befreiung.

(Übersetzt aus: Forum der Sophia Fellowship – Foundation Practices)

Einige Vorübungen zu den Geben-und-Empfangen-Meditationen

Die beiden vorangegangenen Artikel zur Geben-und-Empfangen-Meditation findet ihr hier:

Warum Geben-und-Empfangen-Meditation?

Geben-und-Empfangen-Meditation mit der Umgebung

Die grundlegenden Fähigkeiten der Übungen „Stiller Beobachter“, „Ursprüngliche Meditation“ und „Geben-und-Empfangen-Meditationen“ sind Teil aller anderen spirituellen Übung, die in der Tradition der Sophia-Gnostik gelehrt werden, angefangen bei den Meditationen der „Vereinigung mit den Partzufim“ und „Palast des Lichtes“-Übungen bis zu den Meditationen der „Übertragung des Bewußtseins“. Alle beginnen mit dem „Stillen Beobachter“ oder der „Ursprünglichen Meditation“ und alle verwenden die Bilder der spirituellen Sonne und des leuchtenden heiligen Atems, die man in den „Geben-und-Empfangen-Meditationen“ findet. Kenntnis und Können dieser drei Übungen sind deshalb für den Eingeweihten Schlüssel zu allen anderen spirituellen Übungen in der Tradition. Darum gehört Geben-und-Empfangen zu den sechs Grundlagen-Übungen, die jeder Sophia-Gnostiker kennt. (die anderen drei sind die „Mittelsäulen-Meditation“, die oft mit Geben-und-Empfangen-Meditationen vereinigt wird, und zwei heilige Rituale, eines, das heiligen Raum schafft, und ein zweites für das gnostische Abendmahl.)

Bevor wir tatsächlich mit den Geben-und-Empfangen-Meditationen beginnen können, müssen wir lernen, Liebe und Mitgefühl in uns selbst bis zu einem gewissen Grad wachzurufen, was bedeutet, dass wir unser Herz öffnen können. In der Praxis kann sich das als viel schwieriger erweisen als man denkt, weil uns typischerweise die Quelle für unsere Liebe und unser Mitgefühl verborgen ist; weil sie uns nicht vertraut ist, kann es schwer sein den Zugang zu finden. Glücklicherweise gibt es im gnostischen Christentum viele besondere Methoden, um den Zugang zum Herzen zu finden; sie können uns helfen, unsere Fähigkeit zur Liebe und zum Mitgefühl zu erwecken. Hier werden wir uns einige besonders direkte ansehen.

Erinnerung an das Geliebt-Sein: Denke an eine Zeit als du Liebe fühltest und an die Person, die dich liebte. Vergegenwärtige dir diese Situation in deinem Geist so detailliert wie möglich – eine Liebe, die dir jemand zeigte und die dich wirklich bewegte. Für viele Menschen könnte diese Person ihre Mutter oder ihr Vater sein, oder die Großmutter und der Großvater oder jeder, der uns Liebe und Freundlichkeit entgegengebracht hat. Ein anderes Mal mögen einige von uns in der Lage sein, in Verbindung mit Yeshua oder Maria Magdalena zu kommen, deren Liebe uns die Lichtübertragung brachte, oder vielleicht auch mit unserem spirituellen Lehrer (Root Tzaddik). Jeder, der Liebe aus unserem Inneren hervorgebracht hat oder von dem wir uns geliebt fühlten, kann hierzu nützlich sein.

Stell dir die Situation vor und lasse sie deinen Geist vollkommen erfüllen, erlaube dem Gefühl der Liebe wieder in deinem Herzen aufzusteigen und dich mit Danksagungen und Dankbarkeit zu durchdringen. Wenn du das tust, wird deine Liebe natürlicherweise zu dem fliessen, der sie erweckt hat, wer auch immer das sein mag. Dein Herz wird sich öffnen, und obwohl du vielleicht nicht immer fühlen wirst, dass du genug Liebe hast, oder du deine Fähigkeit zum Mitgefühl vergessen hast, wirst du dich an Liebe und Mitgefühl erinnern, den sie werden dir gegenwärtig sein durch diese Übung. Du wirst dich daran erinnern, dass du geliebt wurdest und der Liebe würdig bist und das du in deinem Herzen ein liebendes Wesen bist.

Lass zu, dass sich dein Herz ganz öffnet, und lass deine Liebe zu allen lebendigen Seelen und Herzen strömen. Zuerst zu denen, die dir am nächsten sind, dann zu Freunden, Bekannten und Nachbarn und dann zu Fremden. Wenn du in der Lage bist, lass deine Liebe sogar zu denen strömen, die du für Feinde hältst … lass die ganze Welt in deinem Herzen ruhen, als wäre es ein Schoss aus Licht und Liebe. Bleibe in dieser heiligen Aufmerksamkeit solange es geht.

Die anderen gleichen einem selbst: In Wahrheit wünschen wir uns alle die gleichen grundlegenden Dinge – wir alle wollen glücklich sein und frei von Leid. Wir wollen wohlhabend, erfolgreich, gesund und glücklich sein, wie immer wir es ausdrücken mögen. Das trifft auf alle lebendigen Seelen und Herzen zu. Im Grunde genommen ist es so: wenn wir uns an unsere grundlegende Gleichheit als menschliche Wesen – lebendige Wesen – erinnern können, können wir anderen unser Herz öffnen.

Vergegenwärtige dir das, sieh dein eigenes Verlangen nach Wohlstand, Erfolg, Gesundheit und Glück und sieh, dass das Verlangen anderer deinem Verlangen gleicht. Lass dein Herz sich öffnen und wünsche aufrichtig Wohlstand, Erfolg, Gesundheit und Glück zusammen für dich und andere. Das wird dir helfen, dich in deinen Beziehungen zu anderen zu öffnen und dir deiner eigenen Bedürfnisse und Wünsche und der Bedürfnisse und Wünsche der anderen bewusst zu werden. Stell dir nur einmal eine Welt vor, in der Leute einander in dieser Art beachten – das Glück würde zunehmen und das Leid abnehmen!

Plätze tauschen: Wenn du jemanden kennst der leidet, aber du keine Idee hast, wie du dieser Person helfen kannst, vesetze dich ohne Vorbehalt an die Stelle dieser Person. Stell dir vor, du bist diese Person – du hast ihre Erfahrung – so vollständig und lebendig wie du kannst. Schau und sieh wie du dich fühlst, und sieh all die Ängste, die Trauer und das Leid, das aufsteigen würde. Sei diese Person in deinem Geist und öffne dein Herz vollständig ihrer oder seiner Erfahrung.

Immer, wenn wir die Plätze mit jemandem tauschen, verändern wir natürlicherweise unser gewohheitsmäßiges Selbstverständnis und öffnen unser Herz der Erfahrung und den Bedürfnissen von anderen. Wenn wir uns diese Übung zur Gewohnheit machen, werden wir feststellen, dass mehr und mehr eine kraftvolle Einfühlung und Verbundenheit mit anderen in uns erwacht und dass unser Herz sich anderen im täglichen Leben natürlicher Weise öffnet. Offen gestanden, wir werden feststellen, das wir gesünder und glücklicher sind, wenn wir das einfach tun. Wenn wir aktives Mitgefühl üben können – indem wir Hilfe und Unterstützung welcher Art auch immer leisten – werden wir ein gewisses Strahlen unseres heiligen Herzens spontan erleben.

Stell dir einen Freund an Stelle der fremden Person vor, denn manchmal ist es nicht leicht, uns an die Stelle von jemandem zu versetzen, den wir nicht gut kennen. Wenn das der Fall ist, braucht man sich in der Situation der fremden Person nur jemanden vorzustellen, den man liebst oder mit dem man befreundet ist. Als natürliches Ergebnis wird sich unser Herz schnell öffnen und wir spüren ein Ausströmen von Liebe und Mitgefühl.

Mancher fürchete vielleicht, das diese Übung einem Freund schaden könnte wie z.B. ein psychischer Angriff. Jedoch könnte nichts weiter von der Wahrheit entfernt sein. Die Liebe und das Mitgefühl, die man bei dieser Übung erzeugt, gehen hinaus zu der geliebten Person und ebenso zu der Person, die tatsächlich leidet und in Not ist. Das erzeugt positive Energy und positives Karma für den eigenen Freund. Eigentlich bezieht man in so einem Fall die eigene Freundin, den eigenen Freund in das Licht-Kontinuum mit ein und erzeugt damit eine Segnung für sie oder ihn, den sie oder er hat durch ihre / seine Liebe die Licht-Übertragung ermöglicht.

Sich dem Mitgefühl öffnen: Jeden Tag gibt es Möglichkeiten unser Herz zu öffnen und Liebe und Mitgefühl zu erfahren. Vielleicht gehen wir an jemandem, der auf der Strasse lebt, vorbei oder sehen jemanden mit einem einsamen oder verärgerten Gesicht, oder jemanden, der körperlich, geistig oder emotional behindert ist. vielleicht sehen wir auch ein totes Tier am Strassenrand. Vielleicht hören wir von der Notlage von Völkern in anderen Ländern oder sehen in den Nachrichten Leute, die gerade ein Unglück oder Leid erfahren. Im Leben sehen wir viele Leute, die leiden oder sich in einer Notlage befinden. Immer wenn wir solche Dinge sehen, ist das eine Möglichkeit sein Herz zu öffnen. Im Angesicht des unermesslichen Leides in der Welt, erlaube der Chance für Liebe und für das Bedauern, dass das Leid erzeugt, nicht an dir vorüberzugehen. Lasse das Leid und die Trauer Liebe und Mitgefühl aus dir gebären. Dann ist die grosse Trauer und das grosse Leiden nicht ohnen Sinn und Zweck, sondern unterstützt die Offenbarung der Christ-Präsenz in einem selbst und anderen. Lass das Leben selbst Liebe und Mitgefühl hervorrufen.

In dieser Weise können wir unser Herz öffnen und uns an unsere Fähigkeit zur Liebe und zum Mitgefühl erinnern. Zweifellos kann man auch viele andere Wege finden. Der Zweck dieser Übungen ist, dass du auf jede mögliche Art auf deine dir als Mensch angeborene Liebe und dein angeborenes Mitgefühl zugreifst. Das wird dir mehr Zufriedenheit und Glück bringen und es wird dich befähigen zu den Geben-und-Empfangen-Meditationen.

Mögen sich die Herzen aller in Liebe und Mitgefühl öffnen!

In Kürze folgt mehr zum Thema

(Übersetzt aus: Forum der Sophia Fellowship – Foundation Practices)

Warum Geben-und-Empfangen-Meditationen?

Die Grundlage authentischer Spiritualität und Selbsteinsicht ist es, Liebe und Mitgefühl zu erzeugen. Liebe und Mitgefühl öffnen uns die Augen für die heilige Einheit, die der gesamten Schöpfung zugrunde liegt und offenbaren unsere dynamische wechselseitige Abhängigkeit und Verbindung mit allen und allem in unserer Umgebung. In den Lehren der Sophia-Gnostik wird Christus „das Muster, das verbindet“ genannt, denn sein Wesen ist Liebe und Mitgefühl.

Der heilige Paulus spricht dieses Thema wortgewandt an, wenn er schreibt: „Wenn ich mit den Sprachen der Menschen und der Engel rede, aber nicht Liebe habe, so bin ich ein tönendes Erz geworden oder eine schallende Zimbel. Und wenn ich Prophezeiung habe und alle Geheimnisse und alle Erkenntnis weiß, und wenn ich allen Glauben habe, so daß ich Berge versetze, aber nicht Liebe habe, so bin ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe zur Speisung der Armen austeilen werde, und wenn ich meinen Leib hingebe, auf daß ich verbrannt werde, aber nicht Liebe habe, so ist es mir nichts nütze.“ Er schließt: „Die Liebe vergeht nimmer; seien es aber Prophezeiungen, sie werden weggetan werden; seien es Sprachen, sie werden aufhören; sei es Erkenntnis, sie wird weggetan werden. Denn wir erkennen stückweise, und wir prophezeien stückweise; wenn aber das Vollkommene gekommen sein wird, so wird das, was stückweise ist, weggetan werden. Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind, urteilte wie ein Kind; als ich ein Mann wurde, tat ich weg, was kindisch war. Denn wir sehen jetzt durch einen Spiegel, undeutlich, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, gleichwie auch ich erkannt worden bin. Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die größte aber von diesen ist die Liebe.“ (1 Korinther 13:1-13)

Ebenso suchen viele Menschen in moderner Spiritualität und Esoterik übersinnliche und spirituelle Gaben und behaupten, höhere Bewußtseinsgrade erreicht zu haben, wie kosmisches Bewußtsein oder sogar überirdisches Bewußtsein oder Erleuchtung, wenn sie noch nicht das Heilige Herz der Liebe und des Mitgefühls ausgebildet haben. Obwohl solche Menschen tatsächlich einen flüchtigen Blick in den Bereich des höheren Bewußtseins geworfen haben mögen, kann dieser Zustand ohne Liebe und Mitgefühl nicht verkörpert und erfasst werden – denn das Heilige Herz der Liebe und des Mitgefühls ist das wirkliche Wesen der Lichtpräsenz, der Erleuchtung und Befreiung. Der Sophia-Gnostik zufolge sind Liebe und Mitgefühl der Lichtseele in uns eigen, und durch die Entwicklung von Liebe und Mitgefühl bilden wir unsere wahre Menschlichkeit aus.

Die Geben-und-Empfangen-Übungen sind die Hauptmethode, durch die Sophia-Gnostiker das Heilige Herz der Liebe und des Mitgefühls ausbilden.

Der Kabbala zufolge, müssen wir etwas empfangen, um etwas geben zu können; und um etwas vollständig zu empfangen, müssen wir es mit anderen teilen. Zuerst müssen wir die Liebe und das Mitgefühl der Lichtpräsenz in uns empfangen, und erst indem wir anderen geben, empfangen wir den Segen des Heiligen Herzens vollständig. Aus diesem Grunde muß man mit den Geben-und-Empfangen-Übungen bei sich selbst beginnen und kann sie dann auf andere ausdehnen.

Das Hauptziel der Geben-und-Nehmen-Meditationen ist die Ausbildung des Heiligen Herzens Christus – Spirituelle Liebe und Mitgefühl – jedoch ist sie auch ein Weg der Heilung und der Weitergabe von Segenswünschen an andere. Sie ist grundsätzlich dazu gedacht, jede Form von Negativität und blockierendem Karma aufzulösen und an Stelle dessen positive Energie und heilsames Karma aufzubauen. So öffnet sich natürlicher Weise der Weg zur Heilung, ob nun physisch, psychisch oder spirituell und für die Aufnahme von jeder Art von Segen, materiell und sprituell.

Vielleicht erst einmal soviel. Demnächst findet ihr hier Vorübungen und die wesentlichen Geben-und-Nehmen-Meditationen.

(Übersetzt aus: Forum der Sophia Fellowship – Foundation Practices)