Schlagwort-Archive: Meditation

Vorübungen zur Partzuf-Meditation

Wenn es für euch zu schwierig ist, euch eine Person wie Jesus oder Maria Magdalena als Lichtwesen vorzustellen, ist es gut, ihre oder seine vollkommene Präsenz im Raum vor euch zu fühlen: lass all die Inspiration, Freude und Ehrfurcht, die du fühlst, die Stelle der Visualisierung einnehmen. Vertraue einfach, das die Präsenz, die du zu Hilfe rufst, wirklich da ist. Jesus sagte selbst: „Und das sollt ihr wissen: Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt.“

Es ist am Anfang nicht wichtig, ob ihr visualisieren könnt. Es ist viel wichtiger, dass ihr die Präsenz in eurem Herzen fühlt, dass ihr in euch aufnehmt, was sie verkörpert: ihre Liebe, ihr Mitgefühl, ihre Weisheit, ihren Segen und ihre Kraft. Lasst euch völlig davon erfüllen und spürt, was geschieht. Wenn der Meister zu euch spricht, nehmt es in euch auf. Bleibt so lange ihr könnt in der Aufmerksamkeit. Bittet zum Schluß, dass seine Liebe und Kraft auf alle Wesen ausgedehnt wird. Amen.

Eine andere Möglichkeit:

Wenn ihr euch ein Licht gut vorstellen könnt, denkt euch eine spirituelle Sonne hinter eurem Herzen, und lasst euch von diesem Licht völlig erfüllen.

Oder schaut euch an einem sonnigen Tag die Sonne genau an, und nehmt ihr Bild vollkommen in euch auf, spürt die Sonne hinter eurem Herzen. Diese Aufmerksamkeitsübung tut gut, und ihr könnt sie im Alltag oft wiederholen. Dann wird euch in der Meditation das Licht der Sonne sehr präsent sein.

Erinnert euch in der Meditation an die Sonne und spürt sie wieder hinter eurem Herzen. Versucht, das Licht stärker werden zu lassen und dehnt es aus, bis es euer Herz ganz erfüllt. Nehmt die Kraft und Reinheit dieses Lichtes bewußt in euch auf. Bleibt so lange ihr könnt in der Aufmerksamkeit. Bittet zum Schluß, dass die Kraft des Lichtes auf alle Wesen ausgedehnt wird. Amen.

Einen Altar bauen:

Sehr hilfreich ist es auch, einen Altar zu bauen. Das ist in der Sophia-Gnostik eine sehr kreative Angelegenheit und jeder richtet sich nach seinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen. Wichtig ist, dass ihr eine persönliche Beziehung zu dem Altar herstellt. So bringt ihr euch leichter in die sprituelle Aufmerksamkeit. Ihr könnt dazu z.B. ein Bild des Partzuf wählen, dass euch besonders anspricht, Kerzen, Weihrauch, aber auch jede Art von spirituellen Symbolen, die euch besonders wichtig sind. Auch die Beziehung zu anderen spirituellen Traditionen, wie Buddhismus oder Sufismus läßt sich symbolisieren.

Meditiert dann regelmäßig vor dem Altar und gewinnt ein Bild von eurem Partzuf als Lichtgestalt, das ihr euch  bei der Meditation immer besser vorstellen könnt.

Advertisements

Geben-und Empfangen-Meditation mit sich selbst

Bevor du mit dieser Meditation beginnst, solltest du die vorangegangenen Artikel zur Geben-und-Empfangen-Meditation lesen:

Warum Geben-und-Empfangen-Meditation?

Einige Vorübungen zur Geben-und Empfangen-Meditation

Geben-und-Empfangen-Meditation: Das Licht des Kreuzes ausdehnen

Es empfiehlt sich, die Geben-und-Empfangen Meditation mit der Umgebung zuerst zu üben. Wenn du sie sicher beherrschst, ist es ein guter Zeitpunkt, die hier beschriebene Meditation auszuprobieren.

Setze dich bequem an einen ungestörten Ort, führe das Kabbalistische Kreuz und die ursprüngliche Meditation aus und komme so zur Ruhe. Stelle dir in deinem Herzen die spirituelle Sonne vor und verwandele dich augenblicklich in einen Körper aus göttlichem Licht, in die Licht-Präsenz. Dann stell dir dein Schattenbild vor, wie es magischerweise vor dir erscheint. Das Licht-Selbst ist der unversehrte, vollkommene, warme, liebende, verstehende und geisterfüllte Teilaspekt von dir. Es ist eine lebendige Präsenz und Kraft des Lichtes, die dir ein guter Freund ist, die bereit ist, für dich dazusein ohne ein Urteil über dich zu fällen, ungeachtet deiner Fehler und Defizite. Das Schatten-Selbst ist der Teilaspekt von dir, der sich verwundet und verletzt fühlt, zurückgewiesen, wertlos, missverstanden, betrogen, frustriert, von Trauer erfüllt, gekränkt, verärgert u.v.a.m. Es ist also an alle Arten von Negativität gebunden.

Wenn das Licht-Selbst und das Schatten-Selbst in deiner Visualisierung gegenwärtig sind, verkörpere das Licht-Selbst. Öffne deinem Schattenbild dein Herz, lächele ihm mit Liebe und Freundlichkeit zu. Atme die Negativität und Dunkelheit deines Schatten-Selbst ein. Hauche Licht und Liebe beim Ausatmen auf das Schatte-Selbst. Stell dir die Dunkelheit als rotbraunen, rußigen Rauch oder als tiefschwarzen Rauch vor. Atme ihn in die spirituelle Sonne ein, und sieh, wie der Rauch dort in feuriges Licht verwandelt wird. Dann hauche beim Ausatmen das Licht auf dein Schatten-Selbst. Nimm so die Negativität vom Schatten-Selbst weg und erfülle es mit Licht. Stell dir vor, wie es sich dabei nach und nach in ein Licht-Selbst verwandelt, bis es schließlich so hell wie du scheint. Dann stell dir vor, wie die beiden Licht-Selbst-Präsenzen Licht aufeinander hauchen, so dass das Licht alles durchdringt, die ganze Umgebung ausfüllt. Wenn die Umgebung sich in einen Lichtpalast verwandelt hat, umarme deinen anderen Aspekt. Stell dir vor, wie er mit dir verschmilzt, so dass ihr eine Licht-Präsenz bildet, die unversehrt und vollkommen ist. Wenn die Meditation beendet ist, bete, dass das Licht des Kreuzes auf alle Wesen ausgedehnt wird und führe das Kabbalistische Kreuz aus.

Dies ist eine kraftvolle Methode für die physische, psychische und spirituelle Selbstheilung. Es ist ebenso eine zentrale Übung der Selbstreinigung, die in ihrer esoterischen Bedeutung der Taufe entspricht. Weil die Licht-Präsenz unser innerstes Wesen ist, scheint unser Licht natürlich und spontan aus uns hervor, wenn wir die Schleier und Hüllen, die es verbergen, entfernen. Erleuchtung ist eine gegenwärtige Wahrheit, die wir erkennen und verwirklichen können. Sie ist der Zustand unseres wahren Seins, an den wir uns nur zu erinnern brauchen. Wenn wir uns von Vergeßlichkeit, Negativität und Dunkelheit gereinigt haben, scheint deshalb die Licht-Präsenz aus unserem Inneren hervor. Wie Yeshua Messia sagte, „Ihr seid das Licht für die Welt“.

(Übersetzt aus: Forum der Sophia Fellowship – Foundation Practices)

Geben-und-Empfangen-Meditation: Das Licht des Kreuzes ausdehnen

Die drei vorangegangenen Artikel zur Geben-und-Empfangen-Meditation findet ihr hier:

Warum Geben-und-Empfangen-Meditation?

Einige Vorübungen zur Geben-und Empfangen-Meditation

Geben-und-Empfangen-Meditation mit der Umgebung

Das Licht des Kreuzes ausdehnen

Einige weitere Vorbemerkungen zur Geben-und-Empfangen-Meditation

Im Prozess des Erzeugens von spiritueller Liebe und von Mitgefühl sind wir nicht allein. Wir erhalten Segen und Gnade vom auferstandenen Christus, obwohl jeder Mensch seine eigene Erlösung finden muss (Erleuchtung und Befreiung), indem er oder sie Zuflucht im lebendigen Yeshua (Jesus), dem Evangelium der Wahrheit und dem Mystischen Körper des Gesalbten (dem Heiligen Kreis oder der spirituellen Gruppe) sucht. Ebenso erhalten wir Segen und Gnade von der Heiligen Mutter, der Heiligen Braut (Maria Magdalena) und von allen Aposteln des Lichtes, die uns vorangegangen sind. Es gibt in Wahrheit eine grosse leuchtende Versammlung der Tzaddikim und Maggidim (der Heiligen, Engel und vieler göttlicher Wesen), die immer bereit sind, uns bei der grossen Aufgabe zu helfen. So sind wir nie allein bei unserer göttlichen Aufgabe. Die göttliche Gnade der heiligen Shekinah und die Tzaddikim und Maggidim sind immer bei uns, um uns bei unserer Aufgabe zu ermächtigen. Wir müssen die Shekinah, die Tzaddikim und Maggidim nur herbeirufen, um göttliche Unterstützung zu erhalten.

Wenn wir das Kabbalistische Kreuz ausführen, ist der Schnittpunkt des Lichtkreuzes in unserer Herzmitte – dem Heiligen Herzen. Dieses Kreuz repräsentiert die Einheit von Logos und Sophia, Glauben und Gnosis, Liebe und Mitgefühl. Unsere spirituelle Liebe und unser Mitgefühl ist dabei die Lichtkraft des Kreuzes. Wenn wir das Heilige Herz erzeugt haben und die Kraft der Liebe und des Mitgefühls auf andere lebendige Seelen ausdehnen wollen, können wir zur Heilige Mutter, zu Yeshua, Maria Magdalena und allen anderen Tzaddikim und Maggidim um Hilfe beten. Wir brauchen sie nur herbeizurufen. Dann beten wir aus der Tiefe unseres Seins, dass alles was wir denken, fühlen, uns vorstellen, sprechen und tun dazu dient, die Licht-Präsenz in der Welt auszudehnen. Wir beten, dass wir ein Segen für alle lebendigen Seelen sein mögen. Man kann beten „Ermächtige mich, oh Heiliger Einer, die grosse Aufgabe zu erfüllen und allen Wesen göttliche Erleuchtung zu bringen.“ Bete, dass du in Schönheit und Heiligkeit wandelst, ein Segen für alle Wesen bist, mit denen du in Kontakt kommst und dass du ermächtigt wirst, sie in das Licht-Kontinuum zu erheben.

Wenn du eine spirituelle Übung oder ein gutes Werk durchführst, mache es dir zur Gewohnheit, diese Aktivität bewusst allen Wesen als Segen zu widmen. Bete immer, dass das Licht des Kreuzes auf alle lebendigen Seelen ausgedehnt wird und dass der Segen und die Gnade des Gesalbten sich über alle lebendigen Wesen ergiesst. Wenn man tief über spirituelle Liebe und Mitgefühl meditiert und die Weisheit des Mitgefühls erkennt, begreift man, dass die volle Verkörperung der Licht-Präsenz der einzige wirkliche Weg dorthin ist. Denn in Wahrheit ist die eigene Erleuchtung und Befreiung der grösste Segen, den man anderen anbieten kann. In diesem Zustand der Selbsterkennung ist man ermächtigt, anderen die grösstmögliche Hilfe zu geben. So ist Mitgefühl die göttliche Leidenschaft für völlige Erleuchtung und Befreiung.

(Übersetzt aus: Forum der Sophia Fellowship – Foundation Practices)

Partzuf-Meditation: Einheit mit Maria Magdalena – der Heiligen Braut

Viele Sophia-Gnostiker haben zu Hause einen Altar, Schrein oder einen Raum für Gebet, Meditation und heilige Rituale. Sie zünden dort Kerzen an und verbrennen Weihrauch. Er dient ihnen als ein Ort der Fokussierung. Bei den spirituellen Übungen mit Maria Magdalena, der Heiligen Braut, ist der Altar ein besonders kraftvoller Ort, um den Kontakt zu ihr zu finden. Wenn du die Heilige Braut herbeirufen willst, ist es deshalb gut, einen Altar oder Schrein für die Heilige Mutter und Heilige Braut zu bauen. Du kannst dann diese Meditationsübung vor diesem Altar, aber auch an jedem anderen Ort, an dem du ungestört bist, durchführen. Viele Eingeweihte suchen sich zum Üben zusätzlich einen Platz in der Natur.

Setz dich hin und komm zur Ruhe. Führe das Kabbalistische Kreuz und die ursprüngliche Meditation aus (siehe unten) – werde frei und gegenwärtig im Augenblick. Verweile in der Ruhe und warte auf den Geist des Herren. Wenn der Geist dich bewegt, konzentriere dich auf deinen Bauch und stelle dir darin ein heiliges Feuer vor. Schüre mit jedem Atemzug dieses Feuer, fache es an.

Wenn das heilige Feuer brennt, segne es mit dem Gesang Ya-Ha-Va (kurze Vokale).

Dann stell dir vor, dass die Flamme wie ein feiner Faden sich von der Basis deiner Wirbelsäule und von deinem Bauch zu deinem Herzen bewegt. Stell dir vor, wie dein Herz in Flammen aufgeht. Lass dich erfüllen von der Kraft der göttlichen Leidenschaft, Energie und Liebe. Fühle wie du in Flammen stehst durch den Geist Yahwehs.

Nun stell dir vor, das eine Flamme aus deinem feurigen Herzen schlägt und magischerweise als das göttliche Bild der Maria Magdalena, der Heiligen Braut, vor dir tanzt.

Das Meditationsbild: Sie ist gekleidet in Karmesinrot mit einem karmesinroten Schal über ihrem Kopf. Sie trägt eine weisse innere Robe. Sie hat eine dunklere Hautfarbe und ist von ehrfurchtgebietender Schönheit mit samtschwarzen Haaren und grünen Augen. In ihren Händen hält sie den Salbtiegel und manchmal trägt sie ein Schwert. Sie ist umgeben von einer Aura aus Feuer und Licht. Sie tanzt wie eine Flamme am Himmel. Das gesamte Bild ist aus durchsichtigem Licht geformt.

Wenn die Braut vor dir tanzt, nimm wahr und fühle, wie ihr heiliges Feuer in dir tanzt, bete zu ihr und kommuniziere mit ihr. Sogern du auch viel sprechen würdest, bleibe in der Stille, höre ihr zu und nimm die Stimme ihrer Weisheit in dir auf. Öffnen ihr ganz und gar dein Herz und deinen Geist, lade sie ein, heisse sie willkommen. Wenn du es möchest, bitte sie, ganz in dein Leben zu kommen und es zu erfüllen. Empfange die Erleuchtung und Lehren, die sie dir gibt, was immer es auch sein möge. Empfange ihren Segen und ihre Gnade, was immer es auch sein möge. Sei ganz wach in der angeborenen Seeligkeit ihrer Gegenwart.

Dann nimm ihren Gesang auf: Kallah Messia (Gesalbte Braut).

Während du singst, stell dir vor, wie die Heilige Braut Segen ausgiesst über dir in Form von Feuer und Licht. Sieh sie um dich herumtanzen, in dir und durch dich hindurchtanzen, dein eigener Körper erfüllt mit Feuer und Licht und deine Aura strahlend mit Feuer und Licht. Vielleicht wird sie dich bitten auch zu tanzen oder sie wird dich bitten still zu bleiben. Wie auch immer, folge der Inspiration des Augenblicks.

Wenn du still wirst nach dem Gesang, stell dir vor, wie die Heilige Braut in dich schlüpft und ganz mit dir verschmilzt. Dein Geist wird ihr weiser Geist, dein Herz ihr flammendes Herz und dein Körper ihr heiliger Körper: sei eins mit der Heiligen Braut. Wisse, dass du ihr gehörst und sie dir für alle Zeit. Wandle in Schönheit und Heiligkeit, wenn du in die Welt hinausgehst. Sieh sie in jedem Wesen und in allen Dingen und in dir!

Setz dich und lass die Energie sich integrieren und erden. Dann bete, dass die Energie und der Segen der Heiligen Braut alle Wesen und die ganze Welt beglücken, und bete für die Gnosis des Zweiten Kommens. Zum Schluss führe das Kabbalistische Kreuz aus.

Das ist eine grundlegende Selbsteinweihung und Meditation mit St. Maria von Magdal, Unserer Dame in Rot. Wenn dir diese Methode zu schwierig oder unklar erscheint, kannst du dir einfach die spirituelle Sonne in deinem Herzen vorstellen. Dann schau, wie das Bild der Heiligen Braut magischerweise erscheint aus einem Lichtstrahl, der von deinem Herzen ausgeht. In diesem Fall tanzt sie nicht wie eine Flamme, sondern ihr Bild schwebt im Raum vor dir an einer Stelle. Am Ende stell dir einfach vor, wie sie sich wieder auflöst und in die sprituelle Sonne in deinem Herzen zurückkehrt. Der Anfang, das Ende sowie der Gesang Kallah Messia bleiben dabei gleich.

Wir beten, dass das feurige Licht der Heiligen Braut von allen, die sie suchen, empfangen wird! Amen.

(Übersetzt aus: Sophia Fellowship, Study and Practice)

Einige Vorübungen zu den Geben-und-Empfangen-Meditationen

Die beiden vorangegangenen Artikel zur Geben-und-Empfangen-Meditation findet ihr hier:

Warum Geben-und-Empfangen-Meditation?

Geben-und-Empfangen-Meditation mit der Umgebung

Die grundlegenden Fähigkeiten der Übungen „Stiller Beobachter“, „Ursprüngliche Meditation“ und „Geben-und-Empfangen-Meditationen“ sind Teil aller anderen spirituellen Übung, die in der Tradition der Sophia-Gnostik gelehrt werden, angefangen bei den Meditationen der „Vereinigung mit den Partzufim“ und „Palast des Lichtes“-Übungen bis zu den Meditationen der „Übertragung des Bewußtseins“. Alle beginnen mit dem „Stillen Beobachter“ oder der „Ursprünglichen Meditation“ und alle verwenden die Bilder der spirituellen Sonne und des leuchtenden heiligen Atems, die man in den „Geben-und-Empfangen-Meditationen“ findet. Kenntnis und Können dieser drei Übungen sind deshalb für den Eingeweihten Schlüssel zu allen anderen spirituellen Übungen in der Tradition. Darum gehört Geben-und-Empfangen zu den sechs Grundlagen-Übungen, die jeder Sophia-Gnostiker kennt. (die anderen drei sind die „Mittelsäulen-Meditation“, die oft mit Geben-und-Empfangen-Meditationen vereinigt wird, und zwei heilige Rituale, eines, das heiligen Raum schafft, und ein zweites für das gnostische Abendmahl.)

Bevor wir tatsächlich mit den Geben-und-Empfangen-Meditationen beginnen können, müssen wir lernen, Liebe und Mitgefühl in uns selbst bis zu einem gewissen Grad wachzurufen, was bedeutet, dass wir unser Herz öffnen können. In der Praxis kann sich das als viel schwieriger erweisen als man denkt, weil uns typischerweise die Quelle für unsere Liebe und unser Mitgefühl verborgen ist; weil sie uns nicht vertraut ist, kann es schwer sein den Zugang zu finden. Glücklicherweise gibt es im gnostischen Christentum viele besondere Methoden, um den Zugang zum Herzen zu finden; sie können uns helfen, unsere Fähigkeit zur Liebe und zum Mitgefühl zu erwecken. Hier werden wir uns einige besonders direkte ansehen.

Erinnerung an das Geliebt-Sein: Denke an eine Zeit als du Liebe fühltest und an die Person, die dich liebte. Vergegenwärtige dir diese Situation in deinem Geist so detailliert wie möglich – eine Liebe, die dir jemand zeigte und die dich wirklich bewegte. Für viele Menschen könnte diese Person ihre Mutter oder ihr Vater sein, oder die Großmutter und der Großvater oder jeder, der uns Liebe und Freundlichkeit entgegengebracht hat. Ein anderes Mal mögen einige von uns in der Lage sein, in Verbindung mit Yeshua oder Maria Magdalena zu kommen, deren Liebe uns die Lichtübertragung brachte, oder vielleicht auch mit unserem spirituellen Lehrer (Root Tzaddik). Jeder, der Liebe aus unserem Inneren hervorgebracht hat oder von dem wir uns geliebt fühlten, kann hierzu nützlich sein.

Stell dir die Situation vor und lasse sie deinen Geist vollkommen erfüllen, erlaube dem Gefühl der Liebe wieder in deinem Herzen aufzusteigen und dich mit Danksagungen und Dankbarkeit zu durchdringen. Wenn du das tust, wird deine Liebe natürlicherweise zu dem fliessen, der sie erweckt hat, wer auch immer das sein mag. Dein Herz wird sich öffnen, und obwohl du vielleicht nicht immer fühlen wirst, dass du genug Liebe hast, oder du deine Fähigkeit zum Mitgefühl vergessen hast, wirst du dich an Liebe und Mitgefühl erinnern, den sie werden dir gegenwärtig sein durch diese Übung. Du wirst dich daran erinnern, dass du geliebt wurdest und der Liebe würdig bist und das du in deinem Herzen ein liebendes Wesen bist.

Lass zu, dass sich dein Herz ganz öffnet, und lass deine Liebe zu allen lebendigen Seelen und Herzen strömen. Zuerst zu denen, die dir am nächsten sind, dann zu Freunden, Bekannten und Nachbarn und dann zu Fremden. Wenn du in der Lage bist, lass deine Liebe sogar zu denen strömen, die du für Feinde hältst … lass die ganze Welt in deinem Herzen ruhen, als wäre es ein Schoss aus Licht und Liebe. Bleibe in dieser heiligen Aufmerksamkeit solange es geht.

Die anderen gleichen einem selbst: In Wahrheit wünschen wir uns alle die gleichen grundlegenden Dinge – wir alle wollen glücklich sein und frei von Leid. Wir wollen wohlhabend, erfolgreich, gesund und glücklich sein, wie immer wir es ausdrücken mögen. Das trifft auf alle lebendigen Seelen und Herzen zu. Im Grunde genommen ist es so: wenn wir uns an unsere grundlegende Gleichheit als menschliche Wesen – lebendige Wesen – erinnern können, können wir anderen unser Herz öffnen.

Vergegenwärtige dir das, sieh dein eigenes Verlangen nach Wohlstand, Erfolg, Gesundheit und Glück und sieh, dass das Verlangen anderer deinem Verlangen gleicht. Lass dein Herz sich öffnen und wünsche aufrichtig Wohlstand, Erfolg, Gesundheit und Glück zusammen für dich und andere. Das wird dir helfen, dich in deinen Beziehungen zu anderen zu öffnen und dir deiner eigenen Bedürfnisse und Wünsche und der Bedürfnisse und Wünsche der anderen bewusst zu werden. Stell dir nur einmal eine Welt vor, in der Leute einander in dieser Art beachten – das Glück würde zunehmen und das Leid abnehmen!

Plätze tauschen: Wenn du jemanden kennst der leidet, aber du keine Idee hast, wie du dieser Person helfen kannst, vesetze dich ohne Vorbehalt an die Stelle dieser Person. Stell dir vor, du bist diese Person – du hast ihre Erfahrung – so vollständig und lebendig wie du kannst. Schau und sieh wie du dich fühlst, und sieh all die Ängste, die Trauer und das Leid, das aufsteigen würde. Sei diese Person in deinem Geist und öffne dein Herz vollständig ihrer oder seiner Erfahrung.

Immer, wenn wir die Plätze mit jemandem tauschen, verändern wir natürlicherweise unser gewohheitsmäßiges Selbstverständnis und öffnen unser Herz der Erfahrung und den Bedürfnissen von anderen. Wenn wir uns diese Übung zur Gewohnheit machen, werden wir feststellen, dass mehr und mehr eine kraftvolle Einfühlung und Verbundenheit mit anderen in uns erwacht und dass unser Herz sich anderen im täglichen Leben natürlicher Weise öffnet. Offen gestanden, wir werden feststellen, das wir gesünder und glücklicher sind, wenn wir das einfach tun. Wenn wir aktives Mitgefühl üben können – indem wir Hilfe und Unterstützung welcher Art auch immer leisten – werden wir ein gewisses Strahlen unseres heiligen Herzens spontan erleben.

Stell dir einen Freund an Stelle der fremden Person vor, denn manchmal ist es nicht leicht, uns an die Stelle von jemandem zu versetzen, den wir nicht gut kennen. Wenn das der Fall ist, braucht man sich in der Situation der fremden Person nur jemanden vorzustellen, den man liebst oder mit dem man befreundet ist. Als natürliches Ergebnis wird sich unser Herz schnell öffnen und wir spüren ein Ausströmen von Liebe und Mitgefühl.

Mancher fürchete vielleicht, das diese Übung einem Freund schaden könnte wie z.B. ein psychischer Angriff. Jedoch könnte nichts weiter von der Wahrheit entfernt sein. Die Liebe und das Mitgefühl, die man bei dieser Übung erzeugt, gehen hinaus zu der geliebten Person und ebenso zu der Person, die tatsächlich leidet und in Not ist. Das erzeugt positive Energy und positives Karma für den eigenen Freund. Eigentlich bezieht man in so einem Fall die eigene Freundin, den eigenen Freund in das Licht-Kontinuum mit ein und erzeugt damit eine Segnung für sie oder ihn, den sie oder er hat durch ihre / seine Liebe die Licht-Übertragung ermöglicht.

Sich dem Mitgefühl öffnen: Jeden Tag gibt es Möglichkeiten unser Herz zu öffnen und Liebe und Mitgefühl zu erfahren. Vielleicht gehen wir an jemandem, der auf der Strasse lebt, vorbei oder sehen jemanden mit einem einsamen oder verärgerten Gesicht, oder jemanden, der körperlich, geistig oder emotional behindert ist. vielleicht sehen wir auch ein totes Tier am Strassenrand. Vielleicht hören wir von der Notlage von Völkern in anderen Ländern oder sehen in den Nachrichten Leute, die gerade ein Unglück oder Leid erfahren. Im Leben sehen wir viele Leute, die leiden oder sich in einer Notlage befinden. Immer wenn wir solche Dinge sehen, ist das eine Möglichkeit sein Herz zu öffnen. Im Angesicht des unermesslichen Leides in der Welt, erlaube der Chance für Liebe und für das Bedauern, dass das Leid erzeugt, nicht an dir vorüberzugehen. Lasse das Leid und die Trauer Liebe und Mitgefühl aus dir gebären. Dann ist die grosse Trauer und das grosse Leiden nicht ohnen Sinn und Zweck, sondern unterstützt die Offenbarung der Christ-Präsenz in einem selbst und anderen. Lass das Leben selbst Liebe und Mitgefühl hervorrufen.

In dieser Weise können wir unser Herz öffnen und uns an unsere Fähigkeit zur Liebe und zum Mitgefühl erinnern. Zweifellos kann man auch viele andere Wege finden. Der Zweck dieser Übungen ist, dass du auf jede mögliche Art auf deine dir als Mensch angeborene Liebe und dein angeborenes Mitgefühl zugreifst. Das wird dir mehr Zufriedenheit und Glück bringen und es wird dich befähigen zu den Geben-und-Empfangen-Meditationen.

Mögen sich die Herzen aller in Liebe und Mitgefühl öffnen!

In Kürze folgt mehr zum Thema

(Übersetzt aus: Forum der Sophia Fellowship – Foundation Practices)

Warum Geben-und-Empfangen-Meditationen?

Die Grundlage authentischer Spiritualität und Selbsteinsicht ist es, Liebe und Mitgefühl zu erzeugen. Liebe und Mitgefühl öffnen uns die Augen für die heilige Einheit, die der gesamten Schöpfung zugrunde liegt und offenbaren unsere dynamische wechselseitige Abhängigkeit und Verbindung mit allen und allem in unserer Umgebung. In den Lehren der Sophia-Gnostik wird Christus „das Muster, das verbindet“ genannt, denn sein Wesen ist Liebe und Mitgefühl.

Der heilige Paulus spricht dieses Thema wortgewandt an, wenn er schreibt: „Wenn ich mit den Sprachen der Menschen und der Engel rede, aber nicht Liebe habe, so bin ich ein tönendes Erz geworden oder eine schallende Zimbel. Und wenn ich Prophezeiung habe und alle Geheimnisse und alle Erkenntnis weiß, und wenn ich allen Glauben habe, so daß ich Berge versetze, aber nicht Liebe habe, so bin ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe zur Speisung der Armen austeilen werde, und wenn ich meinen Leib hingebe, auf daß ich verbrannt werde, aber nicht Liebe habe, so ist es mir nichts nütze.“ Er schließt: „Die Liebe vergeht nimmer; seien es aber Prophezeiungen, sie werden weggetan werden; seien es Sprachen, sie werden aufhören; sei es Erkenntnis, sie wird weggetan werden. Denn wir erkennen stückweise, und wir prophezeien stückweise; wenn aber das Vollkommene gekommen sein wird, so wird das, was stückweise ist, weggetan werden. Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind, urteilte wie ein Kind; als ich ein Mann wurde, tat ich weg, was kindisch war. Denn wir sehen jetzt durch einen Spiegel, undeutlich, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, gleichwie auch ich erkannt worden bin. Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die größte aber von diesen ist die Liebe.“ (1 Korinther 13:1-13)

Ebenso suchen viele Menschen in moderner Spiritualität und Esoterik übersinnliche und spirituelle Gaben und behaupten, höhere Bewußtseinsgrade erreicht zu haben, wie kosmisches Bewußtsein oder sogar überirdisches Bewußtsein oder Erleuchtung, wenn sie noch nicht das Heilige Herz der Liebe und des Mitgefühls ausgebildet haben. Obwohl solche Menschen tatsächlich einen flüchtigen Blick in den Bereich des höheren Bewußtseins geworfen haben mögen, kann dieser Zustand ohne Liebe und Mitgefühl nicht verkörpert und erfasst werden – denn das Heilige Herz der Liebe und des Mitgefühls ist das wirkliche Wesen der Lichtpräsenz, der Erleuchtung und Befreiung. Der Sophia-Gnostik zufolge sind Liebe und Mitgefühl der Lichtseele in uns eigen, und durch die Entwicklung von Liebe und Mitgefühl bilden wir unsere wahre Menschlichkeit aus.

Die Geben-und-Empfangen-Übungen sind die Hauptmethode, durch die Sophia-Gnostiker das Heilige Herz der Liebe und des Mitgefühls ausbilden.

Der Kabbala zufolge, müssen wir etwas empfangen, um etwas geben zu können; und um etwas vollständig zu empfangen, müssen wir es mit anderen teilen. Zuerst müssen wir die Liebe und das Mitgefühl der Lichtpräsenz in uns empfangen, und erst indem wir anderen geben, empfangen wir den Segen des Heiligen Herzens vollständig. Aus diesem Grunde muß man mit den Geben-und-Empfangen-Übungen bei sich selbst beginnen und kann sie dann auf andere ausdehnen.

Das Hauptziel der Geben-und-Nehmen-Meditationen ist die Ausbildung des Heiligen Herzens Christus – Spirituelle Liebe und Mitgefühl – jedoch ist sie auch ein Weg der Heilung und der Weitergabe von Segenswünschen an andere. Sie ist grundsätzlich dazu gedacht, jede Form von Negativität und blockierendem Karma aufzulösen und an Stelle dessen positive Energie und heilsames Karma aufzubauen. So öffnet sich natürlicher Weise der Weg zur Heilung, ob nun physisch, psychisch oder spirituell und für die Aufnahme von jeder Art von Segen, materiell und sprituell.

Vielleicht erst einmal soviel. Demnächst findet ihr hier Vorübungen und die wesentlichen Geben-und-Nehmen-Meditationen.

(Übersetzt aus: Forum der Sophia Fellowship – Foundation Practices)

Geben-und-Empfangen-Meditation mit der Umgebung

Diese Methode der Geben-und Empfangen-Meditation richtet sich auf die Stimmung deines eigenen Bewußtseins und auf deine unmittelbare Umgebung. Wie wir alle wissen, haben unsere Stimmungen und Gemütszustände einen sehr starken Einfluß auf uns. Der normale Mensch ist im Grunde genommen an seine Stimmungen und Gemütszustände gebunden. Je nach Stimmung und Gemütszustand beeinflussen wir unsere Umgebung und andere Menschen in unserer Umgebung. Indem wir in der Meditation unsere eigenen Stimmungen und Gemütszustände wandeln und unser eigenes Bewußtsein erheben, befreien wir uns von dem nach unten gerichteten Einfluß der Negativität und helfen damit anderen in unserer Umgebung ebenfalls.

Die Meditation
Es ist gut, die Meditation mit dem Kabbalistischen Kreuz und der Meditation „Stiller Beobachter“ oder einer ursprünglichen Meditation (z.B. mit dem Atem) zu beginnen (s. unten).

Wenn dein Körper und Geist zur Ruhe gekommen sind, stell dir eine spirituelle Sonne hinter deinem Herzen vor und richte deine Aufmerksamkeit auf dieses Lichtzentrum. Wenn du dich unwohl fühlst oder eine Form von Spannung oder Stress, Negitativität und Dunkelheit bemerkst, wie subtil auch immer, stelle dir vor, dass dein Atem mit der spirituellen Sonne verbunden ist und dass dein Atem zu Licht wird. Wenn du einatmest, atme die vorhandene Dunkelheit oder Negativität ein, und atme Licht aus in deinen Körper und Geist. Stell dir vor, dass die Negativität und Dunkelheit sofort in Licht verwandelt werden durch die spirituelle Sonne im Zentrum deines Seins. Beim Ausatmen stell dir vor, dass sich dein ganzer Körper und Geist mit Licht füllt. Es ist, als würde dein gesamter Körper und dein Bewußsein die Lichtpräsenz der spirituellen Sonne in der materiellen Dimension werden.

Wenn dein Körper und Bewußtsein zur spirituellen Sonne geworden sind, stell dir vor, dass du das Licht in deine unmittelbare Umgebung ausdehnst, so dass es alles bescheint und die Umgebung in Licht verwandelt. Stell dir deine Umgebung als einen Palast des Lichtes vor und dich selbst als die Lichtpräsenz in seinem Zentrum. Wenn du dich selbst in die Lichtpräsenz und deine unmittelbare Umgebung in einen Ort des Lichtes verwandelt hast, beende die Meditation, indem du für die Ausdehnung des Lichtes auf alle Wesen betest und mit dem Kabbalistischen Kreuz abschließt.

(Übersetzt aus: Forum der Sophia Fellowship – Foundation Practices)

Spirituelle Bekräftigung – Das Kabbalistische Kreuz

Das Kabbalistische Kreuz ist eine Bekräftigung deiner angeborenen Geistverbundenheit und der Wahrheit deines innersten Wesen, des Christ-Selbst, und es ist eine einfache Methode die Lichtpräsenz herbeizurufen.

Es kann vor und nach jeder spirituellen Aktivität – spirituellem Studium und Kontemplation, Gebet, Meditation oder heiligem Ritual – als Bittgebet zu Eröffnung oder als abschließende Weihe ausgeführt werden und auch jederzeit, wenn man die Notwendigkeit verspürt sich zu zentrieren oder für einen selbst Segen zu erbitten von der Lichtpräsenz.

Die Übung

  • Stehend oder sitzend stelle dir eine Lichtsphäre über deinem Kopf vor, als wäre das Licht vieler Sterne dort vereint und bleibe im Bewußtsein der heiligen Einheit vor dir, der Schöpfung und Gott.
  • Strecke deine Hand nach oben und berühre die Lichtsphäre über deinem Kopf, singe dabei „Atoh“ und ziehe das Licht herab, indem du deine Stirn berüherst.
  • Dann bewege die Hand gerade herab zum Kehle, sieh wie das Licht in dir ebenfalls zur Kehle herabsinkt, singe dabei „Io Adonai“.
  • Bewege die Hand zu Mitte deines Körpers, sieh wie das Licht durch dich zur Erde herabfließt. Zeige mit deiner Hand zu den Füßen und singe „Malkut“.
  • Bewege die Hand zu deinem Herzen und dehne das Licht zu deiner rechten Schulter aus indem du sie berüherst und „Ve-Gevurah“ singst.
  • Dehne das Licht zu deiner linken Schulter aus und diese berührend singe „Ve-Gedulah“.
  • Falte die Hände wie zum Gebet vor deinem Herzen, stelle dir das Licht des Kreuzes in dir vor und singe „Le-Olam, Amen“.

Bemerkungen

Atoh bedeutet „du“ und weist auf die Sefirah Keter. Io Adonai bedeuet „Der Gesalbte“, Braut oder Bräutigam. Malkut heißt „Königreich“ und bezeichet die letzte Sefirah der Mittelsäule. Ve-Gevurah bedeutet „Macht“ und weist auf die Sefirah Gevurah und die Säule der Strenge. Ve-Gedulah heißt Herrlichkeit und weist auf die Sefirah Hesed und die Säule der Gnade. Le-Olam bedeutet „für immer“ und weist auf das Kontinuum der Lichtübertragung. Amen bedeutet „so sei es“ oder „so ist es“ und ist das heilige Siegel der Wahrheit. So sagst du, wenn du das Lichtkreuz auf deinem Körper ausführst „Du, Braut oder Bräutigam, bist das Königreich, und die Macht, und die Gnade, und die Herrlichkeit, für immer, Amen.“

Aussprache

Atoh (Ah-Toh mit kurzem „A“)

Io Adonai (I-Oh Ah-Doh-Nah-ii)

Malkut (Mal-kut mit langem „U“)

Ve-Gevurah (Wej-Gevurah mit kurzen Vokalen in Gevurah)

Ve-Gedulah (Wej-Ge-Dju-Lah)

Le-Olam (Lej-Oh-Lam)

(Übersetzt aus: Tau Malachi: Gnosis of the Cosmic Christ . – Saint Paul, MN : Llewellyn, S.84-85)

Bemerkungen zur Meditation „Einheit mit der Lichtfrau“

Laut Kabbala erfüllte am Anfang Or En Sof (das unendliche Licht) den endlosen Raum, und so erfüllte Gottselbst den endlosen Raum, unendlich in allen Richtungen. Die erste Handlung der Schöpfung war das Tzimtzum – das Zusammenziehen, bei dem Gott sich in das Gottselbst zurückzog und eine große Leere zurückließ, in der die Schöpfung stattfinden konnte. Mit anderen Worten: Gott schuf Raum im Gottselbst für die Schöpfung. Die Meister der Tradition sagen, dass diese große Leere des unendlichen Raumes Gottes Schoß ist. Und so erscheinen Gott, der Vater (Abba), und Gott, die Mutter (Aima), obwohl Gott in Wirklichkeit außerhalb der Dualität von männlich und weiblich, Vater und Mutter ist.

Man kann nicht sagen, dass der endlose Raum erschaffen wurde, denn obwohl Or En Sof ihn erfüllte, ist er uranfänglich und war allgegenwärtig inmitten des uranfänglichen Lichtes. Diese unendliche Geräumigkeit ist die noch nicht erschaffene Sophia – Mutter Sophia (Weisheit). In ihr leben wir, bewegen uns und haben unser Sein, und ihr erscheint die gesamte Schöpfung. Sie ist in der Schöpfung als der Raum, in dem alles existiert, und außerdem ist sie immer außerhalb der Schöpfung als der Raum von En Sof (dem Unendlichen) , welcher der Raum von Gott und Gotthaupt ist – der Eine-Ohne-Ende.

Sie ist der Urgrund und die Matrix – der Raum der Schöpfung und die Beschaffenheit des Bewußtseins, wie sie offenbart wurde in der Melchizedek-Übertragung. Licht und Dunkelheit erscheinen in ihr und alle kosmischen Kräfte: göttliche Kräfte, titanische Kräfte und dunkle Kräfte. Weil sie durch nichts verändert wird, das in ihr erscheint, sondern immer rein und unberühert bleibt, wird sie die heilige Jungfrau genannt. Jedoch wird sie auch die Hure genannt, weil alle kosmischen Kräfte in ihr erscheinen, göttliche, titanische und dämonische. Sie ist gleichzeitig ausschließlich und alles einschließend, unsere Mutter.

Wer die Beschaffenheit des Bewußtseins kennt und Selbsterkenntnis erlangt hat, hat auch die Gnosis der Mutter Sophia erreicht. Diese Gnosis nennt man auch Erleuchtung, und aus ihr wird das überirdische oder Christ-Bewußtsein geboren. Deshalb wird sie Christus Mutter genannt – die Mutter aller Heiligen. In den gnostischen Evangelien wird sie durch Mutter Maria, die Mutter von Yeshua Messia, die eine, die mit dem überirdischen Licht Gottes gesalbt ist, verkörpert.

Mutter Maria ist Mutter Sophia – nichterschaffene Weisheit, und Maria Magdalena ist die Tochter Sophia – erschaffene Weisheit. In Wahrheit sind Mutter und Tochter eine und dieselbe göttliche Sophia. Dennoch entspricht die heilige Mutter dem reinen Sein und die Tochter dem Immerwerdenden, so dass von der heiligen Sophia gesagt wird: „Sie bewegt sich und bewegt sich nicht.“ Die Meister der Tradition sagen, dass sich im heiligen Evangelium alles mit, in und durch die göttliche Mutter ereignet, denn sie ist die Grundlage von allem. Ebenso, wie ohne das Element des Geistraumes nichts erscheinen würde, würde auch ohne die Mutter das Licht des Kreuzes nicht hervorscheinen und niemand würde getauft werden.

Die Mutter ist die Stimme der Stille, die das Logos-Wort Gottes spricht und sie gebiert sich selbst in der Braut und dem Bräutigam, so dass durch sie das Gesicht des Vaters offenbart wird und der Eine-Ohne-Ende erkannt wird. Sie ist der Thron auf dem das Ebenbild Yahwehs erscheint, und sie umfasst alle göttlichen Bilder des Lichtes, die im Licht-Kontinuum erscheinen – die göttliche Mutter zu kennen, bedeutet sich selbst zu kennen und den Christus in sich zu gebären. Sie ist alles zusammengenommen, in allem und doch immer transzendent; gesegnet sei Gott, die Mutter und die Mutter Gottes!

Wir sprechen jetzt mit Worten und entwickeln Gedanken, aber die Gnosis der Mutter Sophia ist nicht in unseren Worten oder Gedanken, noch in irgendetwas, das im Geiste entsteht. Wirklich, obwohl sie in allem ist, ist sie immer jenseits, und deshalb überirdisch und supramental. Um sie zu erkennen, muß man sie erfahren – man muß in reiner strahlender Aufmerksamkeit eins sein mit dem Urgrund des unendlichen Raumes.

Was hier geschrieben steht ist in sich selbst eine Kontemplation und Meditation der heiligen Mutter, und es gibt noch viel mehr, dass über sie gesagt werden könnte – die Zahl der inneren und geheimen Lehren zu Mutter Sophia ist in unserer Tradition sehr groß. Jedoch findet man die direkte Erfahrung der heiligen Mutter und ihre Gnosis nicht durch Worte oder aus Büchern, sondern im Leben und in der eigenen Seele und sonst nirdendwo. In Wahrheit ist sie man selbst und mehr – der Kern von einem selbst, der Kern des Selbst von jedem Selbst und die Seele in jeder Seele. Das ist Mutter Sophia.

Aus diesem Grunde haben die Adepten und Meister der Tradition viele Meditationen mit dem Parzuf der Aima oder Mutter Sophia entwickelt, so dass wir ein Verständnis und Wissen über sie erlangen können und unsere Weisheit wachsen kann, wenn wir ihr näher kommen und sie erfahren. Die Meditation „Einheit mit der Lichtfrau“ ist eine der gebräuchlichsten Parzuf-Meditationen mit der heiligen Mutter.

(Übersetzt aus: Sophia Fellowship – Woman of Light Meditation)

Partzuf-Meditation: Einheit mit der Lichtfrau – der heiligen Mutter

Setze Dich an einen ungestörten Ort und führe eine ursprüngliche Meditation (z.B. mit dem Atem) durch. Diese selbst ist die grundlegendste Meditation der Mutter Weisheit, aber wenn wahre Gnosis nicht entsteht von dieser Einfachheit reinen Seins, verlagere Deine Aufmerksamkeit zur Mitte des Herzens und stelle dir in Deinem Herzen das Bild der spirituellen Sonne vor.

Betrachte Deinen Körper als den Schoß der Mutter und die spirituelle Sonne als ihr heiliges Kind – meditiere über deinen Körper als der heiligen Jungfrau-Mutter, die Deine heilige Seele gebiert in die Unendlichkeit und Ewigkeit. Dieses ist bereits die grundlegende Meditation mit der heiligen Mutter – wenn die Gnosis der heiligen Mutter in Dir dämmert, bleibe an dieser Stelle.

Lasse Dich von Deinem Herzen führen und wenn die Zeit kommt zu der Dein Herz sich aussprechen möchte, stelle Dir vor, dass ein Lichtstrahl aus Deinem Herzen hervorschießt und die Lichtfrau magisch vor Dir erscheint.

Das Bild der Lichtfrau: Dieses göttliche Bild erscheint in der Offenbarung des Johannes 12:1-2. Sie ist die Lichtfrau, die ihr Lichtkind gebiert, ihr Körper scheint wie die Sonne, sie trägt eine Krone von 12 Sternen und steht auf der Kugel des Mondes, voll von Gnade und strahlend mit göttlichem Glanz. Ihr Bild ist geformt aus durchsichtigem Licht, wie ein Regenbogen, und dennoch ist sie eine große und leuchtende Licht-Präsenz.

Stelle Dir die Lichtfrau vor, Mutter Israel, fühle, rieche, schmecke und höre sie – sei vollkommen bei ihr, öffne ihr Deinen Geist, Dein Herz und Dein Leben. Stelle Dir Deine Lichtseele als Kind in ihrem Schoß vor und den unendlichen Raum in Dir und um Dich herum als ihren göttlichen Körper. Bete zu ihr, und vertraue Dich ihr an, wissend, dass sie Deine wahre Mutter, die Mutter aller Mütter, die Frau aller Frauen – der Schoß von allem ist.

Wenn Dein Herz Dich bewegt, nimm den Gesang der Lichtfrau auf: Ha Isha Ha Elyona Aima Israel („Lichtfrau, Mutter Israels“).

Wenn Du singst, stell dir vor, dass Lichtstrahlen von ihrem göttlichen Körper strömen und über Dich fließen, Dich reinigen und heiligen, Dich segnen und ermächtigen zur Weitergabe des Lichtes. Es ist als würdest Du in ihrer Gegenwart als Lichtkind geboren werden und als würdest Du Dich in ihr an Dich selbst in der Welt des überirdischen Lichts erinnern. Stell Dir vor, dass das Licht über Dich fließt und Dich durchdringt, das es jede Deiner Zellen und jedes Partikel der Materie Deines Körpers in Feuer-Licht verwandelt, so dass Du nach und nach immer strahlender wirst, bis Dein Körper scheint mit hell leuchtendem, durchsichten Licht wie ihr Körper, und Du bist wie sie – das Bildnis Deiner Mutter.

Am Ende des Gesangs, wenn Stille eintritt, bleibe in der Stille, solange sie andauert, ob es nun ein Moment ist oder eine längere Zeit. Dann stelle Dir vor, dass sich die göttliche Mutter in fließendes Licht auflöst und dass dieses göttliche Licht vom oberen Teil Deines Kopfes in Dich fließt zur Mitte Deines Herzens. Betrachte Dein Herz als einen Herz-Schoß und die ganze Welt in ihm – eine große Sphäre aus Licht, die diese gute Erde umfasst, und lasse Liebe und Mitgefühl für alle Wesen als Deine Väter und Mütter, Brüder und Schwestern und Kinder heraufkommen, lasse Liebe für alle Wesen und für Gott aus Dir hervorscheinen. Bete für die Auferstehung und den Aufstieg dieser guten Erde und bete, so zu sein wie die Mutter bei ihrem großen Werk.

Dann nehme den einfachen Gesang der heiligen Mutter auf, behalte dabei die Liebe in deinem Herzen und den Wunsch in Deinem Geist: Ama-Aima.

Wenn der Gesang beendet ist, stelle Dir vor, völlig mit der heiligen Mutter zu verschmelzen – Dein Geist wird wie ihr göttlicher Geist, Dein Herz wird wie ihr heiliges Herz und ihr heiliger Schoß und Dein Körper wie der Körper ihrer Erscheinung; sei eine Einheit mit der göttlichen Mutter.

Zum Abschluß bete für die Ausdehnung des Lichtes des Kreuzes und für die göttliche Erleuchtung aller Wesen.

Gehe durch die Welt als würdest Du immer im Haus und Körper der heiligen Mutter wandeln, sei Dir der heiligen Einheit bewußt, in der alle Dinge leben, sich bewegen und sind; laß alle Geräusche ihre göttliche Stimme sein; nimm alle Gedanken und Gefühle, die aufsteigen als ihre göttliche Weisheit auf. Wisse, dass Du in ihr bist und sie in Dir und das Du untrennbar von ihr bist im Körper und in der Seele – das ist die Gnosis (Erkenntnis) der göttlichen Mutter. Amen.

(Übersetzt aus: Sophia Fellowship – Woman of Light Meditation)